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Morgenmagazin vom Donnerstag. 17. Juni 2021

17.06.2021 | 07:18 Uhr | Peter Müller

Was iOS 15 für künftige Updates bedeutet +++ Apple plant Krankenversicherung +++ iPhone liegt bei 5G vorn - Konkurrenz holt auf +++ Cook lobt DSGVO als vorbildlich +++ RAM für Grafikkarten wird deutlich teurer +++ Weltraum-Tourismus: NASA plant Urlaube auf der ISS

17. Juni: Feiertage

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Ob Sie's glauben oder nicht, aber heute ist in den USA der National Apple Strudel Day. Warum ausgerechnet der 17. Juni der Festtag des Gebäcks ist, das vermutlich Auswanderer aus dem Alpenraum in die Neue Welt mitbrachten, liegt völlig im Dunkeln - die Apfelsaison beginnt erst im September. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass man Mitte Juni mit den Äpfeln des Vorjahres allenfalls noch Strudel zubereiten kann – und seien sie noch so kühl und dunkel gelagert gewesen. Am besten schmeckt der Strudel natürlich noch warm, mit halbwegs frischen und nicht zu sauren Äpfeln zubereitet. Die neue Strudelsaison kann man freilich schon bald einleiten, wenn die Johannisbeeren reif sind. Wenn die sich an den Kalender halten, wird das nächsten Donnerstag der Fall sein. Dieses Obst sollte man aber kräftig zuckern, bevor man es in den Teig einrollt, sonst macht der saure Strudel verdammt lustig.

Mit Apple hat der Apple Strudel Day natürlich nichts zu tun. Dafür der heutige Tag viel mit der Heimat des Mac-Herstellers, von deren Schönheit Francis Drake, der sie am 17. Juni 1579 wieder entdeckte, derart begeistert war, dass er  sie  für die englische Krone in Anspruch nahm und Nova Albion nannte. Den Anspruch auf das spätere Kalifornien konnte die ferne Macht einen Kontinent und einen Ozean entfernt jedoch nie wirklich umsetzen, stattdessen kolonialisierten Spanier (eher erfolgreich) und Russen (eher erfolglos) das Land, das in Wirklichkeit schon gut 15.000 Jahre vorher von Menschen entdeckt worden war. Aber im Sommer vor 175 Jahren erlebte Kalifornien eine kurze Zeit der Unabhängigkeit. Von Mexiko am 14. Juni 1846 losgesagt, wurde das Land schon am 9. Juli des gleichen Jahres von den USA annektiert. Die Bären-Flagge, die stets vor der Apple-Zentrale im Infinite Loop zu Cupertino neben den Stars and Stripes weht, war also nur für dreieinhalb Wochen die eines souveränen Staates.

Seine Souveränität feiert heute indes Island, am 210. Geburtstag des Staatsmannes Jón Sigurðsson, der die wesentliche Rolle bei der Lossagung vom Mutterland Dänemark und der Gestaltung der isländischen Verfassung hatte. Island hat es leider nicht zur Euro 2020 geschafft, die erst jetzt im Jahr 2021 ausgespielt wird. Die Ungarn haben das gerade noch so verhindern können. Sonst träfen die Isländer nächste Woche auf ein weiteres anderes Land, in dem der 17. Juni eine Rolle in der Geschichte spielte: Deutschland. Der Feiertag ist aber nicht mehr, an den Aufstand im Jahr 1953, welcher der Erste gegen ein stalinistisches Regime war, wird die Republik heute dennoch gedenken. Zur Feier des Tages gönnen wir uns einen Strudel, passende Äpfel gibt es mittlerweile das ganze Jahr über.

Lesetipps für den Donnerstag

Zwei Pfade : Interessant, was so alles an Nebenaspekten zu iOS 15 noch gar nicht in der Tiefe behandelt wurden. Jason Snell etwa richtet in seiner jüngsten Macworld-Kolumne "More Color" den Blick auf den neuen Umgang Apples mit Updates. Auch wenn iOS 15 recht attraktiv daher kommt, wird erstmal niemand gezwungen sein, das komplette Update zu laden, wenn man mit iOS 14 zufrieden ist. Denn Apple bietet künftig zwei Pfade für die Aktualisierung an: den gewohnten und einen neuen, bei dem das iPhone nur die jüngsten Sicherheitsupdates lädt. Laut Snell hat für Apple ein wesentlicher Ärger vor acht Jahren begonnen: Damals stellte iOS 7 mit seinem völlig neuen Design alles auf den Kopf, was vielen nicht gefiel - und die dann eine gewisse Skepsis gegen (automatische) Updates entwickelten. Aber es ist nunmal im Interesse Apples, das möglichst viele vor allem die neuen Sicherheitsupdates bekommen. Das ist weit wichtiger als die neuen Features, auf die sich Entwickler begeistert stürzen. In Zukunft könnte Apple auf die Art und Weise ältere Geräte vor neuen Bedrohungen weiter schützen, ohne dass die Leute sich an neue Dinge gewöhnen müssten, die ihnen nicht gefallen. Generell bliebe der Updatepfad weiter offen, denn mit iOS 16 werden sicher etliche Modelle aus der Ära vor dem iPhone X aus der Liste der unterstützten Geräte fallen.

Gesundheit: Laut Wall Street Journal verfolge Apple den "kühnen Plan", seine Versicherung Apple Care auf Menschen auszuweiten und in das Gesundheitswesen einzusteigen. Das entstehe aus den vielen Studien zur Gesundheit, die Apple zusammen mit Kliniken angestoßen hatte. In Cupertino teste man die Apple-Gesundheitsvorsorge bereits mit Mitarbeitern, diese würden das Angebot bisher aber nur zögerlich annehmen.

Marktanteile : Apple war zwar nicht das erste Unternehmen, das Smartphones mit 5G anbot, aber die iPhone-12-Reihe wurde zum sofortigen Erfolg, sodass Apple den Markt von 5G-Smartphones dominierte - und immer noch vorne liegt. Doch die Konkurrenz holt auf, wie Zahlen von Strategy Analytics zeigen. Demnach hatte Apple mit 40,4 Millionen verkauften Einheiten im ersten Quartal 2021 im Segment noch einen Anteil von 28 Prozent, was gegenüber dem Vorquartal aber einen Rückgang um 23 Prozent bedeutete (Prozent, nicht Prozentpunkte). Der zweite in der Liste, der chinesische Hersteller Oppo, komme auf 21,5 Millionen Verkäufe und 15,8 Prozent Marktanteil und könne sich über einen Zuwachs von 55 Prozent freuen. Es folgen Vivo mit 19,4 Millionen Einheiten und 14,3 Prozent Anteil sowie Samsung mit 17 Millionen Stück und 12,5 Prozent Anteil. Die beiden sind aber noch stärker gewachsen, nämlich um 62 respektive 79 Prozent.

Interview: Tim Cook lobte gestern in einem halbstündigen Videogespräch im Rahmen der französischen Konferenz Viva Tech die Regulierung der Datennutzung durch die DSGVO in Europa. Das Gesetz sei vorbildlich und solle weltweit gelten. Von anderer geplanter Gesetzgebung hält Cook indes wenig. So soll Apple durch den Digital Markets Act dazu gezwungen werden, App Stores Dritter zuzulassen. Genau das gefährde aber die Sicherheit und Integrität des iPhones. Das könne man wunderbar anhand Android abschätzen, das deutlich stärker von Malware geplagt werde. Der App Store indes garantiere mit der Prüfung jeder App, dass deutlich weniger Schadsoftware durchrutsche. Über neue Produkte wie etwa das Apple Car wollte Cook erwartungsgemäß nicht sprechen, erklärte jedoch, dass bei weitem nicht aus jeder Anstrengung bei Apple auch ein Produkt werde.

Weitere Nachrichten:

RAM für Grafikkarten wird deutlich teurer

Auf immer mehr Grafikkarten finden sich derzeit zwischen 8 oder 24 GB Video-RAM. Entsprechend spielt der Speicher von Grafikkarten eine immer größer werdende Rolle am Gesamtpreis. Dieser könnte sich in den kommenden Quartalen deutlich verteuern, davon geht zumindest das Marktforschungsunternehmen Trendforce aus. Der auf Grafikkarten verbaute DRAM werde sich den Voraussagen von Trendforce zufolge im dritten Quartal 2021 um 8 bis 13 Prozent verteuern. Auch das vierte Quartal sei voraussichtlich mit ähnlichen Preissteigerungen verbunden. Grund für die Verteuerung sei die schlechte Versorgungslage, zudem sei die Nachfrage deutlich höher als es die Produktionskapazitäten hergeben. 

Trendforce sieht einmal mehr die Kryptominer als Verursacher der Problematik an. Die Nachfrage nach speziellen Grafikkarten für das Ethereum-Mining sei ein wichtiger Grund für den Preisanstieg.  Die Hersteller von Video-RAM könnten zudem nicht einfach die Produktion hochfahren, da die Kontingente meist schon für Jahre verplant seien. Und auch wenn die Nachfrage durch Kryptominer plötzlich einbrechen sollte, so gebe es nach Ansicht von Trendforce noch viel Nachholbedarf im Endkundenbereich. Schließlich mussten speziell Gamer lange auf erschwingliche Grafikkarten warten. Auch die Produktion aktueller Spielkonsolen wie Xbox Series X/S und Playstation 5 fordert große Mengen an Video-Speicher. In der PS5 stecken 16 GB GDDR6-Speicher, in der Xbox je nach Modell zwischen 10 und 16 GB. Mit einer baldigen Entspannung sei daher nicht zu rechnen. Entsprechend sollten sich Nutzer auf steigende Preise einstellen.

 

Weltraum-Tourismus: NASA plant Urlaube auf der ISS

Die NASA will den Weltraum-Tourismus in den nächsten Jahren weiter vorantreiben. Wie The Register berichtet, plant die US-amerikanische Weltraumbehörde in den nächsten Jahren, Urlaube auf der Raumstation ISS anzubieten. Zahlungskräftige Touristen können sich dabei für zwei Wochen auf der ISS einquartieren. Im Herbst 2022 und im Sommer 2023 soll es mit Interessenten bereits erste Testläufe geben. Während sich die NASA um die Versorgung der Weltraum-Touristen kümmert, sollen private Unternehmen den Transport auf die Raumstation übernehmen. Dem Bericht zufolge ist die NASA dazu gerade in Gesprächen mit mehreren Unternehmen. Um welche es sich dabei handelt, ist allerdings noch nicht bekannt.

Die Weltraum-Touristen sollen an Bord der ISS zusammen mit den dort stationierten Astronauten leben, dürfen sie jedoch nicht bei der Arbeit stören. Wie genau die Tagesgestaltung für die Touristen an Bord der ISS aussehen soll, ist noch unklar. Leisten wird sich den Urlaub auf der ISS jedoch nicht jeder können. Laut The Register sollen sich die Kosten für den zweiwöchigen Aufenthalt auf über zehn Millionen US-Dollar belaufen. 5,2 Millionen entfallen auf die Basiskosten des Aufenthalts, 4,8 Millionen US-Dollar werden für die Organisation und Durchführung fällig. Neben Astronautennahrung, Kleidung und Müllentsorgung sind in diesem Preis auch zwölf Gigabyte Datenvolumen pro Tag inklusive. Mit den Einnahmen durch den Weltraumtourismus will die NASA zukünftige Wissenschaftsmissionen auf dem Mond und Mars zum Teil mitfinanzieren. Die ISS wurde von der NASA bereits 2019 für private und kommerzielle Besucher geöffnet.

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