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Morgenmagazin vom Donnerstag, 17. Dezember 2015

17.12.2015 | 06:57 Uhr |

Apples irres Jahr 2015 +++ Unicode Consortium startet Crowd Funding +++ Munster: Kein Grund zur Panik +++ Facebook will auch Falschnamen erlauben +++ Pebble Health macht Pebble zum Fitness-Tracker +++ PlayStation Now kommt nach Deutschland +++ Macwelt bekommt neuen Nachbarn +++ IBM und Apple veröffentlichen hundertste App

Was heute wichtig wird: 17. Dezember 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Das führende Zahlensystem in unserem Alltagsgebrauch ist das Dezimalsystem. Vermutlich hängt das mit der Zahl unserer Finger zusammen, dass wir uns mit den ganzzahligen Vielfachen der fünf und der zehn am Leichtesten rechnen. Nun bieten unsere Hände zwar auch ganz andere Basen an, die zwölf Fingerglieder (ohne Daumen) etwa und daraus folgend die Zahl 60, kombiniert man diese mit den fünf Fingern (mit Daumen) der anderen Hand. Selbst das Binärsystem kann man mit seinen Fingern ausdrücken und bis 1023 zählen. Der Daumen der ersten Hand steht dafür für die 1, der Zeigefinger für die 2, der Mittelfinger für die 4 und so weiter bis zur 512, die der kleine Finger (oder der Daumen, je nachdem in welcher Richtung man zählen will) repräsentiert. Verstanden? Dann stellen Sie mal mir den Fingern die in Dezimalschreibweise die Zahl 132 dar und zeigen Ihrem Gegenüber am Frühstückstisch, in der U-Bahn oder im Büro stolz Ihr Ergebnis!

Nein, tun Sie's besser nicht. Oder sagen Sie zumindest nicht, die Macwelt habe Ihnen dazu geraten. Wollen wir uns lieber nochmal mit dem Phänomen der "runden" Zahl beschäftigen. Gerade im Abstand von fünf, zehn, fünfundzwanzig (fünf im Quadrat) Jahren wiederkehrende Tage üben eine gewisse Faszination auf uns auf. Aber manchmal kann man es gar nicht erwarten. So weiß etwa nicht nur Schröder von den Peanuts, dass man jedes Jahr Beethovens Geburtstag feiern muss und nicht erst den 250sten in fünf Jahren. Also erfreuen wir uns heute am 245sten Geburtstag (eigentlich der Tauftag, der Geburtstag hätte auch der 16. Dezember 1770 sein können) des Meisters, 245 ist ja auch ein bisschen rund. In binärer Fingerzählweise aber ein wenig kompliziert: 128 + 64 + 32 + 16 + 4 + 1 –  Sie benötigen für die Darstellung an jeder Hand drei Finger. Rätseln Sie selbst, welche das sind und zeigen das Ergebnis Ihrem Gegenüber - jetzt aber bitte mit Gruß des Macwelt-Morgenmagazins und einem "Happy Birthday Beethoven!" obendrein.

Dem Beethoven-Jahr 2020 wird schon 2026 das nächste Beethoven-Jahr folgen, anlässlich des 200sten Todestages. Den 26. März begehen wir jedes Jahr in angemessener Andacht und erinnern uns dabei an Franz Schubert, der bei der Beerdigung Beethovens einen Toast auf den ausgesprochen haben soll, der ihm unter den Wiener Komponisten als nächstes folgen würde. Das war dann keine zwei Jahre später Schubert selbst. Immerhin wurde dann seine "Unvollendete" 37 Jahre nach seinem Tod an Beethovens Geburtstag uraufgeführt: Am 17. Dezember vor 150 Jahren. Also doch noch ein rundes Jubiläum heute. Peter Müller

Lesetipps fĂĽr den Donnerstag

Ein Jahr geht schnell vorüber : Ja, is' denn heut' scho' Weihnachten? Nein, noch nicht, eine Woche noch bis Heilig Abend, eine weitere Woche noch und das Jahr ist vorbei. Zeit für Besinnung. Für gute Vorsätze. Und vor allem für eine Rückschau. Caitlin McGarry schaut für Macworld auf ein spannendes Jahr 2015 zurück, in dem Apple etliche Momente für "Wow!"-Effekte zu bieten hatte. Aber auch jede Menge Gelegenheit für ein verzweifeltes "Was soll das?"

Crowd-Funding: Das Unicode Consortium sucht nach Sponsoren, um noch mehr Sprachen unterstützen zu können. Im Wesentlichen ist Unicode ein System, das eine (binäre) Zahl ein definiertes Symbol zuordnet, einen Buchstaben, eine Ziffer oder ein Emoticon. Derzeit unterstütze Unicode etwa 130 Scripts oder Schreibsysteme weltweit, 150 weitere wolle man hinzufügen. Vor allem in Asien, Afrika und Südamerika gebe es noch dutzende Sprachen mit jeweils Millionen von Sprechern, die noch nicht erfasst seien. Dazu sei intensive Feldforschung notwendig. Sponsoren können sich an den bisher 120.000 Unicode-Zeichen beteiligen, im Bronze-, Silber- und Gold-Level, für 100 US-Dollar, 1.000 US-Dollar und mehr virtuellen Ruhm an bestimmten Zeichen erwerben.

Update für Google Docs, Sheets und Slides: Google hat seine Produktivitäts-Apps für iOS und Android nochmals aktualisiert. Neu ist der schnelle Zugriff auf die immer umfangreicher werdende Vorlagenbibliothek, ein Lesemodus soll die Arbeit auf dem Mobilgerät erleichtern. In diesem Modus sind alle Werkzeugleisten verschwunden und man kann sich auf den Inhalt konzentrieren.

Intelligentes Licht: Smart Home ist das Stichwort, mit Bluetooth LE ist eine einfache, aber effektive Vernetzung von allerlei Geräten untereinander und vor allem mit dem Steuergerät iPhone (oder iPad, oder Android-Gerät) möglich. Die aus einer Kickstarter-Kampagne finanzierten intelligenten Lichter BeOn Home versprechen, das Heim nicht nur zu beleuchten, sondern zu schützen, indem sie etwa Einbrechern die Anwesenheit der Bewohner vortäuschen oder im Brandfall (integrierte Rauchmelder!) den Fluchtweg ausleuchten. Das Starterkit ist zu einem moderaten Preis von rund 200 US-Dollar zu haben, unsere Kollegen der Macworld sind begeistert.

Munster bleibt gelassen : Diese Woche hat Wall Street die Meldung eines iPhone-Zulieferers aufgeschreckt, der über einen zehnprozentigen Rückgang seines Umsatzes klagte. Hat Apple ernsthafte Absatzprobleme und wird erstmals weniger iPhones als im Vorjahr verkaufen? Nein, das müsse so nicht sein, beruhigt der Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster und bezieht sich dabei auf Tim Cook höchstselbst, der schon 2013 davor warnte, Bewegungen in der Zuliefererkette als Indikator für Apples Geschäfte heranzuziehen. Diese sei viel zu komplex, um aus einzelnen Fällen eine Hochrechnung für die Gesamtsituation zu erhalten. Piper Jaffray bleibt bei seiner Einstufung der Apple-Aktie als "overweight" und gibt ein Kursziel von 179 US-Dollar an. Der gestrige Schlusskurs war 11,27 US-Dollar an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq.

Weitere Nachrichten:

Facebook will auch Falschnamen erlauben

Im vergangenen Jahr geriet Facebook aufgrund seiner strikten Falschnamen-Politik ins Visier von Aktivisten, Rechtegruppen fĂĽr Homosexuelle und DatenschĂĽtzern. Es erfolgte eine teilweise Lockerung des Zwangs. In diesem Monat werden die Regeln mit der EinfĂĽhrung eines neuen Meldesystems fĂĽr Falschnamen weiter gelockert.

Bislang genügte ein einfacher Klick auf „Falschnamen melden“, um einen Nutzer anzuschwärzen. Das neue Meldesystem verlangt nun zusätzliche Angaben für den Verdacht. Diese können aus unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten ausgewählt werden. Handelt es sich beispielsweise um einen gestohlenen Account oder eine erfundene Person?

Nutzer die der Verwendung eines Falschnamens beschuldigt werden, dürfen diesen nun unter bestimmten Voraussetzungen behalten. Beispielsweise wenn sie einer ethnischen Minderheit angehören, gestalkt werden oder homosexuell sind. Einen Identitätsnachweis müssen sie aber dennoch bringen. Dieser kann in Form von persönlichen Dokumenten hochgeladen werden. Für den Nachweis ihrer Identität haben Nutzer sieben Tage Zeit. Wird die Frist überschritten, kann Facebook ihren Account sperren. Das neue Verfahren wird derzeit in den USA getestet. Ein Starttermin für Deutschland steht noch nicht fest.

Pebble Health macht Pebble zum Fitness-Tracker

Erst vor wenigen Monaten wurde die neueste Uhr von Pebble vorgestellt: Time Round. Und ab heute stehen Updates für die Pebble-Software und die Pebble-Apps für iOS und Android bereit: So ist die Timeline nun auch auf Pebble Classic und Steel erhältlich. Außerdem stellt Pebble mit Pebble Health einen neuen, direkt in die Timeline integrierten Aktivitäts-Tracker für alle Pebble-Time-Modelle vor.Das macht das Tragen von reinen Fitness-Trackern wie Orbit von Runtastic obsolet.

Pebble-Uhren gibt es mittlerweile schon ab circa 90 Euro

Pebble Health: Schritte und Schlafaufzeichnung

Pebble Health wurde laut Pebble in Zusammenarbeit mit einem Forscherteam der Stanford Universität entwickelt und zeichnet die täglichen Aktivitäten des Trägers auf. Darüber hinaus erkennt es automatisch dessen Schlafphasen.

In der Timeline kann der Benutzer die Tages-Statistiken und Auswertungen einsehen. So kann der Nutzer direkt nach dem Aufwachen in der Timeline ablesen, wie lange er geschlafen hat, oder am Abend vor dem Schlafengehen die Anzahl der tagsĂĽber geleisteten Schritte ansehen.

Automatisch erstellte wöchentliche Grafiken zu Schritt- und Schlafstatistiken veranschaulichen Trends und Entwicklungen über einen gewissen Zeitraum hinweg.

Um Pebble Health nutzen zu können, müssen die Pebble Smartphone-App und die Uhren-Firmware auf die neuesten Versionen aktualisiert werden. Danach ist Pebble Health automatisch vorinstalliert. Pebble Health ist für die Modelle Pebble Time, Time Steel und Time Round mit Firmware-Version 3.8 und höher erhältlich. Nutzer der Pebble Classic und Pebble Steel können weiterhin die Tracking-Apps von Misfit oder Jawbone verwenden. Die App ist sowohl mit Google Fit als auch mit dem Apple Health Kit kompatibel.

Changelog zur Pebble Time App 3.8.0 für Android   

•    Pebble Health
•    Unterstützung für Pebble Classic und Pebble Steel: Firmware 3.8 mit Timeline und weiteren Apps
•    Apps, Benachrichtigungseinstellungen und der Pebble Appstore sind jetzt direkt über den Homescreen zu finden
•    Verbesserungen bei der Musiksteuerung und den Benachrichtigungen des Facebook Messengers
•    Fehlerbehebungen und bessere Stabilität als bei Version 3.7.0
•    Die Version 3.8.0 steht im Google Play Store zum Download bereit

Changelog zur für Pebble Time App 3.5 für iPhone  
•    Pebble Health
•    Unterstützung für Pebble Classic und Pebble Steel: Firmware 3.8 und Timeline sowie weitere Apps
•    Ein neuer Menüpunkt ermöglicht es, eine weitere Pebble zusätzlich mit dem iPhone zu verbinden
•    Fehlerbehebungen und bessere Stabilität als bei Version 3.4

Changelog fĂĽr Pebble Time Firmware 3.8
•    Pebble Health für alle Smartwatches der Pebble-Time-Serie
•    Pebble Classic und Pebble Steel mit Timeline und Apps
•    Fehlerbehebungen und bessere Stabilität als bei Version 3.7.
•    Das Update steht in der Pebble Time Smartphone-App für iOS oder Android unter „Menu, Support, Update Your Pebble“ bereit.

Pebble Health fĂĽr Entwickler

Pebble will bald eine Health API zur Verfügung stellen, mit der Programmierer Apps und Watchfaces entwickeln können, die Fitness-/Gesundheits- und Aktivitäten-Daten grafisch darstellen. Mehr Informationen hierzu findet man auf der Pebble Developer Page.

PlayStation Now kommt nach Deutschland

Sony will seinen Spiele-Streaming-Dienst PlayStation Now auch in Deutschland anbieten. Vorher wird es einen einmonatigen Beta-Test geben, für den sich Spieler hierzulande ab sofort bewerben können. Dafür nötig ist die Eingabe des PSN-Namens und des Standorts in Deutschland auf der eigens eingerichteten Seite .

Zum noch nicht näher bestimmten Start der Beta-Phase von PlayStation Now sollen 20 Titel aus dem Lineup der unterstützten Spiele zur Verfügung stehen. Diese lassen sich im Rahmen des Testlaufs kostenlos nutzen. Später werden monatliche Abo-Gebühren für PlayStation Now fällig.

PlayStation Now ermöglicht das Streamen von PS3-Spielen an kompatible Endgeräte. Unterstützt werden derzeit die PlayStation 3, PlayStation 4 , PSVita sowie ausgewählte Fernseher und Bluray-Player von Sony. Die Berechnung der Spiele erfolgt in Rechenzentren, die das Videosignal an das eigene Endgerät schicken.

Macwelt bekommt neuen Nachbarn

Mit einem riesigen Forschungszentrum zieht IBM in die unmittelbare Macwelt-Nachbarschaft. Etwa 1000 Entwickler, Berater und Designer werden in die Parkstadt Schwabing in München ziehen. Immerhin fünfzehn Etagen in zwei Türmen des HighLight-Tower (Motiv unzähliger Macwelt-Test-Fotos) sollen im kommenden Jahr die Zentrale des Geschäftsbereichs „Internet der Dinge“ bilden. Ein Innovationszentrum um das Programm Watson sei ebenfalls geplant. IBM ist nicht der erste IT-Konzern in der Parkstadt. Ebenfalls Mieter im HighLight Tower sind Unify und Fujitsu, die Deutschlandzentrale von Microsoft entsteht in unmittelbarer Nähe. Ausschlaggebend für die Standortentscheidung sei die Nähe zur Forschung, etwa dem Campus in Garching, so der Immobilienreport .

IBM und Apple veröffentlichen hundertste App

IBM und Apple verkĂĽndeten heute, dass sie mit insgesamt einhundert Apps einen Meilenstein in ihrer Partnerschaft erreicht haben. In einem Interview mit TechCrunch verriet Katharyn White, Vice President of IBM and Apple Partnership for IBM Global Business Services, dass die einhundert Apps auf dem iPhone, iPad, iPad Pro , Apple Watch und sogar auf dem Apple TV laufen. Unter anderem seien diese hilfreich fĂĽr die Regierung, fĂĽr das Gesundheitssystem, die Telekommunikation, das Transportwesen, Versicherungen und fĂĽr viele weitere.

Jede App sei einzigartig, da das Entwicklerteam der jeweiligen App eng mit dem zukĂĽnftigen Kunden zusammenarbeitet und sich auf dessen Interessen konzentrieren kann. Das ultimative Ziel sei fĂĽr White, Schlichtheit und einen Wow-Faktor zu vereinen.

Die Partnerschaft funktioniert gerade deshalb so gut, da sich jedes Unternehmen auf seine Stärken konzentrieren könne, erklärt Maribel Lopez, Direktorin von Lopez Research. „Ich denke, dass Apple das Konzept der Schlichtheit und die Schönheit in die Entwicklung der Unternehmens-Applikationen mit einbringt. Auf der anderen Seite versteht IBM den Business Workflow, was wiederum Produktivität mit integriert.“

Dies sei für die Kunden ein ausschlaggebender Aspekt. Die entwickelten Apps können sehr viel mehr als einfach nur eine Aufgabe von einem PC zu mobilisieren, weil ein Mobilgerät und alle seine Möglichkeiten die Art und Weise zu arbeiten verändern kann.“

Die zwei Unternehmen verstehen das und wollen nicht nur einfach eine Desktop-Anwendung überarbeiten und in kleine Fußstapfen treten. Stattdessen wollen sie den Arbeitsprozess positiv verändern. Dies sei das oberste Ziel der Partnerschaft zwischen Apple und IBM.

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