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Morgenmagazin vom Donnerstag, 16. Januar 2014

16.01.2014 | 07:18 Uhr |

In-App-Käufe: Apple schließt Vergleich mit FTC +++ Update: Photoshop CC unterstützt 3D-Drucker +++ TV und Filme von Google Play auch auf iOS +++ Laut Bitkom zahlt jeder Vierte für journalistischen Content +++ Facebook könnte Flipboard bald Konkurrenz machen +++ PGP-Erfinder entwickelt abhörsicheres Smartphone +++ Lücken in Adobe Reader und Flash Player gestopft +++ NSA verbaut Mini-Sender in 100.000 PCs +++ Java-Update beseitigt 36 Lücken

In-App-Käufe: Apple schließt Vergleich mit FTC

Apple hat einem Vergleich mit der US-Handelsbehörde Fair Trade Commission (FTC) zugestimmt, der unter anderem eine Rückzahlung in Höhe von 32,5 Millionen US-Dollar an Eltern vorsieht, deren Kinder In-App-Käufe ohne ihre Zustimmung tätigen konnten. erste Beschwerden gegen Apple wurden bereits im Jahr 2010 eingereicht, Kindern konnten seinerzeit hunderte oder gar tausende US-Dollar für In-App-Käufe ausgeben. Apple hatte seinerzeit im App Store die Funktion, dass nach einem Kauf innerhalb der nächsten 15 Minuten keine erneute Passworteingabe gefordert war - was so manches iTunes-Konto weit stärker als erwartet belastete. Apple hat zwar dieses Feature schon im März 2011 deaktiviert, der Vergleich mit der FTC schreibt dem Anbieter jedoch nun vor, das System der In-App-Käufe zu überarbeiten. Apple müsse seine Praktiken zur Rechnungsstellung klarer beschreiben und Informationen über alle In-App-Käufe besser ausweisen. Kunden können auch jederzeit ihre Zustimmund zu In-App-Käufen zurückziehen. Zudem verpflichtet sich Apple, geschädigten Eltern in den USA 32,5 Millionen US-Dollar oder mehr zurück zu zahlen, die betroffenen Kunden wird Apple bis Ende März informieren.

Der Vergleich muss noch 30 Tage öffentlich aushängen , gibt es keinerlei Einwände, wird er dann rechtsgültig.

Update: Photoshop CC unterstützt 3D-Drucker

Adobe hat seinen Creative-Cloud-Anwendungen ein größeres Update verpasst. Wesentliche Neuerung in Photoshop ist die Unterstützung von 3D-Druckern. Anwender können mit der neuesten Fassung von Photoshop CC dreidimensionale Objekte gestalten und sie auf 3D-Druckern ausgeben. Adobe hat dazu mit Makerbot in Sachen 3D-Drucker kooperiert, ebenso mit Shapeways (3D-Material) und Sketchfab, mit deren Technologie interaktive 3D-Ansichten auf der Behance-Website möglich sind. Der 3D-Druck werde immer mehr auch von Privatleuten angenommen, erklärt Produktmanager Andy Lauta in der Präsentation der neuen Funktionen. Entscheidend für den Durchbruch sei jedoch das Geschäft mit 3D-Inhalten, Adobe wolle seinen Kunden die passenden Werkzeuge für deren Gestaltung an die Hand geben.

Insgesamt bringt Adobe mit dem CC-Update 20 neue Funktionen für Photoshop, Illustrator und Indesign sowie den Zugriff zu 800 neuen Typekit-Schriften. Ebenso hat der Hersteller die Software zur Erstellung von Websites Muse erneuert. Die Updates sind gratis für alle Abonnenten der Creative Suite. Mehr Details zu den Neuerungen lesen Sie im Laufe des Tages auf Macwelt.de.

TV und Filme von Google Play auch auf iOS

Google eröffnet Nutzern von iPhone und iPad nun auch den Zugriff auf TV-Shows und Filme des Google Play Store. Die App Google Play TV & Music dient jedoch als reiner Streaming-Empfänger, Inhalte muss man über den Browser bei Google Play ordern. Die Fernsehsendungen und Filme lassen sich auch via Chromecast auf den Fernsehapparat streamen, Unterstützung für das Apple TV gibt es jedoch nicht.

Laut Bitkom zahlt jeder Vierte für journalistischen Content

”Die so genannte Kostenloskultur im Internet ist weniger stark ausgeprägt, als immer wieder angenommen wird“, sagt Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Viele Verbraucher sind nach seinen Worten bereit, für redaktionelle Inhalte im Web zu bezahlen, ”wenn sie einen angemessenen Preis haben und sich bequem abrechnen lassen.“

Der aktuellen Bitkom-Studie zufolge liegen die durchschnittlichen Ausgaben für journalistischen Content im Internet bei 13,60 Euro im Monat, wobei die 30- bis 49-Jährigen am ehesten bereit sind zu zahlen. Deren Anteil liegt bei 31 Prozent, wogegen es in der Generation ab 65 Jahren lediglich 13 Prozent der Internetnutzer sind, die einen Obolus für redaktionell betreute Inhalte beitragen wollen. Insgesamt sind es laut der repräsentativen Umfrage 17 Prozent der User, die Geld für einzelne journalistische Beiträge zahlen und ebenfalls 17 Prozent, die ein monatliches Pauschalabo abschließen. Potenzial für Bezahlangebote besteht laut Bitkom noch insbesondere bei spezialisierten Online-Nachrichten, Reportagen, Interviews und Kommentaren. Aber auch unter den Nutzern lasse sich die Bereitschaft für bezahlte Inhalte im Web noch ausbauen. Denn 31 Prozent hätten sich grundsätzlich bereit erklärt, für journalistische Inhalte Geld auszugeben.

Außerdem würden immer mehr Online-Medien ”Bezahlschranken” für redaktionelle Inhalte einrichten. Hier führt die Bitkom den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger an, nach dem aktuell 74 Online-Angebote von Zeitungen entsprechende Abrechnungsmodelle nutzen, wobei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz kommen. Die repräsentative Umfrage führte im Auftrag der Bitkom das Marktforschungsinstitut Aris Umfrageforschung mit 766 Internetnutzern ab 14 Jahren durch. Weitere Details und Zahlen erfährt man in der Pressemitteilung der Bitkom.

 

Info: Bitkom

Facebook könnte Flipboard bald Konkurrenz machen

Facebook könnte Flipboard bald Konkurrenz machen (c) facebook.com
Vergrößern Facebook könnte Flipboard bald Konkurrenz machen (c) facebook.com
© facebook.com

Mit Paper hat Facebook offenbar einen News-Reader in Arbeit, der speziell auf mobile Geräte ausgerichtet und beim Funktionsumfang an Flipboard angelehnt ist. Der Start der Anwendung steht einer mit den Vorgängen im Unternehmen vertrauten Person zufolge offenbar für Ende Januar bevor.

Genau wie Flipboard soll Paper ein Mischung aus Neuigkeiten zusammenstellen, die aus zahlreichen Publikationen stammen. Angereichert werden diese Texte mit Status-Updates von Facebook-Nutzern. Das Ergebnis sei eine personalisierte Zeitung, die speziell auf mobile Geräte zugeschnitten ist.

Die Arbeiten an Paper hätten bereits vor einem Jahr begonnen. Erst im März hatte Facebook seine Neuigkeiten-Anzeige komplett überarbeitet, diese Änderung steht aber noch immer nicht allen Anwendern zur Verfügung.

Facebook ausreizen: 22 Facebook-Apps für clevere Nutzer

Eventuell wird das Redesign im Rahmen der Veröffentlichung von Paper auf alle Facebook-Nutzer ausgeweitet. Die Betreiber des Netzwerks wollten sich nicht zu diesbezüglichen Spekulationen äußern.

PGP-Erfinder entwickelt abhörsicheres Smartphone

PGP-Erfinder entwickelt abhörsicheres Smartphone (c) Blackphone
Vergrößern PGP-Erfinder entwickelt abhörsicheres Smartphone (c) Blackphone
© Blackphone

Der spanische Smartphone-Hersteller Geeksphone, der Verschlüsselungsdienst Silent Circle und der PGP-Erfinder Phil Zimmermann haben mit Blackphone ein Joint Venture gegründet. Ziel des Zusammenschlusses ist die Entwicklung eines abhörsicheren Smartphones.

Das gleichnamige Blackphone soll bereits im Rahmen des diesjährigen Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona vorgestellt werden. Die Hardware soll weder an Hersteller noch an bestimmte Netzbetreiber gebunden sein und seinem Nutzer sichere Kommunikationswege für SMS, Telefonate, Videochats sowie den Dateiaustausch bieten. Beim Betriebssystem setzen die Entwickler auf den Android-Fork PrivatOS.

Quantum: NSA verbaut Mini-Sender in 100.000 PCs

Laut Zimmermann soll das Blackphone alle Features aktueller High-End-Smartphones bieten und dem Nutzer die volle Kontrolle über seine Kommunikation sowie dem Schutz seiner Privatsphäre an die Hand geben. Mit der Markteinführung des Blackphone rechnen die Macher noch im ersten Quartal 2014. Vorbestellungen sollen bereits Ende Februar entgegen genommen werden. Was das Blackphone kosten wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Lücken in Adobe Reader und Flash Player gestopft

Lücken in Adobe Reader und Flash Player gestopft (c) IDG/fz
Vergrößern Lücken in Adobe Reader und Flash Player gestopft (c) IDG/fz

Neben Microsoft hat auch Adobe am 14. Januar einige Sicherheits-Updates bereit gestellt. Adobe Reader und Acrobat sind in neuen Versionen erhältlich, in denen die Entwickler mehrere Schwachstelle behoben haben. Auch im neuen Flash Player 12 sind Sicherheitslücken gestopft worden. Das zieht wiederum Updates für Adobe AIR und Google Chrome nach sich.

Adobe Reader XI und Acrobat XI sind in der neuen Version 11.0.06 verfügbar, Reader und Acrobat X in der neuen Version 10.1.9 – jeweils für Windows und Mac. Darin hat der Hersteller drei Sicherheitslücken geschlossen, die mit präparierten PDF-Dateien ausgenutzt werden könnten. Ein Angreifer könnte einen Absturz der Software verursachen und schädlichen Code einschleusen.

Im Flash Player 12 haben die Adobe-Entwickler zwei Schwachstellen beseitigt, mit deren Hilfe ein Angreifer Schutzmechanismen umgehen könnte, um schädlichen Code einzuschleusen. Das Plug-in für Browser wie Firefox trägt die Versionsnummer 12.0.0.43, die ActiveX-Fassung für den Internet Explorer und die Mac-Version dagegen die Nummer 12.0.0.38. Chrome 32 enthält den Flash Player 12.0.0.41 und beseitigt noch andere Sicherheitslücken. Für Linux gibt es ein Update auf den Flash Player 11.7.700.335.

Adobe AIR basiert auf dem Flash Player und ist ab sofort in der neuen Version 4.0.0.1390 für Windows , Mac und Android erhältlich. Die Android-Fassung unterstützt nun auch KitKat (Android 4.4). Wie beim Flash Player will Adobe etwa alle drei Monate eine neue Hauptversion herausbringen. Die AIR-Versionsnummer soll zudem an die des Flash Player angeglichen werden, sodass im zweiten Quartal Flash Player 13 und AIR 13 erscheinen.

NSA verbaut Mini-Sender in 100.000 PCs

Die NSA hat offenbar 100.000 Rechner mit einer speziellen Software infiziert, welche sogar dann Daten sammelt und diese an die NSA überträgt, wenn der PC gar nicht im Internet ist. Es soll sich dabei um eine geheime Technologie handeln, die schon seit 2008 von der NSA eingesetzt werden soll. Sie übertragt die gesammelten Daten über Radiowellen mehrere Kilometer weit, berichtet die New York Times. Der Codename der Aktion laute "Quantum".

Natürlich kann eine Software alleine keine Radiowellen übertragen - diesen Part übernehmen angeblich sehr kleine Platinen oder USB-Karten, die heimlich im PC verbaut worden waren. Die NSA muss also wenigstens einmal physischen Zugang zu den 100.000 Rechnern gehabt haben. Das muss nicht unbedingt ein Spion sein, der in das Haus des PC-Besitzers einbricht. Denkbar wäre auch, dass der PC-Hersteller die NSA-Hardware bereits einbaut - ob wissentlich oder nicht, steht wieder auf einem anderen Blatt. Die New York Times spricht auch von einer weiteren Variante: Ahnungslose Nutzern schließen die NSA-Sender ohne es zu wissen selbst an. Beispielsweise könnte die NSA den Sender in ein USB-Kabel eingebaut haben, welches dann dem Nutzer zugespielt wird.

Die NSA nennt das Vorgehen "aktive Verteidigung" gegen ausländische Cyber-Attacken. Es sei außerdem nicht mit den umfangreicheren Aktivitäten aus China zu vergleichen, rechtfertigt sich die Behörde. Zu "Quantum" wollte man sich nicht näher äußern. Man verspreche aber, dass man keine Firmengeheimnisse ausspähe und nur ausländische Ziele im Visier habe.

Java-Update beseitigt 36 Lücken

Java-Update beseitigt 36 Lücken (c) IDG/fz
Vergrößern Java-Update beseitigt 36 Lücken (c) IDG/fz

Obwohl Microsoft vergleichsweise wenig dazu beigetragen hat, war der 14. Januar durchaus ein umfangreicher Patch Day. Neben Adobe ist dies vor allem auf Oracle mit seinen vierteljährlichen Critical Patch Updates (CPU) zurückzuführen. Das im Wesentlichen als Datenbankhersteller bekannte Unternehmen hat 144 Sicherheitslücken in seiner umfangreichen Produktpalette beseitigt.

Die umfangreiche Liste der Updates beginnt bei der Oracle Database, in der fünf Schwachstellen beseitigt wurden. Fusion Middleware kommt auf 22 gestopfte Lücken, PeopleSoft Enterprise auf deren 17. In der Datenbank MySQL sind 18 Lücken geschlossen worden, in Virtualisierungs-Software wie VirtualBox neun, 11 Schwachstellen haben die Entwickler im Betriebssystem Solaris behoben.

Für Endanwender ist vor allem Java interessant, das für Programme wie FreeMind oder das Browser-Spiel MineCraft benötigt wird. Das Browser Plug-in JRE (Java Runtime Environment) ist für die eine oder andere Web-Anwendung erforderlich, auch wenn die meisten Benutzer ohne JRE auskommen. Die neue Version Java 7 Update 51 beseitigt 36 Sicherheitslücken in Java, von denen 34 ohne Benutzeranmeldung über ein Netzwerk ausnutzbar sind. Der höchste CVSS-Score (Risikoeinstufung) 10.0 betrifft fünf Java-Lücken. Drei Schwachstellen betreffen sowohl Client- als auch Server-Installationen, eine davon mit dem CVSS-Score 10.0.

Seit Oktober 2013, dem vorherigen CPU-Termin, folgen die planmäßigen Java-Updates dem gleichen Turnus wie die übrigen Oracle-Produkte. Alle drei Monate, im Januar, April, Juli und Oktober, stellt Oracle umfangreiche Sicherheits-Updates bereit. Davor gab es für Java nur dreimal im Jahr regelmäßige Updates – allerdings mehrfach außerplanmäßige, da kritische Lücken zu stopfen waren, die für Angriffe ausgenutzt wurden.

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