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Morgenmagazin vom Donnerstag, 18. Dezember 2014

18.12.2014 | 07:11 Uhr |

Was heute wichtig wird: 18. Dezember 2014 +++ Tech Smith: Flexible Videobearbeitung für mobile Endgeräte +++ Google Drive bekommt ODF-Support und Sprachsuche für Android +++ Gefährliche Lücke bedroht über 100.000 Wordpress-Seiten +++ Amazon nennt neue Bestellfristen für Weihnachten +++ Uhrzeitablesen vom Handy ist während der Fahrt verboten

Was heute wichtig wird: 18. Dezember 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Das Datum war im Jahr 1990 eher zufällig gewählt, aber es passt, gerade in diese Weihnachtszeit: Am 18. Dezember ist der Welttag der Migranten. Vermutlich wird niemand diesen Text hier lesen, der auch am kommenden Montag sich einer Demonstration anzuschließen gedenkt, die diffuse Ängste, Unzufriedenheit und Vorurteile gegenüber Fremden Ausdruck gibt. Mit Argumenten kann man Teilnehmern dieser Zusammenkünfte nicht kommen. Selbst dann nicht, wenn man sie im Internet verbreitet und nicht in der gedruckten Zeitung. Dabei geschieht Migration selten freiwillig. Man möge bei den Iren nachfragen, die im 19. Jahrhundert der Kartoffelpest über den Atlantik entflohen. Oder bei überlebenden Hugenotten, die im 17. Jahrhundert in Preußen eine neue sichere Heimat fanden. Deutsche Länder waren über Jahrhunderte Auswanderungsländer, die meisten der vor 1933 emigrierten kehrten wirtschaftlicher Not den Rücken. Und die nach 1945 gekommenen haben entscheidend zum Wohlstand des Landes beigetragen.

Unsinnig ist die Vorstellung, dass von Extremisten Vertriebene als anerkannte Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat extremistische Staatsformen errichten wollen, aber wie gesagt, Argumente sind manchen Leuten nur schwer zu unterbreiten. Der Philosoph Byul-Chun Han hat gestern in der Süddeutschen Zeitung sehr gut die Psychologie derer erklärt, die sich abgehängt fühlen und einen äußeren Feind konstruieren.

Migranten, Flüchtlingen, Vertriebenen, Zuwanderern, wie man sie auch immer nennen will, ihnen sollte Schutz gebühren. Umso trauriger, dass die von der UN-Vollversammlung beschlossene Konvention zum Schutz der Rechte von Migranten auch nach 24 Jahren noch nicht ratifiziert ist.

Vor allem in der Weihnachtszeit erinnert man sich an die Legende von einer gewissen Migrantenfamilie. Deren Reise nach Bethlehem war zwar keine Flucht, sondern geschah aus Gründen der Steuererhebung - die Flucht erfolgte laut Weihnachtsgeschichte erst später. Wie absurd ist es gerade in der Weihnachtszeit, Menschen, die gerade noch einmal mit dem Leben davon gekommen sind, die hässliche Seite der Xenophobie zu zeigen? Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Netflix will auf Dauer kein Offline-Viewing : Netflix-Sprecher Cliff Edwards hat gegenüber TechRadar erklärt, dass der Streamingdienst keine Downloads zulassen werde. Offline-Viewing habe es nur kurzfristig gegeben, zum Wi-Fi-Probleme zu umgehen. In spätestens fünf Jahren seien drahtlose Netze aber so weit ausgebaut, dass niemand eine Download-Option vermisse. Ob das aber auch in Flugzeugen und Fernzügen der Fall sein wird?

Munster: "Apple TV kommt bestimmt 2016": Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster hat mal wieder zugeschlagen und gegenüber Business Insider einen Fernsehapparat von Apple prognostiziert. Das Gerät soll nun also im Jahr 2016 erscheinen, ist sich der Analyst sicher. Im Jahr 2011 hatte Munster bereits ein solches für 2013 vorhergesehen, 2012 dann eines für 2014. 2013 setzte er mit der Prognose aus. Wir tippen darauf, dass Munster Ende 2015 einen Apple-Fernseher für das Jahr 2017 voraus sieht.

Facebook schaltet automatische Bildverbesserung ein: Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. Smartphonekameras sind zwar aufgrund ihrer Bauform beschränkt, bringen aber oft beeindruckende Ergebnisse. Meist aber nicht, weswegen Facebook eine automatische Bildverbesserung für das Handygeknippse anbietet, nun auch in der iOS-Version. Zuvor konnten schon Android-Nutzer ihre Fotos verbessern oder verschlimmbessern. Immerhin lässt sich der Grad der Bildkorrekturen mit einem Schieberegler selbst bestimmen.

Wohltätigkeit in Zahlen: Apple hat den schwarzen Freitag heuer nicht zur üblichen Rabattschlacht genutzt und allenfalls in den USA moderate Preisnachlässe gegeben. Stattdessen nutzte der Hersteller das Thanksgiving-Wochenende dazu, über die Organisation ProductRED Spendengelder für den Kampf gegen AIDS in Afrika zu sammeln. 20 Millionen US-Dollar sind dabei immerhin zusammengekommen, verrät Apple-CEO Tim Cook in einer Weihnachtsmail an Mitarbeiter. In dem Schreiben preist Cook zudem Apples Erfolge von 2014 und stimmt die Belegschaft auf das Jahr 2015 ein.

Der Rubel rollt nicht mehr: Apple hat den Handel seines Online Stores in Russland ausgesetzt, den das Unternehmen erst kürzlich eröffnet hatte. Währungsschwankungen seien der Grund dafür, ausgelöst durch Wirtschaftssanktionen und einem sinkenden Ölpreis geht die russische Wirtschaft derzeit auf Talfahrt und mit ihr die Währung. Wann Apple den Handel mit angepassten Preisen wieder aufnehmen will, ist nicht bekannt.

Tech Smith: Flexible Videobearbeitung für mobile Endgeräte

Apple ermöglicht Nutzern seit OS X 10.10 Yosemite, den Bildschirm ihres iPhones oder iPads ab iOS 8 mittels eines Macs über Quicktime abzufilmen. Hierzu benötigt man außer den aktuellen Betriebssystemen ein iOS-Gerät mit Lightning-Kabel. Nun kann man über das in OS X 10.10 bereits installierte Quicktime auswählen, ob man statt des Mac-Desktops den Bildschirm des angeschlossenen iPhones oder iPads aufnehmen will. Ein Video-Tutorial von Tech Smith zeigt anschaulich, wie das funktioniert.

Freilich, direkt nachbearbeiten lassen sich solche Bildschirm-Videos nicht. Hier hilft etwa Tech Smith-App Show weiter. Diese Anwendung richtet sich laut Entwickler insbesondere an jene, die auf unkompliziertem Weg Demo-Videos erstellen und damit zeigen möchten, wie eine App oder Anwendung auf dem iPhone oder iPad funktioniert. Verschiedene Vorlagen sollen dabei das Erstellen des Videos vereinfachen. App Show eignet sich Tech Smith zufolge besonders gut für App-Entwickler, die Preview-Videos für den App Store erstellen möchten. Die Anwendung ist zurzeit als kostenlose Beta verfügbar.

Dagegen ist Camtasia for Mac seit Jahren zum Erstellen von Screencasts vom und am Mac verfügbar. Mit der neuesten Version  2.9 wurde die Software um eine Aufnahmemöglichkeit für iOS-Geräte erweitert. Diese Aufnahmen können mit dem eingebauten Videoeditor bearbeitet, geschnitten und optimiert werden. Für iOS-Screencasts gibt es iOS-Geräterahmen und spezielle Effekte zum Visualisieren der Gesten. Von der Mac-App ist auch eine Demoversion (ab Mac-OS X 10.6 auf Intel-Rechner) erhältlich, bei Gefallen kostet sie gut 86 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Google Drive bekommt ODF-Support und Sprachsuche für Android

Googles Cloud-Dienst Google Drive kommt ab sofort auch mit ODF-Dateien zurecht. Dieses Format wird von Office-Anwendungen wie LibreOffice oder OpenOffice verwendet. Zu den unterstützten Dateiendungen gehören .odt (Dokumente), .ods (Tabellen) und .odp (Präsentationen). Schon vorher konnten ODF-Dateien in die Cloud geladen und geöffnet werden, eine Bearbeitung war jedoch nicht möglich.

Auch die Apps für iOS und Android wurden mit einem Update versehen, die Apple-Variante ist seit gestern erhältlich, die Android-Version folgt in wenigen Wochen. Hinzugekommen ist beispielsweise eine neue Suchfunktion, mit der nach Dateien in Google Drive gefahndet werden kann, unter Android sogar per Sprachbefehl.

Die Apple-Version von Google Drive profitiert hingegen von den neuen Möglichkeiten in iOS 8 : Inhalte aus anderen Apps lassen sich direkt in die Google-Datenwolke hochladen. Beide Apps unterstützen zusätzlich den Upload und Tausch von Google-Maps-Karten.

Gefährliche Lücke bedroht über 100.000 Wordpress-Seiten

Wordpress ist nicht nur bei Anwendern die beliebteste Blog-Software. Sondern auch Hacker lieben diese auf der Skriptsprache PHP und der Datenbank MySQL basierende Gratis-Lösung zum Aufsetzen optisch ansprechender und leistungsfähiger Weblogs. Denn in Wordpress beziehungsweise in dessen PHP-MySQL-Unterbau entdecken Sicherheitsexperten ständig neue Sicherheitslücken. Auch die für Wordpress erhältlichen zahlreichen Plugins reißen oft Sicherheitslücken auf. So auch jetzt wieder.

Sucuri, ein Sicherheits-Unternehmen mit Firmenzentrale in den USA , warnt davor, dass eine Sicherheitslücke mehr als 100.000 Wordpress-Webseiten bedrohen soll. Und zwar solche Wordpress-Installationen, die das kostenpflichtige Diashow-Plugin Slider Revolution verwenden. Die Schwachstelle in dem Plugin wollen die Experten von Sucuri bereits vor einigen Monaten entdeckt haben.

Slider Revolution alias RevSlider wird mitunter im Bundle mit fertigen Wordpress-Themes ausgeliefert, so dass die Seitenbetreiber, die das Theme verwenden, überhaupt nicht wissen, dass sie auch Slider installiert haben. Hier schafft ein Blick in die Wordpress-Übersicht der installierten Themes Klarheit.

Die Sicherheitslücke

Hacker könnten diese Schwachstelle dazu ausnutzen um die Kontrolle über gesamte Wordpress-Installation und die damit erstellte Webseite zu übernehmen. Hierzu schleusen die Angreifer die Malware SoakSoak in die Wordpress-Installation ein. Diese legt neue Administratoren in der Wordpress-Installation an, mit denen die Hacker dann die Kontrolle übernehmen. SoakSoak manipuliert die Datei wp-includes/template-loader.php um weitere Malware nachladen zu können. Diese Malware ist in Javascript programmiert. Sie wird von der Domain SoakSoack.ru nachgeladen.

Google hat aus Sicherheitsgründen bereits 11.000 infizierte und mit Wordpresse erstellte Webseiten aus seinem Index entfernt, weil es darauf Malware entdeckt hat.

So schützen Sie sich

Sucuri hat einen kostenlosen Online-Scanner veröffentlicht, in dem Sie URLs eintragen können um diese unter anderem daraufhin zu überprüfen, ob SoakSoak dort bereits zugeschlagen hat.

Zum Schutz gegen SoakSoak empfehlen die Sucuri-Experten:

a) die Verwendung einer Firewall, die die Verbindung zwischen Malware und deren Servern unterbricht.

b) Noch besser ist es natürlich, wenn man das Plugin entfernt oder

c) es auf die aktuelle Version aktualisiert – in dieser soll die Sicherheitslücke geschlossen sein. Alle Slider-Versionen vor 4.1.4 sollen von der Lücke betroffen sein.

d) Zudem müssen auf einem bereits infizierten Wordpress-System die Dateien swfobject.js und template-loader.php gelöscht werden.

Amazon nennt neue Bestellfristen für Weihnachten

Amazon hat seine Bestellfristen für Geschenke, die rechtzeitig zu Heiligabend beim Empfänger eintreffen sollen, noch einmal angepasst. Möglicherweise als vertrauensbildende Maßnahme wegen der Streiks in den Amazon-Versandzentren. Die neuen Bestellfristen von Amazon für die pünktliche Zustellung von Weihnachtsgeschenken sehen nun folgendermaßen aus:

Standardversand

Kunden in Deutschland können bei Amazon per Standardversand bis zum 22. Dezember um 12 Uhr mittags bestellen und die Geschenke sollen pünktlich zum Fest ankommen (bisher nannte Amazon Sonntag, den 21. Dezember, als Stichtag). Das gilt für direkt bei Amazon bestellte Waren und für Bestellungen bei Drittanbietern, die direkt von Amazon versendet werden. Amazon verspricht, dass die Weihnachtsgeschenke dann pünktlich an Heiligabend mit kostenfreier Lieferung ab 29 Euro Bestellwert in Deutschland, Österreich, Belgien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande und in die Schweiz eintreffen. Buchlieferungen innerhalb Deutschlands liefert Amazon immer versandkostenfrei.

Prime und Premiumversand

Bis Dienstag, 23. Dezember, mittags können Weihnachtsgeschenke per Prime www.amazon.de/prime und Premiumversand bestellt werden. Der Service ist für Prime-Mitglieder kostenlos und für andere Kunden gegen eine Gebühr von 6 Euro erhältlich.

Morning-Express

Bis Dienstag, 23. Dezember, 15 Uhr sind Bestellungen per Morning-Express (Ausnahme: deutsche Inseln) möglich. Der Service ist gegen eine Gebühr von 13 Euro beziehungsweise 5 Euro für Prime-Mitglieder erhältlich und gilt für alle Produkte, die mit dem Morning-Express-Angebot gekennzeichnet sind.

Evening-Express

Am 24. Dezember können spätentschlossene Großstädter noch bis 6.00 Uhr morgens mit dem Evening-Express bestellen für die Lieferung bis 14.00 Uhr an Heiligabend. Dieser Service gilt für alle Produkte, die auf der Detailseite mit Evening-Express-Angebot gekennzeichnet sind und ist in Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart, Köln und den meisten Städten im Ruhrgebiet gegen eine Gebühr von 13 Euro beziehungsweise 5 Euro für Prime-Mitglieder verfügbar. Eine Übersicht über die Zustellgebiete finden Kunden unter www.amazon.de/evening-express .

Die Bestellmöglichkeiten für eine pünktliche Lieferung an Weihnachten finden Kunden jeweils auf der Produktdetailseite. Weitere Informationen zu den Lieferfristen zu Weihnachten finden Kunden auch auf den Amazon Hilfeseiten unter www.amazon.de/bestellfristen.

Uhrzeitablesen vom Handy ist während der Fahrt verboten

Das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken hat die Beschwerde eines Auto-Fahrers gegen ein Urteil des Amtsgerichts Pirmasens abgelehnt. Das Amtsgericht hatte den Autofahrer wegen der „verbotswidrigen Benutzung eines Mobiltelefons im Straßenverkehr“ verurteilt. Der Verurteilte hatte nämlich sein Handy in die Hand genommen, um die Uhrzeit abzulesen. Dabei wurde er offensichtlich von der Polizei erwischt.

Der Autofahrer hatte zu seiner Verteidigung argumentiert, dass er das Handy ja nicht benutzt habe, er also damit weder telefoniert, noch Kurznachrichten verschickt noch Mails geschrieben oder im Internet gesurft habe. Sondern eben nur die Uhrzeit abgelesen habe.

Das Oberlandesgericht bestätigte aber das Amtsgericht darin, dass auch das Ablesen der Uhrzeit eine Benutzung des Handys darstelle (O-Ton des Gerichts: „wenn die beanstandete Handlung des Betroffenen einen Bezug zu einer der Funktionen des Geräts hat“). Und die ist bei laufendem Motor verboten (Verstoß gegen § 23 Absatz 1a StVO). Erlaubt ist dagegen das bloße Aufheben oder Umlagern des Handys während der Fahrt.

Falls Sie das Smartphone also für welchen Zweck auch immer benutzen wollen, müssen Sie an den Straßenrand ranfahren, anhalten und den Motor ausschalten. Dann sind Sie auf der sicheren Seite - sowohl rechtlich als auch praktisch.

Es gibt aber noch eine andere rechtlich einwandfreie Möglichkeit: Wenn Ihr Fahrzeug zum Beispiel vor einer roten Ampel zum Stehen kommt und die Start-Stopp-Automatik Ihres Fahrzeugs den Motor automatisch ausschaltet. In diesem Fall dürfen Sie das Handy/Smartphone ebenfalls in die Hand nehmen. Der Fahrer muss also nicht zwingend eigenhändig den Motor abstellen.

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