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Morgenmagazin vom Donnerstag, 10. September 2020

10.09.2020 | 06:47 Uhr | Peter Müller

Leaker: "Time Flies." bringt doch schon das iPhone 12 +++ Mit AppleID anmelden in Fortnite nicht mehr möglich +++ Apple entwickelt Gesichtsmasken für seine Mitarbeiter +++ Mysteriöse Nachrichten bringen Whatsapp zum Absturz +++ Trotz Pandemie: Netflix will 2021 noch mehr Originals veröffentlichen +++ AMD verkauft jetzt auch Fahrräder - ganz old school +++ Elon Musk verliert 16 Milliarden Dollar: Der Grund

10. September: Kopflos durch die Woche

Macwelt wünscht Guten Morgen! "De Woch' fangt ja scho guad o'" soll Matthias Kneißl gesagt haben, als er an einem Montag zur Hinrichtung geführt wurde. Die Geschichte ist aber nur gut erfunden, der Räuber Kneißl wurde an einem Freitag im Februar 1902 geköpft, am Mittwoch zuvor hatte er den Termin erfahren. Der 10. September 1945 war indes ein Montag und für eine spätere Berühmtheit hatte die Woche gut angefangen, als sie zu ihrer Hinrichtung geführt wurde.

Die Rede von einem Hahn namens Mike, den vor 75 Jahren der Farmer Lloyd Olsen aus Colorado seiner Bestimmung als Brathahn zuzuführen gedachte. Olsens Schwiegermutter hatte sich für das darauf folgende Wochenende zu einem Besuch angekündigt, das Tier sollte der Dame und ihrer Familie als Sonntagsbraten dienen. Leider verpasste Olsen beim Köpfen dem Hahn keinen ausreichenden Beilhieb. Das Tier wurde zwar einen Kopf kürzer, das Stammhirn blieb aber unverletzt. So tappste Mike noch anderthalb Jahre herum, vom Bauern mittels Nahrung gefüttert, die er der Weltsensation direkt in die Speiseröhre einträufelte. Man kann also durchaus kopflos noch eine Weile herumrennen, manchen Zeitgenossen schreibt man solche Eigenschaften auch dann zu, wenn sie den Schädel noch deutlich sichtbar über dem Hals tragen.

Für kopflose Panik besteht aber heute kein Anlass, selbst wenn bundesweit die Sirenen heulen, TV und Radio ihre Programme unterbrechen und die Kat-Warn-Apps anspringen. Nein, weder hat Apple ein neues iPhone zu präsentieren oder Curevac einen Impfstoff fertig, weswegen sich die TSG Hoffenheim plötzlich die 700 Millionen Euro Ablöse für Lionel Messi leisten kann. Es gibt nichts zu verkünden, es handelt sich hier einzig und allein um einen Probealarm, wie er immer mal passiert, um Sirenen auf ihre Funktionsfähigkeit hin zu überprüfen. Also keine Panik! Die Woche hat ja an sich ganz gut angefangen und macht vor allem Lust auf die nächste, wenn Apple in Cupertino wieder ein wenig Alarm macht. Der könnte durchaus angebracht sein, die Apple Watch Series 6 könnte ein Knüller werden. Also behalten Sie Ihren Kopf oben!

Lesetipps für den Donnerstag:

Was im Busch : Bisher ist Konsens der Gerüchteküche, dass Apple kommende Woche auf seinem Event "Time Flies." eine neue Apple Watch und ein neues iPad Air zeigen werde, dazu vielleicht noch ein paar Nebenprodukte. Das iPhone 12 werde Apple aber erst später vorstellen. Diese Gewissheit bringt nun ein Leaker in einer "Ask me anything"-Session auf Reddit ins Wanken. Die Quelle ist aber mit Vorsicht zu genießen, der Reddit-Account gerade einmal sieben Monate alt. Moderatoren des r/Apple-Bretts wollen aber seine Authentizität geprüft haben, weiter überprüfbar ist das nicht. Dabei behauptet die unbekannte Quelle Spektakuläres: Apple werde kommenden Dienstag nicht nur das iPhone 12 enthüllen, sondern auch ein erstes Macbook Pro mit Apple Silicon, das eine Bildschirmdiagonale von 14 Zoll bringen soll. Das ist nicht völlig unplausibel, die Produkte sind definitiv in der Mache, wenn auch bisher eher für Oktober erwartet. Doch behauptet der Leaker auch, die Quelle bisher aller Nachrichten über Apples AR-Brille zu sein. Diese könne Cupertino jederzeit vorstellen – also auch am Dienstag – vor März 2021 käme sie aber nicht auf den Markt. Der Name stehe noch nicht fest, intern spreche man von "the glasses". Noch werde die Brille eher als Display dienen, die Berechnungen kämen alle vom iPhone, ein AR/VR-Headset mit eigener Rechenpower könnte 2022 fertig sein oder erst später. Die Airtags, die manche auch für nächste Woche sehen, kämen erst mit der Brille im nächsten Jahr, neue Homepods werde es dann auch geben. Für den 15.9. stünde auch ein neuer Versuch einer Airpower-Ladematte auf dem Programm, aber keine günstige Apple Watch. Der Wahrheitsgehalt der Prognosen lässt sich überhaupt nicht einschätzen, einige sind zudem so vage formuliert, dass sie nächste Woche weder bestätigt noch dementiert werden können.

Ausgesperrt: Mit Wirkung des morgigen 11. September wird es nicht mehr möglich sein, "Mit AppleID anmelden" bei Epic-Spielen zu verwenden. In Folge der Kündigung des Entwickleraccounts des Fortnite-Herstellers durch Apple verlieren die Kunden diese Art von Zugang, wie Epic diesen mitteilt. Bevor man von seinen Spielständen und anderen Funktionen ausgesperrt ist, sollte man seinen Login ändern, auf eine E-Mail-Adresse, die man selbst kontrolliert, schreibt das Unternehmen.

Zeitgleich: Lang kann es nicht mehr dauern, bis Apple die finalen Versionen von iOS 14 und iPadOS 14 herausbringt. Gestern erschienen die achten Betas der Betriebssysteme für iPhone und iPad, diesmal gleichzeitig für Entwickler und die breitere Öffentlichikeit. Bei den letzten Versionen war jeweils ein Tag zwischen Develooper Preview und Public Beta gelegen.

iMask: Laut Bloombergs Mark Gurman hat Apple zwei Gesichtsmasken gegen Covid-19 entwickelt, die es (zunächst) an die Mitarbeiter in seinen Büros, Laboren und Retail-Stores verteilt. Die Apple Face Mask bestehe aus drei Schichten, die eingehende und ausgehende Partikel filtere, die Maske ist waschbar und lasse sich so bis zu fünfmal nutzen. Die ClearMask hingegen sei die erste von der Gesundheitsbehörde FDA genehmigte transparente OP-Maske. Ob sich damit auch FaceID nutzen lasse, ist nicht bekannt.

Versicherung: Apples Airtags kommen vermutlich bald, entweder noch 2020 oder dann eben nächstes Jahr. Der Konkurrent Tile muss sich nun überlegen, wie er sein Angebot von dem kommenden Apples abhebt und ist auf die Idee gekommen, eine Versicherung anzubieten. Gegenstände, die einen Tile-Tracker haben, sich aber dennoch nicht mehr auffinden lassen, erstattet dieses Premium Protect Abonnement, das 100 US-Dollar im Jahr kostet. Es gibt jedoch einen Deckel, die Versicherung erstattet Werte von maximal 1000 US-Dollar jährlich.

Weitere Nachrichten:

Mysteriöse Nachrichten bringen Whatsapp zum Absturz

Für die einen ist es ein Scherz, für die anderen ein echtes Ärgernis. Whatsapp-Nachrichten machen zurzeit die Runde, die in der Lage sind, die App des Empfängers zum Absturz zu bringen. "Wabetainfo", ein Blog der sich mit Smartphone-Betriebssystemen beschäftigt, berichtet über die mysteriösen Nachrichten.

Demnach handelt es sich bei den Nachrichten um eine lange Folge von Zeichen, die für das menschliche Auge keinen Sinn ergeben. Whatsapp jedoch hat Probleme mit der Interpretation dieser Zeichenfolge, ein Absturz ist die Folge. Bei günstigeren Smartphones mit weniger Rechenleistung kann es laut einigen Twitternutzern sogar dazu führen, dass sich das Smartphone komplett abschaltet.

Besonders ärgerlich für die Nutzer: Wenn Whatsapp einmal abgestürzt ist, führt ein erneutes Starten der App immer wieder zu einem neuen Absturz. Der Nutzer hat also keine Möglichkeit, die Nachricht zu löschen, und muss im schlimmsten Fall Whatsapp neu installieren. Damit geht auch der Chatverlauf verloren, es sei denn ein Backup wurde zuvor angelegt. Neben langen Nachrichten werden auch sogenannte Vcards, also virtuelle Kontakte, verschickt. Die Vcards enthalten hunderte Kontakte, die anstelle des Namens und der Kontaktdaten besagten Schadcode enthalten und können beim Öffnen ebenfalls zum Absturz führen.

Die schädlichen Nachrichten werden in Whatsapp-Gruppen verbreitet. Offenbar existieren verschiedene Versionen, die speziell für Android oder iOS konzipiert sind.

Um von solchen Ärgernissen verschont zu bleiben, fordern die Twitternutzer einen Schutz, der direkt in Whatsapp integriert ist. Aktuell gibt es für Android Whatsapp-Modifikationen, also inoffizielle Whatsapp-Versionen, die schützen sollen. Viele Nutzer fühlen sich aber unwohl dabei, eine Whatsapp-Version herunterzuladen, die von unbekannten Personen modifiziert wurde. Auch wir empfehlen, vor allem bei Apps zur Kommunikation, nur offizielle Versionen zu installieren.

Trotz Pandemie: Netflix will 2021 noch mehr Originals veröffentlichen

Netflix Co-CEO Reed Hastings hat sich über die Zukunft des Streaming-Portals geäußert und ist zuversichtlich, dass im Jahr 2021 noch mehr Netflix-Originals als in diesem Jahr veröffentlicht werden. Er räumte allerdings auch ein, dass die Pandemie die Produktion in den USA stark zurückgeworfen habe, wie The Verge berichtet.

Der Pandemie und der Verlangsamung der Produktion in den USA zum Trotz geht der Co-CEO immer noch davon aus, dass für 2021 mehr Original-Filme und -Serien auf Netflix erscheinen werden als 2020: "Das nächste Jahr ist bereits durchgeplant - wir haben eine große Auswahl an Inhalten", sagte Hastings. "Es sind immer noch mehr Originale als in diesem Jahr. Es ist nicht so viel mehr wie wir zunächst prognostiziert hatten, aber es ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Natürlich produzieren wir in Europa, in Asien. Wir alle hoffen auf einen Impfstoff, damit wir wieder intensiver arbeiten können."

2018 veröffentlichte Netflix rund 1500 Stunden an Sendungsmaterial wie Filme, Serien und andere Produktionen. 2019 waren es rund 371 Serien und Filme. 2020, in der Zeit durch die Corona-Pandemie, in der sich andere Plattformen und Studios schwertun, brachte Netflix praktisch jeden Monat rund 40 – 50 neue oder wiederkehrende Originals-Titel. Netflix hat scheinbar eine unendliche Pipeline an Originals-Inhalten in petto. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass sich Hastings für das Jahr 2021 recht zuversichtlich zeigt. Und dass man im nächsten Jahr sogar mehr Originals-Titel als heuer veröffentlichen möchte, findet dabei nicht nur The Verge beeindruckend.

 

AMD verkauft jetzt auch Fahrräder - ganz old school

AMD verkauft jetzt auch Fahrräder. Kein Scherz: Im Fan Store von AMD sind tatsächlich zwei Fahrräder aufgetaucht. Ein AMD Custom Mountain Bike in drei unterschiedlichen Farbkombinationen und ein AMD Custom Cruiser Bike in zwei unterschiedlichen Farbkombinationen. Mit 26-Zoll-Rädern und 18,5-Zoll-Rahmen. Beide Fahrräder sehen durchaus schick aus und setzen farbliche Akzente. Der AMD-Schriftzug samt Logo auf dem Rahmen beider Modelle ist unübersehbar.

Sympathisch, gesund, ökologisch und geradezu „old school“: Beide Fahrräder sind keine E-Bikes oder Pedelecs, sondern klassische Räder, die nur durch die Muskelkraft des Fahrers oder der Fahrerin angetrieben werden. Der Fahrer/die Fahrerin tut also etwas für seine/ihre Gesundheit und ist anders als mit einem E-Bike nicht mit einer halsbrecherischen Geschwindigkeit unterwegs, die oft in keiner Relation zur körperlichen Fitness des Fahrers oder der Fahrerin steht…

 

Beide Fahrräder waren bei Redaktionsschluss bereits ausverkauft. Das könnte auch am fairen Preis liegen, denn beide Modelle kosten jeweils 299 US-Dollar. Das sind aktuell umgerechnet rund 254 Euro. Dazu kommen noch 50 Dollar Versandkosten (rund 42,50 Euro).

Beide Räder sind beziehungsweise waren nur in den USA erhältlich. Ob AMD noch Nachschub in den Fan Store bringt und die Räder dann wieder erhältlich sein werden, ist unbekannt. Ganz offensichtlich handelt es sich bei diesen beiden Drahteseln um Fan-Artikel, mit denen stolze Besitzer einer AMD-CPU oder einer AMD-Grafikkarte ihr Markenbewusstsein deutlich nach draußen tragen sollen.

Elon Musk verliert 16 Milliarden Dollar: Der Grund

Der Börsenwert von Tesla ist um 80 Milliarden Dollar gesunken. Dafür verantwortlich sind aber nicht etwa schlechte Quartalszahlen oder rückläufige Absatzahlen, sondern vermutlich eine Absage: Die Tesla-Aktie wurde nicht in den wichtigen Börsen-Index S&P 500 aufgenommen. Das berichtet Spiegel Online.

Der Kursrückgang um rund 21 Prozent auf einen Kurs von 330,21 Dollar ist also nur durch die Absage begründet, hat aber keine sonstigen wirtschaftlichen oder technischen Gründe. Tesla beziehungsweise Musk haben also nichts falsch gemacht, werden aber trotzdem bestraft. Möglicherweise trug auch eine Kapitalerhöhung zum starken Kursrückgang bei, wie die ARD vermutet. Tesla hat übrigens mehr an Börsenwert verloren als die US-Automobilhersteller General Motors und Ford zusammen überhaupt wert sind. Und Tesla ist auch nach dem Kursverlust noch mehr wert als die Giganten Volkswagen und Toyota zusammengenommen.

Andererseits war nach der sagenhaften Kursrallye der letzten Monate eine Kurskorrektur vielleicht sogar überfällig. Denn wie man hier sieht, kannte die Tesla-Aktie zuletzt nur eine Richtung: nach oben. Obwohl das Unternehmen ja nur geringe Gewinne einfährt und viel weniger Fahrzeuge verkauft als beispielsweise Volkswagen oder Toyota. Das war wohl auch der Grund für die Nichtaufnahme in den S&P 500: Die Index-Macher gaben stattdessen Unternehmen den Vorzug, die in den letzten Quartalen deutlich größere Gewinne als Tesla vorzuweisen hatten. Auch wenn deren Börsenwert geringer als der von Tesla ist. Außerdem gaben zuletzt die Aktien etlicher Technik-Unternehmen nach, die Tesla-Aktie konnte sich diesem generellen Trend nicht verwehren.

Elon Musk ist Großaktionär bei Tesla. Somit besteht Musks Vermögen zu einem Großteil aus Tesla-Aktien. Sinkt deren Wert, verringert sich auch das Vermögen von Musk – zumindest dessen Buchwert. Das hatte nun zur Folge, dass Elon Musk mit einem Schlag 16,3 Milliarden US-Dollar ärmer wurde, wie Bloomberg berichtet. Theoretisch, denn so lange Musk keine Tesla-Aktien verkauft, verliert er natürlich auch kein Geld. Arm ist Musk deshalb noch nicht, sein „Rest“-Vermögen soll immer noch 82 Millarden Dollar betragen.

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