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Morgenmagazin vom Donnerstag, 20. November 2014

20.11.2014 | 07:31 Uhr |

Was heute wichtig wird: 20. November 2014 +++ Alte Claris Works-Dateien am modernen Mac öffnen +++ Apple könnte alle russischen Aktien kaufen +++ Twitter-Beiträge der letzten acht Jahre komplett durchsuchbar +++ Facebook veröffentlicht nagelneue App für Gruppen

Was heute wichtig wird: 20. November 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Dieser Tage war häufig Anlass zur Rückschau, 25 Jahre Montagsdemonstrationen, 25 Jahre Mauerfall, 25 Jahre Umsturz in Osteuropa. In turbulenten Zeiten, in denen Millionen Menschen gegen die Beschränkungen ihrer Freiheit erfolgreich aufstanden, mag ein wichtiges Ereignis beinahe untergegangen sein. Zurecht erinnert man sich aber heute daran, dass die UN-Generalversammlung am 20. November vor 25 Jahren die Kinderrechtskonvention annahm, die den Schutz der Rechte von Kindern unterstreicht. Interessanterweise sind sich die Staaten der Welt bei der Kinderrechtskonvention einig wie sonst nie - außer dem sehr jungen und kaputten Staat Südsudan und dem ebenso sehr kaputten Somalia haben alle Länder der Welt das Abkommen unterzeichnet - die USA jedoch noch nicht ratifiziert. Klar, Rechte für Kinder im Rahmen einer UN-Konvention zu garantieren, kostet nicht viel. Der nächste überfällige Schritt wäre jedoch speziell in Deutschland, der Konvention Verfassungsrang einzuräumen, bis dahin bleibt sie nämlich vor allem eine Sammlung warmherziger Worte. Bei der derzeitigen Zusammensetzung des Bundestages wären Verfassungsänderungen und -ergänzungen ja recht flott durchzusetzen, wenn sich die Regierung einig ist. Sie könnten am heutigen Weltkindertag ja einfach mal ihren Abgeordneten anschreiben, was er von einer solchen Verfassungsreform hält.

Gehen wir in der Geschichte aber noch vier weitere Jahre zurück, zum 20. November 1985. Microsoft veröffentlichte damals Windows 1.0, was nicht nur aussah wie ein plumpes Plagiat des Mac-Betriebssystems, sondern offen gestanden auch eines war. Zuvor hatte Bill Gates vergeblich versucht, das Betriebssystem des Mac zu lizenzieren und für die von Microsoft und IBM geschaffene Computerwelt der "IBM-kompatiblen" anzupassen. Apple sagte vor allem in Form seines Gründers Steve Jobs laut und deutlich "Nein!". So baute Redmond also selbst ein Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche. Und auch wenn Windows 1.0 alles andere als gelungen war, sollte Apple bald das Lachen vergehen. Nicht einmal Patentklagen halfen, fast zwölf Jahre später gab das vor der Pleite stehende Apple klein bei und ließ alle Anschuldigungen fallen. Im Gegenzug half Microsoft dem gestrauchelten Konkurrenten wieder auf die Beine. Apple hat Microsoft in vieler Hinsicht wieder überholt - und Microsoft hat bei mobilen Betriebssystemen nicht die Vorlage aus Cupertino kopiert. Das haben andere erledigt. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen

20 Minuten Rabatt: Es handelt sich zwar um Windows-Software, aber die Idee der Aktion ist so witzig, dass wir Ihnen den Hinweis nicht vorenthalten wollen. Die Firma Paragon Software feiert am heutigen 20sten ihr 20-jähriges Bestehen und gibt ab 20 Uhr für 20 Minuten ihre Software Festplatten-Manager 15 kostenlos her. Aber gut, vielleicht haben Sie als Zweitrechner ja noch eine Windows-Mschine herumstehen - wenn auch nicht mit Windows 1.0, das heute 29 wird.

Gegenseitige Beeinflussung: Der Zorn in Cupertino war groß, als Microsoft vor 29 Jahren mit Windows eine Kopie des Mac-Systems brachte. Der Zorn war noch größer, als Google mit Android ein konkurrierendes Betriebssystem für Smartphones brachte - Stichwort "thermonuklearer Krieg". Aber seien wir ehrlich: Auch Apple hat sich von den Entwicklungen der Konkurrenz etwas abgeschaut, zuletzt etwa die Erweiterungen in iOS 8, die es Apps ermöglichen, einige ihrer Funktionen anderen Apps zur Verfügung zu stellen. Nach Ansicht unserer Kollegen der Macworld hat auch Andriod 5 Lollipop einiges zu bieten, das Apple in iOS 9 integrieren könnte. Aber sehen Sie selbst.

Freund der Mobilen: Das Thema "Responsive Design" oder generelle Mobilfreundlichkeit ist noch nicht bei allen Webseitengestaltern angekommen. Die einen wollen nicht, die anderen wissen nicht, wie's geht, andere wiederum können aufgrund technischer Beschränkungen durch Dritte nicht. Alle drei Gruppen sollten aber möglichst bald ihre Anstrengungen verstärken, denn Google zeigt nun in seinen Suchergebnissen, welche Sites auch auf mobilen Geräten gut lesbar sind. Das Label "mobile friendly" könnte schon bald ein Grund sein, bestimmte Ergebnisse häufiger zu klicken als andere.

Überzeugt : Anscheinend gibt Apple Prototypen der Apple Watch an ausgewählte Journalisten aus. Seamus Bellamy von der Zeitung The Globe and Mail war unter den Erwählten und dankt Apple mit einer Lobeshymne und einer eindeutigen Kaufempfehlung. Denn wer sich etwa mit dem Gedanken beschäftigte, zu Weihnachten eine der verfügbaren Smartwatches zu erstehen, solle das besser sein lassen. Denn diese steckten alle noch in ihren Kinderschuhen, während Apple mit seiner Smartwatch erneut den Markt auf den Kopf stellen werde. Also: Finger weg und auf das Frühjahr warten. Werbung für die Apple Watch wird Apple eher nirgends buchen müssen, wenn die Uhr schon so überzeugend ist.

Weitere Meldungen:

Alte Claris Works-Dateien am modernen Mac öffnen

Wer Claris Works, das Office-Paket samt Textverarbeitung, Grafikprogramm, Tabellenkalkulation und Datenbank noch selbst kannte, weiß, dass man damit wirklich kreativ und leichtfüßig zugleich arbeiten konnte. Die rahmenbasierten Module waren bestens aufeinander abgestimmt und arbeiteten fast perfekt zusammen. Später wurde aus dem Produkt des Tochterunternehmens Apple Works. Und Apples Pages konnte bis Version ’09 (4.3) respektive iWorks viele der alten Dateien sogar noch recht zuverlässig öffnen – freilich längst nicht alle.

Besser geht es mit dem Open Source-Paket Libre Office , mit einem Trick. Zunächst öffnet man im Finder mit Befehlstaste-F ein Suchfenster, gibt dort oben links im Pulldown-Menü ein ”Art = Andere” und schreibt in das Suchfenster rechts davon ”AppleWorks” (ausdrücklich nicht ”ClarisWorks”!). Hier werden nun sowohl Apple- als auch Claris-Works-Dokumente aufgelistet. Was eine echte Zeitreise bedeutet: Auf unserem iMac von 2010 finden wir teils längst vergessene Dateien, die bis ins jahr 1995 zurückreichen. Aber das Beste kommt noch, man will die Dateien ja auch wieder nutzen können. Und das geht so:

In Libre Office (aktuell ist Version 4.3.4.1) startet man den Öffnen-Dialog (Befehlstaste-O) und zieht ein Claris- oder Apple-Works-Dokument in dieses Fenster. Hier zeigt sich nun der dazugehörige Ordner, aus dem man die Datei zum Konvertieren auswählt. Und tatsächlich, sogar Grafiken (”ClipArts”) und alte Vorlagen aus Claris Works anno dazumal zaubern sich auf den modernen Flachbildschirm, selbst erstellte Dateien natürlich ebenso. Libre Office startet automatisch das passende Modul für Text oder Tabelle und so weiter. Nur manchmal, etwa bei eingebetteten Grafiken oder manchen Tabellenkalkulationen, ist die Darstellung unter Umständen nicht sauber oder es fehlen Elemente. Dennoch, unsere Claris-Leichen leben noch! Es ist ein echter Nostalgie-Trip, und mehr: Wir finden durchaus noch nützliche Arbeitsunterlagen, die als längst verschollen galten. Digitale Archäologie, gewissermaßen.

Übrigens, es geht mit dem Öffnen noch einfacher: Man kann die gefundenen cw-Dateien aus dem Finder auch direkt auf das Dock-Icon von Libre Office ziehen. Es ist beeindruckend, wie schnell das geht. Also, liebe CW-Veteranen, viel Spaß bei der ganz persönlichen Entdeckungstour!

 

Apple könnte alle russischen Aktien kaufen

Apple ist das reichste Unternehmen der Welt und lässt damit beispielsweise auch Microsoft hinter sich. Über 650 Milliarden US-Dollar ist die Firma mit dem angebissenen Apfel wert. Würde das kalifornische Unternehmen auf einen Schlag alle seine ganzen Aktien verkaufen, dann könnte Apple – immer vorausgesetzt, dass der Komplettverkauf nicht zu einem massiven Kurseinbruch bei der Apple-Aktie führen würde – alle russischen Aktiengesellschaften aufkaufen. Denn Apple ist mehr wert alle russischen AGs zusammen genommen. Das ist aber noch nicht alles. Selbst wenn Apple alle russischen Aktiengesellschaften geschluckt hätte, bliebe immer noch genug Geld übrig, um jedem Russen ein iPhone 6 Plus zu schenken.

Derzeit beläuft sich der Börsenwert aller russischen Aktiengesellschaften auf knapp über 530 Milliarden Dollar. Das ist nicht viel für den größten Flächenstaat der Erde mit zirka 143 Millionen Einwohnern. Die Aktienkurse der russischen Unternehmen gaben 2014 unter anderem infolge der Sanktionen wegen der Ukraine-Krise um rund 234 Milliarden Dollar nach, wie das Handelsblatt online unter Berufung auf Bloomberg berichtet .

Nimmt man denn 12. November als Stichtag für den Vergleich, so ergeben sich folgende konkreten Zahlen: Apple war am 12.11. exakt 652 Milliarden Dollar wert und alle börsennotierten russischen Unternehmen kamen zusammen auf 531 Milliarden Dollar. Für den Differenzbetrag von 121 Milliarden Dollar bekommt man ziemlich genau 143 Millionen vertragsfreie iPhone 6 Plus mit 64 GB Speicher.

Im gleichen Zeitraum, in dem die russischen Aktien zusammengenommen 234 Milliarden Dollar verloren haben, legte der Börsenwert von Apple um 147 Milliarden Dollar zu. Neben der Ukrainekrise nennen Analysten aber auch noch andere Gründe für den Abstieg der russischen Aktienkurse: Schlechterer Eigentümerschutz im Reiche Putins, eine weniger stabile Rechtslage und eine schlechte Führung bei staatlichen Unternehmen. Zudem abwartende oder sich zurückziehende Investoren, die vor der instabilen politischen Lage fliehen (wie beispielsweise SEAT, das seinen Vertrieb in Russland einstellen will). Ebenfalls negativ wirken sich die sinkenden Ölpreise für Russland aus, weil dadurch die Einnahmen sinken.

Twitter-Beiträge der letzten acht Jahre komplett durchsuchbar

Das Internet ist speziell im Bereich der sozialen Netzwerke sehr schnelllebig. Ein verfasster Beitrag ist oft nur kurz auf der Timeline zu finden, danach verschwindet er in den Tiefen des WWW. Die Betreiber des Mikrobloggingdienstes Twitter arbeiten daher an einer Möglichkeit, alle Tweets bis zurück in das Jahr 2006 zu indexieren.

Bislang sei die Suche in Tweets eher für kürzlich verfasste Beiträge gedacht, in Zukunft können aber alle bislang veröffentlichten Twitter-Posts durchsucht werden. Die Betreiber wollen damit beispielsweise eine Übersicht einer bestimmten Sportsaison ermöglichen oder bei der Recherche nach Themen helfen, die mit bekannten Hashtags wie #Election2012, #JapanEarthquake oder #MobilePayments verbunden sind.

Dank einer ausgeklügelten Suchroutine können Billionen an Beiträgen in weniger als 100 Millisekunden durchsucht werden. Schon bald werde die Suche in den Twitter-Apps für iOS und Android zur Verfügung stehen. Über die erweiterte Websuche von Twitter lassen sich schon jetzt alle Tweets der vergangenen acht Jahre durchforsten.

Facebook veröffentlicht nagelneue App für Gruppen

Facebook bietet mit den Gruppen schon lange eine Art Forum im sozialen Netzwerk an. Ob Sie sich für Oldtimer, die japanische Küche oder den Bowling-Verein interessieren, in einer Gruppe können Sie sich mit anderen Interessenten oder Mitgliedern austauschen. Dabei lässt Ihnen Facebook die Wahl, eine offene Gruppe, die jedermann zugänglich ist, anzulegen, oder auch eine geschlossene und auf Wunsch für Nicht-Eingeweihte unsichtbare Gruppe zu verwalten. Ab sofort gibt es von Facebook nun eine Extra-App für die Facebook-Gruppen: Facebook Groups für Android oder auch für iOS . Mit der App sollen Facebook-Gruppen-Nutzer bequem auch per Smartphone oder Tablet up to date bleiben und in ihren Gruppen Beiträge verfassen.

Nach dem Öffnen der App sehen Sie alle Gruppen, deren Mitglied Sie sind, auf einen Blick. Öfter verwendete Gruppen erscheinen dabei weiter oben. Wer mag, eröffnet aus der App heraus eine neue Gruppe und lädt Mitglieder ein. Es lassen sich zudem Benachrichtigungen über Gruppen-Aktivitäten aktivieren. Ferner schlägt die App neue Gruppen anhand Ihrer Interessen vor, genauer gesagt: anhand der Seiten, die Sie auf Facebook "geliked" haben, anhand der Gruppen Ihrer Freunde und anhand Ihrer Heimatstadt. Facebook betont übrigens, dass man die Facebook-Gruppen auch weiterhin wie gewohnt zusätzlich am Desktop und in der normalen Facebook-App abrufen könne. Der Nutzer hat also (vorerst) nicht zu befürchten, dass dieses Facebook-Feature nur noch mit der Spezial-App nutzbar sein wird - wie beim Facebook-Chat bereits geschehen.

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