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Morgenmagazin vom Donnerstag, 25. Juli 2019

25.07.2019 | 07:12 Uhr |

Microsoft und Apple Partner der Zukunft +++ Buch über Spotify-Gründer Daniel Ek mit irren Behauptungen über Steve Jobs +++ Macbook Pro 16 Zoll: Was das bedeuten kann +++ DDR4-RAM: Arbeitsspeicher soll weiter im Preis sinken +++ Microsoft vereinfacht Office-365-Aktivierungen +++ John McAfee wurde offenbar von US-Behörden verhaftet

25. Juli: Gut abgeschnitten

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Der Kalender sagt uns heute: Jakobstag. Damit verbunden sind drei Bauernregeln, die erste nützlich, die zweite Unfug und die dritte ein Allgemeinplatz. Die nützliche lautet: "Jakobi, schneid obi", was so viel bedeutet wie: "Am Jakobstag, dem 25. Juli, sollte man aber nun wirklich mit der Ernte beginnen, sofern man das nicht schon am Zwölfbotentag vor zehn Tagen angefangen hatte." Die zweite, der blanke Unfug: "Jakobi klar und rein, wird’s Christfest frostig sein." An sich ist hier kein Kommentar nötig, aber gerne: Das Wetter von heute hat keinerlei messbaren Einfluss auf das Wetter in fünf Monaten. Die dritte Regel ist ein Allgemeinplatz, aber an sie halten wir uns nicht nur heute: "Jakobi heiß – lohnt Müh’ und Fleiß." In diesem Sinne schon mal: Frohes Schaffen an diesem schon wieder verdammt heißen Tag.

Der erste komplette Arbeitstag des neuen Herren von 10 Downing Street wird nach Meinung vieler Beobachter auch schon einer der letzten sein. Die Versprechen, die Boris Johnson gab, um an die Macht zu kommen, sind derart widersprüchlich, dass er einen Teil seiner Unterstützer wird verprellen müssen, einen nicht unwesentlichen Teil seiner Partei hat er jetzt schon gegen sich. Ob die Queen ob ihres 13ten Premiers amused ist oder nicht, ist nicht überliefert, aber den oder die 14ten wird sie womöglich schon bald treffen. Eine Reihe, die mit Sir Winston Churchill begann, kann nicht mit einem notorischen Lügner und Windhund wie dem neuen Premier enden.

Aber Sie haben natürlich Recht, es steht uns nicht an, die Entscheidung der britischen Politik revidieren zu wollen, dafür fehlen uns ohnehin die Mittel. Kritisieren dürfen wir ja gerne, auch die gewählten Volksvertreter und verbeamtete Diplomaten, die hoffentlich den richtigen Ton treffen. Kritik ja, Einflussnahme nein. Denn das kann nach hinten losgehen.

Zu den Zeiten, als Herzöge und Könige gerade noch etwas zu sagen hatten, gab das am 25. Juli 1792 veröffentlichte Braunschweiger Manifest ein solches Beispiel. Die preußische Koalition, die im Krieg mit dem revolutionären Frankreich stand, sandte ein unmissverständliches Signal an die neuen Machthaber von Paris. Der in den Tuilerien festgehaltenen Königsfamilie dürfe kein Haar gekrümmt werden, sonst werde man weiter auf Paris marschieren und die Stadt zerstören.

Die Folgen waren für Ludwig XVI und seine Gattin Marie Antoinette fatal: Die Pariser dachten gar nicht daran, sich den Ratschlägen der feindlichen Alliierten  zu beugen, sondern stürmten den Palast in den Tuilerien, setzten König und Königin matt respektive versetzten sie als Gefangene in den Temple. Etwa ein dreiviertel Jahr später hieß es dann: "Schneid' obi" – und damit waren dann keine Getreidehalme gemeint, sondern die königlichen Häupter. Aber wollen wir nicht den Kopf verlieren, sondern uns des Sommerwetters erfreuen, sofern wir es können. Winter wird es wieder früh genug. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Pro und ARM: Apple hat gerade erst seine Macbooks aktualisiert, da schwirrt bereits das nächste Gerücht über ein neues Macbook Pro durch den Raum. 16 Zoll Bildschirmdiagonale soll es haben, dünnere Rahmen und ab 3.000 US-Dollar kosten. Moment mal, 3000 US-Dollar? Jason Snell wagt in seiner Macworld-Kolumne "More Color" die Prognose, Apple würde seine Mobilrechner in ähnlicher Weise aufstellen wollen wie seit Beginn der Intel-Ära die Desktops. Denn der Mac Pro ist seither - und am Herbst mehr denn je - eine Maschine für Profis, die mit ihr auch ihr Geld verdienen – oder das ihres Arbeitgebers. Entsprechend teuer sind Mac Pro und auch iMac Pro, während der iMac in seinen besseren Ausstattungen diejenigen Anwender abholt, die sich früher als Power-User betrachteten, aber eher privat auf ihrem Power Mac unterwegs waren. Das gleiche soll nun im mobilen Bereich geschehen: Das Macbook Pro wird zu einer wahren Profi-Maschine, während sich der Rest von uns mit Macbook Air und dergleichen ausreichend ausgestattet sieht. Derzeit ist aber das Angebot auf eben das Macbook Air beschränkt, vor allem dann, wenn Apple auch ein 14-Zoll-Macbook-Pro zu einem höheren Preis nachlegen wollte. Es wäre also Platz für weitere Geräte in der Consumer-Klasse, etwa für ein Macbook mit ARM-Prozessor. Warten wir es ab.

Änderungen : Nach Safari und womöglich Mail ist der App Store das vermutlich am häufigsten genutzte Programm unter iOS. Anders als über den App Store kann man neue Apps und Updates auch nicht beziehen. Wie andere Bereiche des Systems untergeht der App Store in iOS 13 einige Änderungen. Einige sind offensichtlich wie der Dark Mode oder der neue Bereich "Arcade", der sich hoffentlich bald nach dem finalen Release Mitte September mit Spielen füllen wird. An anderes wird man sich gewöhnen müssen, etwa den neuen Platz für Updates und eine neue Möglichkeit, Anwendungen zu löschen: Mit einem Wisch nach links. Jason Cross zeigt auf Macworld, worauf Sie sich einrichten müssen.

Zusammen: Apple und Microsoft sollten ihre Rivalität endgültig begraben, meint Jason Perlow auf ZDNet. Die Zeiten, in denen die Unternehmen natürliche Rivalen im Desktop-Markt waren und später im mobilen Bereich, seien endgültig vorbei. Microsoft sieht seine Gegenwart und Zukunft in der Cloud, mit der Azure-Plattform. Apples Produkte indes wären weit weniger nützlich, wenn es nicht Software aus Redmond dafür gäbe. Das könnte aber noch weiter gehen,man stelle sich nur Siri mit den Fähigkeiten des Backends von Cortana vor oder eine Apple Watch, welche das Machine Learning von Azure nutzen könnte. Noch aber seien vor allem in Cupertino Vorbehalte gegen eine tiefere Integration zu spüren.

Paranoia : Bisher nur auf schwedisch ist eine Biographie über den Spotify-Gründer Daniel Ek erschienen. Die Autoren Jonas Leijonhufvud und Sven Carlsson des Buches Spotify Inifrån hatten zwar keinen direkten Zugang zu Daniel Ek, berufen sich aber auf mehr oder minder verlässliche Quellen aus seinem Umfeld, vor allem ehemalige und aktuelle Angestellte. Wie Leijonhufvud und Carlsson im Interview mit Variety erklären, haben sie keinen Beweis, dass hinter der Einstiegsszene des Buches tatsächlich beinah spukhafte Anrufee von Steve Jobs an Daniel Ek stehen. Ek soll aber im Jahr 2010, als Spotify sich erst einmal vergeblich um den Einstieg in den US-Markt bemühte, Anrufe erhalten haben, bei denen sich der Anrufer nicht meldete, sondern lediglich tief atmete. Ek habe dahinter Steve Jobs vermutet, der versucht haben soll, ihn zu verunsichern. Die Autoren betonen, dies illustriere vor allem Eks Verunsicherung und eine mögliche Paranoia, dass Jobs tatsächlich zu solchen Mitteln gegriffen habe, sei nicht beweisbar. Doch sei der Widerstand der US-Musikindustrie gegen den Streamingdienst so groß gewesen wie deren Loyalität zu Apples iTunes Store.

Zwischenbilanz: Trump ist zweieinhalb Jahre im Amt und wenn es blöd läuft, noch länger als die anderthalb verbleibenden der aktuellen Legislaturperiode. The Verge konzentriert sich in seiner Zwischenbilanz auf das Versagen der Regierung im Umgang mit der Technologindustrie, die das Justizministerium und das Federal Communications Comitee (FCC) zwar stärker regulieren wollen, dabei aber eine. Fehler nach dem anderen machen und sich von Big Tech geradezu überrollen lassen. So tanze etwa Facebook der Regierung auf der Nase herum, der bevorstehende Merger von Sprint und der US-Telekom führt zu weniger Wettbewerb, weil der von der Regierung bestimmte neue Player Dish noch keinerlei Plan hat, ein nationales Netz aufzubauen und die ablehnende Haltung zur Netzneutralität führt dazu, dass AT&T nun Inhalte von Time Warner in seinem Netz bevorzugt behandelt und die anderer schlicht teurer werden. Das seien aber nur die drei größten Fehler in einer langen Reihe von Versagen. Trumps zahlreiche Attacken auf Tech- und Meiden-Firmen seien irrational und persönliche motiviert, eine vernünftige Regulierung, die für die Gesellschaft und die Demokratie essentiell wäre, findet aber nicht statt.

Weitere Nachrichten:

DDR4-RAM: Arbeitsspeicher soll weiter im Preis sinken

Marktforschungsunternehmen erwarten, dass die Preise für DRAM-Chips bis zum Ende des Jahres noch weiter sinken werden. In Folge dessen dürften die Preise für DDR4-RAM noch günstiger werden.

Als Grund für den Preisverfall ist wohl eine Überproduktion von DRAM-Chips verantwortlich. Die Marktforschungsinstitute Gartner, IC Insights und Trendforce gehen daher von noch günstiger werdenden DDR4-Speicherriegeln aus. Speicherhersteller sitzen wohl auf DRAM-Chips von über drei Produktionsmonaten.

Wie hoch der Preisverfall tatsächlich ausfallen wird, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Gartner rechnet mit rund 42 Prozent über das komplette Jahr 2019, IC Insights gibt 33 Prozent an, jedoch schließt man in der Betrachtung auch Flash-NAND mit ein, von dem man annimmt, dass es im Preis leicht steigt. Die berechneten Erwartungen gelten dabei für das komplette Jahr 2019.

Und obwohl der Handelskonflikt zwischen Japan und Südkorea regelmäßige Ressourcenlieferungen teilweise behindern könnte, soll es geringfügige Auswirkungen auf den Markt geben. Die Hersteller von DDR4-Modulen bleiben wegen ihren festen Verträgen und den hohen Lagerkapazitäten von dem Konflikt weitestgehend verschont.

Dabei sind die Preise für Arbeitsspeicher schon seit Anfang 2018 im Sinkflug. Seit Januar 2019 sind DDR4-RAM-Kits um rund 25 Prozent im Preis gefallen. Wir berichteten damals schon über diesen Zustand. Schon damals erwartete das zu Trendforce gehörende Marktforschungsunternehmen Dramexchange einen Preisverfall von rund 20 Prozent für DDR4-RAM-Speicher im ersten Halbjahr 2019.

Microsoft vereinfacht Office-365-Aktivierungen

Microsoft reagiert auf das Feedback seiner Office-365-Abonnenten und führt eine Vereinfachung in der Lizenzierung und Aktivierung ein, von denen alle Nutzer fortan profitieren. Die Änderung wird nach und nach per Update an alle Abonnenten ab August ausgeliefert.

Wichtigste Änderung im Vergleich zu bisher: Office-Nutzer werden nicht mehr dazu aufgefordert, die Nutzung von Office auf einem alten Gerät zu deaktivieren, sobald sie versuchen, Office auf einem neuen Geräte zu aktivieren. Microsoft führt hier die automatische Deaktivierung ein, sobald die Anzahl der Geräte überschritten wird, auf denen Office mit der vom Nutzer erworbenen Lizenz aktiviert werden kann. Dabei wird automatisch die Nutzung von Office auf dem Gerät deaktiviert, welches am längsten nicht mehr genutzt wurde.

Unverändert bleibt die maximale Anzahl von Geräten, die von Nutzern mit ihrer Office-365-Lizenz aktiviert werden können. Mit einer Office-365-Pro-Plus-Lizenz dürfen Nutzer beispielsweise Office auf bis zu fünf Desktop-Rechnern, fünf Tablets und fünf mobilen Geräten aktivieren und nutzen.

Für Administratoren gibt es ebenfalls Verbesserungen: So wird etwa die Neuzuordnung von Geräten verbessert: Bisher konnten Benutzer, die neu zugeordnete Geräte erhielten, einen Fehler angezeigt bekommen, wenn der vorherige Benutzer das Gerät im Portal deaktiviert hat oder wenn die Office-365-Lizenz vom vorherigen Benutzer entfernt wurde. Künftig werden Benutzer diese Fehlermeldung nicht mehr erhalten, da die Aktivierung und Deaktivierung benutzerabhängig wird.

Außerdem gibt es ein verbessertes Aktivierungs-Reporting: Wenn bisher ein Benutzer Office auf einem Gerät aktiviert und ein zweiter Benutzer sich später auf diesem Gerät angemeldet hat, wurde die zweite Aktivierung nicht in den Aktivierungsberichten des Admin-Centers angezeigt. Künftig werden beide Aktivierungen aufgezeichnet und im Aktivierungsbericht angezeigt.

Weitere Infos zu den Änderungen finden Sie hier in diesem Blog-Eintrag von Microsoft.

Tipp: Office-365-Lizenzen zu günstigen Preisen gibt es unter anderem hier bei Lizengo.

John McAfee wurde offenbar von US-Behörden verhaftet

John McAfee ist verschwunden, offenbar wurde er von US-Behörden in Gewahrsam genommen, wie Cnet berichtet. Das ging aus einer Reihe von Tweets des persönlichen Twitter-Konto McAfees hervor. Dort konnte man mitverfolgen, wie McAfee mit seiner Frau Janice McAfee auf einem Boot auf der Flucht wegen Steuerhinterziehung vor US-Behörden war. Auch steht John McAfee wegen eines angeblichen Mords an einem Nachbarn 2012 in Belize unter Verdacht.

„Die CIA hat versucht, uns zu schnappen. Wir sind nun auf hoher See und werden bald mehr berichten. Ich werde die nächsten Tage untertauchen“, lautete ein Tweet von McAfee.

Bevor es jedoch stiller wurde, nannte John McAfee Gründe für seine Verfolgung:

„Ich bin ein Präsidentschaftskandidat mit 1,2 Millionen Followern. Mein Verbrechen ist es, keine Steuererklärung einzureichen – was kein Verbrechen ist. Der Rest ist Propaganda der US-Regierung, um mich zum Schweigen zu bringen. Meine Stimme ist die Stimme des Widerspruchs. Wenn ich zum Schweigen gebracht werde, ist der Widerspruch als nächstes dran.“

Danach war erst einmal Sendepause auf dem Account. Am 23. Juli meldete sich dann einer seiner Mitarbeiter über den Account:

„Ich habe guten Grund zu dem Verdacht, dass John McAfee, seine Frau und andere Begleiter von den Behörden in ihrer letzten Anlaufstelle verhaftet wurden“ , tweetete sein Kampagnenmanager Rob Benedicto Pacifico Juan Maria Loggia-Ramirez über McAfees Account.

Und weiter: „Wenn John seinen nächsten Check-in verpasst, werden Ereignisse in Gang gesetzt, die ich nicht mehr stoppen kann, sobald sie begonnen haben. John hat geheime Daten bei Individuen überall auf der Erde gespeichert. Ich kenne weder ihre Identitäten noch ihre Aufenthaltsorte. Sie werden brisante Daten freigeben, wenn John nicht wieder auftaucht.“

Von offizieller Seite wurde eine Festnahme McAfees bisher nicht bestätigt.

 

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