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Morgenmagazin vom Donnerstag, 13. November 2014

13.11.2014 | 07:15 Uhr |

Was heute wichtig wird: 13. November 2014 +++ Withings ausgezeichnet für Uhr- und Kamera-Innovationen +++ Adobe stopft 18 Lücken im Flash Player +++ Computerwurm Stuxnet wurde nicht über USB-Stick verbreitet +++ Microsoft ersetzt Lync durch Skype for Business +++ Tipp: Mit der Drittelregel zum optimalen Bildaufbau +++ Test: IK Multimedia iRig Mic HD: Sprung zum Digitalen

Was heute wichtig wird: 13. November 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! "Dürfen die das, die Lokführer, dieses ewige Streiken?" hieß es noch letzte Woche aus allen Ecken. Ja, die dürfen das, sagt das Grundgesetz im Allgemeinen und das Landesarbeitsgericht im Speziellen. Der Streik sei nicht unangemessen und schließlich rechtzeitig angekündigt, hieß es im Beschluss, nachdem zuvor eine gütliche Einigung nicht zustande gekommen war. Die könnte indes jetzt nur noch eine Frage von Tagen sein. Und der schier ewige Lokführerstreik Geschichte, zumindest bis zum nächsten Mal.

Gegen den Streik, dessen Folgen am 13. November 1979 endlich ihr Ende gefunden hatten, war der Ausstand der GDL geradezu ein Kaffeepäuschen. Über ein Jahr konnte die altehrwürdige britische Tageszeitung The Times wegen Streiks nicht erscheinen, ehe gut einen Monat nach Einigung der Tarifparteien die Londoner endlich wieder ihr bevorzugtes Blatt rechtzeitig zum Frühstück im Briefkasten fanden. Der Streik hatte sich an der Einführung neuer Technologien entzündet, Gewerkschaften ahnten zurecht, dass diese Arbeitsplätze kosten würde. Wenn die damaligen Streikführer aber geahnt hätten, welche Technologien in den folgenden 35 Jahren die Druck- und Medienbranche umwälzen würden, sie wären aus Verzweiflung in Ohnmacht gefallen. Die BBC berichtete, das Jahr ohne Tageszeitung hätte die Verleger rund 30 Millionen Pfund gekostet, das damals etwa 90 Millionen Mark gewesen. Aus heutiger Sicht ist es erstaunlich, dass die Times einen derart langen Ausstand überhaupt überleben konnte. Erscheint eine regelmäßige Publikation in diesen Zeiten des Medienwandels für einen wesentlich kürzeren Zeitraum nicht, wird sie niemals wieder zurück an den Kiosk und in die Herzen und Köpfe der Leser schaffen. Streiks erscheinen in der Medienbranche heute vollkommen sinnlos - geht der Laden halt pleite, erscheinen Drucker und/oder Redakteur nicht an ihrem Arbeitsplatz.

So oder ähnlich könnte es aber leider auch den Lokführern gehen. Der größte Feind der Gewerkschaft ist vermutlich nicht der Arbeitgeber, sondern der Strukturwandel. In den Achtziger Jahren war die Regierung Thatcher zwar sehr "erfolgreich" bei der Beschneidung der Macht und der Rechte der Gewerkschaften, letztendlich braucht es aber auch keine Bergbaugewerkschaft mehr, wo es keine keinen Bergbau mehr gibt. Züge lassen sich schon jetzt perfekt ohne Personal steuern, die Transportunternehmen werden in den nächsten Jahren vermutlich auch mehr in Automatisierung als in Personal investieren. Der Automat kann zwar auch "streiken", der ist in der Regel aber schneller wieder einsatzbereit als ein streikbereiter Lokführer. Ob die Bahnkundschaft das auch wirklich akzeptieren wird, sei dahingestellt, die Automatisierung ist für die GDL aber mit Sicherheit ein größerer Feind als eine mögliche Gesetzesänderung, die die Streikrechte kleinerer Gewerkschaften beschneidet.

Nicht in allen Branchen können Automaten an allen Stellen die Arbeit zuverlässiger, schneller und effizienter erledigen. Damit sie diesen Text in ihrer digitalen Morgenzeitung lesen können, waren zwar etliche Maschinen vonnöten, die glücklicher Weise eher selten streiken. Den Inhalt erstellte Ihnen aber kein Schreibautomat, sondern Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen

Die hohe Kunst des Selfies: Einfach nur eine Schnute vor dem Spiegel ziehen und mit der Smartphonekamera draufhalten kann jeder - die Bilder sind wenig spannend. Wie man Selbstportraits anspruchsvoller gestaltetet, erklären unser Kollegen der Macworld in ihrer Kreativ-Kolune.

Was sich bei Twitter ändert: Der Microbloggingdienst baut um. In Zukunft kann man innerhalb der App Videos bearbeiten, Tweets nur bestimmten Personenkreisen anzeigen oder Einträge in seiner Zeitleiste hervorheben.

Liebesbrief an den Regenbogenapfel: Früher war alles besser. Oder zumindest alles anders. Wenigstens aber alles früher. Jedenfalls erinnert man sich an jede Menge Apple-Produkte, auf die man mit nostalgischen Gefühlen zurückblicken kann. Das Apple.Logo in Regenbogenfarben hat Mac-Anwender jedenfalls über zwei Jahrzehnte begleitet. Ein sehnsüchtiger Blick zurück in eine Zeit, als es noch schwarz-weiß-Fernseher gab, aber eben einen bunten Apfel auf Computern.

Erster Beats-Kopfhörer unter Apples Ägide: Die Musikszene wird im kommenden Jahr vor allem die Frage umtreiben, was Apple aus dem Abodienst Beats Music machen wird. Die im Frühsommer übernommene Firma stellt aber auch mindestens interessante Kopfhörer her. Das erste neue Produkt unter Apples Ägide ist nun erschienen. Der Beats Solo 2 Wireless verbindet sich via Bluetooth mit Mac, iPhone und iPad, bringt aber auch ein Kabel mit. 300 US-Dollar muss man dafür hinlegen.

Nach oben völlig offen: Der Kurs der Apple-Aktie steigt und steigt, der Schlusskurs vom Mittwoch lag bei über 111 US-Dollar. Zum Vergleich: Im September 2012 war AAPL für kurze Zeit über 700 US-Dollar wert, danach gab es einen Absturz bis auf unter 400 US-Dollar, eine deutliche Erholung und im Juni 2014 einen Aktiensplit im Verhältnis 7:1. Der Kurs würde also ohne den Split auf 800 US-Dollar zusteuern... Analysten können Kursziele kaum noch korrigieren, ehe sie von der Entwicklung eingeholt werden. Grund für den Boom ist vor allem das im Markt höchst erfolgreiche iPhone 6/Plus.

Withings ausgezeichnet für Uhr- und Kamera-Innovationen

Den Award für die Armbanduhr Withings Activité hat der Hersteller laut CES entgegen nehmen können, weil diese ein ”Game Changer“ sei: Sie ist demnach die erste analoge Uhr, die nahtlos einen Bewegungssensor und Bluetooth-Technologie vereint und sich so auch für ein weniger Technik-affines Publikum eigne. Die Withings Activité ist eine Schweizer Uhr mit Saphirglas, die bis zu 50 Meter Tiefe wasserfest sein soll. Laut Hersteller kann sie Schritte, Laufen und Schwimmen messen sowie den Schlaf der Nutzer überwachen. Über Bluetooth Low Energy ist die Activité mit dem Smartphone verbunden, auf dem die Aktivitätsdaten sichtbar werden. Die Uhr soll demnächst erscheinen und kann entweder komplett in Schwarz oder in Weiß mit braunem Armband für 390 Euro vorbestellt werden. Zunächst unterstützt sie nur iOS-Geräte, eine Android-App soll ebenfalls bald verfügbar sein.

Die Auszeichnung für Withings Home erhielt der Anbieter CES zufolge für eine elegante HD-Kamera mit Umgebungssensoren, die es Nutzern ermöglicht, das eigene Heim gesünder und sicherer zu machen. Laut Withings bietet die Home-HD-Kamera 135 Grad Weitwinkel, eine Auflösung von fünf Megapixeln, digitalen Tilt-Pan-Zoom und eine geringe Latenzverzögerung für die Videoaufzeichnung. Außerdem sei Home das erste IP-Video-Produkt, das mittels Umweltsensoren die Umgebung des Nutzers überwachen und die Raumluftqualität des Standortes kontrollieren kann. Die Kamera lässt sich so einstellen, dass sie bestimmte Ereignisse erkennt und automatisch Fotos und Videos von fünf Sekunden Dauer aufnimmt und hochlädt. So entstehe ein eigenes Home Diary. Sie bietet außerdem eine Zweiwege-Sprachkommunikation mit zwei digitalen Mikrophonen und kommuniziert ebenfalls über Bluetooth oder WLAN.

Auch dieses Produkt ist noch nicht verfügbar, man kann sich auf der Hersteller-Site informieren lassen, wann diese zum Preis von 200 Euro erhältlich ist. Kompatibel soll die Home mit aktuelleren iOS-Geräten ab iOS 7.0 sein. Genaueres hierzu und zu anderen Funktionen der HD-Kamera erfährt man ebenfalls auf der Homepage des Anbieters.

Adobe stopft 18 Lücken im Flash Player

Wie fast immer, wenn Microsoft seinen monatlichen Patch Day abhält, trägt auch Adobe etwas dazu bei. Diesmal ist es eine neue Version des Flash Player für Windows, Mac und Linux. Damit schließt Adobe 18 Lücken, die das Unternehmen überwiegend als kritisch einstuft. Genauer gesagt trifft dies auf 15 Schwachstellen zu, die es einem Angreifer ermöglichen Code einzuschleusen und auszuführen. Adobe gibt für dieses Update im Sicherheitsbericht APSB14-24 die höchste Prioritätsstufe an.

Der aktuelle Flash Player für Windows und Mac trägt nun die Versionsnummer 15.0.0.223. Diese gilt auch für das Flash-Plugin, das Google mit Chrome 38.0.2125.122 ausliefert. Für den Internet Explorer 11 unter Windows 8 und 8.1 liefert Microsoft das Flash-Update über Windows Update aus. Linux-Nutzer erhalten bei Adobe die aktualisierte Version 11.2.202.418. Adobe AIR 15.0.0.356 enthält ebenfalls den neuesten Flash Player. Im Regelfall wird das Flash-Update automatisch installiert.

Adobe stellt außerdem den neuen Shockwave Player 12.1.4.154 bereit. Hierzu gibt es keinen Sicherheitsbericht – es handelt sich also wohl nur um ein Bug-Fix-Release.

Computerwurm Stuxnet wurde nicht über USB-Stick verbreitet

Stuxnet habe 2009 und 2010 fünf iranische Unternehmen infiziert, bevor der Wurm in die Atomanlagen des Landes gelangte, erklärten die Forscher von der russischen Sicherheitsfirma Kaspersky. Sie widersprachen auch der bisherigen Annahme, Stuxnet sei über einen manipulierten USB-Stick in Umlauf gebracht worden.

Demnach war das erste Opfer von Stuxnet die iranische Firma Foolad Technic Engineering, die Systeme zur Kontrolle von Industrie-Anlagen herstellt. Foolad sei am 23. Juni 2009 mit dem Wurm infiziert worden - nur wenige Stunden nach der Erstellung von Stuxnet.

Der kurze Zeitabstand zwischen der Erstellung und dem ersten Angriff "schließt eine Infektion via USB-Stick fast vollständig aus", schrieben die Fachleute. Ein USB-Datenträger hätte einfach nicht so schnell vom Ersteller zum ersten Opfer transportiert werden können.

Stuxnet hatte 2010 Steuerungssysteme in Atomanlagen im Iran befallen. Das Virus setzte Zentrifugen zur Urananreicherung zeitweilig außer Betrieb. Medienberichten zufolge steckten die USA und Israel hinter dem Cyber-Angriff. Offiziell bestätigt wurden diese Angaben nie. (dpa/rs)

Microsoft ersetzt Lync durch Skype for Business

Microsoft bringt im Jahr 2015 Skype for Business für Unternehmen auf den Markt. Es ersetzt das bisher verwendete Lync.

Der Skype-Messenger ist für Privatanwender bereits weit verbreitet. Für (auch internationale) Telefonate und Video-Telefonate und den Versand von Textnachrichten. Im Unternehmenseinsatz stellt Microsoft bisher jedoch das Tool Lync zur Verfügung.

Hier setzt nun das neue Skype for Business an. Laut Microsoft erweitert Skype for Business die bisherigen Funktionen analog zu Lync um wichtige Sicherheits- und Compliance-Features, sowie um die sichere Einbindung in Unternehmensnetze.

Die Veröffentlichung von Skype for Business plant Microsoft in der ersten Jahreshälfte 2015. Skype for Business bekommt dann eine neue Benutzeroberfläche, die die bekannten Skype-Icons für Telefon- und Videoanrufe auch in der Business-App zur Verfügung stellen. Zudem lässt sich Skype for Business dezent während der Kommunikation in den Hintergrund legen, damit die Nutzer parallel andere Dinge erledigen können, wie Microsoft erläutert. Mit Skype for Business soll es möglich sein, jedes beliebige Gerät in die private oder geschäftliche Kommunikation einzubinden.

Zum Start wird auch der Lync Server zu Skype for Business und erhält eben auch einen neuen Client, einen neuen Server-Release und Updates im-Office 365-Dienst.

Tipp: Mit der Drittelregel zum optimalen Bildaufbau

Um ein Motiv optimal einzufangen, bedarf es nicht nur der richtigen Belichtung. Vor allem die Inszenierung des Motivs spielt dabei eine große Rolle. Hier hilft Ihnen die sogenannte „Drittelregel“, eine stark vereinfachte Form des goldenen Schnitts: Dazu teilen Sie den Bildausschnitt gedanklich durch zwei waagrechte und zwei senkrechte Linien in neun Bildbereiche ein. Bei manchen Kameras lassen sich diese Hilfslinien auf dem Display einblenden – das macht das Ausrichten des Motivs besonders einfach. Platzieren Sie im Anschluss daran Ihr Motiv entlang einer der vier Linien. Auf diese Weise erhält das Bild eine harmonische Gewichtung und der Blick wird auf das Hauptmotiv gelenkt.

Positionieren Sie das Hauptmotiv für eine harmonische Bildwirkung nach der Drittelregel.
Vergrößern Positionieren Sie das Hauptmotiv für eine harmonische Bildwirkung nach der Drittelregel.
© Macwelt

Test: IK Multimedia iRig Mic HD - Sprung zum Digitalen

Musik-Zubehörspezialist IK Multimedia hatte mit dem iRig Mic schon länger ein Mikro im Programm, dass für den Betrieb mit iPhone und iPad ausgerichtet war, sowie den Hersteller-eigenen Apps wie Vocalive, iRig Recorder, EZ Voice – aber auch anderen Recording und Performance-Apps funktionierte.  Der Erstling iRig Mic war jedoch im groß und ganzen ein noch relativ "normales" analog-Mikro, das lediglich am Kabel gleich den richtigen Stecker für iPhone und iPad mitbrachte, inklusive Buchse für den Kopfhörer zum Mithören bei Aufnahmen.

iRig Mic HD macht den großen Schritt zum Digital-Mikrofon: Es wird per mitgeliefertem Lightning-Kabel direkt an iPhone/iPad oder alternativ per USB an Mac oder PC angesteckt. (Für ältere iOS-Geräte gibt es ein separates 30-Pin Kabel). Im inneren arbeitet ein 24-Bit Analog-Digital Konverter und ein Vorverstärker. So können schon im Mikro die Signale gewandelt und digital an die Apps oder Software abgeliefert werden.

iRig Mic HD kommt mit Lightning- und USB-Anschluss und kann so direkt an ein iOS-Gerät oder einen Mac angeschlossen werden. Ein Mikrofonvorverstärker ist somit nicht nötig, der ist schon im Mikrofon eingebaut.
Vergrößern iRig Mic HD kommt mit Lightning- und USB-Anschluss und kann so direkt an ein iOS-Gerät oder einen Mac angeschlossen werden. Ein Mikrofonvorverstärker ist somit nicht nötig, der ist schon im Mikrofon eingebaut.
© IK Multimedia

Bei der Aufnahme signalisiert eine dreifarbige LED-Leuchte ob das Mikro im Leerlauf (Blau) Normalbereich (grün) oder Übersteuert (rot) Signale empfängt. Mit einem Drehregler kann die Empfindlichkeit auch ohne Software am Mikro geregelt werden. Mit Metallgehäuse und einer mitgelieferten Mikroklemme in Profi-Metallqualität macht das iRig Mic HD einen sehr wertigen Eindruck. Dank dem eingebauten Wandler und Vorverstärker ist man in Minuten aufnahmebereit: Einfach anstöpseln, App starten und los geht’s.

Fazit: iRig Mic HD kann es klanglich durchaus mit Feldrekordern aufnehmen und ist der Aufnahme mit dem internen Mikro haushoch überlegen. So lohnt sich die Anschaffung nicht nur für Musiker, sondern auch für Sprach- und Tonaufnahmen, Live-Performances mit Apps wie Vocalive und vieles mehr. Trotz der Qualität und dem mehr an Technik ist der Preis (100 Euro) immer noch erschwinglich.

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