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Morgenmagazin vom Donnerstag, 13. Februar 2014

13.02.2014 | 07:21 Uhr |

Bloomberg: Apple plant neue Settopbox +++ Mac Pro erst ab April +++ Apple gibt 4,5 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung aus +++ Demaskierung einer Online-Spionagekampagne +++ Macbook im Astronauten-Outfit +++ Aktuelle Rabatte für Mac-Software +++ Twitter testet neues Profil-Design +++ Strato bietet Perfect Forward Secrecy-Verschlüsselung an +++ Microsoft weist Zensur-Vorwürfe bei Bing zurück +++ Microsoft investiert in Askem

Bloomberg: Apple plant neue Settopbox

Apple werde im April eine neue Settopbox herausbringen und diese nicht vor dem Weihnachtsgeschäft in den Handel bringen, berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg unter Bezug auf informierte Kreise. Die große Zeitspanne zwischen Vorstellung und Verkaufsstart sei Verhandlungen mit Rechteinhabern für Fernsehprogramme geschuldet. Mit dem Anbieter Time Warner Cable (TWC) sei Apple bereits im Gespräch, weitere Vereinbarungen werde man bis zum Herbst abschließen können. Über die Features der neuen Settopbox ist wenig bekannt, sie soll mit einem schnelleren Prozessor ausgestattet sein und ihre Software vor allem eine neue Oberfläche erhalten, die schnelleren Wechsel zwischen den einzelnen Programmen ermögliche. Ein kompletter Fernsehapparat von Apple, wie ihn seit Jahren etwa der Analyst Gene Munster herbei zu reden versucht, wäre damit vom Tisch.

Interessant dürfte die Frage der Authentifizierung werden, Kabel-Provider werden Zugriff auf ihre Inhalte nur gegen Geld gewähren. Apple hat mit dem iTunes Store aber bereits eine bedeutende Basis, über die Bezahlvorgänge abgewickelt werden könnten. Die Prime-Sense-Übernahme von Herbst deutet auch darauf hin, das neue Apple TV werde sich nicht nur über eine fummelige Fernbedienung oder eine iOS-App steuern lassen, sondern womöglich auch über Gesten. Eine eindeutige Handbewegung in Richtung Settopbox könnte etwa einen Programmwechsel herbeiführen.

Weder Apple noch TWC wollten sich bisher zu dem Bloomberg-Bericht äußern.

Mac Pro erst ab April

Apple verschiebt den Auslieferungstermin für den Mac Pro erneut. Wer heute einen Mac Pro im Apple Store bestellt, bekommt ihn laut Anbieter nicht vor April geliefert. Apple bietet seit dem 19. Dezember den Mac Pro zur Bestellung an, seinerzeit war Januar der versprochene Liefertermin, noch vor Weihnachten änderte der Apple Store den auf Februar. Vor wenigen Wochen war dieser dann in den März gerutscht. Genauere Daten nennt Apple nicht, Lieferzeiten von sechs bis acht Wochen dürften aber noch eine geraume Zeit bestehen.

Apple gibt 4,5 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung aus

Yoni Heisler von The Unofficial Apple Weblog (TUAW) hat die Apples Ausgaben für Forschung und Entwicklung (Research & Development, R&D) seit dem Geschäftsjahr 1995 anhand der entsprechenden Eingaben des Unternehmens an die Börsenaufsicht analysiert und ist dabei auf einige interessante Zahlen gestoßen. So hat Apple allein im Jahr 2013 4,5 Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung investiert, was mehr als ein Fünftel der Gesamtsumme der letzten 19 Jahre ist. Seit Mitte der 2000er-Jahre sind die R&D-Ausgaben exponentiell gestiegen, kurz nach Steve Jobs' Rückkehr hatte Apple Ende der 90er den Bilanzposten jedoch reduziert - Folge der Bereinigung der Produktlinien, der unter anderem der Newton zum Opfer fiel. Im Vergleich zum Umsatzwachstum konnte der Posten jedoch nicht mithalten, um 2002 gab Apple etwa acht Prozent der Umsätze für Forschung und Entwicklung aus, danach fiel der Anteil wider deutlich, auf zeitweise zwei Prozent. Erst 2013 stieg er wieder auf drei Prozent des Umsatzes. Den jüngsten Zuwachs erklärt Apple in seinem Form-K-Filing an die Börse mit einer personellen Aufstockung der Abteilung, anscheinend wirken sich die versprochenen neuen Produktkategorien schon jetzt in der Bilanz aus.

Demaskierung einer Online-Spionagekampagne

Seit etwa sieben Jahren ist eine unbekannte Organisation aktiv, die Regierungseinrichtungen, Energieversorger und Forschungsinstitute ausspioniert. Wie das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab in einer kürzlich veröffentlichten Analyse darlegt, haben die Online-Spione eine komplexe Sammlung digitaler Spionagewerkzeuge entwickelt, die nicht nur 32- und 64-Bit-Fassungen von Windows, sondern auch Mac OS X und Linux angreifen kann. Tools für Android und iOS sind möglicherweise ebenfalls im Werkzeugkasten.

Die Entwickler der Spionage-Tools sprechen vermutlich spanisch, worauf auch der Name "Careto" (die Maske) hindeutet. Nach Einschätzung der Kaspersky-Experten handelt es sich um eine staatliche Spionageorganisation – für gewöhnliche Online-Kriminelle ist die ganze Operation zu komplex und zu umfassend. Aufmerksam wurde Kaspersky Lab durch Angriffe auf alte Versionen der Kaspersky-Virenscanner, mit denen sich die Spionage-Software vor der Entdeckung schützen wollte.

Potenzielle Opfer werden mit speziell auf sie abgestimmten Mails ("Spear Phishing") auf eigens dafür vorbereitete Web-Seiten gelockt. Diese sind mit Exploit-Code für allerlei Sicherheitslücken gespickt. Zum Eindringen in Zielsysteme haben die Täter etwa bekannte Sicherheitslücken im Flash Player genutzt. Einer dieser Exploits ist dadurch bekannt geworden, dass die französische Sicherheitsfirma VUPEN damit beim Hacker-Wettstreit Pwn2own 2012 angetreten ist, um Chrome zu knacken.

Die Komplexität der als APT (Advanced Persistent Threat) eingestuften Spionage-Tools stellt laut Kaspersky Lab alles in den Schatten, was auf diesem Gebiet bis dahin bekannt war – selbst Duqu . Kaspersky Lab hat 380 Opfer in 31 Ländern weltweit ausgemacht, etwa in Südamerika und Asien, aber auch in Deutschland und in der Schweiz.

Die Spionage-Kampagne zielte auf sensible Daten wie Arbeitsdokumente, Verschlüsselungs-Codes, VPN-Konfigurationen, SSH-Schlüssel und RDP-Dateien (Remote Desktop Protocol). Dabei versteckt sich Careto mit Hilfe von Rootkits und Bootkits, löscht alle Spuren wie Log-Dateien mittels Wiping (Überschreiben) sowie durch Setzen von Zugriffsregeln. Die ganze Operation ist hoch professionell organisiert – bis zum Shutdown der Infrastruktur (Kommando-Server) nach der Entdeckung. Wer tatsächlich hinter der "Maske" steckt, bleibt jedoch wie so oft im Ungewissen.

Macbook im Astronauten-Outfit

Die handgearbeitete Hülle Taipan Spacesuit soll das Macbook sicher vor Kratzern und Stößen schützen. Dafür verwendet der kalifornische Taschenhersteller Booq mit Plüsch gepolstertes Neopren. Mit laut Hersteller knapp 300 Gramm ist die schmale Laptop-Hülle ziemlich leicht und lässt sich auch als extra Polster in anderen Taschen verstauen. Die Anhänger des Metallreißverschlüsses sind austauschbar, neben zwei schwarzen Exemplaren liefert booq auch jeweils eins in Rot, Blau und Orange aus Leder mit.

Die Taipan Spacesuit ist ab sofort in zwei Formaten für das 13" Macbook Air und Pro bzw. für das 15" MacBook Pro für 40 Euro erhältlich.



Aktuelle Rabatte für Mac-Software

Ein umfassendes und attraktives Angebot gibt esderzeit von Parallels . Hier bezahlt man 50 Euro für Parallels Desktop 9 für den Mac Upgrade (berechtigt zu entsprechenden Upgrades ab Parallel Desktop 7), den Rest der Programme im Paket bekommt man geschenkt. Darunter sind Mac-Applikationen wie 1Password 4 for Mac (regulärer Preis: 45 Euro), die Kaspersky Internet Security für den Mac, die Kalenderalternative Fantastical for Mac und weitere Tools, darunter auch Parallels Access für das iPad mit einem kostenlosen Sechsmonats-Abo im Wert von 27 Euro. Damit kann man von seinem iPad aus auf den Mac zugreifen und dessen Windows- und Mac-Programme mit Gesten steuern. Im Preis inbegriffen ist die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Bezahlt werden kann per Kreditkarte, Paypal, Überweisung oder Sofort Überweisung. Weitere Beschreibungen zu den einzelnen Programmen und deren speziellen Systemvoraussetzungen außer pauschal ”Mac-OS X” gibt der Anbieter leider nicht, diese kann man sich aber beispielsweise bei Macupdate.com inklusive Userbewertungen ansehen.

Wenn man schon dort ist, findet man unter den wöchentlichen und wechselnden Promos spezielle Angebote, die allerdings nur kurzfristig zur Verfügung stehen, so wie derzeit etwa das F oto-Verwaltungsprogramm Sparkbox (nur bis Freitagmorgen) zum Preis von zehn US-Dollar statt regulär 20 US-Dollar.

Sehr viel umfangreicher ist das aktuelle MacBundle 2.0 von Superstacked . Hier findet sich zu einem Gesamtpreis von 29 US-Dollar anstatt laut Anbieter normalerweise 650 US-Dollar (was einer Ersparnis von 95 Prozent entspricht) eine Reihe von Foto-Tools unter anderem von Macphun wie Snapheal, Focus 2, FX Photo Studio Pro und Color Strokes (Letzteres nur für die ersten 5000 Kunden), aber auch erwähnte Sparkbox gehört zum Lieferumfang ebenso wie Face Filter 3 Standard, dazu die Inneneinrichtungs-Applikation Live Interior 3-D Standard Edition und das Big Stack Design Bundle von Vector Rain, dessen Wert allein mit regulär 500 US-Dollar angegeben wird und die fast schon gigantische Ersparnis erklärt. Dieses Angebot läuft noch bis zum 26. Februar, auf dieser Site kann man per Kreditkarte und Paypal bezahlen.

Wie üblich, sollte man in allen Fällen zunächst den eigenen Bedarf und vor allem die Systemvoraussetzungen klären, damit es nachher keine Enttäuschung wegen mangelnder Lauffähigkeit auf dem eigenen Mac gibt.

Twitter testet neues Profil-Design

Nach Facebook und Google+ bereitet offenbar auch Twitter ein umfangreiches Redesign vor. Ein Mashable-Mitarbeiter konnte bereits über sein Twitter-Profil einen Blick auf das neue Design werfen. Der Besitzer des Profils wird dem neuen Design zufolge nun attraktiver präsentiert. Die Tweets werden nicht chronologisch untereinander angezeigt, sondern in Form von Kacheln.

Offen ist, ob und wann dieses Design auch an alle Twitter-Nutzer ausgeliefert wird. Twitter testet regelmäßig bei zufällig ausgewählten Benutzern neue Funktionen.

Strato bietet Perfect Forward Secrecy-Verschlüsselung an

Strato bietet Perfect Forward Secrecy-Verschlüsselung an (c) istockphoto.com/Henrik5000
Vergrößern Strato bietet Perfect Forward Secrecy-Verschlüsselung an (c) istockphoto.com/Henrik5000
© istockphoto.com/Henrik5000

Datenschutz in Zeiten von NSA und GCHQ: Perfect Forward Secrecy (PFS) nutzt ein als besonders sicher geltendes Schlüsselaustauschverfahren, das Kunden vor nachträglicher Entschlüsselung schützen soll. Bei PFS tauschen der Browser auf dem Client-Rechner und der Web-Server eine Reihe von Nachrichten aus, aus denen sie einen temporären Sitzungsschlüssel ermitteln. Dieser Schlüssel wird nie über die Leitung übertragen und nirgendwo gespeichert. Nach Ende der Sitzung wird der Schlüssel vernichtet. Eine nachträgliche Entschlüsselung einer aufgezeichneten SSL-Sitzung ist auch mit dem Master Key des Server-Betreibers nicht möglich.

Das zu Grunde liegende mathematische Verfahren ist unter dem Namen Diffie-Hellman bekannt. Der Vorteil der nach derzeitigem Kenntnisstand abhörsicheren Verbindung hat aber auch kleine Nachteile: Die Server werden durch Perfect Forward Secrecy etwas stärker belastet. Der Verbindungsaufbau dauert zudem länger.

Strato PFS steht ab sofort für die Mail-Übertragung via SMTP, IMAP, POP3, im Webmailer und zwischen den Mail-Servern, sofern der andere Mail-Server ebenfalls PFS beherrscht, zur Verfügung.

Zusätzlich zu PFS für die Übertragung von E-Mails gibt es PFS ab sofort auch für Kundenwebsites: Dazu bietet Strato SSL-Zertifikate für Domains und Subdomains an. Für 2,99 Euro pro Monat können Kunden von Hosting- und Homepage-Baukasten-Paketen die Datenübertragung für ihre Websites per SSL-Zertifikat verschlüsseln (Mindestvertragslaufzeit: 12 Monate). Wer auch für Subdomains SSL-Zertifikate benötigt, kann Wildcard-Zertifikate für 9,99 Euro pro Monat bestellen (Mindestvertragslaufzeit: 12 Monate).

Die Zertifikate lassen sich vollautomatisiert per 1-Click bei Strato installieren – komplizierte technische Verfahren sind also nicht nötig.
Kunden können übrigens sogar die Option „SSL erzwingen“ auswählen. Damit können sie den unverschlüsselten Aufruf ihrer Website vollständig unterbinden.

Die Hosting-Pakete mit PFS-Verschlüsselung gibt es unter www.strato.de/hosting .

Microsoft weist Zensur-Vorwürfe bei Bing zurück

Am Dienstag gab es Berichte, laut denen Bing von Microsoft auch außerhalb Chinas Suchergebnisse zensiert, wenn bestimmte chinesisch-sprachige Suchanfragen getätigt werden. Der Vorwurf stammt vom Anti-Zensur-Blog Greatfire.org . Dort fielen die zensierten Suchbeiträge bei Bing durch Tests auf. Chinesisch-sprachige Suchanfragen zum Dalai Lama, der religiösen Sekte Falun Gong oder dem Platz des himmlischen Friedens in Peking lieferten demnach bei Bing nicht die gleichen Suchergebnisse wie bei Google.

Microsoft weist die Vorwürfe zurück. Ein technischer Fehler habe dazu geführt, dass bestimmte Websites bei Bing nicht bei den Suchergebnissen angezeigt wurden. Man habe sich das Problem angeschaut und gelöst, hieß es. Microsoft wies außerdem darauf hin, dass man sich in China an die geltenden Gesetze halten müsse und dabei über die IP-Adresse ermittle, ob ein Anwender in China wohnt. Außerhalb Chinas würde damit das chinesische Bing alle Suchergebnisse unzensiert anzeigen.

Greatfire.org hat das Dementi von Microsoft prompt kritisiert . So habe Microsoft die erste Anfrage von Greatfire.org nicht beantworten wollen und habe erst reagiert, als die britische Zeitung The Guardian darüber berichtete. Auch die Angabe von Microsoft, die Suchergebnisse des chinesischen Bing würden außerhalb Chinas nicht zensiert, stimme nicht. Als Beweis nennt Greatfire.org diese Suchanfrage bei Bing. Hier liefere Bing keine Suchergebnisse und begründe dies mit den in China geltenden Gesetze. Und das auch außerhalb von China.

Microsoft investiert in Askem

Microsoft Ventures hat bekannt gegeben, in Askem investiert zu haben. Das ist eine Social-Quiz-App für iOS . Der User stellt eine Frage ein, oft mit Bild, und lässt die anderen Nutzer über die Antwort abstimmen. Beispielsweise kann man ein Bild von sich im Hutladen einstellen und fragen, ob man sich diesen Hut auf seinem Kopf kaufen soll, oder es doch lieber lassen möge. Eine Prozentzahl hinter den Fragen verrät, für welche Antwort sich die Befragten entschieden haben.

Mit der Investition von Microsoft Ventures ist es nicht unwahrscheinlich, dass Aksem auch für Windows Phone erscheinen wird - vielleicht im Zuge mit dem Update auf Windows Phone 8.1? Die jüngsten User-Bewertungen der iOS-App sind aber vernichtend. Ein User schreibt, dass Anmeldung und Nutzung umständlich seien und es komische Fragen gebe, die man gar nicht beantworten wolle.

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