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Morgenmagazin vom Donnerstag, 14. November 2019

14.11.2019 | 07:05 Uhr |

Phil Schiller spricht über neue Tastatur des Macbook Pro +++ SAP will mit Catalyst seine iOS-Apps auf den Mac bringen +++ Erster Blick auf Disney+ +++ Google zeigt Verfügbarkeit von Leihfahrrädern in Echtzeit +++ China gibt Startschuss für Entwicklung von 6G-Netz +++ Facebook Pay startet in dieser Woche

14. November: Die beste aller Welten

Wir wünschen allseits einen Guten Morgen! Was ist das nur für eine Welt, in der wir leben, fragt man sich eigentlich seit Jahren, jeden Tag den Kopf ein wenig mehr schüttelnd. Das soll dann auch noch die beste aller möglichen Welten sein, wie es der heute vor 303 Jahren gestorbene Philosoph, Mathematiker und Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz behauptet hat?

Das eine schließt das andere nicht aus, Leibniz ging wie die meisten seiner Zeitgenossen von einem Schöpfergott aus, der die beste der möglichen Welten geschaffen habe, dabei aber nicht ohne Übel hätte auskommen können. Vor allem könne man aber die Welt besser machen, sie ist die mit dem besten Potential. Wenn das so ist, wollen wir die weniger guten Welten gar nicht erst kennen.

Kosmologen wie Stephen Hawking erklären unser Dasein anhand der weit nach Leibniz gewonnenen Erkenntnisse in einer gewissen Form aber auch als die beste der möglichen. Denn, so die Theorie, der Urknall und in seiner Folge ist aus einer Quantenfluktuation hervorgegangen, einem Brodeln des Vakuums, wie wir es auch heute mit unseren Methoden überall messen und berechnen können - die Leere ist nämlich alles andere als leer. Nur gibt es für die Welt, wie wir sie kennen etwa 10 500 Möglichkeiten von Quantenfluktuationen, überall um uns herum entstehen ständig neue Energie und Massen aus dem Nichts, zerfallen aber in winzig kurzen Zeitspannen wieder. Nur die eine aus dieser schieren Menge hat sich entwickeln können, weil bei ihr eben alle Parameter so zusammenpassten, dass sie expandieren konnte. Die Welt in der wir leben, ist daher die beste aller möglichen, alle anderen hätten nicht entstehen respektive nur für einen unendlichen kurzen Zeitraum bestehen können. Das Universum ist, wie es ist, weil wir es sonst nicht beobachten könnten, und deshalb existieren wir in diesem Universum. Der Ringschluss des anthropischen Prinzips mag ein wenig skurril wirken, ist aber die beste aller möglichen Erklärungen unserer Existenz: Wir sind da, weil wir da sind. Stephen Hawking schrieb, die moderne Kosmologie käme auch ohne einen Schöpfer aus. Ausschließen können diese Theorien einen solchen aber auch nicht.

Einige Denker und Theoretiker vermuten ja, wir lebten inmitten einer Simulation, das steht nicht einmal im Widerspruch zu den bisherigen Erkenntnissen von Religion, Philosophie und Physik. Der Programmierer oder der Steuernde dieser Simulation hat aber derzeit entweder ein paar schlechte Tage, ein ständig wiederkehrender Fehler im Ablauf könnte sich derzeit als fatal erweisen oder – es gibt ihn einfach nicht.

Entsetzt würde aber dieser Programmierer feststellen, dass die simulierten Einwohner seines Kosmos mittlerweile selbst anfangen, künstliche Welten zu erzeugen. Unsere Maschinen, die nun auch selbst lernen sollen, haben Tradition: Schon Leibniz konstruierte vor über dreihundert Jahren erstmals eine mechanische Rechenmaschine, die tatsächlich funktioniert hätte, wie erst vor etwas mehr als 30 Jahren bewiesen wurde. Man weiß nur nicht, ob die Feinmechanik des ausgehenden 17ten und frühen 18ten Jahrhunderts ausgereift genug für die Konstruktion gewesen wäre.

Was Leibniz aber und beinahe zeitgleich Isaac Newton in Cambridge entdeckt haben, sind mathematische Prinzipien wie die Infinitesimalrechnung, die dem Maschinenbau und damit der industriellen Revolution auf die Sprünge half und die Welt um uns herum besser erklären. Es ist nicht zu befürchten, dass jemand die Simulation, in der wir leben, einfach abbricht und ohne Fehler neu startet. Um die Verbesserung der besten aller Möglichkeiten müssen wir uns schon selbst kümmern. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Änderungen: Die Übernahme von Fitbit durch Google wird erst nach und nach ihre Folgen zeigen, eine erste ist aber in dem Update zu sehen, das Fitbit für die Versa- und Ionic-Reihen angekündigt hat und das im Dezember erscheinen soll. FibitOS 4.1 nähert sich gewissermaßen WearOS an, die Versa soll so immer mehr zur Smartwatch werden. Am augenscheinlichsten passiert das bei den Zifferblättern von denen sich nun bis zu fünf direkt auf der Uhr speichern lassen - bisher musste man immer das Telefon bemühen, um den Look zu wechseln. Ein Ratingsystem soll dabei helfen, aus den Angeboten von gut 4000 Zifferblättern die besten zu finden. Die Schlafüberwachung bekommt ein neue Weckfunktion (Smart Wakeup), die einen nicht aus dem Tiefschlaf reißen will - zweifelhaft, ob das so wie versprochen funktioniert. Immerhin soll die Batterie dank einiger Optimierungen im System nun bis zu sechs Tage lang durchhalten.

Noch ein Streamer : Am Dienstag ist in den USA der Streamingdienst Disney+ online gegangen, Jeffrey M. Anderson von Techhive hat sich den neuen Mitbewerber bereits angesehen. Vor allem Familien lockt Disney+ mit seinem fairen Preis von 7 US-Dollar pro Monat oder 15 US-Dollar im Bundle mit Hulu und ESPN+ vor den Bildschirm. Das Angebot ist reichhaltig, Klassiker aus mehreren Jahrzehnten, alle 30 Staffeln der Simposons und eine Reihe neuer Eigenproduktionen wie etwa der Star-Wars-Spin-off "The Mandalorian" bieten reichlich Fernsehstoff - vor allem Netflix müsse sich warm anziehen. Präsentiert ist das Programm in der App ähnlich wie App TV+, mit breiten Bannern oben im Bildschirm und fünf Kategorien darunter mit den wichtigsten Disney-Marken: Pixar, Marvel, Star Wars, National Geographic und freilich Disney selbst. Es fehlen jedoch noch einige neuere Produktionen wie "The Last Jedi" oder "Solo: A Star Wars Story", "Avenger: Endgames", der bislang kommerziell erfolgreichste Kinofilm ist dabei, nicht aber sein Vorgänger "infinity War" und auch nicht die Remakes von "Aladdin" und "König der Löwen". Noch nerven aber diverse Bugs in der App und auf der Website, ständig stürzt das Programm ab, das sollten die Disney-Techniker aber in den Griff bekommen.

Neue Tastatur : Das Macbook Pro 16'' bekommt ein "Magic Keyboard", damit will man die Anwender zurück gewinnen, die an der Tastatur der Modelle der letzten drei Jahre verzweifelten. Apples-Marketingchef Phil Schiller erklärt gegenüber Cnet, was Apple unternommen habe, um das Tipperlebnis zu verbessern. Ausgegangen ist Apple dabei von der externen Tastatur, die iMac und Mac Pro beiliegt, dem Magic Keyboard eben und hat dieses für den Einsatz im Macbook Pro angepasst. Geblieben ist ein Scherenmechanismus, der jedoch weniger anfällig gegen Staub und Sand sein will. Die Leute würden unterschätzen, wie viel Arbeit die Entwicklung von Tastaturen mache, weshalb die meisten Hersteller diese auch zehn oder 20 Jahre lang unverändert ließen. Für das neue Macbook Pro habe man auf das Feedback der User gehört und jede Menge eigene Forschung betrieben. Viele Anwender seien mit dem flachen Keyboard zufrieden gewesen, doch habe man auch gehört, dass der Rest so etwas wie das Magic Keyboard auch an seinem Macbook Pro hätte haben wollen. Dafür seien aber etliche Anpassungen nötig gewesen,etwa der Winkel oder die Hintergrundbeleuchtung. Ob die neue Tastaturtechnologie auch in anderen Macbooks Einzug halten wird, konnte oder wollte Phil Schiller im Interview nicht sagen.

Apps fürs Business: Mit dem Project Catalyst, das die Portierung und Entwicklung von iOS-Apps für den Mac erleichtert, hat Apple bereits einige eigene Titel angepasst und etwa News, Home, Aktien und Sprachnachrichten auf den Mac gebracht. Dazu kommen die Spiele aus Apple Arcade, die auf iPhone, iPad und Mac gleichermaßen laufen. Doch den großen Schub sollte der Mac durch zahlreiche Business-Apps erhalten, die in den letzten Jahren erfolgreich auf dem iPad waren. SAP hat nun angekündigt, Catalyst dazu zu verwenden, um einige seiner Anwendungen auf den Mac zu bringen. Generell steht Apple bei SAP hoch im Kurs, seit 2016 lässt das Unternehmen seine Mitarbeiter selbst entscheiden, welche Hardware sie einsetzen, die Verwaltung der Mac-Infrastruktur erledigt Jamf. Im Jahr 2018 habe man 17.000 Macs und 83.000 iOS-Geräte an die Belegschaft verteilt, dazu 170 Apple TVs. Von letzter möchte man mehr bestellen - aber natürlich nicht, um "See" oder "The Morning Show" darauf zu zeigen, sondern als Empfangsgeräte für die vielen Bildschirme in Konferenzräumen.

Weitere Nachrichten:

Google zeigt Verfügbarkeit von Leihfahrrädern in Echtzeit

Leihfahrräder, sei es für touristische Zwecke oder für den Alltag, werden in den großen Städten immer populärer. Doch gerade für auswärtige Besucher macht es die Vielzahl von Anbietern nicht einfach, einen Überblick über (freie) Räder zu bekommen. Dazu müsste man zum einen wissen, welche Verleihdienste vor Ort überhaupt zur Verfügung stehen.

Anschließend müsste man dann in einem zweiten Schritt von jedem dieser Anbieter deren App auf dem Smartphone installieren und die tatsächliche Verfügbarkeit der Leihräder prüfen. Hier hilft die neue Real-time-Übersicht von Google, die weltweit in zunächst 24 Städten anzeigt, wo aktuell wie viele Fahrräder zu Verfügung stehen. In Deutschland beschränkt sich der Service anfangs auf Berlin und Hamburg. Um die Echtzeit-Anzeige zu nutzen, starten Sie Google Maps im Browser oder öffnen die App auf dem Mobiltelefon. Wenn Sie nun in die Suchzeile der Kartenansicht „Bike Sharing“ eintippen, erscheint über die Orts-Pins der Stationen hinaus eine Liste mit den exakten Angaben. Im Browser steht da beispielsweise „4/13 Fahrräder verfügbar“, in der Mobil-App „4/13“. Die App navigiert über einen Button direkt zur Station. Im Browser müssen Sie sich zunächst für eine Station oder einen Anbieter entscheiden.

Weitere Informationen inklusive der Städteliste finden Sie bei Google. In den nächsten Monaten will der Internetkonzern die Echtzeitdaten für Leihfahrräder auf weitere Städte und Regionen ausdehnen.

 

China gibt Startschuss für Entwicklung von 6G-Netz

Anfang des Monats wurde in China der neue Mobilfunkstandard 5G in Betrieb genommen. Für einen Monatspreis von umgerechnet 17 Euro können Nutzer in mehr als 50 Städten die neue Technik testen. China will sich jedoch nicht auf dem neuen Standard ausruhen. Heute kündigte das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie den Entwicklungs- und Forschungsstart für 6G an.

Laut einem Bericht von CNBC werden zu diesem Zweck zwei Arbeitsgruppen aufgebaut. Die erste Gruppe setzt sich aus Vertretern der staatlichen Behörden zusammen. Die zweite Gruppe besteht aus Vertretern und Experten von 37 Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen. Die Entwicklung von 6G steht laut dem stellvertretenden Minister Wang Xi jedoch noch ganz am Anfang. Es gebe noch viel zu tun, auf dem Weg zur kommerziellen Nutzung für Wirtschaft und Endverbraucher. Die Entwicklung eines 6G-Netzes habe für China jedoch laut Wang hohe Priorität. Als nächste Schritte müssten nun technische Szenarien und Standards definiert und ausgearbeitet werden. Gerade in Hinblick auf den Handelsstreit mit den USA müsse China in diesem Bereich „offen für Innovationen“ sein und seine 6G-Pläne effizient umsetzen.

Facebook Pay startet in dieser Woche

Mit Facebook Pay startet Facebook in dieser Woche in den USA einen eigenen Bezahldienst . Über Facebook Pay können Nutzer künftig bei WhatsApp, Instagram, dem Facebook Messenger und bei Facebook Geld an Freunde überweisen, Einkäufe bezahlen oder Spenden. Mit dem Launch in den USA soll Facebook Pay vorerst nur mit dem Facebook Messenger und im sozialen Netzwerk funktionieren. Ein Starttermin für Europa steht noch nicht fest. Unklar ist außerdem, wann Facebook Pay auch bei WhatsApp und Instagram verfügbar sein wird.

Facebook Pay kann im Einstellungsbereich des Facebook Messengers und in der Facebook-App konfiguriert werden. Der Bezahldienst unterstützt PayPal sowie gängige Kredit- und Debitkarten. Der Dienst soll den Bezahlvorgang vereinfachen, so dass Nutzer nicht immer wieder ihre Zahlungsinformationen eingeben müssen, wenn sie Ingame-Items kaufen oder eine Bestellung über den Facebook Marketplace aufgeben. In den USA bietet Facebook Pay außerdem einen Echtzeit-Kundendienst mit Chat. Aktuell funktioniert der Service dort beim Kauf von Konzertkarten, bei Überweisungen zwischen Freunden, bei In-App-Käufen und bei ausgewählten Seiten und Anbietern auf dem Facebook Marketplace.

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