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Morgenmagazin vom Donnerstag, 19. September 2019

19.09.2019 | 07:02 Uhr |

Erste Tests der Apple Watch Series 5 loben Always-on-Display +++ Iger: Disney und Apple hätten womöglich fusioniert +++ Weiter Kernelpanic bei Macbook Pro mit Facetimekamera +++ iPhone X oder neuer: Snapchat führt 3D-Snaps ein +++ Apple und Lenovo beherrschen den Notebook-Markt +++ Polizei führt spielendes Paar in Handschellen ab +++ Stiftung Warentest warnt vor falschen Handy-Rechnungen

19. September: Smile

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Pünktlich zum Jubiläum bringt Apple mit iOS 13 wieder neue Emojis. Angefangen hatte das Verschriftlichen von Emotionen am 19. September 1982, als der Informatiker Scott E. Fahlmann im Arpanet vorschlug, die Zeichenkombination :-)  zu verwenden, um Scherze zu kennzeichnen. Ironie ist eben schriftlich nur schwer zu verstehen, noch schwerer wird's mit Sarkasmus. Eine neue, besser verständliche Schrift sind die in Unicode definierten rund 3000 Symbole aber auch nicht, zu viele unterschiedliche Interpretationen und damit Missverständnisse sind möglich.

Die neuen in diesem Jahr sind vor allem hinsichtlich Inklusion gut gemeint. Apple hatte sie zum Welt-Emoji-Tag am 16. Juli bereits gezeigt: Neue Symbole zeigen Rollstuhlfahrer, Blindenstöcke, Prothesen und Hörhilfen. Auch hinsichtlich der Darstellung gleichgeschlechtlicher Paare bestehen nun mehr Optionen. Dazu gibt es neue Spielzeuge wie das Jojo, ein Instrument wie das Banjo, Lebensmittel wie Butter und Knoblauch oder auch Neues aus der Fauna: Orang-Utan, Faultier und Skunk.

Sprache bleibt immer mehrdeutig, und das freut besonders uns von der schreibenden Zunft, wenn uns mal wieder eine Headline gelingt, die nicht nur informativ ist, sondern neugierig macht und zudem auch hintersinnig ist. Manches funktioniert aber nur gesprochen und nicht schriftlich, etwa das Bonmot des 2016 viel zu früh verstorben Prince Rogers Nelson: "Whenever I want Sax, I call Candy". Sieht man natürlich nur ausgeschrieben, dass dem Musiker im Fall des Falles nach einem flotten Saxophonsolo für das nächste Album war. Die Doppeldeutigkeit hat aber deshalb funktioniert, weil die Niederländerin Candy Dulfer nicht nur mit einem brillanten Ton und einem perfekten Jazzverständnis gesegnet ist, sondern auch mit einem "sexy" Aussehen, lange Beine und lange blonde Haare. Candy Dulfer wird heute 50 Jahre alt, der Ton ist brillant wie je zuvor und selbst verständlich auch das Aussehen. Auf letzteres kam es Prince bei seinem Wunsch nach Sax aber nicht an. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Erste Eindrücke: Tester haben bereits nicht nur die neuen iPhones in die Hände bekommen, sonder auch die Apple Watch Series 5 an die Handgelenke. Die ersten Eindrücke sind durchwegs positiv, John Gruber lobt etwa besonders das immer angeschaltete Display, das allein für ihn Grund wäre, eine neue Apple Watch anzuschaffen. Auch Dieter Bohn von The Verge ist davon angetan, er zieht den Vergleich zu anderen Smartwatches, die diese Funktion nicht so gut umgesetzt hätten. Apple gelinge es aber, die Batterie zu schonen und dabei noch im Ambient-Modus ein wenig Farbe auf dem Display zu zeigen. Auf einen Schlaftracker muss man aber weiter verzichten, nach 18 Stunden ist mit dem Akku dann doch Schluss und über Nacht muss die Uhr an das Ladegerät. Apple habe zwar den Spezialisten Beddit aufgekauft, scheine aber mit dessen Assets noch nichts anfangen zu können, merkt Scott Stein von CNET an.

Zweiter Tag: Apple wehrt sich in der Anhörung vor Gericht in Luxemburg gegen die Vorwürfe, man habe in Irland zwei Phantomfirmen aufgebaut, der man Gewinne zuweise, die man kaum versteuern müsse. Apples Anwalt Daniel Beard beteuert, dass es sich um in den USA tätige Firmen handle, in denen Entscheidungen über Produkte und Strategien gefällt würden. Keinerlei dieser wichtigen Entscheidungen seien in Irland getroffen. Nach dem Vizepräsidenten des Gerichts Marc van der Woude läge die Beweispflicht auch bei den EU-Anwälten, die zeigen müssten, wo und wie bei Apple Entscheidungen fallen. Apple solle aber nicht so tun, als ob die irischen Niederlassungen alles Geld einnähmen und nur ein minimaler Steueranteil an die Republik Irland fließen müsste, widerspricht EU-Anwalt Richard Lyal. Alle Argumente, dass man nur in den USA steuerpflichtig sei, seien irrelevant. Am 24. September entscheidet das Gericht über ähnlich gelagerte Fälle von Starbucks und Fiat Chrysler, dies könnte einen Präzedenzfall schaffen, der zeigt, wie weit die EU die verschachtelten Strukturen internationaler Firmen anzugreifen bereit ist. Der Streit mit Apple wird sich aber noch eine Weile hinziehen.

Immer noch: Einige Macbook-Pro-Nutzer haben laut eines Berichts von Eclectic Light Company immer noch Probleme mit der internen Facetimekamera, auch nach dem zweiten Supplemental Update für macOS 10.14.6 Mojave. Sobald man die Kamera in irgend einem Programm nutze, komme es zur Kernel Panic. Als Workaround gebe es nur die beiden Möglichkeiten, die Facetimekamera nicht mehr zu nutzen oder über USB eine externe Webcam anzuschließen. Apple arbeite jedoch an einem weiteren Supplemental Update, das bald erscheinen soll und das das Problem dann hoffentlich endlich behebt.

Alternative Wirklichkeit: Eben erst aus dem Apple-Aufsichtsrat ausgeschieden, weil Disney und Apple in Sachen TV-Streaming zu Konkurrenten werden, veröffentlicht Bob Iger, CEO des Konzerns mit der Maus, ein Buch des Titels "The Ride of a Lifetime: Lessons Learned from 15 Years as CEO of the Walt Disney Company". Darin beschreibt er auch die gute Geschäftsbeziehung mit Apple und die persönliche Freundschaft mit Steve Jobs, wie Vanity Fair anhand eines Buchauszugs zeigt. Iger habe mit Jobs bereits zwei Jahre vor der Premiere des iPhones über die Zukunft des Fernsehens nachgedacht und dabei iTunes als TV-Plattform vorgeschlagen, als iTV gewissermaßen. Gerade daran hatte auch Apple zu der Zeit gearbeitet, an einem Video-iPod und dem Gerät "iTV", aus dem später das Apple TV wurde. Iger bedauert sehr, dass Steve Jobs die Erfolge Apples der Jetztzeit nicht mehr miterleben konnte und spekuliert darüber, was in einer alternativen Realität wäre: Womöglich hätten Apple und Disney fusioniert oder ein solches ZUsammengehen zumindest intensiv diskutiert, würde Steve Jobs heute noch leben.

Guter Ansatz: Apple will grüner werden, titelt Spiegel Online und gibt Gespräche mit den Apple-Managerin Lisa Jackson (Umwelbeauftragte) und Greg Joswiak (Produktmarketing) wieder. Das Ziel, iPhones komplett aus Recycling-Material zu bauen, sei nach wie vor vorhanden, man könne aber nicht sagen, wann man es erreiche. Das hänge auch davon ab, wie der Rest der Industrie dazu stehe. Apple habe immerhin bereits einen Markt für wiederverwertete Rohstoffe wie Aluminium, Kobalt, Zinn und seltene Erden aufgebaut, dieser müsse weiter wachsen. Bei der neuen Generation habe man immerhin ein neues Zwischenziel erreicht und in den Sensoren der Taptic Engine nur seltene Erden aus dem Recycling verwendet. Dabei müsse man nicht einmal höhere Preise für die Rohstoffe bezahlen, beteuert Lisa Jackson. Und: Was gut für den Planeten sei, sei auch letztlich gut für das Geschäft.

Keine Haare: Die Analyse der von Ligo detektierten Gravitationswellen hat ein altes Theorem bestätigt - oder zumindest nicht wiederlegt. Dieses besagt unter Bezug auf Einsteins Relativitätstheorie, dass Schwarze Löcher allein durch Masse, elektrische Ladung und Drehimpuls definiert sind, und keine weiteren Parameter aufweisen. Sie haben bildlich "keine Haare" wie der Physiker John Wheeler in seinem Keine-Haare-Theorem formulierte. Forscher des  Massachusetts Institute of Technology, des California Institute of Technology und des Flatiron Institute haben in ihrer Analyse ermittelt, dass das aus der Kollision zweier Schwarzer Löcher entstandene neue Schwarze Loch in charakteristischen Frequenzen schwinge, die sich aus den Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie ergeben. So könne man auch in Zukunft von Schwarzen Löchern ausgesandte Gravitationswellen von solchen unterscheiden, die von anderen, aber hypothetischen kompakten Objekten kommen, denn diese würden mit anderen Frequenzen weitere Parameter offenbaren.

Weitere Nachrichten:

iPhone X oder neuer: Snapchat führt 3D-Snaps ein

Snapchat führt einen neuen 3D-Kameramodus seiner App hinzu. Mit einem iPhone X oder einem neueren Modell ist es ab sofort möglich, Selfies mit dem neuen 3D-Effekt aufzunehmen. Dabei lassen sich auch weitere Linsen und Filter verwenden.

Die Entwickler schreiben dazu: „Heute freuen wir uns, Ihnen den 3D-Kameramodus vorzustellen, der Ihren Snaps mehr Tiefe verleiht. Verwenden Sie den Modus, um Snaps zu erstellen, die räumliche Details erfassen und sich in Perspektive und Aussehen ändern, je nachdem, wie Sie Ihr Handy bewegen, wenn Sie es ansehen. Diese neuen Snaps sehen anders aus, verhalten sich anders und fühlen sich anders an“.

Die 3D-Bilder können dabei von allen Personen empfangen werden, dazu braucht es kein iPhone X oder neuer. Die Bilder vermitteln dabei einen dreidimensionalen Effekt durch Bewegen des Smartphones. Die verwendeten Effekte und Filter fügen dabei Dinge wie Konfetti, Lichtstreifen und verschiedene weitere Animationen hinzu.

„Snap stellt mit 3D-Snaps ein interaktives Element vor, das das Erscheinungsbild der Snaps verändert, je nachdem, wie man das Handy bewegt. Zusammen mit unseren neuen 3D-Effekten fügt diese Funktion eine neue Ausdrucksebene hinzu, um die Snaps so zum Leben zu erwecken, dass sie der Realität einen Schritt näherkommen“ , so Andrew McPhee, Senior Manager von Snap Inc.

Es scheint so, als wäre die neue Funktion noch nicht auf alle Geräte ausgerollt. So gibt Rückmeldungen, auf denen die Funktion auf einem iPhone X schon funktionierte, während Nutzer eines iPhone XS diese noch nicht angezeigt bekommen.

Die Funktion finden Sie normalerweise im Dropdown-Menü auf der rechten Seite in der Snapchat-Kamera.

Einen guten Eindruck erhalten Sie, durch das von Snapchat präsentierte, Einführungs-Video zur neuen Funktion:

Apple und Lenovo beherrschen den Notebook-Markt

Das Marktanalyseunternehmen Strategy Analytics hat sich mit der Situation auf dem Notebook-Markt beschäftigt. Demnach habe das Geschäft mit den mobilen Computern die sinkenden Verkaufszahlen auf dem Tablet-Markt im zweiten Quartal 2019 teilweise aufgefangen. Dominiert werde der Notebook-Markt dabei vom US-Unternehmen Apple und dem chinesischen Lenovo-Konzern. Zusammen kommen beide Firmen auf einen Marktanteil von knapp 30 Prozent. Apple liegt dabei mit 14,6 Prozent im zweiten Quartal 2019 knapp vor Lenovo mit 14,1 Prozent. Erst danach folgen HP (9,5 Prozent), Dell (7,4 Prozent) und Samsung (5,4 Prozent). Die restlichen 29,1 Prozent verteilen sich auf viele kleine Hersteller.

Lenovo kam in den letzten Monaten sein starkes Portfolio speziell bei Geschäftskunden aus aller Welt zugute. Apple hingegen konnte durch neue Tastatur-Funktionen und das neue iPad OS punkten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal habe sich laut Strategy Analytics kein signifikanter Unterschied bei der Gesamtanzahl der verkauften Geräte ergeben: Wurden im zweiten Quartal 2018 noch 80,5 Millionen Notebooks verkauft, so fiel dieser Wert im zweiten Quartal 2019 nur minimal auf 80,1 Millionen Geräte. Die Unterschiede zwischen Notebook und Tablet fallen immer kleiner aus. Daher werden künftig mehr Geräte erwartet, die beide Welten miteinander verbinden.

Polizei führt spielendes Paar in Handschellen ab

Ein Paar aus der US-Stadt Chesterfield streamte in der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag via Twitch ihr Online-Spiel mit Apex Legends. Ein Sondereinsatzkommando („SWAT“) der US-Polizei umstellte währenddessen das Haus des Pärchens, wie NBC berichtet. Zwei Stunden langen dauerte die Belagerung durch die schwer bewaffneten Beamten. Das Paar bemerkte davon aber nichts und erfuhr erst durch einen Anruf des Bruders des männlichen Teils des Paares, dass deren Haus von der Polizei umstellt ist. Der Bruder teilte am Telefon mit: „Hey Dude, alle schauen auf euch. Da steht die Polizei vor eurer Tür, du solltest sie reinlassen. Ihr wurdet Opfer von Swatting“.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich bereits ein Überwachungsflugzeug am Himmel und eine lange Reihe von Einsatzwagen standen rund um das Haus mit Dutzenden von Einsatzkräften. Und durch ein Megafon brüllte jemand die Namen des Pärchens und forderte sie auf sich zu ergeben. Doch das Paar hörte das alles nicht, weil es ja vom Gaming her noch Kopfhörer trug.

Die Polizei legte dem Paar Handschellen an und führte sie gefesselt ab. Der Live-Stream via Twitch übertrug sogar, wie bewaffnete Polizisten die Wohnung durchsuchen. Bei den Fehlalarm wurde zum Glück niemand verletzt.

Es stellte sich bald heraus, dass die Polizei und das Paar in der Tat Opfer von Swatting wurde. Jemand hatte sich einen ausgesprochen dummen Scherz erlaubt und mit einem Anruf bei der Notruf-Hotline der Polizei den Einsatz ausgelöst. Das bestätigte die Polizei von Chesterfield. Der Täter hatte offensichtlich die IP-Adresse des spielenden Paares herausgefunden und dazu die postalische Adresse ermittelt. Der Anrufer behauptete dann in seinem Anruf bei der Polizei, dass in besagtem Haus jemand ermordet wurde und dass darin noch Geiseln festgehalten würden. Der Anrufer konnte bis jetzt nicht ermittelt werden.

Von Swatting spricht man, wenn jemand bei der Polizei anruft und einen Notfall vortäuscht, so dass die Polizisten zu einer anderen – ahnungslosen – Person eilen. Da es sich bei den Polizisten im amerikanischen Bereich mitunter um Sondereinsatzkommandos (Specialist Weapons and Tactics - SWAT) handelt, wird der ganze „Streich“ als Swatting bezeichnet.

Swatting macht der Polizei immer öfter zu schaffen. Derart miese Scherze belasten nicht nur die Polizisten, wenn sie aufwändig zu einem Fehlalarm ausrücken. Sondern sie versetzen auch die von der Polizei umstellen Menschen in Angst und Schrecken. Und können sogar tödlich für die Insassen enden, wie dieses Beispiel zeigt.

Stiftung Warentest warnt vor falschen Handy-Rechnungen

Stiftung Warentest warnt vor falschen Mobilfunk-Rechnungen. Konkret soll bei 41.000 Kunden der Mobilfunkanbieter Mobilcom-Debitel ( das zu Freenet gehört ), Vodafone und Klarmobil per Handyrechnung Geld abgebucht worden sein, ohne dass die betroffenen Kunden etwas gekauft oder ein Abonnement abgeschlossen haben, wie Stiftung Warentest betont.

Die abgebuchten Beträge wurden „für ‚Sonderdienste‘ eines Drittanbieters“ in Rechnung gestellt. Die Firma Infin wurde als Rechnungssteller genannt. Aus den Rechnungen ging jedoch nicht hervor, um was es sich bei diesen „Sonderdiensten“ handelte.

Als die betroffenen Mobilfunkkunden sich bei Infin beschwerten, erklärte Infin, dass der Name Infin „fälschlicherweise“ auf der Rechnung stehe. Die Mobilfunkprovider bestanden aber trotzdem auf der Bezahlung der Rechnung, bis sich Finanztest, das zur Stiftung Warentest gehört, eingeschaltet habe. Daraufhin soll Vodafone den betroffenen Kunden das Geld zurückerstattet haben. Bei den Kunden von Klarmobil und Mobilcom-Debitel heißt es, dass diese ebenfalls Gutschriften erhalten haben sollen.

Ein Sprecher von Vodafone bestätigte auf Nachfrage der PC-WELT, dass alle betroffenen Kunden den strittigen Betrag zurückerstattet bekommen hätten. Vodafone betont aber, dass die Kunden durchaus eine kostenpflichtige Leistung in Anspruch genommen hätten - hier widerspricht Vodafone also der Stiftung Warentest - , für die ihnen zu Recht ein Betrag in Rechnung gestellt wurde. Insofern sei die Rückerstattung rein aus Kulanz erfolgt.

Falsch sei lediglich der Name des Dienstleisters, nämlich Infin gewesen; es handle sich also um einen „Zuordnungsfehler“. Die Abrechnung sei durch den Abrechnungsdienstleister Mocopay erfolgt. Die Höhe des in Rechnung gestellten Betrags sei laut Vodafone korrekt gewesen. Von den insgesamt 41.000 Betroffenen seien mindesten 10.000 Kunden von Vodafone (die genaue Zahl wollte Vodafone nicht nennen).

Vodafone räumte auf Nachfrage der PC-WELT ein, dass auf den fraglichen Rechnungen nicht stand, wofür der Betrag in Rechnung gestellt wurde. Ob der Kunde also Apps, Klingeltöne oder beispielsweise Spiele genutzt hatte, ging und geht aus der Handy-Rechnung nicht hervor. Das sei zwar derzeit rechtens, Vodafone verspricht hier aber Besserung und will künftig auf der Rechnung die Art der Leistung aufführen. Einen konkreten Zeitpunkt für die Einführung dieser Verbesserung im Sinne von mehr Transparenz für den Kunden konnte uns Vodafone aber nicht nennen.

Anders als Vodafone haben Klarmobil und Mobilcom-Debitel noch keine Stellungnahme abgegeben.

Tipp: Wer auf seiner Mobilfunkabrechnung einen Rechnungsbetrag entdeckt, der nicht plausibel erscheint, sollte dies schriftlich beim Mobilfunkanbieter reklamieren. Sie vermeiden solche Probleme aber von vornherein, wenn Sie alle derartigen Bezahlmöglichkeiten für Drittanbieter bei Ihrem Mobilvertrag ausschließen ("Drittanbietersperre"). Diese Einstellung können Sie in der Regel im Webfrontend zu Ihrem Mobilfunkvertrag beantragen.

Die Stiftung Warentest hat hier einen kostenlosen Musterbrief für Beschwerden gegen unzulässige Handyrechnungen veröffentlicht. Sie können außerdem an 'rufnummernmissbrauch@bnetza.de' mailen, um bei der zuständigen Bundesnetzagentur Beschwerde einzulegen. Die Stiftung Warentest betont aber in Zusammenhang mit den 41.000 falschen Rechnungen, dass die Bundesnetzagentur sich bei der Überprüfung dieses Vorfalls nicht wirklich überzeugend verhalten habe. Stiftung Warentest dazu: „Aufgeschreckt durch die Recherche von Finanztest fing die Bundesnetzagentur an, genauere Nachforschungen zu dem absurden Sachverhalt anzustellen. Zunächst hatte sie sich mit einer beschwichtigenden Auskunft von Vodafone zufriedengegeben. Die Behörde ist offenbar auch blind für das gesamte Ausmaß des Kundenbetrugs durch dubiose Drittanbieter – obwohl sie seit gut zwei Jahren in einem „Festlegungsverfahren“ nach einem besseren Schutz von Mobilfunkkunden vor unseriösen Drittanbietern sucht.“

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