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Morgenmagazin vom Donnerstag, 20. März 2014

20.03.2014 | 07:20 Uhr |

Morgan Stanley: iPhone-Verkäufe besser als erwartet +++ Apples Markenwert über 100 Milliarden US-Dollar +++ Neue Spieleplattform ohne Online-Zwang und DRM vorgestellt +++ Anti-Social-Network umgeht nervige Freunde +++ Java 8 steht zum Download bereit +++ O2-Nutzer sollen sofort ihren WLAN-Schlüssel ändern +++ Urteil gegen Bluray-Ripper schockt die Branche +++ Test: Daten mit dem iPhone austauschen mit Files United 1.0 +++ Dateien aus der versteckten Libra­ry wiederherstellen

Morgan Stanley: iPhone-Verkäufe besser als erwartet

Apple wird für das März-Quartal eine höhere Verkaufszahl für das iPhone bilanzieren, als Wall Street bisher erwartet hat, meint die Analystin Katy Huberty von Morgan Stanley. Das Tool "Alphawise iPhone Tracker" der Bank ermittle für das noch rund eine Woche laufende Quartal 42 Millionen verkaufte iPhones. Daten aus der Zulieferkette hätten bisher nur 38 Millionen iPhones ergeben, was gegenüber dem Vorjahr nur einen leichten Zuwachs bedeutete. Im März-Quartal 2013 hatte Apple 37,4 Millionen iPhones abgesetzt. Das von Huberty eingesetzte Analyse-Tool habe im ersten Quartal 2013/2014 recht gut gelegen und 50,5 Millionen iPhone-Verkäufe berechnet, Apple bilanzierte 51 Millionen verkaufte iPhones, berichtet Business Insider. Huberty erklärt die höhere Erwartung mit Überschüssen aus der Lieferkette, die insbesondere im Weihnachtsgeschäft deutlich mehr produzierte. US-Carrier hätten zudem große Anstrengungen unternommen, um mehr Telefone zu verkaufen, Rabatte der großen Elektronikhandelsketten wie Best Buy hätten ihr Übriges getan. Apple wird seine Bilanz für das März-Quartal gegen Ende April vorlegen.

Apples Markenwert über 100 Milliarden US-Dollar

Apple ist laut einer Untersuchung von Brand Finance die wertvollste Marke der größten US-Firmen. Die Studie legt den Wert der Marke Apple auf 104,6 Milliarden US-Dollar fest, erst mit deutlichem Abstand folgen Google (68,6 Milliarden US-Dollar), Microsoft (62,8 Milliarden US-Dollar) und Verizon (53,5 Milliarden US-Dollar). Die Berechnung des Wertes basiert auf Schätzungen, welche Lizenzgebühren nötig wären, um die Marke nutzen zu dürfen und auf künftige Umsätze mit der Marke. In Brnad Finances Kalkulationen gehen messbare Werte wie Börsenwert oder Jahresumsatz nicht ein. Je nach Ansatz der Schätzungen gehen die Ergebnisse der Markenexperten aber weit auseinander. So hält Interbrand ebenfalls Apple für die wertvollste Marke, stellt aber Coca-Cola auf den zweiten Platz. Im Ranking von Brand Finance taucht der Getränkekonzern aus Atlanta erst auf Platz zehn mit einem Wert von 33 Milliarden US-Dollar auf.

Neue Spieleplattform ohne Online-Zwang und DRM vorgestellt

Neue Spieleplattform ohne Online-Zwang und DRM vorgestellt (c) glyph-games.com
Vergrößern Neue Spieleplattform ohne Online-Zwang und DRM vorgestellt (c) glyph-games.com
© glyph-games.com

Der Spieleentwickler Trion Worlds ( RIFT , Defiance) will in Konkurrenz zu Valves Plattform Steam treten. In Kürze starte man eine eigene Spiele-Vertriebsplattform namens Glyph , auf der sowohl die eigenen Titel als auch Spiele von Drittherstellern angeboten werden.

Ähnlich wie schon auf GOG (ehemals Good Old Games) werden alle Spiele auf Glyph ohne Digital Rights Management erhältlich sein. Spiele ohne Multiplayer sind demnach auch offline spielbar, beispielsweise im Flugzeug oder am Strand.

Trion Worlds konnte nach eigenen Angaben in den letzten drei Jahren schon über zehn Millionen Spieler erreichen. Diese spülten mit 25 Millionen Transaktionen und 50 Millionen Downloads Geld in die Kassen der Macher. Die in diesem Zeitraum gesammelten Erfahrungen wolle man nach Aussagen von Trion-Worlds-Chef Scott Hartsmann nun dazu einsetzen, auch die Spiele anderer Entwickler auf Glyph anzubieten.

Freeware Games: Die 30 besten Gratis-Spiele im Web

Glyph soll in wenigen Wochen starten und sich auf PC-Spiele beschränken. Derzeit sucht Trion Worlds noch nach weiteren Partnern, um schon zum Launch ein beachtliches Lineup anbieten zu können.

Anti-Social-Network umgeht nervige Freunde

Anti-Social-Network umgeht nervige Freunde (c) Cloak
Vergrößern Anti-Social-Network umgeht nervige Freunde (c) Cloak
© Cloak

Mit Cloak hat das gleichnamige Startup-Unternehmen in dieser Woche eine witzige iOS-App veröffentlicht. Der „Incognito-Modus für das echte Leben“ hilft Ihnen dabei, unerwünschten Zufallstreffen mit nervigen Freunden oder Bekannten aus dem Weg zu gehen. Cloak liest dafür die Geodaten Ihrer Social-Network-Kontakte über Foursquare und Instagram ein. Wo sich die jeweiligen Personen gerade aufhalten, wird anschließend auf einer Karte mit dem Foto des entsprechenden Bekannten angezeigt.

Wollen Sie also beim Wocheneinkauf im Supermarkt nicht von der gesprächigen Nachbarin gestört werden, lohnt sich ein Blick auf die Cloak-Anzeig, um ein Treffen zu vermeiden. Wahlweise können die Kontakte auch mit einer Markierung versehen werden. Cloak schlägt dann Alarm, wenn Sie einen vorgegebenen Radius betreten.

Cloak ist der neueste Streich der Entwickler Brian Moore und Chris Baker. Die beiden machten sich in den letzten Monaten mit eher misanthropischen Anwendungen einen Namen. So verbannt Bakers Browser-Erweiterung unbaby.me beispielsweise die Baby-Fotos von Freunden aus dem Facebook-Feed, während Hate with Friends dem allgegenwärtigen Daumen-hoch-Kuschelkurs den Kampf ansagt. Laut Baker seien anti-soziale Apps derzeit auf dem Vormarsch.

Java 8 steht zum Download bereit

Java 8 steht zum Download bereit (c) Oracle
Vergrößern Java 8 steht zum Download bereit (c) Oracle
© Oracle

Oracle hat die finale Version von Java 8 zum Download freigegeben. Sie unterstützt Lambda-Ausdrücke für eine funktionale Programmierung. Diese Neuerung war bereits für die Vorgänger-Version geplant gewesen doch nicht zuletzt aufgrund dringender Sicherheitsupdates verschoben worden. Apropos Sicherheit: In Java 8 ist die Verschlüsselung TLS 1.2 nun standardmäßg aktiviert. Die Algorithmen zum Passwort-Schutz, betont Oracle, seien zudem verbessert worden. Mit Java 8 kommt auch die Javascript Engine "Nashorn". Die kompletten Release Notes finden Sie auf der Entwickler-Seite .

O2-Nutzer sollen sofort ihren WLAN-Schlüssel ändern

O2-Nutzer sollen sofort ihren WLAN-Schlüssel ändern (c) O2
Vergrößern O2-Nutzer sollen sofort ihren WLAN-Schlüssel ändern (c) O2
© O2

Erneut macht eine Sicherheits-Lücke in Routern von sich reden. Diesmal sind die Homebox-WLAN-Router betroffen, die O2 an seine DSL-Kunden ausliefert. Konkret handelt es sich um die Homebox-WLAN-Router 6431, 4421, 1421.

Das Problem: Der voreingestellte WLAN- WPA2-Schlüssel ist unsicher. Angreifer können ihn offensichtlich leicht rekonstruieren und damit Zugang zum WLAN-Netz des O2-Kunden bekommen. O2 beschreibt das Problem so: „Es gibt aktuelle Hinweise, dass das eingesetzte Verfahren zur Generierung dieses WLAN-Schlüssels ein Risiko für eventuelle Zugriffe durch Unbefugte zulässt.“

Auf dem Aufkleber an der Unterseite des WLAN-Routers steht der voreingestellte WLAN-Schlüssel.
Vergrößern Auf dem Aufkleber an der Unterseite des WLAN-Routers steht der voreingestellte WLAN-Schlüssel.
© O2

Das voreingestellte Passwort finden Sie auf dem Aufkleber an der Unterseite des WLAN-Routers. Die Lösung des Sicherheits-Problems ist denkbar einfach: Betroffene O2-Nutzer sollen sofort Ihr WLAN-Passwort ändern. Sofern sie ihren WLAN-Schlüssel ohnehin schon geändert haben, sind die O2-Nutzer von dem Problem nicht mehr betroffen.

WLAN: So wird Ihr Router sicher

O2 empfiehlt, dass der neue WLAN-Schlüssel aus mindestens zwanzig Zeichen bestehen (Groß- und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen und Ziffern) sollte. Ansonsten gelten auch für den WLAN-Schlüssel die gleichen Empfehlungen wie für jedes andere Passwort: Verwenden Sie eine zufällige Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Vermeiden Sie Namen und Geburtsdaten.
O2 hat hier eine Anleitung zum Ändern des WLAN-Schlüssels veröffentlicht.

O2-Nutzer, die sich unsicher sind, können auch den Kundenservice unter der kostenpflichtigen Festnetznummer 0911 47 87 50 10 anrufen. Diese ist erreichbar von Montag bis Sonntag von 08:00 bis 23.00 Uhr.

Zuletzt wurden immer wieder Sicherheits-Probleme in Zusammenhang mit WLAN-DSL-Routern bekannt. Beispielsweise bei Asus und bei der Fritzbox.

Urteil gegen Bluray-Ripper schockt die Branche

Wie unsere Schwesterpublikation Gamestar unter Berufung auf Torrentfreak berichtet, hat ein Gericht in New York letzte Woche die Domains, Konten in sozialen Netzwerken und Bankguthaben des Software-Entwicklers Fengtao beschlagnahmen lassen, weil dieser für DVDFab verantwortlich ist. Das Programm umgeht den Kopierschutz bei DVDs und Blu-rays, um Kopien zu erstellen. Diese Maßnahme verstoße gegen den Digital Millenium Copyright Act (DMCA), so das Gericht. Der DVDFab-Entwickler mag aber offenbar nicht klein beigeben und hat sich neue Domains besorgt, auf denen er unter anderem das Bild des angeketteten DVDFab-Affen veröffentlicht. Das Team von DVDFab gab bekannt, dass man sich nicht unterkriegen lassen wolle und noch Jahre an DVDFab weiterarbeiten wolle.

Beeindruckt von dem Urteil zeigt sich aber offensichtlich Aiseesoft. Das Software-Haus hat einschlägige Kopier-Tools aus seinem Angebot entfernt. Auch LG Software Innovations hat die Einstellung seines 1Click-Bluray-Copy-Programms angekündigt. In einer Stellungnahme habe das Unternehmen mitgeteilt, dass man bislang davon ausgegangen ist, dass Firmen mit Sitz außerhalb der USA nicht vom US-Recht belangt werden können. Doch damit unterlag man offenbar einem Irrtum.

Slysoft hüllte sich bislang in Schweigen zu den Vorkommnissen. Das Software-Unternehmen hat seinen Sitz auf Antigua und auf Barbuda.

Test: Daten mit dem iPhone austauschen mit Files United 1.0

Nur in einer Richtung funktioniert der Datentausch zwischen der Mac- und der iOS-App Files United: Hat man die beiden Apps geöffnet, kann man per Drag-and-Drop Daten von einem Mac zu einem iPhone oder iPad übertragen. Umgekehrt funktioniert der Transfer nicht. Dafür ist die Bedienung sehr komfortabel. Per Bonjour erkennen sich die beiden Geräte in einem WLAN-Netz, auch größere Dateien werden unterstützt. Bis eine  700 MB große Videodatei auf dem iPhone angekommen ist, dauert es aber einige Minuten. Während die Mac-Software eigentlich nur aus einem simplen Transfer-Fenster besteht, ist die iOS-Version eine

funktionsreiche Dateiverwaltungssoftware. Im Hauptfenster kann man Dateien als Favoriten markieren, eine Liste der zuletzt geöffneten Dateien aufrufen und Cloud-Dienste nutzen. Als Zugriffschutz kann man zwischen einer Pin und einem Passwort wählen. Das Komprimieren eines Dokuments als Zip-Datei und Versand per E-Mail sind möglich. Unterstützt werden neben Dropbox und Google Drive auch Skydrive und Sugar Sync. Zusätzlich beherrscht das Tool den Zugriff auf FTP- und SMB-Server und per WLAN. Über diese Wi-Fi-Connect-Funktion ist dann auch der Zugriff vom Mac oder PC aus auf die Inhalte der iOS-App möglich. Beim Mac gibt man dazu im Finder bei „Mit Server verbinden..“ die Adresse ein und die Inhalte werden als WebDAV-Volume gemountet. Bei Redaktionsschluss war die neue Software noch kostenlos erhältlich, der endgültige Preis war noch nicht bekannt.

Empfehlung Files United

Schnell und bequem kann man mit Files United Daten an ein iPhone übertragen. Die Mac-App ist recht simpel, die iOS-Version überzeugt dagegen als funktionsreicher Datenverwalter

Dateien aus der versteckten Libra­ry wiederherstellen

Will man nun eine Datei aus dem Time-Machine-Backup wiederherstellen, die im versteckten Library-Ordner abgelegt ist, kommt man deshalb an diesen nicht mehr heran, sobald Time Machine gestartet ist. Es gilt also, die Vorgehensweise umzukehren. Erst öffnet man den versteckten Ordner im Finder, indem man das Menü „Gehe zu“ mit gedrückter „Wahltaste“ („alt“) öffnet und dort „Library“ auswählt, und öffnet den Ordner mit der wiederherzustellenden Datei. Erst danach startet man Time Machine. Der Rest ist Routine: So weit in der Zeitleiste zurückgehen, bis man den gewünschten Stand erreicht hat, Datei anklicken und wiederherstellen.

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