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Morgenmagazin vom Donnerstag, 10. März

10.03.2016 | 06:56 Uhr |

Angebliche Hülle für das iPhone 7 gesichtet +++ Zweifel an Chip Off +++ Warum das iPhone SE kommen muss +++ Homebutton aus Liquidmetal patentiert +++ Seagate bringt schnellste SSD der Welt +++ Destinations: Reiseplanung mit Google +++ Street View im Krüger-Nationalpark +++ Amazon legt sich Flugzeugflotte zu

10. März: Licht und Linien

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Eine Entdeckung aus München hat heute vor 202 Jahren eine große Tür zur Vermessung und Entdeckung der Welt geöffnet. Joseph Fraunhofer (damals noch nicht zum Ritter geadelt), konnte am 10. März 1814 bei seinen spektroskopischen Untersuchungen des Sonnenlichts charakteristische Linien entdecken, die seither seinen Namen trugen: Fraunhoferlinien. Das ansonsten kontinuierliche Sonnenspektrum ist an bestimmten Stellen unterbrochen, wie wenn eine schwarze dünne Linie durchgezogen wäre. Fraunhofer bestimmte schon genau die Wellenlänge dieser Linien und gab ihnen Namen von A bis K, warum aber die Sonne auf bestimmten Frequenzen kein Licht abgibt, blieb lange ein Rätsel. Zwar konnten schon eine Generation nach Fraunhofer Wissenschaftler wie Robert Bunsen oder Gustav Kirchhoff zeigen, dass bestimmte Linien charakteristisch für bestimmte Elemente seien, ja sogar der "Sonnenstoff" Helium verriet sich erstmals durch eine Spektrallinie.

Erst mehr als hundert Jahre nach Fraunhofers Entdeckung war die Physik in der Lage, die Linien zu erklären. Erst die Quantenmechanik und die daraus folgenden Atommodelle von Bohr und anderen zeigten, dass Licht genau definierter Energie notwendig ist, um Elektronen in Atomen auf höhere Bahnen zu heben. In jedem Element haben die Zustände unterschiedliche Energien und damit auch die Übergänge von dem einen zum anderen in den Atomhüllen. Vereinfacht gesagt: Fraunhofers D-Linie entsteht deshalb, weil Licht einer Wellenlänge von etwa 589 Nanometern dazu in der Lage ist, Elektronen aus der Hülle des Natrium-Atoms von ihrem Grundzustand in einen angeregten Zustand zu heben. In der Atmosphäre der Sonne ist soviel Natrium enthalten, dass das Licht einfach nicht durch kommt und bei 589 nm das Spektrum schwarz bleibt. Den umgekehrten Effekt sieht man übrigens bei Natriumdampflampe oder wenn man Kochsalz (Natriumchlorid) in eine Flamme hält: Angeregte Zustände fallen in den Grundzustand zurück und emittieren Licht auf genau dieser Wellenlänge: 589 Nanometer entsprechen knallgelbem Licht.

So lernen wir aus den Fraunhoferlinien etwas über die chemische Zusammensetzung der Sonne und aus Spektren entferntere Sterne auch über deren Konsistenz. Und noch viel mehr: Denn misst man Licht weit entfernter Stellen oder Galaxien sieht man die D-Linie nicht mehr bei 589 Nanometern, sondern bei größeren Wellenlängen, also in das rote Licht verschoben. Eine Folge des Dopplereffekts: Bewegt sich die Lichtquelle von uns weg, werden die Abstände der Wellenberge zueinander immer größer. Aus der Wellenlänge der bei uns ankommenden D-Linie können wir nun die relative Geschwindigkeit zwischen uns und der Lichtquelle errechnen. Vermisst man den Raum nun systematisch, kommt man auf das Ergebnis, dass sich Galaxien umso schneller von uns fort bewegen, je weiter sie entfernt sind. Der Rückschluss ist nun auch ganz fantastisch: Es ist der Raum als solcher, der sich ausdehnt. Und das muss er vor gut 14 Milliarden Jahren an einem einzigen Punkt begonnen haben. So war also gewissermaßen Fraunhofers Entdeckung der Urknall für die Urknalltheorie. Mal sehen, welch großartige Entdeckungen heute von München aus das Bild der Welt verändern. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

In Hülle und Fülle: Schon ein gutes halbes Jahr, bevor das iPhone 7 auf den Markt kommt, gibt es erste Hüllen für die nächste iPhone-Generation zu sehen. Zumindest ist das die Theorie. 9to5Mac zeigt jedenfalls Bilder einer durchsichtigen Plastikhülle, die angeblich für das iPhone 7 optimiert sein soll. Gleichwohl könnte sie auch aus einem 3D-Drucker stammen, dem man erratene Maße eingegeben und eine Aussparung für die Kopfhörerbuchse untersagt hat. Zudem soll die Hülle beweisen, dass das kommende iPhone in der Tat Stereolautsprecher haben werde. Mithin beweisen die Bilder nichts, sie sind allenfalls selbstreferentielle Inkarnationen der durch das Web geisternden Gerüchte. Nur die allerwenigsten Hersteller von iPhone-Hüllen kennen vor dem Launch des Produkts dessen exakte Maße, alle anderen müssen raten oder sich in der Gerüchteküche bedienen. Im halben Jahr bis zum Launch könnten sich noch Design oder exakte Maße verändern. Und dass das iPhone 7 nun doch schon früher kommt - etwa zusammen mit dem iPhone SE zu Ostern, wäre nun ein besonders abenteuerlicher Schluss aus den vermeintlichen Leaks.

Chip Off: Benötigt das FBI überhaupt die Hilfe Apples, um das iPhone des San-Bernardino-Attentäters zu knacken oder geht es auch ohne GovtOS? Während der Bürgerrechtler Daniel Khan Gillmor eine Methodik vorschlägt, bei der der NAND-Speicher entfernt und dessen Inhalte vor der Passworteingabe kopiert werden, halten andere Experten das "Chip off" genannte Verfahren für wenig zielführend. Es sei vor allem sehr langsam und könne zur Zerstörung des iPhones führen und wäre daher keine Alternative.

Der Mac und Spiele: Dank Steam, Origin und Mac App Store finden zwar immer mehr Spiele den Weg auf den Mac, verglichen mit dem Angebot auf Windows-PCs bleibt die Auswahl aber sehr beschränkt. Unsere Kollegen der Macworld haben zehn Titel zusammen gestellt, die sie gerne auf den Mac portiert sähen - wünschen kann man ja mal.

iPhone SE dringend gesucht: In gut zwei Wochen soll ein neues iPhone mit Vierzollbildschirm in den Handel kommen. Warum Apple unbedingt einen Nachfolger für das iPHone 5S bracuht und sich nicht allein auf die 4,7 Zoll und 5,5 Zoll großen iPhone 6S (Plus) verlassen kann, zeigt einen Analyse von Above Avalon. Der Bedarf an einem Vierzöller ist demnach immer noch sehr groß, größere iPhones haben sich zwar auf dem Markt bewährt aber den Vierzöller keineswegs überflüssig gemacht.

Neue Umfrage: Amerika bleibt gespalten in der Frage, ob die Regierung bei der Strafverfolgung zu weit gehe und in die Privatsphäre der Bürger eindringe oder im Gegenteil zu wenig für die Sicherheit unternehme. Eine Umfrage von Wall Street Journal und NBC News kommt zu dem Gesamtergebnis, dass 47 Prozent der Befragten fürchten, der Staat unternehme zu wenig für ihren Schutz, während 44 Prozent die Maßnahmen zu weit gingen. Ein interessantes Detailbild zeigt sich, sieht man sich die allgemeinen politischen Präferenzen an. Anhänger der Republikaner äußern zu 57 Prozent gegenüber 37 Prozent mehr Bedenken zur allgemeinen Sicherheit, während Demokraten zu 50 Prozent fürchten, die Regierung ginge zu weit und nur 40 Prozent die Sicherheit in Gefahr sehen. Besonders auf den Schutz ihrer privaten Daten erpicht sind unabhängige Wähler, die sich weder für Demokarten noch Republikaner registriert haben. 58 Prozent dieser Gruppe ist der Ansicht, der Staat ginge zu weit, nur 28 Prozent äußern Bedenken, die Behörden arbeiteten zu lax.

Weitere Nachrichten:

Homebutton aus Liquidmetal patentiert

Sucht man auf Google nach "Home Button iPhone", schlägt die Suchmaschine als Ergänzung noch zusätzlich "defekt" oder "reparieren" vor. Nicht ohne Grund, denn der Knopf ist eine der beliebten Bruchstellen beim iPhone. Nun ist Apple diesem Problem nachgegangen und hat   eine neuartige Druckstelle aus der extra dafür gemachten Metalllegierung patentiert . Das System funktioniert denkbar einfach: Die Druckstelle ist leicht gewölbt, drückt der Nutzer auf die Knopfoberfläche, gibt diese Stelle nach, berührt den Boden aus einem leitfähigen Material. Apple spricht hier von Gold, der Stromkreis schließt sich, die Software versteht dies als ein Befehl. Die von Apple vorgeschlagene Legierung besteht bis zu siebzig Prozent aus Titan und Zirkonium,  in geringen Mengen beigemischt sind Eisen, Nickel, Kupfer und andere Metalle. Das Rezept ist schwammig gehalten, wohl damit die Konkurrenz die Mischung nicht sofort nachstellt. Apple erklärt, dass die vorgeschlagenen Legierungen gegenüber herkömmlichen Metallen elastischer sind und deutlich mehr einzelne Druckbewegungen aushalten als zum Beispiel eine vergleichbare Wölbung aus Titan. Da der Homebutton der meistgenutzte Knopf an einem "elektronischen Gerät" ist (gemeint damit ist iPhone oder iPad), erklärt Apple im Patent, ist eine hohe Strapazierfähigkeit sehr wichtig.

Das Patent ist erst gestern von dem US-Amerikanischen Patentamt freigegeben worden, eingereicht wurde die Beschreibung schon 2012. Es ist dabei offensichtlich, dass die Rechungung noch ohne Touch ID gemacht wurde. Die beiden Technologien dürfen sich nicht im gleichen Button in die Quere kommen, denn die Liquidmetal-Wölbung sollte unter einer beweglichen Button-Oberfläche eingebaut werden, diese ist im Patent nicht genauer spezifiziert und konnte unter anderem auch aus dem Touch-ID-Sensor sowie der Saphirglass-Oberfläche bestehen. Apple hat sich die Rechte auf die Liquid-Metal-Technologie bereits 2010 gesichert und patentiert seitdem unterschiedliche Anwendungen bei den Macs und iPhones . Eine der offensichtlichsten Liquid-Metal-Anwendungen ist den Nutzern vom iPhone 3G in die Hände gelegt: aus einem neuartigen Metall ist das SIM-Auswurfwerkzeug gemacht.

Seagate bringt schnellste SSD der Welt

Seagate will im Sommer 2016 die schnellste Solide State Disc (SSD) der Welt vorstellen. Das berichtet Businesswire.

Bis zu 10 GB pro Sekunde soll die neue Seagate-SSD übertragen können. Der bisherige Rekordhalter, eine SSD von Samsung, schafft knapp etwas mehr als die Hälfte dieses Wertes. Die neue SSD wurde zumindest teilweise durch das Open Compute Project . Dabei handelt es sich um eine von Facebook angeführte Initiative, die unter anderem dazu beitragen soll, die Kosten und den Energieverbrauch von Datencentern zu reduzieren.

Die besten SSD-Festplatten von 480 bis 512 Gigabyte

Bei dieser neuen SSD handelt es sich um einen Flashspeicher für den professionellen Einsatz. Sie kommt also nicht in Desktop-Rechnern oder Notebooks zum Einsatz, sondern auf Servern und in Rechenzentren. Seagate denkt an den Einsatz in Rechen- und Datencentern für Web-Anwendungen, Wettersimulationen und statistischen Analysen. Privatanwender müssen sich also auch weiterhin mit deutlich geringeren Geschwindigkeiten zufrieden geben.

Damit die neue SSD ihre maximale Geschwindigkeit ausspielen kann, sind Server erforderlich, die das Non-Volatile Memory Express (NVMe) Protokoll unterstützen. Dieses NVMe soll langfristig Serial AT Attachment (SATA) ersetzen und Flaschenhälse bei der Datenübertragung vermeiden helfen.

Seagate will die neue superschnelle SSD mit einer NVMe-Anbindung an 16 sowie 8 PCl-Express-Kanäle vorstellen. Die 8-Kanal-Variante schafft “nur” 6,7 GB/s, während die 16er-Version bis zu 10 GB pro Sekunde durch die Leitung schaufeln soll. Aktuell sind im Consumer-Bereich NVMe-Modelle wie die Samsung SSD 950 Pro maximal über 4 PCl-Express-Kanäle angebunden und kommen auf Datenraten von knapp 2,5 GB/s.

Verkaufsstart für beide Varianten soll im Sommer 2016 sein.

SSDs mit 240 bis 256 GB im Vergleichs-Test


Destinations: Reiseplanung mit Google

Google startet in dieser Woche mit Destinations eine neue Funktion in seiner mobilen App. Destinations soll die Reiseplanung auf dem Smartphone oder Tablet vereinfachen.

Nutzer müssen dafür einfach ihre Google-Suche-App auf dem Mobilgerät öffnen und das gewünschte Reiseziel mit dem Zusatz „Destinations“ ins Suchfeld eingeben. Google stellt nun eine für Reisende relevante Übersicht mit Ergebnissen zusammen. Hier finden sich unter anderem Details zum gesuchten Ziel, der Wetterbericht, Flüge über Google Flights oder Hotels über Googles Hotelsuche.

Fügt der Nutzer seinem Reiseziel noch ein Stichwort hinzu, beispielsweise „Neuseeland Wandern“ oder „Australien Surfen“ werden die Suchergebnisse mit passenden Empfehlungen konkretisiert. Mit dem Filter „flexible Reisedaten“ zeigt Google zudem die günstigste Reisezeit an.

Street View im Krüger-Nationalpark

Nur wenige Menschen haben Zeit und Geld für eine Safari in der afrikanischen Steppe. Google erlaubt in Street View daher Interessierten eine ausgiebige Erkundungstour im Krüger-Nationalpark . Auf Panoramabildern und aufgezeichneten Routen im afrikanischen Park warten Nashörner, Elefanten oder Büffel auf das wachsame Auge der Nutzer. Sogar die seltenen Geparden sollen sich finden lassen.

In Afrika sind die Google-Autos erst seit 2010 unterwegs. In dieser Zeit wurden viele beeindruckende und exotische Regionen digitalisiert. Sehenswert ist beispielsweise auch der Tafelberg , der die Silhouette Kapstadts entscheidend prägt. Auch für Strandfans bietet Street View viele interessante Regionen in Afrika.

Der Krüger-Nationalpark wurde schon 1898 zum Schutzgebiet erklärt. Auf 20.000 Quadratkilometern finden sich 147 Säugetierarten, 507 Vogelarten und 114 Reptilienarten.

Amazon legt sich Flugzeugflotte zu

Der Tageszeitung " USA Today " zufolge versucht das Unternehmen damit, ein eigenes Luftfrachtnetz aufzubauen und so einen Teil der Auslieferungskette in die eigene Hand zu bekommen. Der Schritt lockert die Abhängigkeit von anderen Zustellern.

Vertragspartner ist die im US-Bundesstaat Ohio ansässige Air Transport Services Group (ATSG). Das Unternehmen bestätigte den Schritt in einer Pressemitteilung . Sie wird die Flüge im Auftrag von Amazon durchführen. ATSG hat dem Unternehmen zudem die Möglichkeit eingeräumt, innerhalb der kommenden fünf Jahre 19,9 Prozent Firmenanteile zu erwerben.

Auch in Deutschland hat Amazon Pläne für das Paketgeschäft. Seit einigen Monaten testet das Unternehmen über ein Verteilzentrum in München die Zustellung, auch eine Ausweitung auf andere Gebiete ist möglich. (dpa/rs)

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