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Morgenmagazin vom Donnerstag, 2. Juli 2015

02.07.2015 | 06:57 Uhr |

2. Juli 2015 +++ Bug: iTunes 12.2 zerstört einige Musikbibliotheken +++ iOS 8.4 ohne Homesharing für Audio +++ Neuer Trailer für Jobs-Film +++ Apple verliert Berufugsprozess +++ Nachfrage nach iOS-Entwicklern hoch +++ Sammelklage gegen Facebook abgewiesen +++ Deutscher Wetterdienst warnt vor Schneefall in Deutschland +++ Vodafone: LTE Telefonie mit dem iPhone

Was heute wichtig wird: 2. Juli 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Heute Mittag ist Halbzeit: Um 12 Uhr ist die erste Hälfte des Jahres rum. Aber eine längere Halbzeitpause ist uns nicht vergönnt, in der man sich etwas sammeln und beruhigen, die erste Hälfte Revue passieren lassen und neue Kräfte für die zweite Halbzeit gewinnen könnte. Nein, es geht einfach weiter, die nächsten 182,5 Tage bis Jahresende beginnen sofort. Wenigstens wird es keine Nachspielzeit oder gar Verlängerung geben.

Der 2. Juli ist aber auch Tag der Franken, die manche Leute immer noch lediglich als Bayern mit ein paar sprachlichen Macken sehen. Franken ist aber älter als der Freistaat, am 2. Juli 1500 erfolgte die Aufteilung des Heiligen Römsichen Reiches Deutscher Nation in sechs Reichskreise, wovon Franken einer war. Wäre fränkisch eine eigene Sprache, käme das Tastaturlayout von Computern mit einigen Tasten weniger aus. Aus dem Zusammenhang weiß der Franke schließlich ob es sich nun um ein haddes oder weiches d beziehungsweise b handelt - das Fränkische ist eben "brudal erodisch", wie der oberbayerische Sänger Willi Astor in seinem Frankenlied dichtet.

Am 2. Juli geschah aber noch etwas. Vor zehn Jahren hatten die Musiker Bono und Bob Geldof den G8-Gipfel im schottischen Gleneagles als Anlass genommen, die Mächtigen der Welt zu nachhaltigen Maßnahmen gegen die Armut in der Welt aufzufordern. Mit den insgesamt elf Konzerten von "Live Eight" verliehen Künstler aus aller Welt den Forderungen Nachdruck. Die Armut ist auch leider zehn Jahre danach nicht beseitigt, wer aber Bono und Geldof naives Gutmenschentum vorwirft vergisst, dass die Welt ohne Menschen wie Bob Geldof und Bono gewiss keine bessere wäre. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Änderungen in iOS 8.4 : Die neue Musik App bietet kein Homesharing für Audio-Inhalte mehr. Bis dato konnte man seine Musikbibliothek von iTunes aus via Wi-Fi auf beliebige iOS-Geräte im Haushalt streamen, das ist nur noch mit Vidoes möglich - und auf die Apple TV. Hintergrund dürften die Lizenzen für Apple Music sein. Alternativ kann man nun für geringen Aufpreis das Streaming für bis zu sechs Personen in der Familienlizenz bezahlen.

Berufungsprozess verloren : Apple muss weiterhin 450 Millionen US-Dollar Schadensersatz zahlen und einen behördlich gestellten Watchdog ertragen, der aufpasst, dass Apple nicht gegen Auflagen des Antikartellurteils in Sachen E-Books verstößt. Dies hat ein Berufungsgericht geurteilt. Im Jahr 2013 war Apple der Preisabsprachen mit fünf führenden Verlagen schuldig gesprochen worden. Apple hingegen stellt sich auf den Standpunkt, das sogenannte Agenturmodell, bei dem die Verlage die Preise bestimmen und nicht die Händler, sei dazu gedacht gewesen, ein Monopol von Amazon auf dem E-Book-Markt zu verhindern.

iTuens 12.2 bringt Durcheinander : Einige Anwender beschweren sich nach dem Update auf iTunes 12.2, dass die Software ihre Musikbibliothek durcheinander bringt. Artwork werde nicht mehr korrekt angezeigt, manchmal passen Titel und Interpret nicht zusammen, während iTunes sogar ganz andere Songs abspielt als angegeben. Manche Titel würde das Update sogar löschen.

Neuer Trailer: Steve Jobs' Leben wird derzeit mit Michael Fassbender in der Titelrolle verfilmt, Ende des Jahres soll das Werk in die Kinos kommen. Vor einigen Wochen war bereits ein erster kurzer Trailer mit zurückhaltender Bildsprache aber aussagekräftigem Off-Text erschienen, dieser Tage ist eine zweite, etwas ausführlichere Vorschau zu sehen.

Weitere Nachrichten

Nachfrage nach iOS-Entwicklern hoch

Gemäß dem IT-Jobvermittler 4Scotty-Daten werden Softwareentwickler für mobile Anwendungen für die iOS-Plattform und Android ungefähr gleich stark gesucht. Dennoch gibt es in diesem Bereich mehr Jobs für iOS-Experten.

2015 sind laut Vision Mobile in Europa rund 540000 direkte Stellen mit dem Apple-Betriebssystem iOS verbunden, mit Android über 100000 weniger, nämlich 439000. Dennoch werden 4Scotty-Daten zufolge Softwareentwickler für beide Plattformen in etwa gleich gesucht: Es seien jeweils ungefähr 40 Prozent. Der Rest verteilt sich demnach auf Windows Phone und Mobile Browser-Apps. Besonders iOS-Entwickler, die schon mit Apples neuer Swift-Sprache Erfahrung haben, sollen sich dabei großer Beliebtheit erfreuen. Der Bedarf der Unternehmen an iOS-Anwendungen halte weiter an, vor allem im Bereich der Enterprise-Applikationen. ”Wir befinden uns mitten drin im goldenen iOS-Zeitalter”, meint Frank Geßner von 4Scotty-Daten.

Außerdem sollen IT-Spezialisten gut verdienen. Aufgrund der hohen Nachfrage würden auch hohe Gehälter bezahlt. iOS-Entwickler bekommen viele Job-Angebote mit Jahresgehältern zwischen 42000 bis 55000 Euro. Gehaltsunterschiede gebe es zwischen Android- und iOS-Entwicklern zwar kaum: Mit iOS lässt sich aber fünf Prozent mehr verdienen, so der Mitgründer von 4Scotty-Daten.

Sammelklage gegen Facebook abgewiesen

Der Rechtsanwalt und Datenschutzaktivist Max Schrems hatte eine Sammelklage gegen Facebook vor dem Landgericht für Zivilsachen in Wien eingereicht. Jeder Interessierte konnte sich online für die Sammelklage registrieren. Für jeden geschädigten Facebook-Nutzer, der an der Klage teilnimmt, soll Facebook 500 Euro zahlen.

Facebook erklärte in seiner Verteidigung das Wiener Gericht für nicht zuständig. Zum ersten Sitzungstermin hatte sich das Gericht dann aber um sechs Wochen vertagt. Damit Facebook alle seine vorgelegten Dokumente ins Deutsche übersetzen könne und die Kläger auf die dann ins Deutsche übersetzen Dokumente von Facebook antworten können. Diese Frist ist jetzt um und das Gericht hat gesprochen.

Gericht erklärt sich für nicht zuständig

Das Wiener Gericht erklärte sich, wie von Facebook erhofft, für nicht zuständig. Weil der Kläger zum maßgeblichen Zeitpunkt kein Verbraucher gewesen sei, sondern Facebook auch beruflich genutzt habe, wie die Kläger die Begründung wiedergeben. Nur ein Verbraucher habe jedoch das Recht, an einem Gericht in seiner Heimat zu klagen. Wer dagegen kein Verbraucher sei, müssen Facebook in Irland verklagen, weil Facebook Europa dort seinen Firmensitz habe.

Schrems kündigte umgehend an Rechtsmittel gegen diese Entscheidung einlegen zu wollen. Also vor dem Oberlandesgericht Wien und danach beim Obersten Gerichtshof. Zum Urteil des Wiener Landgerichts meinte Schrems giftig: „Wiener Gericht reicht 'heiße Kartoffel weiter'. Schrems Stellungnahme, in der er das Wiener Gericht kritisiert, können Sie hier nachlesen.

Über den eigentlichen Inhalt der Klage (die Facebook vorgeworfenen Datenschutzverstöße) wurde nicht entschieden.

Deutscher Wetterdienst warnt vor Schneefall in Deutschland

Wer vor Gewittern, starkem Nebel, Eisglätte oder Schneefall rechtzeitig gewarnt werden will, abonniert am besten die Unwetterwarnungen des „Deutschen Wetterdienstes“ (DWD). Diese trudeln dann zuverlässig jeden Tag, wenn es sein muss auch mehrmals pro Tag, im Mailpostfach ein. Wenn eine Gefahr vorbei ist, dann verschickt der Deutsche Wetterdienst auch wieder die Entwarnung. Ein wirklich praktischer und kostenloser Service, den der Deutsche Wetterdienst da anbietet.

Doch heute Morgen haben sich viele Abonnenten dieses Newsletters des DWD verwundert die Augen gerieben. Denn sie lasen folgende Entwarnung (oder einen ähnlichen Text beziehungweise die vorangegangene Warnung):

„AUFHEBUNG der UNWETTERWARNUNG vor STARKEM SCHNEEFALL und SCHNEEVERWEHUNG

für (hier steht der Ort, für den man die Unwetterwarnungen abonniert hat)

Die amtliche Unwetterwarnung vor starkem Schneefall und Schneeverwehung, ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am Mittwoch, 01.07.2015 09:29 Uhr, gültig von Mittwoch, 01.07.2015 12:00 Uhr bis Donnerstag, 02.07.2015 00:00 Uhr, wird am Mittwoch, 01.07.2015 09:36 Uhr, aufgehoben.

DWD / RZ München“.

Einige Stunden später erhielten die Abonnenten des DWD-Newsletters diese erläuternde Mail: „Sehr geehrter Abonnent,
infolge eines Tests zur Verbesserung des Warnmanagement-Systems haben Sie heute Morgen versehentlich eine Warnung erhalten, die mit der aktuellen Wetterlage nicht in Einklang steht. Derzeit sind regional nur Hitze- und UV-Warnungen in Deutschland aktiv. Wir bitten das Missverstaendnis zu entschuldigen.
Ihr Team vom DWD“.

In einem Interview mit dem Bonner General Anzeiger erklärte DWD-Sprecher Gerhard Lux den Grund für die verirrte Warnung: "Wir testen regelmäßig unser Warnmanagement-System, normalerweise aber im internen Netzwerk. Heute hat sich ein Routingfehler, also ein technisches Problem eingeschlichen, so dass diese internen Test-Mails auch an Teile unseres Mail-Verteilers verschickt wurden."

Auch per Twitter informierte der DWD über den lustigen Fauxpas.

Vodafone: LTE Telefonie mit dem iPhone

Ab heute können iPhone 6 und iPhone 6 Plus Besitzer die neue Technologie nach dem Update auf iOS 8.4 nutzen. Nach der Installation der neusten Netzbetreiber-Einstellungen kann 4G/ LTE in den iPhone Einstellungen unter „Mobiles Netz“ auch für Anrufe aktiviert werden.
 
Laut Vodafone vergehen dank der neuen Technologie nur noch zwei Sekunden zwischen dem Klick auf die Nummer und dem Klingeln beim Gesprächspartner. Zusätzlich dazu verbessert sich auch die Gesprächsqualität drastisch. Neben den aktuellen iPhones wird die „Voice over LTE“ Technologie auch von anderen Geräten wie dem Galaxy S5 von Samsung, dem Xperia Z3 von Sony und dem Lumia 640 von Microsoft unterstützt. In Zukunft sollen weitere Geräte von Herstellern wie LG und HTC durch kostenlose Softwareupdates folgen.
 
Das LTE-Netz von Vodafone deckt momentan bereits 75 Prozent der Fläche Deutschlands ab und in den kommenden Monaten wird die Netzmodernisierung durch das Unternehmen fortgeführt. Neben einem Ausbau des LTE-Netzes investiert Vodafone dabei auch in Verbesserungen der GSM- (2G) und UMTS-Netze (3G). Bereits heute verlaufen 99,5 Prozent aller Gespräche im Vodafonenetz störungsfrei und die Rufaufbauzeit konnte auf durchschnittlich sieben Sekunden deutlich verringert werden.

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