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Morgenmagazin vom Donnerstag, 18. März 2021

18.03.2021 | 06:55 Uhr | Peter Müller

Justin "Mac" Long wechselt die Seiten +++ Xcode Crash Report weist auf ARM-iMac hin +++ iPad pro sollen Thunderbolt bekommen +++ Apple TV+ mit Natalie Portman +++ Bewegt sich mit: Echo Show 10 ab sofort vorbestellbar +++ Vodafone bringt seine Mobilfunkmasten an die Börse

18. März: Jeder braucht jemanden

Macwelt wünscht einen guten Morgen! "Wir sind so froh, so viele wunderbare Leute wie Sie heute Abend zu sehen und heißen speziell die Repräsentanten der Strafverfolgungsbehörden von Illinois willkommen, die entscheiden haben, uns zu dieser Zeit hier im Palace Hotel Ballroom zu treffen. Wir hoffen sehr, Sie genießen die Veranstaltung und bitte, Leute, erinnern Sie sich daran, dass egal, wer Sie sind, oder was Sie tun, um zu leben, zu blühen und zu überleben, es gibt immer noch einige Dinge, die uns alle gleich machen. Sie, mich, sie, alle, alle."

Nein, das ist keineswegs dem Manuskript der ersten echten Apple-Keynote nach der Pandemie entlehnt, die wieder vor Publikum stattfinden kann, wann auch immer das sein wird. Wo, sollte aber schon klar sein: Apple wird eines Tages zu einer Show vor die Tore von San Franciscos einladen und nicht in die Peripherie von Chicago – dort hält der Mac-Hersteller nur sehr selten Events ab. Und nein, Strafverfolgungsbehörden wird Tim Cook nicht ansprechen müssen, im Steve Jobs Theater wird man sich an die Regeln halten. Und wenn dann noch ein paar Offizielle da sein sollten, sind das keine als Clowns karikierte und von zwei verrückten Musikern bis aufs Blut gereizte Landpolizisten aus dem Mittleren Westen. Und nein, Tim Cook wird keineswegs Anzug (schwarz), Hut (schwarz) und Sonnenbrille (schwarz) tragen und zudem deutlich langsamer sprechen als Dan Akroyd in John Landis' Musikfilmklassiker "Blues Brothers".

Aber an dem Tag, an dem Wilson Pickett 80 Jahre alt geworden wäre, darf man auch an einen seiner größten Hits erinnern, in der wilden Interpretation von Belushi, Akroyd, Cropper und Konsorten: "Everybody needs Somebody". Auch ein anderer Welterfolg Wilson Picketts - "Mustang Sally" - hat es in einen Musikfilm geschafft, ein gutes dutzend Jahre später mühten sich in Dublin die Commitments in Alan Parkers gleichnamigen Streifen ab. Aus diesen Mühen erwächst die  Komödie: "Nein, meine Damen, es heißt 'Ride, Sally, ride' und nicht 'Roid, Sally, roid'..."

Picketts Leben war 1991 bereits zur Tragödie geworden, vom stets sich wandelnden Musikgeschmack beinahe vergessen, war er dem Alkohol verfallen, im Jahr 2006 verstarb Pickett an einem Herzinfarkt. Sein Werk bleibt in Erinnerung, auch wenn es heute eher die vielen Coverversionen sind, über die man sich einem der Großmeister des Soul nähert. Guess you better slow that Mustang down.

Lesetipps für den Donnerstag:

Seitenwechsel: Justin Long, vor gut zwanzig Jahren der "Mac" in den Werbespots mit John "PC" Hodgman und später Steve Jobs im parodistischen Biopic über den Apple-Gründer von "Funny or Die" ist neues Testimonial von Intel. Apples Entscheidung, 15 Jahre nach dem Switch zu den Prozessoren aus Santa Clara weiter zu ziehen und künftig auf eigene Chips auf ARM-Basis zu setzen, hat offenbar Intel nicht sonderlich geschmeckt. So hat der Konzern nicht nur mit eigenen Benchmarks, die teilweise Äpfel mit Birnen verglichen, Behauptungen Apples widersprochen, die neuen M1-Macs seien deutlich schneller als ihre Vorgänger und die meisten anderen Notebooks. Mit Justin Long in Jeans und Pulli vor grauem Hintergrund und mit bekannter Musik von Anfang der 2000er hinterlegt, legt Intel nun nach: "Hello I'm a …" beginnt Long und führt nach einer Atempause den Satz fort: " … Justin. Just the real person." um anschließend im Auftrage Intels die Vorzüge der mit x86-Prozessoren und von Windows betriebenen Notebooks zu preisen. Fünf Clips sind bisher in der Serie "Justin gets real" erschienen, erneut reitet Intel wieder darauf herum, dass es von Apple keine "Konvertiblen" gäbe, also Notebooks, von denen man die Tastatur abstecken und sie nun als Touch-Tablet verwenden kann, dass Gaming auf dem Mac nicht existent sei und dass man an Intel-Notebooks mehr als einen externen Monitor anschließen kann. So sehr wir an die Jahre 2005ff zurückdenken, können wir uns nicht erinnern, dass Apples PowerPC-Partner IBM derart angepisst reagiert hätte.

Hinweis: In einem Xcode Crash Report ist ein erster Hinweis auf einen iMac mit ARM-Chip aufgetaucht, berichtet 9to5Mac. Den Crash-Report erhalten habe der Entwickler Dennis Oberhoff, der die Mac-App DaftCloud herausgebracht hat. Der Report zeigt deutlich auf, dass es sich um eine ARM64-Architektur handle, die auf einem bisher nicht veröffentlichten iMac laufe. Diesen haben Auguren für dieses Frühjahr erwartet, vor April wird es damit aber nichts werden. Offen ist zudem, ob Apple in den Desktop auch einen M1-Chip einbauen wird oder eine Iteration seines Siliziums, das geht aus dem Report nicht hervor. Aufgefallen ist dem Berliner Entwickler der Crash-Report, da seine Anwendung "fast nie" auf einem Mac abstürze. Da Apple nun offensichtlich Software von Dritten auf dem ARM-iMac-Prototypen testet, wird es bis zur Veröffentlichung nicht mehr allzulange dauern.

Weiter Warten: Ein Apple-Event ist nächste Woche so gut wie auszuschließen, es sieht eher danach aus, als würde Apple neue Produkte im April vor virtuellem Publikum zeigen, anstatt sie einfach per Pressemitteilung anzukündigen. Weit oben auf der Liste der vermuteten Apple-Neuheiten steht die nächste Generation des  iPad Pro, hierzu will Bloomberg Details wissen, die so oder so ähnlich schon seit Wochen kursieren. Das größere Modell des iPad Pro soll ein Mini-LED-Display bekommen, beide von einem SoC angetrieben werden, das dem M1 der jüngsten Macs gleicht, aber beispielsweise A14X heißen könnte. Das Design bleibt gleich, nur wird die USB-C-Buchse Thunderbolt unterstützen, bisher war nun der USB-3.1-Standard gegeben, Das könnte bedeuten, dass iPad Pro auch 6K-Monitore ansteuern können, immerhin das ist eine recht neue Information, die man aus dem Bloomberg-Bericht ziehen kann.

Klage: Es kann der frömmste Hardwarehersteller nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Patenttroll nicht gefällt. So hat nun ein Unternehmen, das selbst nichts herstellt, aber irgendwann von irgendwem erworbene Patente hält, Apple wegen seiner A.x- und M-Chips in iPhone, iPad und Mac verklagt. Konkret geht es um die US-Patente 6,317,804, 6,622,108, 6,807,505 und 7,917,680, die der Kläger namens Future Link Systems durch Apple verletzt sieht und vor Gericht Schadenersatz erstreiten will. Die Patente drehen sich um das Design der Schaltkreise auf SoCs. Future Link will Apple bereits im April 2018 über die Verletzung informiert und bald darauf über Lizenzen verhandelt haben. Apple habe Argumente hervorgebracht, die gegen eine Verletzung der Patente sprechen und sich bisher zu zahlen geweigert. Eine Klage sieht der Patenttroll daher für angebracht.  Der Ausgang derartiger Prozesse ist immer ungewiss, mal gelingt es den beklagten Unternehmen, die Patente für ungültig zu erklären, mal schlägt sich das Gericht auf die Seite des Klägers, was in Texas öfter vorkommt, wo auch diesmal die Klage einging. Dann geht es meist über Jahre hinweg über die Höhe der Zahlung.

Vereinbarung: Die Oscar-Preisträgerin Natalie Portman ("Black Swan") wird bald in ihrer ersten TV-Rolle auf Apple TV+ zu sehen sein, in der Mini-Serie "Lady In The Lake" nach dem gleichnamigen Roman von Laura Lippman. Die Kooperation geht aber weiter, laut Deadline hat sich Apple das Recht auf den ersten Blick aufkünftige Projekte gesichert, die Portman mit ihrer Partnerin Sophie Mas mit ihrer gemeinsamen Firma MountainA entwickelt. Die Vereinbarung geht über mehrere Jahre und sollte weitere Produktionen von und mit Portman/Mas in Apples Streamingdienst bringen.

Neuanfang: Unsere Kollegen der Macworld USA haben ihre Seite neu gestaltet und auf eine neue technische Basis gestellt. Oder wie man auf neudeutsch sagt: Sie haben relaunched. Das Layout wirkt frischer und übersichtlicher, vor allem aber laden die Seiten schneller. Wir werden das genau beobachten … ;-)

Weitere Nachrichten:

Bewegt sich mit: Echo Show 10 ab sofort vorbestellbar

Bereits im September 2020 hatte Amazon den neuen Echo Show 10 vorgestellt. Seine wesentliche Neuerung: Er bewegt seinen Bildschirm so mit, dass dieser immer zum Sprecher zeigt. Jetzt können Interessenten den neuen Echo Show 10 in Deutschland vorbestellen.
 

Sie können den Echo Show 10 ab sofort für 249,99 Euro vorbestellbar. Er ist in Anthrazit und in Weiß erhältlich und wird ab 14. April 2021 ausgeliefert.

Der neue Echo Show 10 ist kein Schnäppchen. Doch er bietet für seinen vergleichsweise hohen Preis auch einiges. Sein 10,1-Zoll-HD-Display passt Helligkeit und Farbe fortlaufend an und dreht sich in die Richtung der Benutzer, wenn diese mit Alexa interagieren – ganz gleich, wo im Raum sie sich befinden. Das hat den Vorteil, dass Nachrichten, Filme und Serien bei Prime Video oder Netflix sowie Rezepte von Chefkoch immer im Blick des Benutzers bleiben.

Ebenso wie der Bildschirm bewegen sich auch die beiden frontseitigen Hochtonlautsprecher und der Woofer mit. Sie sollen ihren Sound also immer in Richtung der Kunden ausstrahlen.

Die 13-Megapixel-Weitwinkelkamera besitzt ein 110-Grad-Sichtfeld. Sie soll den Sprecher bei Videogesprächen oder Fotoaufnahmen ebenfalls immer im Mittelpunkt behalten. Netter Nebeneffekt der bewegbaren Kamera: Nutzer können auf die integrierte Kamera des Echo Show 10 aus der Ferne zugreifen, um sich jederzeit mit der Alexa-App oder anderen Echo Show-Geräten im Zuhause umzusehen.

In Echo Show 10 ist ein Zigbee-Hub verbaut, mit dem kompatible Smart-Home-Geräte wie Hue-Leuchten direkt verbunden werden können.

Kunden können laut Amazon die Bewegungsfunktion jederzeit ausschalten, indem sie die integrierte Kameraabdeckung schließen, die Einstellungen am Gerät oder in der Alexa-App anpassen oder den Befehl „Alexa, schalte Bewegung aus“ sagen.

Vodafone bringt seine Mobilfunkmasten an die Börse

Vodafone bringt seine Mobilfunkmasten an die Börse. Die Einnahmen will das Mobilfunkunternehmen unter anderem in sein 5G-Netz investieren. Das berichtet die Tagesschau.

Vodafone hat seine Mobilfunkmasten ( nicht aber die darauf montierten Sendeanlagen ) längst in das Tochterunternehmen Vantage Towers ausgelagert. Vantage Towers soll nun 2021 an die Börse gehen. Vodafone hofft auf Einnahmen in Höhe von bis zu 2,8 Milliarden Euro. Damit würde der Börsengang von Vantage Towers der bisher größte in Europa im laufenden Jahr. Bis zu 88,9 Millionen Aktien sollen ausgegeben werden.

Beobachter rechnen mit einem Ausgabepreis zwischen 24 und 25 Euro pro Aktie, was dann allerdings weniger als 2,8 Milliarden Euro in die Kasse von Vodafone spülen würde. Allerdings gibt es noch die Option zusätzliche Aktien zum Zeichnen anzubieten. Bis zum heutigen Mittwochmittag können noch Aktien gezeichnet werden. Am Donnerstag soll dann in Frankfurt der Handel mit den Aktien eröffnet werden.

Der gesamte Erlös fließt in die Kasse von Vodafone, Vantage Towers erhält nichts. Die Investoren erwarten wiederum sichere Einnahmen aus den Standortmieten, denn die Sendemasten können an Telekomkonzerne vermietet werden. Typische Zeichner der Aktien sind professionelle Anleger wie Versicherer und Finanzinvestoren. Vodafone will mit mehr als 75 Prozent zunächst der größte Aktionär von Vantage Towers bleiben.

Vantage Towers betreibt 82.000 Funkmasten in zehn europäischen Ländern. Das Unternehmen soll insgesamt über 12 Milliarden Euro wert sein, wie das Handelsblatt schreibt .

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