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Morgenmagazin vom Donnerstag, 18. Juni 2015

18.06.2015 | 06:56 Uhr |

18. Juni 2015 +++ Analyst sieht nachlassendes Interesse an Apple Watch +++ Monster verliert MFi-Label +++ Apple Music: Probezeit ohne Adele und Radiohead +++ Externe Batterybox für Macbook und iPhone +++ Neue Schwachstelle in WhatsApp +++ Range Rover mit Smartphone-Fernsteuerung

Was heute wichtig wird: 18. Juni 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Im Pop liegt bekanntlich viel Wahrheit, im Jahr 1974 verbreiteten aber drei Schweden und eine Norwegerin singend eine Fehlinformation: "In Ouoaterluu Napoleon did surrender". Nun spricht man in dem heute belgischen und am 18. Juni 1815 königlich-niederländischen Dorf Waterloo flämisch, man spricht's also quasi so, wie man's schreibt. Das mit der Kapitulation ist auch falsch: Die Schlacht bedeutete zwar die endgültige militärische und politische Niederlage des selbst ernannten Kaisers der Franzosen, de facto kapituliert hat er aber erst, als er einige Wochen später das britische Kriegsschiff bestieg, das ihn in die Verbannung nach St. Helena schickte, von wo aus ihm kein Comeback mehr gelang.

Aber wir wollen nicht kleinlich sein und gehen nicht weiter in die Tiefe, dass Waterloo nur der letzte Schlachtort Mitte Juni war, als Preußen und Briten gemeinsam den eben erst als Elba zurückgekehrten und schon einmal besiegten Napoleon Bonaparte endgültig überwanden - und so die Ergebnisse des wenige Tage zuvor beendeten Wiener Kongresses umgesetzt wurden. Die etablierten Monarchien feierten für einige Jahrzehnte in Europa ihr Comeback, das Situation von vor der Französischen Revolution war wieder herstellt. Mit einigen Unterschieden im Machtgefüge. Großbritannien stieg für über ein Jahrhundert zur uneingeschränkten Weltmacht auf und das Kurfürstentum Bayern für 112 Jahre zum Königreich.

Vergessen darf man nicht, dass auf dem Schlachtfeld von Waterloo vor 200 Jahren keineswegs fröhlich gesungen und geklampft wurde, sondern tausendfach gelitten und gestorben. Dennoch ist der Abba-Song einer der besseren, die je einen paneuropäischen Musikwettbewerb gewonnen haben. Trotz der Irreführungen im Text. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Socken mit Bluetooth-Chip: Wearables wie Google Glass und die Apple Watch sind erst der Anfang, Sensotern und Chips werden bald in unserer Kleidung stecken. Ein erstes Fitnessgadget dieser Art hat unsere Kollegin Caitlin McGarry ausprobiert: Die Smartsocks von Sesoria. Die Socken sollen Läufern unter anderem zeigen, ob sie richtig auftreten.

Monster verliert Lizenz: Ist da jemand nachtragend? Apple hat die Lizenz für das Siegel "Made for iPhone" dem Kopfhörerhersteller Monster entzogen, nach September darf er es nicht mehr benutzen. Hintergrund könnte ein Rechtsstreit sein, den Monster mit der Apple-Tochter Beats Electronics führt. Monster beansprucht dabei, einen großen Teil der Entwicklungsarbeit für die Kopfhörer von Dr. Dre verrichtet zu haben. Apple kommentiert den Vorgang nicht.

Ohne Rollin' in the Deep: Drei Monate kostenlos ausprobieren - das klingt nach einem Angebot für Apple Music, das man nicht ablehnen kann. In der Probezeit werden jedoch vermutlich einige Künstler fehlen - das britische Label XL Recordings will sich laut Telegraph nicht darauf einlassen. XL Recordings hat Künstler wie Adele, Radiohead oder M.I.A. unter Vertrag und will anscheinend nicht für die drei Probemonate auf Einnahmen verzichten. Auch Domino Records, ebenso aus dem UK, will bei der Testphase nicht mitmachen.

Apple baut Stores um: Ab Juli will Apple seine Stores umgestalten und laut Macotakara den Kunden darin ein "Premium-Gefühl" geben. Das könnte vor allem problematisch für Zubehörhersteller werden, denn Apple will insbesondere diese Kruschtregale aufräumen und hochwertiges Zubehör in besonderem Licht präsentieren. Die Umgestaltung der Apple Stores verantworten Retail-Chefin Angela Ahrendts und der zum Chief Design Officer beförderte Jonathan Ive.

Weitere Nachrichten:

Apple Watch: Analyst sieht nachlassendes Interesse

Ist die Apple Watch nun der nächste große Hit von Apple, der einer ganzen Geräteklasse zum Durchbruch verhilft? Oder landet Apple mit der Watch einen Flop? Bei der Beantwortung dieser Frage scheiden sich die Geister. Die Aussagen des Analysten Andy Hargreaves von Pacific Crest sprechen jedenfalls für Letzteres.

Wobei sich Andy Hargreaves allerdings nicht auf tatsächliche Verkaufszahlen zur Apple Watch stützen kann. Sondern stattdessen Google Trends ausgewertet hat. Auf Google Trends kann jeder Interessierte sehen, welche Suchbegriffe von Nutzern der Suchmaschine Google wie oft eingegeben werden. In Relation zum gesamten Suchaufkommen und auch nach Regionen unterschieden. Die Grippe-Warnung von Google Flutrends basiert zum Beispiel darauf.

Hargreaves Prognose basiert nur auf Google Trends
Vergrößern Hargreaves Prognose basiert nur auf Google Trends

Hargreaves hat nun herausgefunden, dass die Suchanfragen nach der Apple Watch seit deren Vorstellung im April 2015 deutlich zurückgegangen sind und zuletzt sogar unter denen des iPod lagen – der völlig aus der Mode gekommen ist. Das iPad, dessen Suchanfragen-Kurve sich ebenfalls im Sinkflug befindet, liegt noch deutlich über der Apple Watch.

Hargreaves hat wegen dieser Google-Trends-Ergebnisse sein Verkaufsschätzungen für die Apple Watch nach unten korrigiert. Hargreaves rechnet nun mit 11 Millionen verkauften Apple Watches bis Ende September 2015, wie Businessinsider berichtet. Die Hoffnung von Apple im nächsten Finanzjahr 2016 (das von 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 geht) 24 Millionen Exemplare der Apple Watch verkaufen zu können, könne Apple vergessen, wie Hargreaves.

Der Analyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities hatte bereits im Mai seine Prognosen nach unten korrigiert und fünf bis sechs Millionen Exemplare bis Ende Juni vorhergesagt. Bis Ende September 2015 rechnet Kuo aber immerhin doch noch mit 15 Millionen verkauften Apple Watches.

Die Marktforscher von Global Equities Research gehen davon aus, dass Apple bisher 7 Millionen Watches verkaufen konnte. 2,5 Millionen Stück seien bereits an die Kunden ausgeliefert worden.

Unsere Einschätzung: Hargreaves Prognose steht auf sehr wackligen Füßen. Und ist reine Kaffeesatzleserei. Ob die Apple Watch ein Erfolg wird oder nicht, wissen wir erst, wenn Apple seine Verkaufszahlen zu Watch vorlegt. Und selbst diese bieten Raum für Interpretationen. Denn selbst wenn die absoluten Verkaufszahlen unter den Prognosen mancher Analysten liegen sollten, kann die Gewinnmarge der Apple Watch die Apple-Aktionäre immer noch zufrieden stellen.

Externe Batterybox für Macbook und iPhone

Der externe Akku ”BatteryBox“ soll acht iPhones laden oder einem Macbook Air 13 Stunden lang Strom verleihen. Das Batterie-Management-System Battery OS sorge außerdem dafür, dass der Akku auch nach fünf Jahren kaum an Leistung einbüße.

Mit der externen Akku Batterybox des Hersteller Gbatteries lässt sich ein iPhone 5S bis zu 80 Stunden extra mit Strom versorgen, ein iPad Air 2 bis zu 22 Stunden, ein Macbook Air erhält demnach bis zu 13 Stunden Zusatzstrom, und ein Macbook Pro Retina immerhin noch 7,4 Stunden, heißt es beim Anbieter Hardwrk. Das integrierte Batterie-Management-System Battery OS soll außerdem verhindern, dass die  verbaute Lithiumionenzelle schnell an Kapazität verliert. Ganze 3000 Ladezyklen macht der Akku demnach mit. Auch nach fünf Jahren verfügt der Akku dank Battery OS noch über 96 Prozent seiner Kapazität, verspricht der Anbieter. Durch das Umgehen des internen Akkus minimiert Batterybox zudem dessen Ladezyklen und verlängert so auch dessen Ausdauer, schreibt Hardwrk weiter.

Am Macbook beziehungsweise dessen Magsafe-Anschluss  befestigt wird der externe Akku per Snapfit-Clip. Auch der eigene Snapfit-Anschluss, eine Art Klammer am Macbook, löse sich leicht, wenn jemand über das Kabel stolpert. Jede Batterybox bietet vier Snapfit-Clips, je einer für ein anderes Macbook-Modell, den man nur passend für das Gerät auswählen muss. Grüne Leuchtdioden zeigen den Ladezustand an.

Kompatibel ist die Batterybox mit allen Macbooks ab Mitte 2012 – mit Air oder Pro, 13 sowie 15 Zoll. Sie kommt in Carbon Black mit einem eingebauten 60 Wh-Akkupack aus wiederaufladbaren Lithium-Polymer-Zellen. Die Maße betragen 49 x 95 x 63 Millimeter (H x L x B), das Gewicht beläuft sich auf 404 Gramm (Herstellerangaben). Die Akkubox lädt die Geräte per USB (iOS-Geräte) oder Stromadapter. Zum Lieferumfang gehört auch ein Micro-USB-Kabel mit Goldkontakten. Weitere technische Informationen und Beschreibungen gibt es auf der Anbietersite. Die Kosten liegen bei 220 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Lieferung – zum Start des neuen Produkts gibt es einen Einführungsrabatt von 10 Euro auf die Batterybox. Dafür gibt man bei der Bestellung „BatteryBox“ in das Gutscheinfeld ein. Der Code gilt bis einschließlich 21. Juni 2015 exklusiv im Hardwrk- Webshop.

Neue Schwachstelle in WhatsApp

Nutzer der iOS-Version von WhatsApp sehen sich mit einer schweren Sicherheitslücke konfrontiert. Hacker können damit das gesamte Konto des Messenger-Dienstes übernehmen. Spezielle Kenntnisse sind dafür nicht notwendig, sogar Anfänger könnten den Account problemlos stehlen.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass auf dem iPhone Siri im Startbildschirm genutzt werden kann. Ein Angreifer könnte mit dem Sprachassistenten nach der Telefonnummer des Anwenders fragen. Damit ließe sich auf einem anderen Gerät ein neues Konto für WhatsApp mit der gleichen Nummer anlegen. Die Verifizierung per SMS im Anschluss kann umgangen werden, wenn WhatsApp nach einer nicht erfolgten Reaktion einen Freischaltcode per Anruf mitteilt. Wird dieser auf dem Smartphone des Opfers vom Hacker angenommen, lässt sich das Konto freischalten.

Wird dieser Code im Anschluss auf dem Handy des Hacker eingegeben, so ist der Account auf dem Smartphone des Opfers nicht mehr nutzbar. Abhilfe schafft bislang nur eine Deaktivierung von Siri im Sperrbildschirm des iPhone.

Range Rover mit Smartphone-Fernsteuerung

Jaguar Land Rover hat in dieser Woche einen neuen Prototypen des Land Rover Sport vorgestellt . Das Fahrzeug der in Großbritannien ansässigen Forschungsabteilung lässt sich komplett per Smartphone fernsteuern. Die App kann laut Jaguar Land Rover nicht nur das Lenkrad, sondern auch Gas und Bremse beeinflussen.

Bei einer maximalen Geschwindigkeit von maximal 7 km/h kann der Fahrer so neben seinem Auto hergehen und es von außen durch schwieriges Gelände manövrieren. Neben dem Off-Road-Einsatz eignet sich das System auch für die City. So könnte die Fernsteuerung beispielsweise zum Einsatz kommen, wenn das Auto so eingeparkt wurde, dass der Fahrer die Tür nicht mehr öffnen kann. Die Fernsteuerung per Smartphone funktioniert laut dem Hersteller nur, wenn der Fahrer nicht weiter als zehn Meter vom Wagen entfernt ist. Wird diese Distanz während des Manövrierens überschritten, stoppt der Land Rover Sport.

Als zukünftiges Einsatzgebiet sieht Jaguar Land Rover einen weiteren Schritt in Richtung autonomem Fahren. So könnte der Fahrer beispielsweise ein simples Kommando per Smartphone geben, und das Auto fährt daraufhin selbständig in eine Parklücke oder überwindet ein Hindernis.

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