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Morgenmagazin vom Donnerstag, 22. Juli 2021

22.07.2021 | 07:14 Uhr | Peter Müller

macOS 11.5 und iPadOS 14.7 veröffentlicht +++ Erstmals Beta für Airpods-Firmware - nur für Entwickler +++ FTC macht Dampf in Sachen Reparaturrechte +++ Pillenfresser: Casio kündigt Pac-Man-Uhr an +++ Elon Musks Starlink: Notfalleinsatz für Hochwasseropfer +++ LKA Niedersachsen warnt vor Phishing-Mailattacke

22. Juli: Irrational und transzendent

Macwelt wünscht einen guten Morgen! An diesem Donnerstag nähern wir uns dem Irrationalen, dem Transzendenten gar.  Thema ist die irrationale und sogar transzendente Zahl π, die das Verhältnis des Kreisumfangs zu seinem Durchmesser beschreibt. Dieser Zahl kann man sich mit rationalen Zahlen nur nähern, am dichtesten dran ist der Bruch 22/7, etwa 3,14286. Sehen Sie auf das Symbol der App Rechner in ihrem Dock, dies zeigt die ersten Ziffern der unendlichen Reihe an: 3,141593.

Dass 22/7 π recht gut beschreibt, hatte in der Antike bereits Archimedes herausgefunden, sich damit aber nicht zufriedengegeben. Es müsse doch einen Bruch natürlicher Zahlen geben, der das Verhältnis von Kreisumfang zu Kreisdurchmesser besser, wenn nicht gar exakt beschreibt. Dabei war in der Antike bereits bekannt, dass es Zahlen gibt, die sich nicht als Bruch darstellen lassen. Die Quadratwurzel aus zwei ist so eine oder die dritte Wurzel aus neun.

Euklid etwa konnte schon per Widerspruch beweisen, dass es für die Quadratwurzel aus 2  keine rationale Entsprechung geben kann, also kein Verhältnis zweier natürlicher Zahlen. Archimedes war das vermutlich bekannt und doch träumte er davon, π sei anders und somit fassbar. Die Quadratur des Kreises gelang ihm nie und nicht nur, weil jemand seine Kreise störte. Der endgültige Beweis der Irrationalität von π gelang erst im 19. Jahrhundert.

Nun ist das mit der Rationalität aber so eine Sache, dass π und √2 keine solche besitzen, ist zweifelsfrei bewiesen. Doch bedeutet "ratio" im mathematischen Sinne einfach nur "Verhältnis". Während die aus dem lateinischen abgeleitete Ratio vorwiegend "Vernunft" bedeutet. Wenn also heute Mathematikfans ob des Datums 22/7 den Pi Approximation Day feiern, geschieht das zwar zu Ehren einer an die Irrationalität und Transzendenz angelegte Berechnung aber eben nicht aus Unvernunft.

Lesetipps für den Donnerstag

Zurück geändert: Einen bedeutenden Fokus hat Apple bei der Präsentation des neuen Mac-Betriebssystems macOS 12 Monterey auf den komplett überarbeiteten Browser Safari gelegt - ist aber über das Ziel hinaus geschossen, meint Jason Snell in seiner jüngsten Kolumne "More Color" auf Macworld. So ehrenwert das Ziel ist, die Inhalte der Website in den Mittelpunkt zu rücken und die Oberfläche des Werkzeugs zu reduzieren, so wenig hat Apple es bisher erreicht. Vor allem die Tabs werden noch unübersichtlicher, die neuen Tab Groups regen auch noch dazu an, mehr Instanzen zu öffnen. Immerhin hat Apple die Sache mit der verschwundenen Adresszeile in der dritten Beta von Monterey rückgängig gemacht, es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler noch mehr auf das Feedback der Nutzer hören. Da aber in iPadOS 15 diese Änderungen noch nicht angekommen sind, könnte es passieren, dass im Herbst viele Besitzer von Apple-Geräten von der vermutlich am häufigsten genutzten App recht enttäuscht sein werden.

Nachgelegt: Einen Tag nach iOS 14.7 hat Apple nun auch macOS 11.5 Big Sur veröffentlicht. Die Neuerungen sind spärlich, laut Releasenotes enthält das Update nur einige kleine Bugfixes. Es bestand etwa ein Fehler bei der Zählung von Musikwiedergaben einzelner Titel, in der Podcast-App sieht man in der Bibliothek nun wie auf dem iPhone  wahlweise alle Shows oder nur die man verfolgt. Ebenso enthält das Update eine Reihe von Sicherheitspatches. Auch iPadOS 14.7 liegt nun in finaler Fassung vor, mit den gleichen Änderungen wie in iOS 14.7, mit Ausnahme der Unterstützung des Magsafe Battery Packs und der in der Wetter-App bezüglich des Luftqualitätsindex.

Kaufen oder warten: Gerüchte um ein Update des iPad Mini haben zuletzt an Fahrt aufgenommen, eventuell schon im Herbst könnte das kleinste Tablett eine Überarbeitung bekommen, das es im Design dem iPad Air ähneln lässt. Zuletzt hatte Apple das iPad Mini im Frühjahr 2019 aktualisiert, damals zusammen mit dem iPad Air, das nun seit September letzten Jahres in einer neuen Form vorliegt. Michael Simon erörtert auf Macworld, ob man das aktuelle Modell kaufen soll und für wen sich das Warten lohnen würde.

Ausprobieren: Erstmals hat Apple nun auch für Entwickler die Beta-Version der Firmware für die Airpods Pro verfügbar gemacht. Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft in Apples Developer Connection, über das Ressourcen-Center kann man sich dann ein Profil auf das iPhone laden, mit dem die Airpods Pro verbunden sind. Danach kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis die Firmware ihren Weg auf die Airpods findet.

Gesetzgebung: Die Fair Trade Commission (FTC) setzt die Anordnung aus dem Weißen Haus, das Recht auf Reparatur zu verschärfen, fort. Gestern hat die FTC eine Grundsatzerklärung eingereicht und einstimmig beschlossen, die sich gegen rechtswidrige Reparaturpraktiken stellt. Das Recht auf Reparatur werde man mit aller Kraft vorantreiben, heißt es. Zur Erklärung sagt die neue Vorsitzende der Kommission Lina Khan: "Während die Bemühungen dominanter Unternehmen, die Reparaturmärkte einzuschränken, nicht neu sind, haben technologische Veränderungen und der häufigere Einsatz von Software neue Möglichkeiten für Unternehmen geschaffen, unabhängige Reparaturen einzuschränken". Kleine Unternehmen, Arbeitnehmer, Verbraucher und gar Regierungsbehörden seien durch die restriktiven Maßnahmen der Hersteller in ihrem Recht auf Reparatur eingeschränkt. Besonders Apple steht im Fokus der Behörden, zuletzt hatte der iPhone-Hersteller sein Reparaturprogramm auf Fachhändler ausgeweitet, behält aber weiter die Kontrolle über Ersatzteile und Werkzeuge. Das diene der Sicherheit der Geräte, argumentiert Apple.

Weitere Nachrichten:

Pillenfresser: Casio kündigt Pac-Man-Uhr an

Immer mehr Hersteller greifen bekannte Motive für ihre Neuerscheinungen auf. Casio plant derzeit in Zusammenarbeit mit Bandai Namco eine Homage an das Videospielurgestein „Pac-Man“. Als Grundlage hierfür dient das Uhrenmodell F-100 aus dem Jahr 1978, eine damals umfangreich ausgestattete Digitaluhr mit Stoppuhr, Alarm und Kalenderfunktion. Berühmtheit erlangte das Modell damals beispielsweise durch den Film „Alien“, in dem mehrere Charaktere – darunter die Heldin Ripley – genau diese Uhr trugen.

Mit dem Modell „ A100WEPC Pac-Man Edition „ soll diese Zeit wieder aufleben. Wie das Vorbild verfügt auch die Neuauflage über vier Tasten. Die Uhrzeit wird mit weißen Ziffern auf schwarzem Hintergrund dargestellt. Rund um die Digitalanzeige finden sich die beliebten Videospielfiguren aus „Pac-Man“ samt der in Labyrinthen angelegten Spielwelt, in der Geister ihr Unwesen treiben. Und auch auf dem Armband finden sich die Geister, die per Laser in das Material gebrannt wurden. Sogar auf der Rückseite der Uhr, die beim Tragen nicht zu sehen ist, sind die Figuren sowie die Spielwelt eingraviert. Das Basismodell der AW100WE ist wasserdicht, verfügt über eine Stoppuhr mit einer Genauigkeit von einer Zehntelsekunde, kann Alarme speichern und per LED beleuchtet werden. In Japan soll die „Pac-Man“-Uhr im August in den Handel kommen. Der Preis liegt laut Casio bei 12.100 Yen, also umgerechnet ungefähr 94 Euro. Ob Casio das Modell auch hierzulande anbieten möchte, bleibt unklar. Fans sollten daher schon einmal einen Import ins Auge fassen, der dann neben dem Porto auch noch eine Einfuhrumsatzsteuer nach sich zieht.

Das Land Rheinland-Pfalz hat zwölf Starlink-Satellitenschüsseln für die Bevölkerung in vom Hochwasser verwüsteten Landesteilen aufstellen lassen. Das teilt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mit. Insgesamt sollen sogar 35 Starlinksatellitenschüsseln aufgestellt werden. Vom Hochwasser betroffene Bewohner sollen sich mit den Starlinksystemen via WLAN verbinden können und so einen Zugang zum Internet erhalten. Das ist deshalb so wichtig, weil das Hochwasser in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowohl Festnetzleitungen und -Verteilerkästen als auch Mobilfunksendestationen zerstört hat. Zudem ist an vielen Standorten die Stromversorgung unterbrochen, sodass die entsprechende Internet-Infrastruktur nicht betrieben werden kann. Wie die Starlink-Systeme mit Strom versorgt werden, sagt die ADD aber nicht.

Hier die bisherige Liste der Starlink-Standorte in Rheinland-Pfalz:

  • Liers

  • Ahrbrück

  • Brück

  • Pützfeld

  • Kreuzberg

  • Rech Nord

  • Rech Süd

  • Dernau

  • Marienthal

  • Heimersheim

  • Heppingen

Außerdem betont das Land Rheinland-Pfalz, dass die drei großen Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom. Vodafone und O2 zusammenarbeiten würden, um die an vielen Orten unterbrochene Mobilfunkverbindung wiederherzustellen.

Elon Musk Starlink-Internetzugangssystem befindet sich immer noch im Aufbau, kann aber am vielen Standorten bereits produktiv genutzt werden: Satelliten-Internet Starlink ab August 2021 weltweit verfügbar. Das beweisen auch einzelne Tests wie Internet von Elon Musk: Starlink im Praxistest. Auch in Deutschland können Sie Starlink bereits buchen: Elon Musks Satelliten-Internet wächst rasant - hier melden Sie sich jetzt an. Allerdings ist der Internetzugang via Starlink nicht ganz billig.

Bundesregierung verspricht Gutscheine für schnelles Internet

Die aktuelle Hochwasserlage können Sie über eine offizielle Karte der Bundesländer verfolgen: Hochwasser-Karte - Pegel in Echtzeit verfolgen. Mittlerweile hat sich die Hochwasserlage in ganz Deutschland entspannt, nur an einem einzigen Punkt entlang der Donau sind die Wasserpegel noch leicht erhöht.


LKA Niedersachsen warnt vor Phishing-Mailattacke

Aktuell verschicken Kriminelle laut LKA Niedersachsen vermehrt eine Phishingmail im Namen der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Mit dem Betreff „Unberechtigte Lastschriften zurückbuchen“ werden Nutzer darüber informiert, dass ihr Konto vorübergehend gesperrt sei. Grund dafür seien unberechtigte Lastschriften. Mit einem angehängten QR-Code sollen Nutzer ihr Konto umgehend entsperren. Erst danach könne eine automatische Rückbuchung veranlasst werden. Die Verfasser der Mail arbeiten darüber hinaus mit Zeitdruck: Innerhalb von 24 Stunden müsse die Aktion erfolgen, danach sei die Rückbuchung nicht mehr möglich. Zur Freischaltung müsse dann ein persönlicher Termin in der Filiale vereinbart werden. Ein solcher Termin würde wiederum 79,95 Euro kosten.

Ein Scannen des mitgeschickten QR-Codes sollte unbedingt unterlassen werden. Der Code führt über mehrere Umleitungen zu einer gefälschten Volksbankseite, welche nicht mehr dem derzeitigen Design der Bank entspricht, aber auf den ersten Blick legitim aussieht. Dort soll man seinen Ort bzw. die Postleitzahl eingeben, um zur richtigen Bank weitergeleitet zu werden. Hier sollen dann schließlich die Login-Daten eingegeben werden. Diese wandern dann an die Kriminellen. Mit diesen Daten könnten die Verfasser später Betrügereien begehen, das Konto missbrauchen oder weitere Phishingmails verfassen. Das LKA warnt davor, die geforderten Daten einzugeben. Sollte dies schon erfolgt sein, so sollte die Volksbank unverzüglich informiert werden. Auch eine Sperrung der Karte oder des Kontos unter der Sperr-Hotline (+49) 116 116 sei dann angeraten. 

 

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