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Morgenmagazin vom Donnerstag, 22. Oktober 2015

22.10.2015 | 07:04 Uhr |

22. Oktober 2015 +++ Updates mit Emojis: OS X 10.11.1 und iOS 9.1 +++ Apple droht Steuernachzahlung in der EU +++ Apple-Store-Mitarbeiter wegen Betrungs verurteilt +++ So nutzen Sie Kindle-Ebooks in der Familie gemeinsam +++ ARM verdient weiter gut an Smartphone-Chips +++ NASA: KĂŒrzlich entdeckter Asteroid kommt Erde nahe +++ Western Digital kĂŒndigt Übernahme von Sandisk an

Was heute wichtig wird: 22. Oktober 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wĂŒnscht einen Guten Morgen! Marty McFly ist wieder zurĂŒck in die Vergangenheit gereist, in das Jahr 1985. Welche EindrĂŒcke er wohl mitgenommen hat? Und wie er nun in seiner Zeit Entscheidungen trifft, die unsere Gegenwart nachhaltig verĂ€ndern? Vielleicht hat er nach seiner RĂŒckkehr in Kalifornien einigen noch jungen Firmen der IT-Industrie erzĂ€hlt, was er in der Zukunft gesehen hat, woraufhin diese ĂŒberhaupt erst die Produkte zu entwickeln begannen? So Ă€hnlich wirkte sich die Zeitreise der Enterprise-Crew in Star Trek IV aus, als Scotty (an einem Mac!) das im 23sten Jahrhundert ĂŒbliche transparente Aluminium skizzierte, um an ausreichend festes Plexiglas zu kommen. Es ist halt kompliziert mit den Zeitreisen, von den seltsamen, sich immer wieder ĂŒberschneidenden der Terminator-Reihe wollen wir gar nicht erst sprechen. Wie gut, dass die Physik so konsequent dagegen ist.

Zeitreisen sind nur in der Erinnerung möglich. Und in dieser beamen wir uns zusammen mit Marty McFly zurĂŒck in seine Vergangenheit von vor 30 Jahren. Nur eben nicht nach Kalifornien, sondern in das Glottertal. Wir schließen ja nicht aus, dass Marty das Fernsehen von 2015 noch schlechter fand als das von 1985, aber das Beispiel der Schwarzwaldklinik zeigt im Vergleich mit dem TV von heute, welche enormen KrĂ€fte in den vergangen drei Jahrzehnten gewĂŒtet haben. Die erste Folge der mutmaßlich erfolgreichsten je im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Arztserie flimmerte am Abend des 22. Oktober 1985 in die Wohnzimmer. Samstag Abend 19.30 Uhr wurde zum Pflichttermin bei vielen Familien, die neue Folge um Professor Brinkmann, Oberschwester Hildegard und Schwester Christa zu glotzen, bedeutete oft die letzten gemeinsamen, nun ja, AktivitĂ€ten. Denn Wussow, Hehn, Dohm und Konsorten zogen Generationen vor die Schirme. Diejenigen, die Konsaliks "Arzt von Stalingrad" noch persönlich hĂ€tten kennenlernen können ebenso wie diejenigen, denen Fernsehen allmĂ€hlich spießig und die Familie peinlich wurde. Einschaltquoten von 70 Prozent waren keine Seltenheit - die privaten Sender aber auch erst gerade an den Start gegangen.

Fernsehen heute? Von der disruptiven Kraft des Internets in StĂŒcke zerrissen. Einschaltquoten von mehr als 20 Prozent erreicht man selbst am Samstagabend nicht mehr, auch nicht mit noch so teuer produzierten Shows. Weshalb der Einfachheit halber Krimis laufen, deren Plot manchmal liebloser gestrickt ist als die der schlechteren Folgen der Schwarzwaldklinik. Die wirklich interessanten oder witzigen Sachen - ja, sogar oft die relevanten! - versteckt insbesondere das öffentlich-rechtliche Fernsehen gerne im Nachtprogramm. Dort treffen wir dann Dr. Brinkmann junior – also Sascha Hehn – in einer köstlich selbst-ironischen Satire namens "Lerchenberg", die dem Programm zur Hauptsendezeit bestens zu Gesicht stĂŒnde. Aber das ist eben der Denkfehler: Es gibt keine Hauptsendezeit mehr. Fernsehen ist nicht mehr an Zeiten und Orte gebunden, Nachrichtensendungen und SportĂŒbertragungen bilden die Ausnahme. Was interessiert, sieht man dann an, wenn man Zeit dazu findet. Auf die nĂ€chste Folge wartet man auch nicht bis zum nĂ€chsten Samstag, sondern schaut eine nach der anderen weg. Bevor wir aber vier Jahre Schwarzwaldklinik bingewatchen, reisen wir lieber zurĂŒck in die Zukunft, also in die Gegenwart des 22. Oktober 2015. So golden war das Fernsehen vor 30 Jahren auch wieder nicht, wie es uns die Erinnerung manchmal vorgaukelt.

Lesetipps fĂŒr den Donnerstag

Updates: Am gestrigen Abend hat Apple gleich zwei Updates fĂŒr seine Betriebssystem bereitgestellt, iOS 9.1 und OS X 10.11.1. Neben den ĂŒblichen Fehlerbereinigungen - hervorzuheben sind hier die Fixes fĂŒr Office 2016 - und Verbesserungen der Leistung bringen die Wartungsupdates vor allem dutzende neue Emojis. iOS 9.1 ist zudem fĂŒr das iPad Pro vorbereitet, das Apple irgendwann im November in den Handel bringen will. Die neuen Emojis lassen sich mit dem ebenfalls neuen Watch OS 2.01 auch auf der Apple Watch nutzen.

Unruhe in der Oase: Starbucks' Steuervermeidungsstrategie in den Niederlanden ist genauso illegal wie das von Fiat in Luxemburg genutzte Modell, hat EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gestern befunden. Den Konzernen drohen daher Steuernachzahlungen in zweistelliger Millionenhöhe. Die Untersuchungen haben sich anderthalb Jahre hingezogen, ein Urteil gegen einen anderen prominenten Angeklagten soll im November ergehen: Apple. Der Mac-Hersteller profitiert in der EU bisher von irischen Steuersparmodellen und könnte sich demnĂ€chst mit Nachzahlungen beschĂ€ftigen mĂŒssen, berichtet die Irish Times. Die Republik Irland und Apple hatten sich bisher auf den Standpunkt gestellt, nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen, die Verurteilung von Starbucks und Fiat lĂ€sst jedoch darauf schließen, dass die EU diese Argumentation nicht mehr teilen will. Vestager rĂ€umt jedoch ein, dass der Fall Apple "ganz anders" gelagert sei, ebenso untersuche man, ob bei Amazon in Luxemburg alles mit rechten Dingen zugehe. Die Botschaft sei aber klar: Nationale Regierungen können keiner Firma, und sei sie auch noch so mĂ€chtig, einen unfairen Steuervorteil einrĂ€umen.

Schwerer Betrug: Ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter muss bis zu 15 Jahre ins GefĂ€ngnis. Der 24jĂ€hrige hatte mit gefĂ€lschten Kreditkarten Apple-Gutscheine fĂŒr insgesamt eine Million US-Dollar Nennwert erworben und diese auf dem Schwarzmarkt verkauft. Meist trugen die Gutscheine einen Preisaufdruck von 2.000 US-Dollar und brachten dem BetrĂŒger 200 US-Dollar Bargeld ein. Bei Apple habe er sowohl in einem Apple Store in Queens im Verkauf als auch im technischen Kundendienst gearbeitet und konnte derart Zugriff auf Werkzeuge und Methoden erlangen, die ihm den Betrug ermöglichten, urteilt das Gericht.

Kamera im Test: Die Kamera des iPhone ist mit dem Modell 6S wieder ein StĂŒck besser geworden, wie nicht nur Apple behauptet, sondern auch unsere Tests bestĂ€tigen. Wer aber mehr Möglichkeiten beim Fotografieren und dafĂŒr keine DSLR herumschleppen will, bekommt mit der an den Lightning-Port aufsteckbaren DxO One eine adĂ€quate Lösung. Diese ist zwar nicht ganz billig, kann in Verbindung mit dem iPhone aber ĂŒberzeugen, meinen die Tester der Macworld.

Video und Musik: Youtube hat unter dem Namen Youtube Red ein kostenpflichtiges Streaming-Angebot fĂŒr Videos und Musik vorgestellt. FĂŒr 10 US-Dollar im Monat bekommt man werbefreie Videos und ein Abo fĂŒr Google Play music, dazu auch einige Filme und Frnsehsendungen.

So nutzen Sie Kindle-Ebooks in der Familie gemeinsam

Anders als in den USA können deutsche Amazon-Kunden ihre gekauften Kindle-Ebooks weiterhin nicht verleihen – entgegen manch anders lautenden Meldungen. Das stellen auch offizielle Kindle-FAQs dar. Dort heißt es auf die Frage, ob Ebooks zwischen verschiedenen Konten ausgetauscht werden: „Das Verleihen von Kindle-BĂŒchern ist fĂŒr Kindle oder Kindle Lese-Apps auf Amazon.de noch nicht verfĂŒgbar“.

Familien können hierzulande aber die „Familienbibliothek“ nutzen und ihr Amazon-Konto mit dem eines anderen Erwachsenen aus dem gleichen Haushalt verknĂŒpfen, so dass sich Kindle-Ebooks und -Apps ĂŒber die Amazon-GerĂ€te und Lese-Apps hinweg teilen lassen. Jeder Erwachsene kann dabei sĂ€mtliche kompatiblen Inhalte teilen oder nur ausgewĂ€hlte Titel. Ausgenommen sind Musik, Zeitschriften und Zeitungen sowie Spiele und Software-Downloads von außerhalb des Amazon App-Shops und Amazon Instant Video-Titel. Übrigens: Mit Amazon Underground erhalten Sie kostenlos Zugriff auf Apps im Wert von mehreren tausend Euro .

So geht’s: Legen Sie zunĂ€chst einen virtuellen Haushalt an, zu dem bis zu zwei Erwachsene mit eigenen Amazon-Konten und bis zu vier Kinder gehören können. Dazu loggen Sie sich auf Amazon.de ein, gehen auf „Meine Inhalte und GerĂ€te > Einstellungen > Einen Erwachsenen einladen“. Geben Sie im nĂ€chsten Schritt die Daten des Amazon-Kontos vom Partner ein und klicken Sie auf „Konto bestĂ€tigen > Ja, wir stimmen der gemeinsamen Nutzung und 
 > Weiter > Beenden“. Analog erstellen Sie ĂŒber „Ein Kind hinzufĂŒgen“ ein Kinderkonto.

Mit der Voreinstellung werden sĂ€mtliche Inhalte geteilt, fĂŒr die das möglich ist. Haben Sie diese Option bei der Einrichtung der Familienbibliothek angepasst oder BĂŒcher nachtrĂ€glich daraus entfernt, teilen Sie sie ebenso wie Apps, Spiele und HörbĂŒcher wie folgt: Gehen Sie wieder zu „Meine Inhalte und GerĂ€te > Meine Inhalte“ und aktivieren Sie links neben einem Ebook, das geteilt werden soll, das KĂ€stchen. Mit einem Klick auf das Optionen-MenĂŒ und „Zur Familienbibliothek hinzufĂŒgen“ steht der Inhalt der ausgewĂ€hlten Person zur VerfĂŒgung.

Amazon Kindle Paperwhite im Test

ARM verdient weiter gut an Smartphone-Chips

Beim britischen Chipdesigner ARM klingelt dank Smartphone-Boom weiter die Kasse. Der Erlös kletterte im dritten Quartal im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um knapp ein Viertel auf 243 Millionen britische Pfund (umgerechnet 331 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch in Cambridge mitteilte . Unter dem Strich blieben 85,9 Millionen Pfund Gewinn ĂŒbrig. Das war fast ein Drittel mehr als vor einem Jahr und traf damit die SchĂ€tzungen von Experten.

ARM macht derzeit vor allem mit leistungsstĂ€rkeren Chips in Smartphones gute GeschĂ€fte. Diese stecken etwa in den Flaggschiffmodellen der Elektronikkonzerne Apple und Samsung. Mit den teureren Chips federn die Briten die AbkĂŒhlung der allgemeinen Smartphone-Konjunktur ab: Dem Marktforscher IDC zufolge werden dieses Jahr voraussichtlich zehn Prozent mehr GerĂ€te weltweit verkauft als 2014. Vergangenes Jahr war der Absatz noch um mehr als 27 Prozent gewachsen. Grund dafĂŒr sind nach Angaben der Experten maue GeschĂ€fte in China, dem grĂ¶ĂŸten Markt weltweit.

Konzernchef Simon Segars rechnet auch weiterhin mit sprudelnden Tantiemen aus den neueren Prozessorgenerationen. Im vierten Quartal sollen die Dollar-Erlöse im Rahmen der Markterwartungen ausfallen. Die 29 von Bloomberg befragten Analysten schÀtzen den Jahresumsatz auf 1,48 Milliarden Dollar. ARM weist den Umsatz sowohl in Pfund als auch Dollar aus. Die Angabe in der US-WÀhrung soll die Vergleichbarkeit mit anderen Halbleiterherstellern weltweit erleichtern. Chips werden weltweit meist in Dollar gehandelt. (dpa/tc)

NASA: KĂŒrzlich entdeckter Asteroid kommt Erde nahe

Die gute Nachricht vorweg: Die Erde ist nicht in Gefahr. Der erst vor 10 Tagen zum ersten Mal von Pan-STARRS I gesichtete Asteroid 2015 TB145 nĂ€hert sich der Erde und wird am 31. Oktober in einem vergleichsweise nahen, aber sichern Abstand an der Erde vorbei fliegen. Das meldet die NASA. Der Asteroid könnte einen Durchmesser von 320 Meter haben. Genau weiß man es noch nicht. Mit 35 Kilometern pro Sekunde wird er aber ungewöhnlich schnell die Erde mit einem Abstand von 490.000 Kilometern verfehlen.

Die NASA-Forscher freuen sich bereits vorab auf den ĂŒberraschenden Besuch. Es sei das erste Mal seit 1999, dass ein derart großer Asteroid so nahe an der Erde vorbei fliege. Erst 2027 werde in so geringer Entfernung ein vergleichsweise großer Asteroid erwartet. Die Gelegenheit will man nutzen, um möglichst viele hochauflösende Aufnahmen zu knipsen und 2015 TB145 möglichst ausgiebig zu analysieren.

Western Digital kĂŒndigt Übernahme von Sandisk an

Sandisk kennen die meisten Nutzer vermutlich von SpeicherkĂ€rtchen und USB-Sticks aus dem Elektronikmarkt; das Unternehmen baut aber auch SSDs und mittlerweile sogar All-Flash-Arrays fĂŒr den Unternehmenseinsatz . Western Digital bietet fĂŒr Sandisk rund 19 Milliarden Dollar in bar und eigenen Aktien. Der Deal bewertet Sandisk laut "Wall Street Journal" mit 86,50 Dollar pro Aktie, ein Aufgeld von 15 Prozent auf den Schlusskurs von gestern. Vor Öffnung der US-Börsen stiegen Sandisk bereits um knapp fĂŒnf Prozent auf 78,62 Dollar je Anteilschein. FrĂŒher in diesem Monat notierten die Papiere noch unter 60 Dollar, bevor VerkaufsgerĂŒchte ruchbar geworden waren.

Dass Sandisk einen KĂ€ufer sucht, war in den vergangenen Jahren immer wieder mal kolportiert wurden und zuletzt in diesem Monat wieder durch die mediale GerĂŒchtekĂŒche gewabert. Dabei waren sowohl Western Digital als auch der gleichfalls im Memory-Chip-GeschĂ€ft aktive Marktbegleiter Micron Technology als mögliche Bieter gehandelt worden. FĂŒr WD zeigten sich die Anleger jetzt wenig begeistert - das Papier verlor vorbörslich knapp vier Prozent auf 72 Dollar und hatt ohnehin im Laufe des Jahres bereits rund ein Drittel an Wert verloren.

Das traditionelle Festplatten-Business von Western Digital steht unter wachsendem Druck durch Flash und damit bestĂŒckte Solid-State Drives (SSDs). Die Übernahme des Flash-Spezialisten Sandisk könnte mithin neue Wachstumspotenziale erschließen.

Erst vor drei Wochen hatte WD einen 15-prozentigen Anteil an eine Sparte des halbstaatlichen chinesischen Mischkonzerns Tshinghua Unigroup verkauft fĂŒr 3,78 Milliarden Dollar vermutlich in der Hoffnung, dann bessere GeschĂ€fte in der Volksrepublik machen zu können.

Sandisk hatte zuletzt zwar generell von der enorm gestiegenen Nachfrage nach seinen Flash-Speicherchips in unter anderem Smartphones profitiert, hatte aber mit allerlei Problemen zu kÀmpfen , unter anderem unerwartet geringer Nachfrage nach seinen Enterprise-Produkten. Dazu kam auch noch, dass Apple seine eigenen Memory-Controller entwickelte und lieber Samsung-Chips einkaufte statt Sandisk-SSDs.

Jedenfalls soll Western-Digital-Chef Steve Milligan CEO der zusammengelegten Firma werden, die auch ihr Hauptquartier am WD-Sitz in Irvine, Kalifornien, haben soll. Nach Abschluss der geplanten Transaktion soll Sandisk-Chef Sanjay Mehrotra in den Verwaltungsrat von Western Digital einziehen. Western Digital geht davon aus, dass die Übernahme innerhalb von zwölf Monaten zum Ergebnis beitrĂ€gt und binnen 18 Monaten jĂ€hrliche Synergien von 500 Millionen Dollar bringt.

FĂŒr sein gerade abgeschlossenes Quartal kĂŒndigte WD höhere UmsĂ€tze an als erwartet . Bis zum Abschluss der Sandisk-Übernahme will das Unternehmen seine Quartalsdividende weiterzahlen, aber sein AktienrĂŒckkaufprogramm aussetzen.

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