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Morgenmagazin vom Donnerstag, 14. April 2016

14.04.2016 | 07:09 Uhr |

Verschlüsselungsgesetz im Parlament +++ iPhone 7 mit Smart Connector? +++ Night Shift als True-Tone-Ersatz +++ Drei Gefahren für Apples Wachstum +++ Amazon Kindle Oasis: Alle Infos zum neuen Ebook-Reader +++ iPhones bei Jugendlichen immer beliebter +++ Raspberry Pi soll per Luftschiff in den Weltraum fliegen

14. April: Banger Blick in den Himmel

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! In all den Kalendern, die kuriose Feier- oder Gedenktage sammeln, steht heute etwas vom "Schau-in-den-Himmel-Tag" oder besser "Look Up at the Sky Day". Dort ist heute erst einmal wenig erbauliches zu sehen, aber in manchen Gegenden spitzt dann vielleicht doch einmal die Sonne kurz durch die Wolken hindurch. Der April macht nun einmal was er will, das Wetter ist dieser Tage gewiss nicht ungewöhnlich. Warum aber ausgerechnet heute dieser ungewöhnliche Tag in den kuriosen Kalendern steht, weiß anscheinend niemand so recht. Wir hätten da aber eine Theorie...

Denn das berühmte Nürnberger Flugblatt aus dem 16. Jahrhundert soll den Morgenhimmel am 14. April 1561 über der Kaiserstadt zeigen. Dort sei es in der Morgenstunde von sechs bis sieben Uhr zu einem Schauspiel gekommen, das die Bürger der Stadt als einen Kampf von guten gegen böse Mächte interpretieren. In der Nähe der Sonne hätten kugel-, kreuz- und zylinderförmige Objekte miteinander gerungen, Strahlen seien durch die Wolken geschossen .

Nun ist es wenig wahrscheinlich, dass heute vor 455 Jahren über Franken Außerirdische eine Stunde lang aus ihren Raumschiffen aufeinander feuerten, was war es aber dann? Vermutlich nicht nur eine Erscheinung, meinen Historiker, der Verfasser des Flugblattes Hans Wolff Glaser hatte wohl mehrere Himmelserscheinungen miteinander kombiniert, die womöglich kurz hintereinander am Himmel über Nürnberg zu sehen waren. Vor allem könnten das Halo-Erscheinungen mit ihren Nebensonnen sein, Eiskristalle in der Atmosphäre brechen dabei das Sonnenlicht so, dass am Himmel jeweils im Abstand von gut 23 Grad weitere Sonnen zu sehen sind - also Spiegelbilder des Zentralgestirns.

Wer in den Himmel schaut und dort Phänomene sieht, die sich nicht sofort von selbst erklären, sollte in keinem Fall in die Panik geraten, die den Nürnbergern für den 14. April 1561 unterstellt worden ist. Für alles gibt es eine naturwissenschaftliche Erklärung, man muss nur lange genug nachforschen, bis man die Erklärung gefunden hat. Und die weißen Streifen, die man dort am Himmel sieht, wenn sich die Wolken verzogen haben, sind auch keineswegs Chemtrails... Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag:

Nachtschicht für den wahrhaften Ton: Das iPad Pro 9,7 bringt nicht nur als erstes iPad Blitzlicht für die Kamera, die mit imposanten 12 Megapixeln auflöst und Videos in 4K filmt, sondern mit True Tone auch eine Funktion, die die Farbtemperatur des Bildschirms an das Umgebungslicht anpasst. Weder ist True Tone bisher auf dem großen iPad Pro zu haben noch auf sonst einem Apple-Gerät. Das macht aber nichts, wie uns unsere Macworld-Kollegin Susie Ochs verrät: Alle iOS-Geräte, die iOS 9.3 installiert haben, können mit dem auch Nicht Shift genannten Blaulichtfilter die Farbtemperatur ändern. Nicht Shift schaltet sich auf Wunsch zwar jeweils zu Sonnenuntergang ein und zu Sonnenaufgang wieder aus, lässt sich aber auch manuell steuern. Die Farbtemperatur lässt sich mit einem Schieberegler verstellen, die Zeiten beliebig wählen. Als Sensor für das Umgebungslicht müssen aber stets die eigenen Augen herhalten.

Das jüngste Gerücht: So lange ist es bis September auch nicht mehr hin, geleakte Fotos und Renderings des kommenden iPhone 7 könnten daher immer treffsicherer die wahren Formen und Features zeigen. Die japanische Website MacOtakara will nun erfahren haben, dass iPhone 7 und iPhone 7 Plus wie die iPad Pro einen Smart Connector mitbringen würden, an diesen ließe sich eine speziell für das iPhone gebaute Tastatur anschließen. Für Stereolautsprecher werde hingegen kein Platz sein.

Schutz : Gegen Angriffe über manipuliertes USB-C-Zubehör hat die USB 3.0 Promoters Group Maßnahmen ergriffen. Die USB Typ-C Authentication soll gewährleisten, dass die Integrität eines Kabels, eines Ladegeräts oder anderer Peripherie gesichert ist, bevor über den Port Daten übertragen werden. Dabei sollen mit 128 Bit verschlüsselte Signaturen zum Einsatz kommen. Wann erste Produkte auf den Markt kommen, steht indes noch nicht fest.

Das Geheimnis des Erfolges : Warum Apple so einzigartig ist, erklärt Michael Gartenberg in einem Beitrag für iMore - es ist das vom Mac-Hersteller aufgespannte Ökosystem. Apple sei Weltklasse bei Hardware, Software und Services und damit das einzige Unternehmen, das in allen drei Bereichen gleichermaßen Bestleistungen bringt. Apples Produkte passen vor allem bestens zueinander, weshalb sie einst von singulären Plattformen wie Windows beherrschte Märkte besetzen und dort eine große Diversität von Geräten und Systemen anzubieten.

Gefahr in Verzug: Dennoch kann sich Apple auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen, das bekräftigt eine  leicht alarmistische Einlassung des UBS-Analysten Steven Milunovich. Vor allem drei Gefahren seien es, die Apple drohten: Die Konkurrenz von günstigeren, aber dennoch guten Smartphones, Messenger-Applikationen, welche Apps langsam überflüssig machten und vor allem eine protektionistische Wirtschaftspolitik in China, die heimische Hersteller fördern und Apple behindern könnte. Die uralte Stroy "Apple is doomed" in neuem Gewand...

Schwache Verschlüsselung per Gesetz: Wer meinte, der längst nicht mehr zeitgemäße All Writs Act müsse durch ein modernes Gesetz abgelöst werden, könnte in Sachen Verschlüsselung nun vom Regen in die Traufe kommen. Der erste Entwurf des neuen Gesetzes ist nun in das Parlament in den USA eingebracht, Kritiker befürchten, die Lage würde sich verschlimmern. Denn der Entwurf sieht vor, Unternehmen dazu zu zwingen, ihre Produkte so zu gestalten, dass sie den Aufforderungen der Strafverfolgungsbehörden Folge leisten könnten, auf richterliche Anordnung sein auswertbare Daten zu liefern. Dies würde zwar nicht unbedingt in Hintertüren münden müssen durch die FBI, NSA und Konsorten jederzeit spazieren könnten, würde aber unter Umständen eine sichere Verschlüsselung, die auch Apple und Google an ihren eigenen Geräten nicht mehr knacken könnten, verhindern.

Amazon Kindle Oasis: Alle Infos zum neuen Ebook-Reader

Nur kurze Zeit nach dem Leak flatterte eine Pressemeldung von Amazon ins Haus. In dieser wird der Kindle Oasis offiziell angekündigt. Die zuvor durchgesickerten Informationen werden bestätigt. Außerdem bewirbt Amazon die besonders dünne Display-Backlane von nur 200 µm. Das entspreche der Stärke von Alufolie.

Der Preis des Oasis: 289,99 Euro in der WLAN-Version. Mit 3G kostet er 349,99 Euro. Bislang kann er aber nur vorbestellt werden. Lieferung ist frühestens am 27. April 2016.

Amazon feiert den fünften Kindle-Geburtstag nebenbei mit 50% Rabatt auf 40 Ebooks, darunter einige Bestseller.

Die wichtigsten technischen Daten von Oasis:

Auffallend ist seine asymmetrische Form mit Tasten (es soll sich um Tasten zum Umblättern handeln) an einer Seite und einem unregelmäßigen Durchmesser. Der Part mit den Tasten an der Seite ist deutlich dicker als das Display, nämlich 3,4 Millimeter an der dünnsten Stelle im Vergleich zu 7,8 Millimeter an der dicksten.

Der Oasis soll 131 Gramm wiegen und einen 300-dpi-E-ink-Touchscreen mit 6 Zoll verbaut haben. Ferner soll Amazon dem Oasis mehr LEDs für die Hintergrundbeleuchtung spendiert haben, nämlich 60 Prozent mehr. Eine Besonderheit vom Oasis: Es soll ein spezielles Akku-Case geben. Steckt man den Oasis in diese Hülle, soll der Akku nicht nur Wochen halten, wie Amazon es für die anderen Kindle-Reader auf dem Markt verspricht, sondern sogar Monate. Oasis gibt es - wenig überraschend - sowohl als WLAN- als auch in einer 3G-Variante.

Vergleich Kindle Oasis vs. Paperwhite

Der bislang beliebteste Kindle Ebook-Reader dürfte der Paperwhite sein. Hierfür spricht die Zahl der Google-Suchanfragen, aber auch die Tatsache, dass er der erste Kindle mit Hintergrundbeleuchtung war. Nicht zuletzt sprechen Umfrageergebnisse auf pcwelt.de für ihn.

Wir wollen darum kurz Paperwhite und den Oasis vergleichen:

Während Paperwhite mit 4 LEDs eine gleichmäßige Ausleuchtung schafft, soll der Kindle Oasis 10 LEDs erhalten. Amazon wolle damit eine noch bessere Ausleuchtung erzielen. Ob das gelingt, wird erst der Test zeigen. Die Auflösung bleibt hingegen gleich bei 300 ppi. Während Paperwhite wochenlang durchhalten soll, will Oasis sogar mehrere Monate ohne Steckdose auskommen. Dafür legt Amazon eine neuartige Akku-Hülle bei. Sowohl Paperwhite als auch Oasis kommen in einer 3G- und einer WLAN-Version daher. Die WLAN-Version ohne Hülle wiegt einmal 205 Gramm (Paperwhite) und einmal nur 131 Gramm (Oasis). Paperwhite ist auch deutlich größer: 169 x 117 x 9,1 Millimeter im Vergleich zu 143 x 122 x 3,4 Millimeter (ohne Hülle). Mit Hülle ist Oasis 8,5 Millimeter dick, sagen die Leak-Quellen. Die Größe des Bildschirms bleibt aber gleich mit 6 Zoll.

Test: Amazon Kindle Voyage (Vorgänger von Oasis) gegen Tolino Vision 2

iPhones bei Jugendlichen immer beliebter

Piper Jaffray stellt nicht nur Analysten ein, die ziemlich skurille Vorhersagen zu Apple allgemein und i Phone sowie iPad im Speziellen treffen dürfen, sondern auch führt die Umfragen durch, die sich mit den aktuellen Trends beschäftigen. Bei der jüngsten Untersuchung haben in den USA rund 6500 Jugendliche im Durchschnittsalter von 16,5 Jahren teilgenommen. Die Forscher wollten wissen, welche Marken gerade bei den Teens angesagt und welche  auf dem absteigenden Ast sind.

Bei den Gadgets ist ein klarer Gewinner das iPhone . So haben rund 69 Prozent aller Teilnehmer angegeben, dass sie bereits ein iPhone besitzen. Dies ist ein Prozentpunkt mehr als bei der letzten Umfrage, die Piper Jaffray vor einem halben Jahr durchgeführt hat. Drei Viertel aller Befragten behaupten, sich ein Smartphone aus dem Hause Apple demnächst zu kaufen. Dies ergibt ebenfalls eine Steigerung von einem Prozentpunkt gegenüber dem Wert aus der letzten Umfrage. Für ein Android-Smartphone würden sich 19 Prozent aller Jugendlichen aus der Umfrage entscheiden. Die Beliebtheit der Android-Geräte bei der jungen Generation hat sich seit der letzten Umfrage nicht geändert.

Andere interessante Erkenntnisse aus dem Technologie-Bereich:   Amazon Prime konnte in den USA seine Abo-Zahlen mit jeder weiteren Studie steigern. Momentan geben rund die Hälfte (51 Prozent) aller Jugendlichen an, dass in ihrem Haushalt ein Amazon-Prime-Abo abgeschlossen sei. Die US-Amerikanischen Schüler und Studenten haben dem Fernsehen abgeschworen. Nimmt man den gesamten Konsum von Bewegtbildern als 100 Prozent an, fallen nur 26 Prozent dieser Zeit auf das traditionelle Fernsehen. Die zwei Seiten in Summe – Youtube und Netflix – können für sich satte 66 Prozent der Zeit beanspruchen.

Raspberry Pi soll per Luftschiff in den Weltraum fliegen

Der Transport von Mensch und Material per Rakete ist teuer. Auf der am 16. und 17. April in Wien stattfindenden Maker Faire Vienna will Thomas Zehetbauer eine alternative Transportmöglichkeit vorstellen: Mit einem solarbetriebenen Luftschiff will er zur Kármán-Linie vordringen, die in 100 Kilometern Höhe als Grenze zum Weltraum gilt.

Der Flug damit würde jedoch mehrere Monate beanspruchen. In spätestens zwei Jahren will Zehetbauer einen Prototypen fertigstellen, der aus rechtlichen Gründen wohl aber außerhalb seines Heimatlandes Österreich aufsteigen muss. Seine Weltraumsonde nutzt einen Raspberry Pi als Steuercomputer und verfügt zusätzlich über Sensoren und eine Kamera. Der Auftrieb erfolgt durch einen gefüllten Helium-Ballon. Zusätzliche Energie werde die Sonde durch Solarzellen erhalten. Der Antrieb hingegen erfolgt elektrodynamisch: Dazu muss der erzeugte Strom in Hochspannung transformiert und zwischen einem Draht und einer Alufolie angelegt werden. Durch die Ionisierung der Luftteilchen am Draht und deren Bewegung Richtung Folie entsteht der für den Antrieb nötige Schub.

In der Nacht kommt die hierfür nötige Energie aus einem Akku, der tagsüber geladen wird. Der erste Prototyp soll einen Kubikmeter Gas fassen und dennoch eine Nutzlast von einem Kilogramm ermöglichen. Noch steht aber nicht fest, ob die Dichte der Luft in 40 Kilometern Höhe noch für einen Antrieb ausreicht.

Auch die Motive von Zehetbauer, der sich selbst als Space Entrepreneur sieht, sind ungewöhnlich: Die Eroberung des Weltraums sei alternativlos, da das Leben auf der Erde mit immer mehr Risiken verbunden sei. Die Sonne werde immer heißer, entsprechend müsse die Menschheit andere Planeten kolonisieren. Mit dem Mars gebe es einen perfekten Kandidaten dafür.

Ein-/Ausschalter für Raspberry Pi selber bauen

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