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Morgenmagazin vom Donnerstag, 17. November 2016

17.11.2016 | 06:57 Uhr |

Macbook Pro: Lautsprechergitter nur Kosmetik +++ Nur ein iPhone 8 mit OLED +++ Apple nimmt weniger Anteil für Videos +++ ICQ feiert 20. Geburtstag +++ Seagate: Portable Festplatte mit 5 TB Speicherkapazität +++ Tinder-App bietet mehr Auswahl bei Geschlechtern +++ iOS-Browser mit Tracking-Sperre von Mozilla

17. November: Für Freiheit und Demokratie

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Die Akademiker unter uns, die ihr Diplom, ihren Magister, ihren Doktor gar schon eine ganze Weile haben und sich an ganz alte Zeiten erinnern, können überhaupt noch den alten Witz verstehen und über ihn lachen: "Warum muss der Student um sechs Uhr aufstehen? – Weil um halb sieben die Läden zu machen".

Vor allem lachen wir darüber, weil wir wissen, dass das Klischee vom hart feiernden und arbeitsscheuen Studenten überhaupt nicht stimmt, obwohl wir uns auch gerne an die Phasen erinnern, in denen wir unsere Studien ein wenig schleifen ließen. Die Absurdität und die totale Überzeichnung machte also den Witz lustig, die erweiterten Ladenöffnungszeiten haben ihn leider auf das Abstellgleis der Humorgeschichte geschickt. Denn was soll an einem Studenten witzig sein, der um halb acht aufsteht?

Mit der Bologna-Reform hat sich das Studium heute ohnehin so stark gewandelt, dass es die Abiturjahrgänge der Siebziger und Achtziger nicht mehr wiedererkennen würden. Die Vorurteile über Akademiker und solche, die es werden wollen, haben sich aber nicht gelegt, im Gegenteil, in den postfaktischen Zeiten von heute wirkt man schon verdächtig, wenn man in der U-Bahn ein Buch liest und an der Haltestelle "Universität" aussteigt. Nun sollte der formell Gebildete aber nicht arrogant auf diejenigen herabsehen, die "nur" einen einfacheren Abschluss haben, unstudiert heißt keineswegs unwissend oder unreflektiert. Das gesellschaftliche Klima wird aber umgekehrt rauer für diejenigen, die Fakten, wissenschaftliche Methoden und vorsichtige Abwägung der Optionen und Folgen für wichtiger halten als gefühlte Wahrheiten und vermeintlich einfache Lösungen.

Der 17. November steht aber nicht deshalb als "International Students Day" seit nunmehr 75 Jahren im Kalender, sondern aus einem noch ernsteren Grund. Denn er gedenkt der Prager Studentenproteste des Herbstes 1939 gegen die Besatzung durch die Wehrmacht von Nazideutschland. Am 17. November 1939 wurden in der Hauptstadt Tschechiens, das damals als "Reichsprotektorat Böhmen und Mähren" okkupiert war, die Rädelsführer der Proteste ohne vorherige Prozesse hingerichtet. Die Nazis schlossen zudem alle Einrichtungen der tschechischen Hochschulen. In der Tschechischen Republik, die man bitte niemals "Tschechei" nennen sollte, ist der heutige 17. November der Feiertag "Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie".

Die Feindlichkeit der braunen Horden und die Schmähung der Intellektuellen hätte schon viele Jahre vor 1939 ein ernstes Warnsignal sein sollen. Gegen eine Wiederholung der Raserei der braunen Horden sollten Gebildete sich nicht nur am heutigen Tag wehren - und dabei kommt es überhaupt nicht auf den formellen Grad ihrer Bildung an. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Game, Set and Match: iTunes Match war vor fünf Jahren Apples erstes Angebot, rechtmäßig erworbene Musik (oder auch selbst gemachte) auf jedem Mac oder iOS-Gerät ohne vorherige Synchronisationen abspielen zu können. Mit Apple Music ist das Angebot jedoch obsolet geworden, solange man das Abo weiter bezahlt, hat man per Stream Zugriff nicht nur auf die eigene Musik, sondern auf alle 40 Millionen angebotenen Titel. Bisher kassierte Apple zwar weiterhin doppelt ab, Apple-Music-Abonnenten, die ihr Match-Abo nicht gekündigt hatten, mussten die 25 Euro Jahresgebühr weiter berappen. Damit dürfte nun aber Schluss sein, wie die Kollegen von iphone-ticker.de feststellen. Apple entfernt auf seinen Supportseiten immer mehr Hinweise auf iTunes Match und dessen Unterschied zu Apple Music, obwohl man Stand heute noch ein Abo abschließen kann. iTunes Match wird nicht mehr gebraucht, räumt Apple an anderer Stelle ein.

Scareware umgehen: Wenn Sie als erfahrener Mac-Anwender von Safari ein Pop-up angezeigt bekommen, das behauptet, Ihr Mac wäre infiziert, geblockt oder sonst wie beschädigt, wissen Sie, was zu tun ist: Nämlich das Fenster wegklicken, die Website, auf der ein JavaScript die Meldung hervorgebracht hat, nie mehr besuchen und vor allem niemals die kostenpflichtige Nummer anrufen, unter der Sie angeblich Hilfe bekommen. Was aber, wenn einem Verwandten, Bekannten oder Freund das passiert, der oder die nicht so versiert ist? Natürlich erst einmal beruhigen und anschließend einen Blick auf den Rechner werfen, ob noch alles in Ordnung ist und gegebenenfalls Sicherheitssoftware nachinstallieren. Das kann zur Not auch aus der Ferne passieren, Fernwartungssoftware wie Team Viewer sollte auf keinem Mac fehlen. Jason Snell hat weitere Tipps, wie Sie und Ihr Betreuungsfall aus derartigen Scarewarefallen kommen.

Eingeschränkt: Kaum war das iPhone 7 (Plus) auf dem Markt, drehten sich schon die ersten Gerüchte um das Nachfolgemodell - Apple will angeblich im kommenden Jahr das Design erneut radikal verändern und neue Techniken einsetzen. Doch einen OLED-Bildschirm soll laut KGI Securities nur eines von drei neuen Modellen bekommen, ein 5,5-Zoll-iPhone, das auch ein Dual-Kamera-System mitbringt. Dual-Kamera ist indes auch beim zweiten  5,5-Zöller Standard, der mit herkömmlichen LCD ausgestattet sein wird. Nur eine Kamera - und LCD - solle indes ein 4,7-Zoll-Modell haben. Von einem Vierzöller der Reihe iPhone 8 ist also nicht die Rede, womöglich wird Apple den bewährten Formfaktor im Rahmen eines Upgrades für das iPhone SE weiterpflegen.

Zerlegt: Die Reparaturspezialisten von iFixit haben eines der bisher nur schlecht erhältlichen Macbook Pro mit Touch Bar erhalten und ihrem üblichen Teardown unterzogen. Dabei kommen die Techniker zu dem ein oder anderem erwarteten Ergebnis - die Touch Bar lässt sich nämlich nur sehr schwer austauschen - sondern auch zu einem überraschenden: Die Lautsprechergitter links und rechts der Tastatur sind reine Kosmetik. Die Löcher sind nicht mit dem Lautsprechern verbunden, sind im Gegenteil nicht einmal durchgängig. Der Sound kommt von wo anders aus dem Gehäuse, nämlich aus den Auslässen der Lüfter. Das Macbook Pro mit Touch Bar erhält von iFixit nur einen von zehn Punkten auf ihrer Skala der Reparaturfähigkeit, hier spielt zum Beispiel auch eine Rolle, dass ein Defekt der Touch ID zum Komplettaustausch des Logic Boards zwingen würde. Im Prinzip könne man nur das Trackpad und die 3,5-Zoll-Klinkenbuchse wechseln, ohne Probleme mit dem Logic Board zu bekommen.

Fremdsprachen : Google will seine Übersetzungsmaschinen mit neuronalen Netzen zu akkurateren Ergebnissen bringen. Vorerst betrifft das nun acht Sprachen und ihre Übersetzungen aus dem und in das Englische, das sind Deutsch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und Türkisch. Anders als bisher soll der Übersetzer ganze Sätze auf einmal betrachten und übertragen, anstatt sich auf einzelne Worte zu stürzen.

Auf die Hälfte reduziert: Bloomberg berichtet, dass Apple kurz davor stehe, seine Provision für den Vertrieb von Filmen und Serienfolgen über seine Kanäle von den üblichen 30 Prozent auf 15 Prozent zu reduzieren. Dies geschehe vor allem zur Besänftigung der Rechteinhaber, die den iTunes Store bisher füllen, da Apple plane, eigene Video-Inhalte für Apple Music und Apple TV zu produzieren. Einige Anbieter hätten bereits seit dem letzten Jahr nur noch 15 Prozent ihrer Einnahmen an Apple abführen müssen, hätten dafür aber exklusive Inhalte vertrieben. Darunter seien Netflix, Hulu und MLB.TV gewesen.

Weitere Nachrichten:

ICQ feiert 20. Geburtstag

Vor 20 Jahren veröffentlichte das israelische Startup Mirabilis die Chat-Software ICQ . Das von Yair Goldfinger, Arik Vardi, Sefi Vigiser und Amnon Amir entwickelte Tool war der erste Instant-Messenger und damals unter anderem für Windows 95 und Mac verfügbar. Da ICQ lediglich einen Internetzugang voraussetzte und kostenlos nutzbar war, wuchsen die Nutzerzahlen stetig. Vier Jahre nach dem Release zählte die Chat-Software bereits 100 Millionen Nutzer.

Zur einfachen Handhabung wurde jedem ICQ-Nutzer eine sechsstellige Nummer zugeteilt, anhand derer er eindeutig identifiziert werden konnte. Viele Nutzer werden sich auch noch an das typische „Oh-Oh“-Geräusch beim Eingang einer Nachricht sowie die Status-Icons erinnern. Verschlüsselt war der Messenger damals noch nicht. Aufgrund der offenen Architektur konnte die Software außerdem geklont und geforkt werden.

1998 wurde der Entwickler Mirabilis schließlich von AOL für 407 Millionen US-Dollar gekauft. ICQ ging damit ebenfalls in den Besitz des Internet-Konzerns über, der die ICQ-Nutzerzahlen mit seinen Kunden weiter wachsen ließ. In den darauffolgenden Jahren wurde die Nutzerschaft langsam wieder kleiner. 2010 zählte ICQ nur noch 42 Millionen Nutzer.

Im selben Jahr wurde die Chat-Software für 187,5 Millionen US-Dollar an den mittlerweile als Mail.ru Group bekannten russischen Investor Digital Sky Technologies verkauft. Soziale Netzwerke und andere Messenger machten ICQ zunehmend Konkurrenz. Trotz der Veröffentlichung von Apps für iOS, Android und Windows Phone, sinken die Nutzerzahlen 2013 mittlerweile auf 11 Millionen. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Messenger auch weiterhin am Markt wird behaupten können.

Seagate: Portable Festplatte mit 5 TB Speicherkapazität

Seagate hat für November den Marktstart der 5-TB-Variante der Backup Portable Plus angekündigt. Kein anderes portables Produkt, so Seagate, biete mehr Speicherplatz an. Die Abmessungen liegen bei 114,5 x 76 x 20,35 Millimetern. Der portable Datenspeicher kann über USB 3.0 an einen Rechner (PC oder Mac) angeschlossen werden und setzt auf Seagates 2,5" 1-Terabyte-Platter-Technologie. Die maximale Datenübertragungsrate liegt bei 120 Megabyte pro Sekunde. Für das vollständige Befüllen sind also viele Stunden notwendig...

Seagate verspricht eine "flexible Speicherlösung von robustem Design und außergewöhnlich hoher Zuverlässigkeit" für die "ständig wachsende digitale Bibiliothek" der Nutzer. So hätten auf dem portablen Datenträger etwa 1 Million Fotos, über 1,2 Millionen Sons oder 600 Stunden Videos im HD-Format Platz, wie Seagate vorrechnet.

Das 5 TB Backup Plus wird später im Monat erhältlich sein. Den US-Preis gibt Seagate mit 189,99 US-Dollar (ohne Steuern) an. Einen Euro-Preis verrät Seagate nicht.

Tinder-App bietet mehr Auswahl bei Geschlechtern

In der aktualisierten Tinder-App dürfen Nutzer in den USA, Großbritannien und Kanada ihr Geschlecht genauer spezifizieren. Bislang standen hier nur „männlich“ und „weiblich“ zur Verfügung. In der Vergangenheit führte dies dazu, dass transsexuelle Tinder-Nutzer nach Beschwerden anderer Anwender gesperrt wurden. Hierfür entschuldigen sich die Betreiber.

Nach dem Update stehen bei der Auswahl des Geschlechts neue Kategorien wie Transsexuell oder Transgender zur Verfügung. Gleichzeitig dürfen Tinder-Nutzer festlegen, welches Geschlecht sie über die Suche finden möchten. Im Profil lässt sich das ausgewählte Geschlecht wahlweise aber auch verstecken.

Die aktualisierte Version von Tinder soll die Dating-App für neue Nutzergruppen interessant machen. Auch die Mitarbeiter sollen auf das sensible Thema besser vorbereitet werden. Wann die Funktion auch in Deutschland zur Verfügung stehen wird, ist vorerst unklar.

iOS-Browser mit Tracking-Sperre von Mozilla

Im Unterschied zu Konkurrenten verhinderte der Blocker Focus bzw. Klar übrigens nicht den Besuch von Werbeblocker abweisenden Seiten wie Bild.de.Beim Surfen wird man mittlerweile von dutzenden an Datensammlern beobachtet, die jede Aktion erfassen. Dazu gehören neben Google und Facebook eine Vielzahl an Werbenetzwerken. Will man dies unterbinden, hat Firefox für iOS-Anwender die neue Software Firefox Focus im Angebot, einen eigenständigen Browser mit integriertem Privatsphäre-Schutz. Die App soll in Kürze auch in Deutschland verfügbar sein. Automatisch werden Ad Tracker, Analytics Tracker (etwa von Google) und Social Tracker (zum Beispiel von Facebook) geblockt. Über die Voreinstellungen kann man diese Tracker bei Bedarf auch zulassen. Firefox Focus verhindert zwar ebenfalls die Anzeige mancher Werbebanner, im Unterschied zu den umstrittenen Adblockern wie Adblock Plus steht der Datenschutz im Vordergrund. Grundlage sind offenbar wie bei der Desktop-Version von Firefox die Blocklisten der Datenschutz-Initiative Disconnect. Diese bemüht sich, einen Ausgleich zwischen den Wünschen der Werbetreibenden und Surfer zu finden.
 Optional kann man noch weitere Tracker blockieren, was aber laut Hersteller, die Anzeige mancher Webseiten und Videos verhindern kann. Nicht nur mehr Privatsphäre soll der neue Browser garantieren, zusätzlich kann das Blocken der Tracker die Darstellung vieler Webseiten beschleunigen. Ein Nachteil: Manche Webseiten blockieren automatische Webbrowser mit Adblocker und Werbetracker. Für die Anzeige dieser Webseiten bietet die App eine Option, die Webseite im vorinstallierten Safari-Browser zu laden. In Deutschland erscheint die App etwas später und trägt statt Firefox Focus den Namen „Klar by Firefox“. Der gleichnamige Safari-Werbeblocker, dessen Voreinstellungen fast identisch sind, bleibt weiterhin verfügbar (in den USA heißt übrigens der Werbeblocker „Focus by Firefox“). Dieser ist nicht mit der iOS-Version von Firefox kompatibel und kann nur über als Content Blocker in Safari genutzt werden. Der Grund für diese etwas merkwürdige Umbenennung in „Klar“ ist übrigens das deutsche Magazin „Focus“ mit dem die App nicht verwechselt werden soll. Ist der Focus-Herausgeber Burda doch ein Partner von Mozilla. Im Unterschied zu Konkurrenten verhinderte der Blocker Focus bzw. Klar übrigens nicht den Besuch von Werbeblocker abweisenden Seiten wie Bild.de.

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