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Morgenmagazin vom Donnerstag, 24. November 2016

24.11.2016 | 06:59 Uhr |

Kein ARM-Mac: Die Gründe +++ Trump will mit Steuersenkungen locken +++ iPhone 8 aus Glas: Induktives Laden erleichtert +++ Amazon verbietet Ware-für-Bewertung-Modell +++ Faxe versenden und empfangen trotz All-IP-Anschluss +++ Intel Skylake-CPU mit 32 Kernen gesichtet +++

24. November: Kein guter Tag für Federvieh

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Unglaublich: Nur noch einen Monat, dann ist schon Weihnachten. Dabei haben wir hier im Voralpenland die letzten Tage als Spätsommerausläufer genossen, einige von uns holten sogar die Fahrräder aus dem Keller, dem Schuppen, der Garage – andere fahren ohnehin das ganze Jahr über und ließen diese Woche freudig die Handschuhe weg. Die wird man am Wochenende aber wieder brauchen, nicht, weil sibirische Kälte nach Mitteleuropa wabert, sondern weil die Glühweintassen so verdammt heiß sind. Spätestens am ersten Adventwochenende eröffnen überall die Christkindl- Weihnachts-, Winter- und Lichtermärkte, die uns alljährlich eigentlich immer den selben Tand andrehen. Überzuckerten und heißen Billigwein. Verkohlte Bratwürste. Mal hübsche, mal kitschige Dekoration für das Jahresendfest. Backwaren aller Art, voller Fett und Zucker. Musik voller Glockengebimmel, die wir uns die anderen elf Monate des Jahres gewiss nicht antäten. Es ist alle Jahre wieder  – einfach nur schön.

Eine andere Art der Kalorienzufuhr erleiden heute Familien in den USA zum traditionellen Thanksgiving-Mahl. Zum letzten mal begnadigt der amtierende POTUS eines der Federviecher, das sonst im Ofen gelandet wäre. Wie das nächstes Jahr wohl sein wird, wenn Thanksgiving wieder "great" sein soll? Ist dann noch Platz für Gnade? Aber auf einen Truthahn mehr oder weniger wird es ohnehin nicht ankommen, man muss sich ja einerseits stärken für den am Freitag anstehenden Kaufrausch und anderseits an Traditionen festhalten, deren Ursprung dem Reich der Legende zuzuordnen ist. haben sich die Pilgerväter im Herbst 1621 wirklich drei Tage lang gemeinsam mit den einheimischen Wampanoag vollgefressen, um den anstehenden Winter besser überstehen zu können? Zeiten der Nahrungsmittelknappheit kennt man in Nordamerika heute nicht mehr - was man sich am diesem Donnerstag anfuttert, bleibt nicht nur diesen Winter über auf den Rippen. Apple hatte daher ein schöne Idee und fordert in den USA Apple-Watch-Besitzer am heutigen Tag auf, mindestens 5 Kilometer zu Fuß zurückzulegen, nur heute lässt sich der exklusive 5K-Badge verdienen - übrigens auch per Rollstuhl. Wir haben heute keinen Truthahnschmauß auf dem Programm und auch keine Einladung zu einem langen Spaziergang erhalten, aber: Challenge accepted! Fünf Kilometer sind ohnehin nur ein bisschen weiter als das, was wir täglich von und zur Bahn zu Fuß zurücklegen.

Während es heute in den USA also noch herbstelt und morgen die Einkaufsschlacht beginnt, weihnachtet es in London schon gewaltig. Im Claridge Hotel im Stadtteil Mayfair steht bereits der Weihnachtsbaum, der Jahr für Jahr von prominenten Designern und Modeschöpfern gestaltet wird. In den vergangenen Jahren hatten bereits der Burberry-Designer und Christopher Bailey und Diors enfant terrible John Galliano den Auftrag dafür bekommen, in diesem Jahr ist ein in Kalifornien arbeitender Brite an der Reihe: Sir Jonatahn Ive, mit Unterstützung von Marc Newson. Seinen Arbeitgeber und die für ihn gestalteten Produkte kann Ive in seiner Arbeit nicht verleugnen . In den Jahren zuvor war der Baum mit allerlei Schmuck überladen oder streng kubistisch, Ive und Newson setzen auf eine möglichst naturnahe Gestaltung. Das Werk solle nicht nur den Respekt vor der Natur ausdrücken, sondern auch die aus ihr gewachsenen organischen Formen mit Technology vereinen. Ehrerbietung an die Tradition und Begeisterung für die Zukunft in einem. Ganz schön viel verlangt von einer Weihnachtsinstallation, aber wem soll so etwas sonst gelingen als Apples Chief Design Officer? Male sehen, ob es noch für einen Trip nach London vor den Ferien reicht. Die hiesigen Märkte kennen wir ja schon zur Genüge. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Mac bleibt Mac: Auch wenn sich iOS und macOS immer mehr ähneln und ein iPad Pro von einem Macbook auf den ersten Blick ja nur durch die feststehende Tastatur sich unterscheidet, legt Apple weiterhin starken Wert auf die Separierung der Welten. Mac bleibt Mac, iPad bleibt iPad, Hybride stehen nicht auf dem Plan. Wesentlicher Unterschied besteht auch in der Hardware, der Mac setzt seit zehn Jahren auf Intels Chips, iPad und iPhone auf die ARM-Plattform. Zwar wäre ein Macbook mit ARM-Chip denkbar, System und Programme leicht zu portieren, doch wird Apple diesen Schritt nicht wagen. Dafür spräche zwar die Tatsache, dass Intel bei der Chip-Entwicklung nicht das gewünschte Tempo vorlegt, die "nur" 16 GB RAM im Macbook Pro sind ein Beispiel dafür. Auch wären noch leichtere Mobilrechner möglich, da ARM-Chips im höchsten Maße effizient Energie verbrauchen. Und hatte Apple nicht immer nach gut einer Dekade die CPU-Plattform gewechselt, von 68k zu PowerPC zu Intel? Was aber dagegen spricht: Mit Windows auf dem Mac wäre es erstmal vorbei und Lightning als einziger Port könnte zwar USB-C ersetzen aber gewiss nicht das flexible Thunderbolt 3 und die darin enthaltenen Schnittstellen, die Intel-Chips ansprechen. Vor allem aber wäre ein erneuter Wechsel der CPU mit einem großen finanziellen und administrativen Aufwand verbunden, den sich Apple für sein zwar solides, aber nur 15 Prozent des Umsatz einbringenden Mac-Geschäfts wohl kaum antun würde. 2017 sollte wieder ein besseres Jahr für den Mac werden, ein Umstieg auf ARM wird nicht passieren.

Fit im Handumdrehen: Es muss nicht unbedingt eine Apple Watch sein, um sich die an Thanksgiving oder auf einem Weihnachtsmarkt zugeführten Kalorien (siehe oben) wieder abzutrainieren - auch andere Tracker für das Handgelenk wollen uns zu mehr Bewegung animieren. Caitlin McGarry hat auf Macworld einige Geräte zusammengestellt, da ist für jeden Etat etwas dabei.

Glashaus : Das iPhone 8 - oder wie auch immer das Modell von 2017 heißen wird - kommt mit einer Glasrückseite, wie es schon beim iPhone 4(S) der Fall gewesen ist. Das behaupte der Analyst von KGI Securities Ming-Chi Kuo nun erneut, nennt aber Gründe und weitere Details. Denn das Glasgehäuse soll schnelleres drahtloses Aufladen ermöglichen, Metall würde zu sehr die Induktion stören und den Vorgang verzögern. Ein induktives Ledegerät werde jedoch nicht bei allen Modellen dabei sein, spekuliert Kuo, nur bei den etwas teureren, wie dem iPhone 8 Plus. Das Ladegerät soll aber als Zubehör auch für das reguläre Modell erhältlich sein.

Lockangebot: In seinem länglichen Gespräch mit Redakteuren der New York Times hat President elect Donald Trump erzählt, er habe Apple-CEO Tim Cook klar gemacht, dass er sich wünsche, Apple würde die Produktion von iPhones in die USA verlegen. Als Gegenleistung solle eine deutliche Senkung der Unternehmenssteuer den Hersteller locken. Cook habe daraufhin gesagt, er verstünde das. Im Hintergrund dürfte Apple bereits berechnen, welchen Aufwand das bedeute und was es koste. Der Neubau von Fabriken erforderte einerseits eine bedeutende Anschubinvestition, andererseits müsste Apple überhaupt erst ausreichend Personal finden und ausbilden. Deutlich höhere Preise wären die Folge. Zweifelhaft erscheint auch, ob Apple das innerhalb von vier Jahren umsetzen könnte. Eines seiner Produkte lässt Apple in den USA fertigen, in einer Fabrik bei Austin im Bundesstaat Texas. Doch verkauft Apple vom Mac Pro nur sehr überschaubare Stückzahlen, vor drei Jahren war der Rechner auch ein völlig neues Produkt, es mussten also keine Fabriken und Werkzeuge verlegt werden.

Schwere Zeiten: Apple erzielt für das iPhone-Geschäft immer noch eine Marge von 40 Prozent, auf den ersten Blick erscheint es also nicht unplausibel, das iPhone könnte auch trotz gestiegener Produktionskosten nicht teurer werden. Doch der Eindruck täuscht, die Marge sinkt seit Jahren und wird auch von alleine in den nächsten Jahren geringer werden. Der Grund: Apple werde zwar mit dem iPhone 8 nochmals Wachstum zeigen und im Fiskaljahr 2018 insgesamt 245 Millionen Geräte verkaufen, das wird es dann aber gewesen sein. In der folgenden Dekade wird der Absatz immer mehr schrumpfen. Dieses pessimistische Bild zeichnet der Oppenheimer-Analyst Andrew Uerkwitz und nennt dabei auch Fakten, die seine These stützen. Das Smartphone sei im Prinzip ausgereift, Apple werde weniger Verbesserungen bringen und somit Preiserhöhungen nicht mehr rechtfertigen können. Zudem schließe sich die Lücke zur Konkurrenz, diese würde in punkto Features und Qualität aufholen - weil Apple eben nicht mehr mit großen Schritten vorangehe. Ein weiterer Grund für den schleichenden Absatzrückgang sind gebrauchte Smartphones, die auch nach einigen Jahren immer noch recht up to date sind, fügt James Cakmak von Monness Crespi Hardt hinzu. Apple schade mit dem Verkauf von wiederaufbereiteten iPhones sich selbst, IDC hat in dieser Woche Zahlen veröffentlicht, nach denen sich der Gebrauchtmarkt von 2015 bis 2020 im Volumen verdreifachen werde.

Weitere Nachrichten:

Amazon verbietet Ware-für-Bewertung-Modell

Um an positive Amazon-Bewertungen zu kommen, scheint einigen Händlern und Herstellern jedes Mittel recht zu sein. So war es bislang bei Amazon erlaubt, Waren gegen Bewertungen zu tauschen. Diese Geschäfte wurden meist von Dienstleistern übernommen, die Kunden mit kostenlosen Artikeln versorgten und im Gegenzug deren positive Amazon-Bewertung verlangten. Auf derartige Tauschgeschäfte mussten die Rezensenten zwar laut Amazon in ihren Bewertungen hinweisen. Diese Regelung wurde jedoch nicht immer eingehalten.

Amazon schiebt diesem Modell nun einen Riegel vor. Die deutsche Version des Online-Versandriesen verbietet über eine Regeländerung für Produktbewertungen nun den Tausch von Gratis-Artikeln gegen Bewertungen.

Einige Ausnahmen gibt es jedoch noch. So ist das kostenlose Bereitstellen von Buch-Rezensionsexemplaren erlaubt, solange keine Rezension im Austausch verlangt wird. Auch Amazon selbst darf kostenlose Waren im Rahmen von „Amazon Vine – Club der Produkttester“ noch an Kunden herausgeben.

Faxe versenden und empfangen trotz All-IP-Anschluss

Bis Ende 2018 will die Deutsche Telekom ihr gesamtes Telefonnetz und damit alle privaten Anschlüsse auf All-IP umstellen. Wie aber lassen sich über eine rein Internet-basierte Leitung herkömmliche Faxe verschicken beziehungsweise empfangen? Ab und zu kommt es eben doch vor, dass man einen Vordruck oder ein Dokument mit Unterschrift losschicken muss.

Grundsätzlich ist es möglich, ein vorhandenes Faxgerät auch über den Router zu betreiben. Dazu aber muss sowohl der Router die Funktion Fax over IP, oft auch mit „T.38“ bezeichnet, unterstützen als auch das Netz des Providers. Das ist in Deutschland allerdings bei weitem nicht bei allen Dienstanbietern der Fall, bei manchen funktioniert es auch nur inoffiziell. Wie Sie die verbreitete Fritzbox zum Anschluss eines Faxgerätes hinsichtlich T.38 konfigurieren, beschreibt der Hersteller AVM ausführlich im Internet . Möglich ist das Faxen über die Fritzbox aber nicht nur mit einem externen Faxgerät, sondern ebenso nur einem PC oder Notebook. In diesem Fall installieren Sie Fritz!Fax , auch hier hält AVM online eine umfangreiche Einrichtungsanleitung bereit.

Daneben gibt es zahlreiche Möglichkeiten, statt über den eigenen Telefonanschluss über einen Internetdienst zu faxen. Eine Mischform bietet der seit Jahren etablierte IP-Telefoniedienstleister Sipgate, bei dem sich jeder einen kostenlosen Basis-Anschluss zulegen und über diesen auch Faxe verschicken kann. Auf dem Windows-PC installiert man dazu den Sipgate-Faxdrucker , dieser steht als 32- und 64-Bit-Variante zum Download zur Verfügung. Das Versenden eines Dokuments als Fax ist ganz einfach: Sie wählen den normalen Druckbefehl, dann aber statt Ihres Standarddruckers die Sipgate-Faxfunktion und geben dort die Faxnummer des Ziels ein. Die Kosten betragen ohne den optionalen Plus-Tarif 49 Cent pro Fax.

Völlig kostenlos ist der Clouddienst Cospace , bei dem Sie sich zunächst ebenfalls registrieren müssen. Danach können Sie jeden Monat bis zu 50 Fax-Seiten versenden, die als PDF-Dokumente hochgeladen und dann verschickt werden. Der Faxempfang ist nicht limitiert.

Abgesehen von der etwas mühsamen Registrierung mit Versand eines Kontrollbriefes an die postalische Adresse ist schließlich der Faxdienst der Deutschen Post zu empfehlen. Hier müssen Sie sich bereits im Vorfeld um die Registrierung und Einrichtung kümmern, können also nicht sofort loslegen. Wirkliche Beschränkungen gibt es beim EPost-System kaum, allerdings dürfen die für den Faxversand hochgeladenden PDF-Dateien zusammen maximal zehn MByte groß sein und höchstens zehn Seiten umfassen.

Intel Skylake-CPU mit 32 Kernen gesichtet

Bei einem chinesischen Online-Händler wird ein Sample einer noch nicht angekündigten Xeon-CPU zum Verkauf angeboten. Dem Eintrag zufolge besitzt der auf Skylake basierende Xeon E5-2699 E5 insgesamt 32 Kerne und 64 Threads. Das aktuelle Top-Modell, der Xeon E5-2699 E4 besitzt dagegen nur 22 Kerne und 44 Hardware-Threads und basiert auf Broadwell.

Der Online-Händler bietet den 32-Kern-Xeon zu einem Preis von umgerechnet 3.670 Euro an. Der Xeon E5-2699 E5 ist den Angaben des Händlers zufolge mit 2,1 Gigahertz getaktet, während der E4 mit 2,2 Gigahertz getaktet ist. Wahrscheinlich handelt es sich bei der neuen Server-CPU um die Reaktion von Intel auf die von AMD geplante und auf der Zen-Architektur basierende 32 Kern Server-CPU, die Anfang 2017 auf den Markt kommen soll. Das würde auch erklären, warum die aktuelle Top-Xeon-CPU mit 22 Kernen durch einen Nachfolger mit gleich zehn weiteren Kernen abgelöst werden soll.

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