2069768

Morgenmagazin vom Donnerstag, 16. April 2015

16.04.2015 | 06:48 Uhr |

Was heute wichtig wird: 16. April 2015 +++ Neuen Technologien für die WWDC +++ Mobil bezahlen mit Jawbone JP4 +++ Vorratsdatenspeicherung bis zu zehn Wochen +++ EU-Vorwurf: Google missbraucht seine Marktmacht +++ Clean My Mac 3 will Datenmüll und Programmreste entfernen +++ Tipp: Texteingabe mit Kurzbefehlen beschleunigen

Was heute wichtig wird: 16. April 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Vor 88 Jahren kam in Marktl am Inn Joseph Ratzinger zur Welt, auch bekannt als emeritierter Papst Benedikt XVI. Den von Jürgen von der Lippe bekannten Witz mit dem Namenstag des Papstes ("Aber heute ist doch gar nicht Johannes und auch nicht Paul?" - "Aber der Zweite!") kann man heute nur mit seinem Vorgänger machen, denn heute ist Benedikt und zudem der 16. Das war aber bestimmt nicht Joseph Ratzingers Überlegung, als er vor fast zehn Jahren, am 19. April 2005, in Rom zum Papst gewählt wurde. Denn seinen Papstnamen hat er nicht von dem heute geehrten Benoît Joseph Labre, sondern vom Ordensgründer Benedikt von Nursia, und der hat im katholischen Kalender seinen Ehrentag am 21. März. Die XVI steht da auch nur, weil sie auf die XV folgt, jener Benedikt versuchte sich im Ersten Weltkrieg vergeblich an einer Friedensmission.

Als Ratzinger zum Papst gekürt wurde, titelte die auflagenstärkste Boulevardzeitung frech "Wir sind Papst!". Wenig später konterte aber der wohlbekannte Karikaturist Martin Perscheid mit der hypothetischen Bild-Schlagzeile "Wir sind tot!" für den Fall des Ablebens des Papstes. Anders als fast alle seine Vorgänger schied Benedikt XVI bekanntermaßen schon vor seinem Ableben aus dem Amt, wie man aber gerade von jener Zeitung mit den großen Buchstaben hört, bereite er sich allmählich auf sein Ableben vor. Viele Geburtstage am Namenstag werden vermutlich nicht mehr folgen. Peter Müller

Lesetipps für Donnerstag

Was von der WWDC zu erwarten ist: Wie erwartet, hält Apple in der Woche vom 8. bis 12. Juni seine Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco ab. Auf welche neun Technologien sich Apple und seine Entwickler konzentrieren dürften, hat die Computerworld zusammengefasst. Mal wieder auf dem Plan: Das Apple TV beziehungsweise Software für die Settopbox

Mobil bezahlen mit dem Fitnessarmband: Jawbone will mit dem kommenden Fitnessarmband UP4 noch in diesem Jahr in das Geschäft mit mobilen Bezahlsystemen einsteigen. Anders als mit dem iPhone und der Apple Watch via Apple Pay kann man mit dem Jawbone UP4 aber nur seine American-Express-Kreditkarte an entsprechenden Terminals belasten. Das Jawbone ist aber nicht auf so wenige Smartphones beschränkt wie Apple Pay oder Samsung Pay.

Samsung stellt Display-Team für Apple auf: Trotz der Streitigkeiten um iPhone-Patente standen Apple und Samsung auch in vergangenen Jahren in regen Geschäftsbeziehungen. Der Streit schwillt derzeit ab, die beiden Konkurrenten intensivieren nun ihr gemeinschaftliches Business. Laut eines Bloomberg-Berichts hat Samsung im April eine Display-Gruppe eingerichtet, in der sich 200 Mitarbeiter exklusiv um Bildschirme iPads und Macbooks kümmern.

Neues Leben für alten Power Mac G4: Der Bastler und Apple-Fan Ross Mackert hat eine Verwendung für ausrangierte Power Macs G4 gefunden, respektive für deren Gehäuse. Das Innere des Macs eignet sich hervorragend für die Aufbewahrung von Spirituosen und Bar-Utensilien. Unsere Kollegen der Macworld haben Mackert besucht und sich aus der Power-Mac-Minibar bedienen lassen.

Weitere Nachrichten

Vorratsdatenspeicherung bis zu zehn Wochen

Das Bundesjustizministerium hat am heutigen Mittwoch eine zwölfseitige Leitlinie zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland veröffentlicht. Internet- und Telefonverbindungsdaten sollen demzufolge künftig bis zu zehn Wochen lang gespeichert werden können. Daten zu aufgerufenen Internetseiten oder der Email-Verkehr soll von dieser Regelung allerdings ausgeschlossen werden. Derartige Daten werden laut der Richtlinie nicht gespeichert. Das gilt offenbar aber nicht für Messenger-Dienste.

Kürzere Fristen sollen außerdem für Standortdaten von Smartphones und Tablet-PCs gelten. Um die Erstellung von Bewegungsprofilen zu verhindern, dürfen sie nur bis zu vier Wochen lang gespeichert werden. Entgegen der Forderung des EuGH will die Bundesregierung Berufsgeheimnisträger nicht von der Speicherpflicht ausnehmen. Laut der Richtlinie müsste man dafür eine Datenbank mit allen Berufsgeheimnisträgern und deren Kontaktdaten anlegen und diese an Telekom-Anbieter übermitteln. Ein solches Vorgehen sei aus Datenschutzgründen nicht möglich.

Die EuGH-Forderungen will die Bundesregierung über eine Hintertür erfüllen. So würden die Daten von Berufsgeheimnisträgern zwar gespeichert, könnten jedoch nicht abgerufen werden. Der Abruf der gespeicherten Daten sei laut dem Papier zudem nur „zur Verfolgung von katalogmäßig aufgeführten schwersten Straftaten zulässig.“ Darunter fallen beispielsweise keine Internetdelikte wie Phishing, Betrug, Urheberrechtsverletzung oder Datenmissbrauch.

EU-Vorwurf: Google missbraucht seine Marktmacht

Aus der Vermutung von gestern Vormittag wurde Gewissheit: Die EU nimmt den Kampf mit Google auf. Es ist die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, die Google zum Duell fordert. Denn die mutige Dänin wirft Google einen Missbrauch seiner Marktmacht vor. Sie schickte heute wie bereits vermutet ihre offizielle Beschwerde ("Mitteilung der Beschwerdepunkte ") an Google.

Der konkrete Vorwurf der EU-Kommission an den Internet-Riesen Google lautet, dass dieser seinen eigenen Preisvergleichsdienst auf seiner Suchmaschinenseite gegenüber konkurrierenden Preisvergleichen bevorzugen würde. Im O-Ton der EU-Kommissarin liest sich das dann so:

"Die Europäische Kommission hat Google eine Mitteilung der Beschwerdepunkte übermittelt, in der sie dem Unternehmen vorwirft, dass es seine beherrschende Stellung auf den Märkten für allgemeine Internet-Suchdienste im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) missbräuchlich ausnutzt, indem es seinen eigenen Preisvergleichsdienst auf seinen allgemeinen Suchergebnisseiten systematisch bevorzugt. Nach vorläufiger Auffassung der Kommission verstößt dieses Verhalten gegen EU-Kartellrecht, da es den Wettbewerb behindert und Verbrauchern schadet."

Und weiter: "...habe ich die Befürchtung, dass das Unternehmen unter Verstoß gegen die EU-Kartellvorschriften seinem eigenen Preisvergleichsdienst einen unfairen Vorteil verschafft hat. Google hat nun Gelegenheit, die Kommission vom Gegenteil zu überzeugen. Sollte die Untersuchung jedoch unsere Befürchtungen bestätigen, müsste Google die rechtlichen Konsequenzen tragen und seine Geschäftspraxis in Europa ändern."

Die detaillierten Ausführungen der EU-Kommissarin können Sie hier in deutscher Sprache nachlesen.

Ein weiterer Vorwurf betrifft die marktbeherrschende Stellung, die Google mit seinem mobilen Betriebssystem Android erreicht habe. Hier stelle sich die Frage, ob Google den Marktzugang für konkurrierende Dienste behindern würde: "Darüber hinaus hat die Kommission förmlich eine getrennte kartellrechtliche Untersuchung des Verhaltens von Google hinsichtlich des Betriebssystems für mobile Geräte Android eingeleitet. Bei der Untersuchung wird die Frage im Mittelpunkt stehen, ob Google in Bezug auf Betriebssysteme, Anwendungen und Dienste für intelligente Mobilgeräte wettbewerbswidrige Vereinbarungen getroffen oder eine etwaige marktbeherrschende Stellung missbräuchlich ausgenutzt hat".

Und Vestager fährt fort: "Außerdem habe ich eine förmliche kartellrechtliche Untersuchung des Verhaltens von Google in Bezug auf mobile Betriebssysteme, Apps und Dienste eingeleitet. Smartphones, Tablets und ähnliche Geräte spielen im täglichen Leben vieler Menschen eine immer wichtigere Rolle. Ich möchte sicherstellen, dass die Märkte in diesem Bereich sich entwickeln können, ohne dabei von einem Unternehmen durch wettbewerbswidrige Handlungen behindert zu werden.“

Diese Android-Untersuchung ist aber ein eigenes Verfahren, das getrennt von dem wegen der Preisvergleichssuche ist. Alle Details zu der Android-Untersuchung veröffentlicht die EU hier.

EU-Kommissarin Margrethe Vestager: „Ziel der Kommission ist es, durch Anwendung der EU-Kartellvorschriften dafür zu sorgen, dass die in Europa tätigen Unternehmen, wo auch immer sie ihren Sitz haben, die Auswahl für die Verbraucher in Europa nicht künstlich einschränken oder Innovation bremsen."

Google könnte im Maximalfall mit einer Geldstrafe von sechs Milliarden Euro belegt werden. Google weist die Vorwürfe zurück und hat nun zehn Wochen Zeit für eine Stellungnahme zu den Beschwerden wegen einer Bevorzugung seines Preisvergleichsportals ("Google Shopping") bei der Google-Suche.

Clean My Mac 3 will Datenmüll und Programmreste entfernen

Auch mit der dritten Generation seines Mac-Tools Clean My Mac 3 will der Entwickler Mac Paw für eine in der Bedienung einfache, aber im Ergebnis gründliche Entrümpelung des Macs sorgen. So sucht das Programm nun auch nach Mail-Anhängen, überflüssigen iTunes-Dateien wie alten Backups oder abgebrochenen Downloads, hat nun ein Wartungsmodul ( Maintenace ) erhalten und die Funktion Privacy, um etwa Browser-Aktivitäten oder ältere Chat-Verläufe bis hin zu Skype zu löschen. Dazu kommen das neue Dashboard, das einen schnellen Überblick über Festplatten-Belegungen und Arbeitsspeicherverbrauch gibt, wobei man damit ungenutzten RAM auch wieder freisetzen können soll. Und das CleanMyMac-Menu, mit dem sich auch ohne eigenen Programmstart wichtige Funktionen in Clean My Mac 3 überwachen lassen.

Prinzipiell ist bei solchen Tools immer Vorsicht angebracht – der Hinweis auf vorherige Backups ist auch hier nicht überflüssig. Die Systemanforderungen für Clean My Mac 3 liegen bei mindestens OS X 10.8, neu kostet das Tool als Einzellizenz 40 Euro, Upgrades von früheren Versionen gibt es um 50 Prozent günstiger. Auch eine Demoversion ist auf der Homepage des Entwicklers verfügbar.

Wie man von Hand Platz auf seiner Festplatte schafft, beschreiben wir in diesem Ratgeber.

0-Day-Lücke im Flash Player geschlossen

Adobe macht wieder beim Patch Day mit: der Software-Hersteller hat Sicherheits-Updates für Flash Player, AIR, Flex und ColdFusion veröffentlicht. Im neuen Flash Player 17.0.0.169 haben die Adobe-Entwickler 22 Sicherheitslücken beseitigt , von denen sich 19 eignen, um Code einzuschleusen. Eine dieser Schwachstellen wird bereits für Angriffe ausgenutzt.

Alle Flash-Varianten für Windows sowie der Flash Player für Mac haben nun wieder eine einheitliche Versionsnummer – auch die Versionen, die in Chrome und im IE für Windows 8.x integriert sind. Für Linux gibt es die neue Version 11.2.202.457. Die auf Flash basierende RIA-Plattform AIR ist in der neuen Version 17.0.0.144 verfügbar.

Für ColdFusion 10 und 11 stellt Adobe Hotfixes bereit. Sie beheben eine Schwachstelle, die XSS-Angriffe (Cross-Site Scripting) ermöglicht. In Adobe Flex bis Version 4.6 weist das enthaltene ASDoc-Tool eine Javascript-Lücke auf, die ebenfalls für XSS-Angriffe nutzbar ist.

Letztes Update für Java 7

Auch Oracle hat am 14. April einen Patch Day abgehalten und Sicherheits-Updates, so genannte Critical Patch Updates (CPU), für etliche seiner Produkte veröffentlicht. Für Privatanwender ist hierbei vor allem Java von Bedeutung. Java 7 ist ein Auslaufmodell und hat nunmehr sein letztes Sicherheits-Update erhalten. Die Updates für Java 7 und 8 beseitigen eine Reihe als kritisch eingestufter Schwachstellen.

Die aktuelle Java-Version ist Java 8 Update 45. Darin hat Oracle 14 Sicherheitslücken beseitigt. Als Risikoeinstufung gibt Oracle für drei dieser Lücken den höchstmöglichen CVSS Score 10.0 an. Alle Schwachstellen können ohne Benutzeranmeldung über das Netzwerk ausgenutzt werden. Java 7 Update 79 schließt letztmalig 11 Lücken.

In der häufig im Web genutzten Datenbank MySQL hat Oracle 26 Schwachstellen ausgeräumt. Vier dieser Lücken sind über das Netzwerk ohne Benutzeranmeldung ausnutzbar, für eine gibt Oracle den höchsten CVSS Score 10.0 an.

Wie Java und MySQL gehört auch das Unix-Betriebssystem Solaris zu den Produkten, die Oracle mit der Übernahme des Unternehmens Sun Microsystems geerbt hat. In Solaris stopft Oracle fünf Lücken. Je zwei Lücken betreffen nur Solaris 10 oder 11.2, eine steckt in beiden Versionen.

Außerdem gibt es Sicherheits-Updates für Oracle Database Server, Fusion Middleware, PeopleSoft Enterprise und etliche weitere Produkte.

Texteingabe mit Kurzbefehlen beschleunigen

Alle Apps die Apples Standardfunktionen zur Textbearbeitung nutzen, wie zum Beispiel Textedit oder die iWork-Apps, erlauben damit auch den Einsatz einiger praktischer Kurzbefehle. Dazu gehören „Befehlstaste-B“, „-I“ und „-U“ für die Textattribute Fett, Kursiv und Unterstrichen. Mit „Befehl-Wahltaste-C“ kopiert man die Attribute eines markierten Textes und mit „Befehl-Wahltaste-V“ wendet man sie auf eine Auswahl an. Hat man beim Tippen zwei Buchstaben verdreht, kann man mit „Control-Taste-T“ das Zeichen vor und hinter dem Cursor vertauschen. Steht die Einfügemarke am Zeilenende, werden damit die beiden letzten Zeichen der Zeile getauscht. Mit „Controltaste-A“ und „-E“ springen Sie zum Anfang beziehungsweise Ende des Absatzes. Ebenfalls praktisch sind „Control-Taste-D“ (oder „fn-Rückschritttaste“), um das Zeichen rechts vom Cursor zu löschen. Die dafür zuständige Entfernentaste fehlt den kleinen Tastaturen, die heute in der Regel genutzt werden. Um das ganze Wort links vom Cursor zu löschen, drücken Sie „Wahl-Rückschritttaste“.

2069768