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Morgenmagazin vom Donnerstag, 20. Mai 2021

20.05.2021 | 07:12 Uhr | Peter Müller

Neue Bedienungshilfen für Apple Watch und iPad, Gebärdensprache im Apple Store +++ Federighi vor Gericht: Android hat ein Malware-Problem +++ Was man für Apple Lossless braucht +++ IFA 2021 in Berlin ist offiziell abgesagt +++ Google Passwort-Manager erhält vier wichtige Neuerungen +++ WhatsApp: Neues Feature gegen nervige Gruppen

20. Mai: Singe, wem Gesang gegeben

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Wann wird's mal wieder richtig Sommer? Wie er früher einmal war? Mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so ein Mist wie in diesem Jahr? Geduld, es kann schon noch ein netter Sommer werden, vielleicht im Juli oder im August an einem Dienstag - die übermäßig trockenen Jahre 2018 und 2020 oder die Juni-Hitze von 2019 haben uns vergessen lassen, dass "früher" solch ein Wetter wie das derzeitige recht normal war - und es zu Rudi Carrells Zeiten auch nicht von Juni bis September permanent trocken war.

So fällt vermutlich auch das Pfingstwochenende ins Wasser, die Flucht südlich die Alpen wird nicht viel besser machen, nur manche Sachen reichlich komplizierter. Bleiben wir eben daheim und schauen uns in der Nacht zum Pfingstsonntag den Sangeswettstreit an, der heuer in Rudi Carrells Heimat stattfindet, weil die letzte Ausgabe vor zwei Jahren ein anderer Niederländer gewonnen hat. Ursprünglich für 2020 geplant, ist der ESC eben um ein Jahr verschoben, die Teilnehmer haben alle neue Beiträge eingereicht. Was den deutschen betrifft, ist das mit Sicherheit ein Gewinn, wobei man nicht weiß, wie weit Jendrik mit seiner Glitzer-Ukulele und dem fröhlichen "I don't feel hate" kommt. Ist ja egal, die andere verschobene Europameisterschaft ist wichtiger und auch hier hat der neue Termin dem Angebot des DFB eher gutgetan: Letztes Jahr wären Müller und Hummels nicht dabei gewesen.

Erstmals dabei sind bei der Euro 2020, wie die Veranstaltung immer noch heißt, die Finnen, in einer Gruppe mit Dänemark, Belgien und Russland aber vermutlich chancenlos. Wie auch all die Jahre beim ESC, mit einer Ausnahme, die vor 15 Jahren die Freunde seichter Folk-Schlager-Musik und von Eurodance, der sich zum Schluss immer noch einen Halbton höher schwingt, mehr oder minder die Kinnlade herunterfallen oder sogar schlecht schlafen ließ: Hard! Rock! Halleluja! Vier Finnen in Gummimasken, als Monster und Mumien verkleidet, gutturale Stimmintonation statt Popgesang und vor allem: Stromgitarren! Das hat die Welt  des ESC zuvor so noch nicht gesehen und vielleicht hat die Band Lordi auch deshalb gewonnen. Nur aus Deutschland gab es mal wieder keine zwölf Punkte, aber das Misstrauen in das nationale Liedgut wird auch diesmal auf Gegenseitigkeit beruhen.

Und was machen die Finnen im Jahr 2021, in denen sie bei der Eishockey-WM bestimmt mehr Chancen haben als bei der Fußball-EM  (und den deutschen Hacklern am 29. Mai zwölf Tore einschenken könnten), hinsichtlich ESC? Nein, sie haben nicht nochmal Lordi geschickt, aber mit der Band Blind Channel und deren Violent-Pop-Track "Dark Side" einen würdigen Nachfolger. Keine Gummimasken, dafür hochgereckte Mittelfinger und vor allem Stromgitarren! Klingt vielleicht bisschen zu sehr nach Linkin Park und muss sich zunächst im Halbfinale heute Abend durchsetzen, aber die Finnen würden wir definitiv wieder wählen. Zwölf Punkte.

Lesetipps für den Donnerstag

Wer wird schneller: Jetzt dürfen Tester, die vorab das iPad Pro 2021 bekommen haben, ihre Erfahrungen berichten. Wie beinahe zu erwarten war, begeistern sich The Verge, CNBC, Arstechnica und MacStories am neuen Mini-LED-Display. Das sei so kontrastreich und klar, wie man es sich seit Jahren nur hat wünschen können. Auch der irre schnelle M1-Prozessor weiß zu gefallen, doch der schwedische Macworld-Kollege Jona Ekelund stellt nicht zu Unrecht die Frage, wer denn so eine "unnötig schnelle" Maschine brauchen könnte. Es sei der größte Sprung zwischen zwei Generationen, was das aber langfristig bedeuten werde, müsse man sehen. Und Jason Snell legt bei Six Colors den Finger in die Wunde: Die Hardware sei zwar saustark, aber die Software könne bei Apples Tablets schon lang nicht mehr mithalten. Hoffe wir dann eben auf iPadOS 15 und Software wie Final Cut und Logic Pro.

Was man braucht: Apple Lossless ab Juni für alle Tracks bei Apple Music, Spatial Audio /Dolby Atmos für ausgewählte, und das alles ohne Aufpreis - klingt gut. Nur werden die wenigsten einen Unterschied bemerken, mit Blutooth-Kopfhörern kommt man überhaupt nicht in den Genuss der verlustfreien Musik, Spatial Audio reproduzieren nur Apples Airpods und die Kopfhörer der Marke Beats. Um einen Unterschied zu hören, benötigt man Kopfhörer mit Kabel, für die höchsten Auflösungen gar einen externen Digitalwandler. Jason Cross erklärt auf Macworld die Details.

Geht schon weiter : iOS 14.6 steht kurz vor der Veröffentlichung, nächste Woche könnte es so weit sein. Am 7. Juni zeigt Apple dann auf der WWDC iOS 15 und wird registrierten Entwicklern eine erste Beta an die Hand geben. Aber parallel geht die Optimierung des Vorgängers weiter, mit iOS 14.6 ist noch nicht Schluss – gestern hat Apple die erste Beta von iOS 14.7 herausgebracht, zunächst als Entwickler-Version. Zeitgleich kommen auch Betas für die assoziierten Systeme, iPadOS 14.7, watchOS 7.6 und tvOS 14.7. Die Kollegen von 9to5Mac haben in der ersten Beta eine Neuerung erkannt, über die Home-App könne man nun auf dem iPhonen eiunen Timer für den Homepod einstellen, bisher ging das nur mit direkter Ansprache an Siri. Weitere neue Funktionen und Inhalte sind bisher nicht bekannt, Apple Lossless für Apple Music setzt iOS 14.6 voraus.

Ausgeweitet: Anlässlich des heutigen Global Accessibility Awareness Day hat Apple eine Reihe von Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit für seine Produkte und Services angekündigt. Schon ab heute können Kunden im Apple Store vor Ort oder online "SignTime" buchen, also Termine, bei denen ein Gebärdendolmetscher anwesend ist. Zunächst nur in britischem und US-amerikanischen Englisch und Französisch, bei ausgewählten Today-at-Apple-Veranstaltungen werden ebenso Dolmetscher dabei sein. Für die Siir-Kurzbefehle gibt es nun einige nützliche Shortcuts für Bedienungshilfen. In kommende Update, wohl erst ab iOS 15 und Konsorten, integriert Apple neue Hilfen, etwa Assistive Touch für die Apple Watch oder Augenverfolgung für das iPad.

Argument: Im Prozess von Epic Games vs. Apple hat nun Apples Softwarechef Craig Federighi ausgesagt und Richterin Yvonne Gonzales Rogers erklärt, was passieren würde, ließe Apple mehrere App Stores respektive Bezugsquellen für Software auf dem iPhone und iPad zu. Denn genau die Situation habe man schon – auf dem Mac. Dort käme die größte Gefahr durch Malware für die Nutzer eben von alternativen Bezugsquellen, auf dem Mac gebe es ein Niveau von Malware, das Apple nicht akzeptabel finde. iOS hingegen haben die Latte für  "dramatisch" höher gelegt, der Mac könne dies bei weitem nicht erreichen. Dabei hat Apple die Sicherheit in den letzten Jahren auf dem Mac immer wieder erhöht, mit dem Gatekeeper etwa, den man so einstellen kann, dass der Rechner nur Software aus dem Mac App Store ausführt, oder die Notarisierung von Apps, welche vertrauenswürdige Entwickler bevorzugt.  Aber auch andere Plattformen leiden unter multiplen App Stores, Federighi nennt konkret Android, das eindeutig ein Malware-Problem habe. Warum Apple auf dem Mac nicht ähnlich starke Vorkehrungen treffen kann, veranschaulicht Federighi mit einem Bild: "Der Mac ist ein Auto. Sie können ihn im Gelände einsetzen, wenn Sie wollen, und Sie können fahren, wohin Sie wollen. Das ist es, was Sie kaufen wollten. Es ist ein gewisses Maß an Verantwortung dafür erforderlich. Mit iOS wollten Sie etwas kaufen, bei dem Kinder ein iOS-Gerät bedienen können und sich dabei sicher fühlen. Das ist wirklich ein anderes Produkt."

Weitere Nachrichten:

IFA 2021 in Berlin ist offiziell abgesagt

Die Tech-Messe IFA 2021 ist am Dienstagmittag nun offiziell von den Veranstaltern abgesagt worden. Erst vor fast exakt einem Monat war noch angekündigt worden, dass die IFA 2021 in diesem Jahr vom 3. bis 7. September 2021 als "physischer Event" und damit mit Publikum "wie früher" stattfinden sollte. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die IFA 2020 nämlich nur als überwiegend digitaler Event statt. "Mit dem erfolgreichen Voranschreiten der internationalen Impfkampagnen steigt die Zuversicht der Industrie, ihre neuen Produkte und Services den Medien sowie dem Handel live und vollumfassend präsentieren zu können", hieß es noch im April.

Am heutigen Mittwoch folgt die Einsicht, dass die IFA 2021 doch nicht stattfinden kann. Für global agierende Unternehmen, heißt es in der Mitteilung der Veranstalter, sei eine Budgetierung mehrere Monate vor Veranstaltungsbeginn zwingend notwendig. "In der gegenwärtigen Pandemiesituation fehlen jedoch Rahmenbedingungen, die hierfür eine verlässliche und verbindliche Grundlage bieten", so die Messe Berlin und die "gfu Consumer & Home Electronics GmbH". Es würden derzeit zu viele Unwägbarkeiten existieren, wodurch sich für die Unternehmen aktuell keine Messeteilnahme "verantwortungsvoll planen" lasse.

Aus diesem Grund habe man sich dazu entschieden, die IFA 2021 komplett abzusagen. Weiterhin stattfinden sollen aber der Live-Event Berlin Photo Week in der Arena Berlin (26.8. - 3.9.2021) und die SHIFT Mobility (2. - 4.9.2021).

Seit dem Jahr 2005 fand die IFA (früher: Internationale Funkausstellung) bisher jährlich statt. Diese Serie wird nun im Jahr 2021 erstmalig unterbrochen. Ein Comeback will die IFA dann im kommenden Jahr feiern: Die IFA 2022 ist geplant für den 2. bis 6. September 2022.

Google Passwort-Manager erhält vier wichtige Neuerungen

Google hat im Rahmen seiner Entwicklerkonferenz Google I/O vier wichtige Neuerungen für seinen Passwort-Manager angekündigt . Über einen verbesserten Passwort-Import können Passwörter aus anderen Manager-Tools in Zukunft einfacher in den Google Passwort-Manager importiert werden. Durch eine tiefere Chrome- und Android-Integration können sichere Passwörter zudem einfacher von der Desktop- in die App-Nutzung übertragen werden.

Ebenfalls neu ist der automatische Passwort-Alarm. Dabei prüft der Google Passwort-Manager, ob eines der gespeicherten Passwörter des Nutzers durch eine Sicherheitslücke durch dritte gestohlen wurde. Ist das der Fall, alarmiert das Tool den Nutzer über diesen Umstand mit einem „Passwort ändern“-Button durch den Google Assistant. Mit dem Klick auf diesen Button führt der Passwort-Manager den Nutzer auf die betroffene Seite, wo er sein Passwort ändern kann. Eine ausführliche Anleitung für das Ändern gefährdeter Passwörter hat Google über seinen Blog veröffentlicht. Der Google Assistant hilft Nutzern über ein neues Feature zum automatischen Ändern das Passwort außerdem bei diesen Schritten. Die neue Funktion wird aktuell für Chrome und Android in den USA ausgeliefert. Weitere Länder sollen in den nächsten Monaten folgen.

Die neuen Funktionen für den Passwort-Manager sind nur einige von vielen Sicherheits-Neuerungen, die Google im Rahmen seiner Konferenz angekündigt hat. Ebenfalls neu ist ein "Quick Delete"-Feature, das die letzten 15 Minuten im Suchverlauf löscht oder der neue "Locked Folder" für Google Fotos, in dem sich private Bilder sicher aufbewahren lassen. 

WhatsApp: Neues Feature gegen nervige Gruppen

Über die Jahre sammeln sich im Messenger WhatsApp unzählige Gruppen an: Klassentreffen, Bowling-Mannschaft, Gaming-Freunde, usw. Vor den damit verbundenen Benachrichtigungen kann man sich schon lange schützen, indem man diese für die jeweilige Gruppe deaktiviert. Dann erscheinen neue Nachrichten in den Gruppen nur noch direkt im Messenger, allerdings ganz oben in der Nachrichtenleiste. Will man hingegen eine solche Gruppe ignorieren, blieb bislang nur der Ausweg, die jeweilige Gruppe zu verlassen. Dann könnte man jedoch bei den restlichen Mitgliedern in Ungnade fallen und als abtrünnig gelten. Hier soll eine neue Funktion in WhatsApp helfen, die aktuell in der neuesten Beta-Version zu finden ist.

Die Funktion namens „New Archive“ sorgt laut WABetaInfo dafür, dass Gruppen nicht mehr automatisch an die Spitze der Nachrichtenleiste rutschen, wenn dort neue Nachrichten eintreffen. Auch bei neuen Nachrichteneingängen bleibt die Gruppe störungsfrei im Archiv. Will man dennoch die neuen Nachrichten in der alten Gruppe sehen, so muss man ganz oben in die Nachrichtenleiste scrollen und dort das Archiv-Menü öffnen. Bislang ist die Funktion „New Archive“ nur in der Beta-Version 2.21.11.1 von WhatsApp zu finden. Dies lässt sich auf Android-Geräten installieren. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass das Feature in naher Zukunft in die reguläre WhatsApp-Version integriert wird. Ein solches Update lässt sich dann über den Play Store bequem auf dem eigenen Mobilgerät installieren. Bis dahin können Gruppen ins Archiv verschoben, sie tauchen bei neuen Nachrichten dann aber weiterhin in der eigenen Chat-Liste auf.

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