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Morgenmagazin vom Donnerstag, 11. Dezember 2014

11.12.2014 | 07:16 Uhr |

Was heute wichtig wird: 11. Dezember 2014 +++ Mac-User sollen im Web häufig teurere Angebote erhalten +++ Bayerische Hochschulen im Clinch mit Adobe +++ Sicherheits-Updates für Adobe Reader, Acrobat und Flash Player +++ "Recht auf Vergessenwerden" ist gefährlich +++ Flugdrohnen: Amazon droht US-Luftfahrtbehörde

Was heute wichtig wird: 11. Dezember 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Stürmische Tage stehen dem Norden des Landes bevor, der Süden bekommt davon wenig mehr als eine warme Luftströmung ab. Weiße Weihnachten bleiben ein Traum, den man hierzulande eigentlich erst kennt, seitdem Weihnachtsgrußkarten vor rund 100 Jahren populär geworden waren. Die nach Nordamerika emigrierte Verwandschaft wusste die Daheimgebliebenen mit Bildern verschneiter kanadischer Wälder zu beeindrucken. Später wimmerte auch noch Bing Crosby von einem solchen Traum.  "Das wollen wir auch, und nicht nur in den Alpen!" schlich sich das Gefühl ein. Dabei war auch in Zeiten vor der immer deutlicher spürbaren Erderwärmung die Vorweihnachtszeit in Deutschland eher grün, weiße Weihnachten selten. Der Winter hat hier seine Hochphase in Januar und Februar, nur eine etwas verschämte Rücksicht auf Traditionen lässt an Heilig Abend die Biergärten zu, auch wenn es mittags 20 Grad hat. Was für eine wunderbare Welt! Gleich mal in den iTunes Store schauen, was die einem dazu anbieten. Natürlich Louis Armstrongs "Wonderful World". Und einen Titel gleicher Art von James Morrisson, anderer Text, andere Harmonie, andere Melodie. Rod Stewart hat einen weiteren Song gleichen Namens erst gecovered, aber das Original ist nun mal von Sam Cook, der darin gesteht, nicht viel von Geschichte, Trigonometrie und Biologie zu verstehen. Am 11. Dezember 1964 wurde er erschossen, aus Notwehr, gab die Schützin an. Was genau aber vor 50 Jahren in dem Motel in Los Angeles passiert ist, wurde nie geklärt. Nur die Musik lebt ewig weiter, Sam Cooke gehört zu den Künstlern, deren Einnahmen postum größer sind als zu Lebzeiten.

Lesetipps für heute Morgen

Warum Amazon und Netflix 4K nicht auf Macs und PCs streamen: Wer sich einen iMac Retina 5K angeschafft haben, um darauf Filme und Serien in 4K-Auflösung zu genießen, schaut als Kunde von Netflix oder Amazon Instant Video gewissermaßen in die Röhre. Zwar haben die beiden Dienste erst kürzlich damit begonnen, Inhalte in Ultra-HD-Auflösung auszuliefern, das gilt jedoch nicht für Macs (oder PCs). Einzig Fernsehapparate, die sich auf den Codec HEVC verstehen, können die maximale Auflösung empfangen, der Rest bleibt bei 1080p stehen. Trost: Zumindest hierzulande sind die meisten Leitungen eh zu langsam für Ultra-HD-Streaming.

Instagram überholt Twitter: Das zu Facebook gehörige soziale Netz für Bilder feiert einen Meilenstein, 300 Millionen Nutzer haben sich mittlerweile für Instagram registriert. Damit ist Instagram größer als Twitter. Vor allem bei Prominenten ist das Foto-Sharing beliebt, daher führt Instagram nun Echtheitszertifikate für VIPs ein, wie sie Twitter bereits kennt. Wo ein Promi-Name drauf steht, soll auch ein Promi drin sein.

Verfahren könnte doch weiter gehen: Im Prozess um das längst abgeschaffte Digitale Rechtemanagement (DRM) des iTunes Store ist eine neue Zeugin der Anklage in Sicht. Die Hobby-Eisläuferin Barbara Bennett, 65, habe dem Gericht plausibel gemacht, dass die den iPod beim Erlernen des Rückwärtslaufens nutzte, das sei ein iPod Nano im Jahr 2005 gegeben. Sie könnte nun der Sammelklage, an der acht Millionen Kunden dranhängen, ein neues Gesciht geben, nachdem die bisherigen Kläger nicht beweisen konnten, in der fraglichen Zeit einen iPod besessen zu haben. Es geht um eine möglich Schadensersatzsumme von 350 Millionen US-Dollar - und für Apple wohl noch weit mehr um das Prinzip. Zu einem DRM sei man von der Musikindustrie gewissermaßen gezwungen worden, hatte iTunes-Chef Eddy Cue ausgesagt.

Verlorenen Schlüssel wieder herstellen: Apples zweistufige Bestätigung ist ein probates Mittel, sein iCloud-Konto zu schützen. Im Fall eines Hacks ist es jedoch wichtig, einen der ausgehändigten Recovery Keys zur Hand zu haben, um die Aussperrung zu umgehen. Die Blogger von The Next Web haben das erlebt und beschreiben, wie man einen verlorenen Schlüssel sich wieder beschaffen kann.

Mac-User sollen im Web häufig teurere Angebote erhalten

Online-Shops werten offenbar regelmäßig diverse personalisierte Informationen aus, um gezielt Angebote an Besucher ihrer Website zu richten. Dabei werden etwa Faktoren wie Betriebssystem oder sogar die vermutete finanzielle Situation des Nutzers eingerechnet.

Über derartige Praktiken berichtet die Studie ”Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag”   von Wolfie Christl und Cracked Labs, dem ”Institut für kritische digitale Kultur”. Dieses hat umfangreich analysiert, dass und inwieweit digitale Geschäfte mit persönlichen Daten vermengt und (aus)genutzt werden. Hier spielen insbesondere Stichworte wie Online Tracking, Big Data und kommerzielle digitale Überwachung eine Rolle. Dabei seien es keineswegs nur die üblichen Verdächtigen wie Google oder Facebook, die Daten ihrer Nutzer ausspionieren. Sondern viele Unternehmen würden Daten erheben und nutzen, um ihre Kunden individuell einzuschätzen und deren (Kauf-)Verhalten vorherzusagen. So könne man allein aus Facebook-Likes mit hoher Zuverlässigkeit auf Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, ethnische Zugehörigkeit bis hinein in den Konsum von Alkohol und andere Rauschmittel schließen. Selbst aus dem Telefonie-Verhalten wie etwa der Häufigkeit von Anrufen lasse sich demnach mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf emotionale Stabilität, Extraversion, Offenheit für Neues und andere Charaktereigenschaften schließen. Mittels der Kenntnis vergangener GPS-Standorte werden zukünftige Aufenthaltsorte prognostiziert und anderes mehr.

Interessant sind diese digitalen Spuren laut dieser Studie nicht nur für Wissenschaft und Geheimdienste, sondern auch für die Unternehmen. Werbetreibende können damit viel gezielter an ihre Zielgruppen herantreten, und kundenspezifische Vorhersagen von Risiken, Ertragschancen und andere Faktoren spielen etwa bei der Bonitätsbewertung eine Rolle, oder auch bei Personalentscheidungen mit Big Data.

Für Anwender mit Apple-Rechnern ist zudem besonders das Stichwort Preisdiskriminierung relevant. Demnach zeigen große internationale Online-Shops ihren Besuchern unterschiedlich teure Produkte an, je nach deren Online-Verhalten, Standort-Informationen, der benutzten Geräte oder Browser. Manchmal würden gar die gleichen Produkte zu verschiedenen Preisen offeriert, die Unterschiede können dabei ist zu 166 Prozent betragen. Bekannt wurde schon vor zwei Jahren nach einem Bericht des Wall Street Journals   das als ”Experiment” bezeichnete Verhalten beim Online-Reisebuchungsportal Orbitz : Hier wurde bei Nutzung eines Mac-Computers eine Auswahl von um bis zu 13 Prozent teurere Hotels angeboten als mit einem PC. Wir haben dies aktuell mit mehreren Reisezielen ausprobiert, aber auf Anhieb keine Unterschiede bei der Verwendung eines Macs oder Windows-PCs feststellen können. Das bedeutet natürlich nicht viel. Nur eine größere und längere Testreihe mit ganz unterschiedlichen Online-Angeboten und -Shops könnte hier Aufschluss bringen. Eine gewisse Sensibilität sollte man aber als  Mac-Nutzer für das Thema mitbringen, um nicht allzu sehr manipuliert zu werden. Allerdings heißt es in der Studie auch: ”Konsumenten haben bei derartigen Praktiken keine Chance mehr, zu verstehen, wie ihr individueller Preis oder die Auswahl der ihnen angebotenen Produkte zustande kommen.”

Die Studie gibt es als PDF-Version auf der Website kostenlos in einer kürzeren und längeren Version, zumindest die erste sollte man sich auch im Hinblick auf Themen wie Smartphones, Fitness-Tracker, Smartwatches, Überwachungsboxen im Auto und das immer aktueller werdende ”Internet der Dinge” und die entsprechende Überwachung ansehen. Denn all diese Daten werden natürlich online gesichert und oft genug von den Betreibern verwendet – wie gezeigt, keineswegs primär zu deren Vorteil.

Bayerische Hochschulen im Clinch mit Adobe

Es ist eine bisher nur eine Empfehlung, doch in wenigen Monaten könnte es ernst werden: Adobe-Software wird in den Hochschulen des Freistaates Bayern gelöscht und Open-Source-Software installiert. So liest sich die Empfehlung des Leibniz-Rechenzentrums , die Anfang Dezember im Internet veröffentlicht wurde.

Hintergrund ist ein Streit über die Lizenzbedingungen von Adobe Creative Cloud („Adobe CC“). Kurz gefasst: Personalisierte Lizenzen (mit „Adobe ID“) sind in den Computer-Laboren der Hochschulen nicht praktikabel. Die Alternative einer Unternehmenslizenz zieht aber enorme Preiserhöhungen nach sich — stellenweise zwei- bis dreimal so viel wie bisher.

Bisher zahlen die Hochschulen pro Arbeitsplatz („Computer License Programm“) rund 15 Euro im Monat. Das beinhaltet alle Programme von Adobe CS 6 Master Collection; teilweise auch die Vollversion von Acrobat Pro und Lightroom. Ein Blick in die Preislisten für Adobe Creative Cloud macht den Unterschied klar: Adobe Creative Cloud Complete kostet rund 40 Euro pro Monat für Studierende und Lehrende (ohne Acrobat und ohne Lightroom).

Neben dem Preis bremst die Bindung an die Adobe ID die Nutzung in Hochschulen. Denn dort sind noch immer Computerräume mit 20 bis 40 Macs (oder PCs) üblich, wobei die Rechner im Laufe eines Tages von einigen Hundert Studierenden genutzt werden. Allein das An- und Abmelden bei Adobes Creative Cloud dürfte einen Großteil der Arbeitszeit beanspruchen. Ganz zu schweigen von den Bedenken der Datenschutzbeauftragten gegen eine Nutzung der Server-Dienste nach amerikanischem Recht, in dem der Datenschutz eher klein geschrieben wird.

Ein Ausweg könnte die Lizenzierung von Adobe CC nach den Regeln für Großunternehmen sein: „Enterprise Team License Agreement“ heisst das Modell „ETLA“. Dort gibt es eine anonyme Lizenz ohne Adobe ID, die sich in den Laborräumen nutzen ließe — wenn das Modell nicht einen anderen Haken hätte: ETLA wird nach Vollzeitmitarbeitern berechnet: Alle Beschäftigten der Hochschule und alle Studierenden werden anteilig als „Vollzeit“-Nutzer von Adobe CC eingerechnet: Studierende mit einem Wert X, alle Beschäftige mit einem Wert 1. Eine mittelgroße Hochschule mit 500 Mitarbeitern (Vollzeit) benötigt folglich mindestens 500 ETLA-Lizenzen zum Preis von 250 Euro im Jahr, um einige Hundert Rechner mit Adobe CC auszustatten (Lightroom und Acrobat Pro fehlen in der Rechnung). Ein Sprecher von Adobe Deutschland teilte auf Anfrage mit, dass man weiter im aktiven Dialog mit den Hochschulen sei.

Derzeit bietet Adobe die Adobe CC Complete für Studierende und Lehrende als Sonderangebot für rund 20 Euro im Monat an . Allerdings ist dieses Angebot auf 12 Monate befristet und an eine Adobe-ID gekoppelt. Für die Installation in Computer-Laboren ist diese Lizenz folglich nicht geeignet und die Folgekosten nach Ablauf der 12 Monate sind derzeit nicht kalkulierbar.

Fazit: Adobe hat die Hochschulen beim Lizenzmodell für Creative Cloud vergessen. Deshalb arbeiten viele dort heute noch mit der Vorgängerversion Adobe CS 6. Den Wechsel verhindert die personalisierte Lizenz und die kräftigen Preiserhöhungen. Beide Seiten verhandeln, doch wenn es keinen Kompromiss gibt, wird Adobe-Software 2015 aus deutschen Hochschulen verschwinden.

Sicherheits-Updates für Adobe Reader, Acrobat und Flash Player

Wenn Microsoft seinen monatlichen Patch-Day abhält, ist auch Adobe mit von der Partie. Der Software-Hersteller hat am 9. Dezember turnusmäßig Sicherheits-Updates für Reader und Acrobat bereit gestellt. Auch der Flash Player erhält ein Sicherheits-Update und steht nunmehr in der Version 16 bereit. Hinzu kommt ein Hotfix für ColdFusion, der eine mögliche DoS-Schwachstelle beseitigt.

In Adobe Reader und Acrobat X und XI hat der Hersteller 20 Sicherheitslücken geschlossen. Beide PDF-Tools stehen in den neuen Versionen 11.0.10 sowie 10.1.13 bereit. Die meisten der 20 gestopften Lücken können es einem Angreifer ermöglichen Code einzuschleusen und auszuführen.

Im neuen Flash Player 16.0.0.235 hat Adobe sechs Schwachstellen beseitigt, von denen sich vier eignen, um Code einzuschleusen. Google Chrome sowie der Internet Explorer 10 und 11 unter Windows 8.x erhalten das Flash-Update über die integrierten Update-Prozeduren der Browser-Hersteller. Für Linux gibt es die neue Version 11.2.202.425. Für Opera und andere Browser, die auf Chromium basieren, ist der Flash Player nun auch in einer Fassung für die neuere Plugin-Schnittstelle PPAPI ("Pepper") erhältlich (Windows und Mac).

Für ColdFusion 10 und 11 gibt es Hotfixes, die ein Problem mit zu hohem Ressourcenverbrauch beseitigen. Dadurch könnte laut Adobe eine Situation entstehen oder provoziert werden, die einem DoS-Angriff (Denial of Service) gleichkommt. ColdFusion 9.x ist nicht betroffen.

"Recht auf Vergessenwerden" ist gefährlich

Web-Erfinder Tim Berners-Lee sieht Gefahren in dem in Europa verstärkt durchgesetzten "Recht auf Vergessenwerden" im Internet. "Das Recht auf Zugang zur Geschichte ist auch wichtig", betonte Berners-Lee am Mittwoch auf der Internet-Konferenz "LeWeb" in Paris. Es wäre richtig, den Zugang zu Informationen zu verhindern, wenn sie falsch seien. "Aber wenn etwas wahr ist, sind die Redefreiheit und das Recht auf Zugang zur Informationen wichtig." Weiter bei Computerwoche...

Flugdrohnen: Amazon droht US-Luftfahrtbehörde

Amazon experimentiert mit Flugdrohnen als Mittel zur besonders schnellen Warenzustellung. Die Flugdrohnen sollen im Rahmen von „Amazon Prime Air“ Pakete innerhalb von nur 30 Minuten zustellen. Amazon konkurriert dabei mit in den USA mit Google Project Wing.

Bereits im Sommer 2014 hat Amazon bei der US-Luftfahrtbehörde die Erlaubnis für die Erprobung von Flugdrohnen im Luftraum über den USA beantragt . Und zwar in der freien Wildbahn, Amazon will die Drohnen also frei über die USA fliegen lassen.

Doch die US-Luftfahrtbehörde (Federal Aviation Administration) hat strenge Vorgaben für die kommerzielle Nutzung von Flugdrohnen. Sie befürchtet eine Gefährdung des Luftverkehrs durch Zusammenstöße mit Flugdrohnen. Und verweigert Amazon deshalb die Flugerlaubnis für die Drohnen. Das hat nun den Unmut von Amazon erregt, wie das Wall Street Journal schreibt.

Demnach drohe Amazon damit seine Forschung zunehmend ins Ausland zu verlagern, wo Amazon die nötige Flugerlaubnis leichter bekomme. Das hat Amazon jetzt in einem Brief an die US-Luftfahrtbehörde FAA angedroht.

Amazon testet seine Flugdrohnen bereits in Großbritannien. Und die dortigen Tests sowie Tests in anderen Staaten sollen deutlich ausgeweitet werden, wenn Amazon seine Paket-Drohnen nicht endlich über den USA fliegen lassen darf. Vor allem will Amazon dann seine zuständige Entwicklungsabteilung ins Ausland verlagern.

Bisher dürfen die Amazon-Drohnen in den USA nur im Labor und auf dem Amazon-Versuchsgelände fliegen.

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