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Morgenmagazin vom Donnerstag, 18. September 2014

18.09.2014 | 07:24 Uhr |

Was heute wichtig wird: 18. September 2014 +++ iOS 8 schaltet Kill Switch ein +++ iCloud ab sofort mit Zwei-Faktor-Authentifizierung +++ Neue Facebook-App für das private Teilen von Beiträgen +++ Amazon arbeitet an neuem Ebook-Reader mit 300 ppi +++ Gembird: WLAN-Repeater und Smart-Home-Steckdose in einem +++ Suchmaschinen werfen Verlage aus den Ergebnissen +++ Lücken im Adobe Reader geschlossen

Was heute wichtig wird: 18. September 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Na, gestern Abend Erfolg gehabt? Sind iPhone, iPad und iPod Touch auf iOS 8 aktualisiert oder auch nur eines der Geräte? Gegen 19 Uhr MESZ hatte Apple gestern Abend den Download von iOS 8 freigegeben und schon ging die Internetnutzung weltweit merklich in die Höhe, der Ansturm auf Apples Server hatte jedoch teils lange Wartezeiten zur Folge. So mancher ließ sich von einer von iPhone gemeldeten Wartezeit von acht Stunden nicht beeindrucken und ließ das Update über Nacht laufen, nur um dann festzustellen, dass es aus nicht genannten Gründen fehlgeschlagen ist. Versuchen wir es eben heute noch einmal. Das Update ist zwar nur 1,9 GB groß, benötigt aber mehr als 6 GB freien Platz, wer es bis dato noch nicht getan hat, sollte sein Telefon noch einmal entmisten. Besonders die Musikbibliothek bietet sich an, mit einem Wisch und einem Tipp in den Systemeinstellungen sind sämtliche Daten gelöscht, dank iTunes in der Cloud kann man seine Alben aber nach erfolgreichem Update schnell wieder laden. Gerne auch das neue Album von U2, das seltsamer Weise zu reichlich Unmut in der Gemeinde geführt hat. Manche sprechen schon davon, die Iren hätten zusammen mit Apple eine neue Art von Spam erfunden, doch wer U2 nicht mag, muss sich das Album ja nicht laden. Wem die Musik von Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen jedoch gefällt, hat gratis ein durchaus gelungenes Werk erhalten, für das er sonst bezahlt hätte. Die gesparten zehn Euro kann man nun anderweitig im iTunes Store ausgeben... Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

So funktionieren die Erweiterungen in iOS 8: Apples neues mobiles Betriebssystem erlaubt es erstmals Apps, bestimmte ihrer Funktionen anderen Programmen zur Verfügung zu stellen. Welche Erweiterungen iOS 8 jetzt schon anbietet und was noch kommen könnte.

Tim Cook im Interview: Der Apple-CEO spricht mit Business Week ausführlich über iPhone 6, Apple Watch, die Unternehmenskultur bei Apple und warum Steve Jobs' Büro unangetastet bleibt.

Kevin Lynch im Portrait: Früher mit Apple wegen Adobes Falsh im Streit, heute Chefentwickler der Apple Watch

Streik bei Foxconn in Brasilien : iPhone-Produktion unterbrochen

Weitere Nachrichten

iOS 8 schaltet Kill Switch ein

In Kalifornien verkaufte Smartphones müssen ab kommenden Jahr ab Werk einen "Kill Switch" aufweisen, der das Telefon aus der Ferne löschen und unbrauchbar werden lässt. Dies soll laut der Theorie des Gesetzgebers Diebstähle verhindern helfen. Apple geht mit iOS 8 nun voran: Der mit iOS 7 eingeführte Activation Lock ist nach dem Update in den Grundeinstellungen eingeschaltet, bisher musste man ihn erst aktivieren. Die ab morgen weltweit verkauften iPhone 6 und iPhone 6 Plus haben den Killswitch also schon bei ihrer Auslieferung aktiviert und erfüllen so die Forderungen des kalifornischen Gesetzes. Laut unseren US-Kollegen der Macworld hat der Activation Lock bereits messbare Effekte erzielt. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2014 seien iPhone-Diebstähle in New York um 19 Prozent zurück gegangen, in San Francisco gar um 38 Prozent. Google und Microsoft wollen bald mit einer ähnlichen Funktion in ihren Betriebssystemen für Mobilgeräte nachziehen. Das Problem bei Android-Handys dürfte aber die große Fragmentierung sein, das jüngste Betriebssystem ist nur auf gut einem Fünftel der benutzten Smartphones installiert. Apple betont hingegen, dass die überwältigende Mehrheit der iPhone-Nutzer auf das jeweils aktuelle Betriebssystem setzt. Der gestrige Ansturm auf Apples Server lässt darauf schließen, dass auch iOS 8 sich großer Beliebtheit erfreuen wird.

iCloud ab sofort mit Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Veröffentlichung von Promi-Nacktfotos aus Apples iCloud durch Hacker hat den Hersteller dazu veranlasst, seinen Internetspeicher besser zu schützen. So steht künftig eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zur Verfügung, die ab Oktober ein anwendungsspezifisches Passwort erfordert, wenn von einer Dritthersteller-Anwendung auf die in der iCloud abgelegten Daten zugegriffen wird.

Die neuen Kennwörter können in der Kontoverwaltung der Apple-ID erstellt werden. Eine zusätzliche Anmeldung über ein anderes Gerät soll Hackern den Zugriff auf iCloud-Daten in Zukunft zusätzlich erschweren. Allein mit dem Nutzernamen und dem zugehörigen Kennwort ist ein Datenzugriff auf iCloud-Dokumente dann nicht mehr möglich.

Zusätzlichen Schutz verspricht eine E-Mail-Benachrichtigung des Anwenders, wenn die eigene Apple-ID für die Anmeldung bei iCloud genutzt wurde. Darin werden Nutzer dazu aufgerufen, ihr Passwort zu ändern, wenn die Anmeldung nicht durch sie selbst erfolgt ist.

Neue Facebook-App für das private Teilen von Beiträgen

Das Teilen von Inhalten mit einer kleinen, privaten Freundesgruppe ist über Facebook zwar bereits jetzt möglich, wirklich einfach gestaltet sich dieses Unterfangen jedoch nicht. Die ausgewählten Personen müssen erst mühsam über Listen zusammengeklickt werden und mit einer falschen Auswahl kann es dennoch passieren, dass die privaten Fotos in den News Feed entfernter Bekannter geraten.

Wie das IT-Magazin TechCrunch aus firmeninternen Quellen erfahren haben will, arbeitet Facebook mit Moments derzeit an einer App, die das private Teilen von Inhalten künftig einfacher machen soll. Eine frühe Version der Software befinde sich aktuell in einem Testlauf bei Facebook, wo sie von Mitarbeitern auf Fehler und Benutzerfreundlichkeit untersucht wird.

Nach dem Öffnen präsentiert sich Moments mit mehreren Kacheln, die jeweils eine vorher festgelegte Gruppe von Freunden repräsentieren. Per Klick auf eine von ihnen, können Inhalte unproblematisch und schnell mit einem kleinen Personenkreis geteilt werden. Wann und ob Moments veröffentlicht werden wird, bleibt noch offen. Einige Facebook-Funktionen und -Apps haben es bislang nicht über die Testphase hinaus geschafft.

Amazon arbeitet an neuem Ebook-Reader mit 300 ppi

In dieser Woche hat Online-Händler Amazon auf seiner Website versehentlich Details zu zwei neuen Ebook-Reader-Modellen enthüllt. Das Kindle Voyage getaufte Gerät erscheint den Angaben zufolge am 4. November in einer WLAN- und einer 3G-Version. Amazon hat den Fehler mittlerweile bemerkt und die beiden Produkte wieder aus dem Online-Shop entfernt. Die mutmaßlichen Spezifikationen verbreiten sich jedoch auch weiterhin durch unterschiedliche Publikationen.

Der Kindle Voyage soll demnach ein 6-Zoll-Display mit einer Pixeldichte von 300 ppi bieten. Zur weiteren Ausstattung gehören ein integrierter Helligkeitssensor, der die Display-Beleuchtung automatisch anpasst. Von so genannten PagePress-Sensoren ist ebenfalls die Rede. Dabei soll es sich um neue Blättertasten mit einer eigenen Sensorik handeln.

Mit nur 185 Gramm und 162 x 115 x 8 Millimeter fällt der neue Kindle Voyage kleiner und leichter aus als das aktuelle Spitzenmodell Kindle Paperwhite . Der Preis ist jedoch weitaus saftiger. Für die WLAN-Variante verlangt Amazon voraussichtlich 189 Euro, während das 3G-Modell mit 249 Euro zu Buche schlagen wird. Der Release ist für den 4. November 2014 geplant. Eine offizielle Stellungnahme seitens Amazon steht derzeit noch aus.

Gembird: WLAN-Repeater und Smart-Home-Steckdose in einem

Die Smarthome-Steckdose EG-PM1W-001 vom Gembird lässt sich via Smartphone-App, über das Internet oder per Knopfdruck schalten. Über die mitgelieferte Power-Manager-Software können Schaltzeiten auch im Voraus programmiert werden. Je nach Bedarf lassen sich demnach die angeschlossenen Geräte zeit-, ereignisorientiert oder manuell schalten.
Dazu kommt ein integrierter WLAN-Repeater. Dieser empfängt selbst schwache WLAN-Signale des vorhandenen Wi-Fis, verstärkt diese und kann so die WLAN-Reichweite deutlich erhöhen, verspricht der Anbieter. Als Beispiele nennt der Hersteller, wenn der Router im Erdgeschoss steht und im Dachgeschoss ein WLAN-Signal benötigt wird oder wenn das WLAN-Signal im Garten verfügbar sein soll. Genauere technische Informationen bietet dieses Datenblatt (PDF). Der Steckplatz der EG-PM1W-001 ist zudem mit einer Kindersicherung versehen und ab sofort zum Preis von 50 Euro inklusive Mehrwertsteuer im Handel erhältlich.

Suchmaschinen werfen Verlage aus den Ergebnissen

Das so genannte Leistungsschutzrecht sorgt bereits seit einigen Monaten für dicke Luft zwischen Verlagen und Suchmaschinenbetreibern. Die gesetzliche Regelung berechtigt Verlage, Geldbeträge von Suchmaschinenanbietern einzutreiben, wenn sie Textauszüge für die Darstellung ihrer Suchergebnisse verwenden. An der Durchsetzung des Leistungsschutzrechts war unter anderem der Axel Springer Verlag beteiligt, der es damit vor allem auf Google abgesehen hatte.

Eine erste Reaktion gibt es nun jedoch nicht etwa von Google, sondern von kleineren Konkurrenten. So haben Web.de, GMX und T-Online vermutlich bereits vor einigen Wochen damit begonnen, Bild.de und Welt.de aus ihren Suchergebnissen zu streichen, da sie nicht bereit sind, Abgaben im Rahmen des Leistungsschutzrechts zu zahlen. Neben den beiden Springer-Publikationen sind auch WAZ-Online.de, Bunte.de, DerWesten.de und Berliner-Zeitung.de betroffen. Dass das Boykott erst jetzt auffällt zeigt, welch geringen Stellenwert die drei Suchportale im Vergleich zum Internet-Riesen Google in Deutschland einnehmen.

Die Streichung dürfte sich nicht allzu schwerwiegend auf die Nutzerzahlen der Verlage auswirken. Sollten die Publikationen jedoch eines Tages vom Google-Index fliegen, könnte das wesentlich gravierendere Folgen haben.

Lücken im Adobe Reader geschlossen

Beinahe schon traditionell veröffentlicht Adobe seine Sicherheits-Updates möglichst am gleichen Tag wie Microsoft. Parallel zum Patch Day am 9. September hatte Adobe den neuen Flash Player 15 bereit gestellt. Eigentlich waren zudem neue Versionen der PDF-Produkte Reader und Acrobat angekündigt. Doch wegen Software-Fehlern, die bei der Qualitätssicherung aufgefallen waren, sind die Updates erst mit einer Woche Verzögerung erhältlich.

Adobe Reader und Acrobat XI sind nun in der neuen Version 11.0.09 verfügbar, die Vorgängergeneration in Version 10.1.12. Die Entwickler haben acht Sicherheitslücken beseitigt. Fünf der Lücken sind geeignet, um beliebigen Code einzuschleusen und auszuführen. Eine weitere Schwachstelle (CVE-2014-0568) verschärft dieses Problem noch: sie kann ausgenutzt werden, um unter Windows die Sandbox zu umgehen und eingeschleusten Code mit erhöhten Berechtigungen auf Systemebene auszuführen.

Die Windows-Versionen des Adobe Reader X und XI bringen eine abgesicherte Laufzeitumgebung mit, die so genannte Sandbox . In dieser werden PDF-Dateien geladen und eventuell enthaltener Code (wie Flash/SWF oder Javascript) ausgeführt. Dies verhindert im Normalfall, dass mit präparierten PDF-Dateien eingeschleuster Code auf Systemebene wirksam werden kann.

Die beiden übrigen Schwachstellen bestehen einerseits aus einer DoS-Lücke (Denial of Service) und andererseits aus einer UXSS-Lücke (Universal Cross-site Scripting), die nur unter Mac OS X auftritt. Adobe gibt für alle Produktversionen und Plattformen die Dringlichkeitsstufe 1 an – die höchste. Das soll heißen, die Updates sollten so schnell wie möglich eingespielt werden, um vor Angriffen geschützt zu sein.

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