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Morgenmagazin vom Donnerstag, 25. März 2021

25.03.2021 | 07:01 Uhr | Peter Müller

Siri Remote wird zu Apple TV Remote +++ Stiftung Warentest nimmt WLAN-Speaker unter die Lupe +++ Twitter denkt über Emoji-Reaktionen nach +++ Scott Forstall gratuliert zum 20sten +++ Intel Alder Lake: Leak deutet auf massive CPU-Leistung hin +++ Bewegt sich mit: Echo Show 10 ab sofort erhältlich +++ Corona-Warn-App 1.15 zum Download - das ist neu

25. März: Ein langer Weg

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Der März geht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohne eine Apple-Keynote, die an sich überfällig erscheint, vorbei. Nächsten Donnerstag ist schon April, aber gleich am ersten des Monats wird Cupertino eher keine Neuheiten vorstellen. Wir hatten schon im Jahr 2006 den Verdacht, dass die ab dem 2. April kursierende Meldung über Windows auf dem Mac via Boot Camp ein verspäteter April-Scherz war oder dass sich im Jahr 2017 einige schwer gewichtige Kollegen der Mac-Presse auf eine gemeinsame Verschwörung eingestellt hätten und kurz nach dem Scherzdatum etwas von einem Apple erzählten, das den Fehler des Mac Pro von 2013 eingestand und mit iMac Pro (2017) und Mac Pro (2019) Verbesserung versprach. Und natürlich glauben wir Google erstmal kein Wort, als es 2004 Gmail ankündigte - am 1. April. Heute scheinen die Leute hingegen alles zu glauben, was sie im Internet finden Was ist mit der Skepsis passiert und dem Logik-Werkzeug des Ockham'schen Rasiermessers? Es ist manchmal zum Verzweifeln.

Denken wir lieber an den 25. März vor zwei Jahren zurück, als der Begriff "Corona" noch für ein mexikanisches Leichtbier stand und nicht für einen tödlichen Virus. Apple hatte zu jenem Datum unter dem Motto "It's showtime" zu einer Veranstaltung im Steve Jpbs Theater eingeladen, auf der es einzig und allein um Services ging. Apple Arcade, Apple Card, Apple News+, ja, alles recht nett, soern man es überhaupt beziehen kann. Aber Apple TV+, das war etwas, das man sofort haben wollte. Und noch musste man sich bis November 2019 gedulden, als die Plage Covid-19 schon irgendwo in der Provinz Hubei ihren Anfang nahm.

Selten hatte Apple derart viel Prominenz auf der Bühne versammelt: Jason Momoa, Oprah Winfrey, Reese Witherspoon, Jennifer Anniston, Steven Spielberg! Auch die nächste Apple-Show, die womöglich am 6. April stattfinden wird, muss ohne Publikum auskommen und auf dem Schirm sehen wir nur die Prominenz aus Cupertino.

An jenem 6. April jährt sich der Angriff der Wehrmacht auf die Königreiche Jugoslawien und Griechenland zu 80sten Mal - und auch heute geht unser Blick zurück nach Griechenland. Dort begann heute vor 200 Jahren eine Geschichte, die sich wunderbar als Stoff für eine Historienserie auf Apple TV+ anbieten würde - wären dessen Macher nicht so auf die USA zentriert, mit gelegentlichen Blicken nach UK.

Im Kloster Kloster Agia Lavra gab der Metropolit Germanos von Patras mit dem Hissen einer Fahne mit hellblauem Kreuz auf weißem Grund gewissermaßen den Startschuss für die griechische Unabhängigkeitsbewegung, die eine Loslösung der mehrheitlich von Griechen bewohnten Gebiete vom osmanischen Reich zum Ziel hatte. Mit der Unterstützung der  europäischen Großmächte England und Frankreich sollte dies letztlich gelingen, aber es waren auch jene Großmächte, die den Griechen einen König vorsetzten. Der war aus Bayern und daher mit den weiß-blauen Landesfarben vertraut: Otto I. Es sollte noch lange dauern, bis der junge Staat dem Wittelsbacher und seinen Unterstützern eine konstitutionelle Monarchie abringen konnten. Und nicht Athen hätte Hauptstadt werden sollen, sondern Konstantinopel, das viele Griechen heute noch als "Polis" bezeichnen: Als die Stadt, die so lange Hauptstadt eines byzantischen Reiches waren, von dessen Wiedererrichtung viele Revolutionäre träumten. Es gebe also viel Stoff zu verfilmen.

Eher aber wird Apple mit der Umstellung des Mac auf ARM-Chips fertig, begnügen wir und mit Lektüre der Bücher von Petros Markaris, der 1937 eben in jener Polis geboren wurde, die heute Istanbul heißt.

Lesetipps für den Donnerstag:

Änderungen: Auch in  der jüngsten Beta von tvOS 14.5, die Apple in dieser Woche veröffentlicht hat, finden sich einige interessante Neuerungen. So ändert Apple etwa ausweislich des Codes den Namen der Fernbedienung von Siri Remote zu Apple TV Remote. Das könnte lediglich der Tatsache geschuldet sein, dass Siri auf der Fernbedienung nicht in allen Ländern  angeboten wird - aber auch neue Hardware ist denkbar. Der "Home Button" der Remote heißt nun schlicht "TV Button". Zuletzt hatte Apple das Apple TV im Herbst 2017 überarbeitet und dem Gerät 4K-Fähigkeiten verpasst, ein Upgrade ist an sich mal wieder fällig.

Robust : Man möchte kein iPhone in Apples Werbespots sein, so wie man darin behandelt wird. Erst kürzlich war in einem Video ein iPhone 12 in der Küche zu sehen, wie es mit Mehl bestäubt und unter Wasser gesetzt wird, natürlich ohne Schaden zu nehmen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt nun die neue Werbung mit dem Titel "Fumble", welche die Robustheit des iPhones und besonders des Keramik-Schildes des Glases hervorhebt. Hier fällt einer telefonierenden Frau das iPhone zu Boden, wo es natürlich keinen Schaden nimmt.

Klang: Die Stiftung Warentest hat für die jüngste Ausgabe der Zeitschrift test 26 WLAN-Lautsprecher testen lassen, von Amazon, Bose, Sonos, Huawei, Teufel und Yamaha. Alle genügen höheren Ansprüchen an die Soundqualität und können die Stereoanlage ersetzen - vor allem, wenn man sie paarweise anschafft. Elf davon bekamen im Blindtest die Bewertung "gut", zwei sogar "sehr gut", berichtet der Spiegel über die Ergebnisse. Den Test gewonnen hat der Sonos Five, der einzeln 520 Euro kostet, auf Platz zwei landete von Bowers & Wilkins der Formation Flex für 450 Euro.

Reaktion: Schon vor Jahren hat Facebook seinen "Like"-Button um Emoji-Reaktionen ergänzt, Twitter ist bei seinem Herz geblieben, mit dem man Tweets favorisieren kann. Wie The Verge berichtet, überlegt Twitter nun auch, die Reaktionen auf Tweets vielfältiger zu gestalten und mit Emojis für Lachen, Weinen oder auch Zorn zu erweitern. Einige ausgewählte Twitter-Nutzer wurden gebeten, einen Fragebogen zur Thematik zu beantworten - ob aus dem Projekt letztendlich etwas wird, sei dahin gestellt. Womöglich schätzen Twitter-Nutzer den Dienst ja auch deswegen, weil man traurige oder empörende Meldungen eben nicht mit einem Lach-Smilie favorisieren kann, sondern eben nur mit der allgemeinen herzlichen Reaktion.

Zum Dritten : Ein von Steve Jobs im Jahr 1973 ausgefüllter Bewerbungsbogen für eine Anstellung bei Atari hat gestern bei einer Auktion einen neuen Besitzer gefunden. Für 160.000 britische Pfund (185.328) Euro fand der handschriftlich und ein wenig abenteuerlich ausgefüllte Zettel einen neuen Besitzer. Der letzte Besitzer hatte das Papier im Jahr 2018 für etwa 150.000 Euro erworben.

20 Jahre: Wir hatten gestern an dieser Stelle an 20 Jahre Mac-OS X erinnert, es ist aber noch lange nicht alles gesagt - und schon gar nicht von jedem. Der Rückblick des Mac-Veteranen Jason Snell, der sei fast 30 Jahren über Apple und seine Produkte schreibt, ist auf jeden Fall auch heute noch lesenswert. Vor allem die von Snell ausgebreitete Vorgeschichte ist interessant: Warum musste Apple das Projekt wagen und welche Versuche waren vor Mac-OS X schief gegangen? Es gab so gar einige wilde Versuche mit Windows NT und Java. Aber wir kennen ja das vorläufige Ende der Geschichte, also die Jetztzeit: Es ist gut ausgegangen.

Echo : Schon lange nichts mehr von Scott Forstall gehört, Apple einstigen Softwarechef, der im Jahr 2012 über das Desaster mit Apple Maps stolperte und das Unternehmen verlassen musste. Gestern meldete sich Forstall zum 20sten Geburtstag von Mac-OS X mit einem Tweet, in dem er sich an den Tag erinnerte, als Steve Jobs dem neuen System den Namen mit dem markanten X verpasste. Forstall war mit Jobs im Jahr 1997 mit NeXT zu Apple gekommen, für NeXT war er seit 1992 tätig. Als einer der wichtigsten Entwickler des iPhones gilt Forstall als "Vater von iOS", das gewissermaßen als eine Ableitung von Mac-OS X begonnen hat.

Weitere Nachrichten:

Intel Alder Lake: Leak deutet auf massive CPU-Leistung hin

Vorsprung durch Technik: Die für das 4. Quartal 2021 geplante Desktop-Prozessorserie "Alder Lake-S" für den Sockel LGA1700 soll Intel dank verbessertem 10-nm-Fertigungsverfahren wieder in die Spur bringen. Laut einem Informationsleck verspricht Intel eine um 20 Prozent erhöhte Single-Core-Leistung, die insbesondere das CPU-Bottleneck bei PC-Spielen mildern dürfte. Aber auch bei der Multi-Core-Performance will Intel so richtig Gas geben - sie soll sich glatt verdoppeln! Ob sich der Vergleich auf Rocket Lake-S ( offizieller Marktstart: 30.3.2021) bezieht ist unklar, wir gehen aber davon aus.

Die massive Mehrleistung will Intel aus der Hybrid Technology mit acht kleinen Hocheffizienz- und acht großen Hochleistungs-Prozessorkernen schöpfen. Dieses Prinzip kommt ja schon etwa bei Smartphone-CPUs mit ARM-Architektur sehr erfolgreich zum Einsatz. Wie das durchgesickerte Schaubild zeigt, integriert der SOC auch noch eine Grafiklogik, diverse Controller und das Arbeitsspeicher-Interface.

Arbeitsspeicher ist ein gutes Stichwort: Hier will Intel mit DDR5-RAM die Technik vorantreiben. Gemäß der Präsentationsfolie unterstützt der Speichercontroller von Alder Lake nicht nur DDR5 und die energieeffiziente Variante LPDDR5, sondern soll auch kompatibel zur DDR4-Technik sein. Bei der neuen Chipsatz-Serie 600 lässt Intel also den Mainboard-Herstellern bei den Speichersteckplätzen die Wahl zwischen DDR5-4800 oder DDR4-3200.

PCI-Express und Wifi 6E

Flexibilität wird auch bei der Schnittstelle PCI-Express großgeschrieben: Hier will Intel als erster Hersteller weltweit Desktop-CPUs mit 16 PCI Express 5.0 Lanes anbieten, die mit bis zu 32 GT/s nochmals den Datendurchsatz gegenüber Version 4.0 verdoppeln. Da PCI Express 5.0 PCIe die gleiche 128b/130b-Signalkodierung wie Version 4.0 und 3.0 verwendet, ist die Technik vollständig abwärtskompatibel - erlaubt also den Einsatz aktueller und älterer PCIe-Steckkarten wie etwa Grafikkarten. Die CPU selbst bringt übrigens 4 PCI Express 4.0 Lanes mit, wie das folgende Schaubild zeigt:

Hier ist dann auch zu sehen, dass Intel die Verbindung zwischen CPU und Chipsatz aufbohrt, das DMI der 4. Generation soll die Bandbreite verachtfachen. Hinzu kommen Controller für WIFI 6E, Thunderbolt 4, USB 3.2 Gen2x2 sowie weitere PCI Express 3.0 und 4.0 Lanes.

Entsprechen alle diese Informationen auch nur annähernd den wahren Tatsachen, hat Intel ein mehr als konkurrenzfähiges Produkt in der Mache. Wir bleiben auf jeden Fall dran an Alder Lake.

Bewegt sich mit: Echo Show 10 ab sofort erhältlich

Bereits im September 2020 hatte Amazon den neuen Echo Show 10 vorgestellt. Seine wesentliche Neuerung: Er bewegt seinen Bildschirm so mit, dass dieser immer zum Sprecher zeigt. Jetzt können Interessenten den neuen Echo Show 10 in Deutschland tatsächlich bekommen.
 

Sie können den Echo Show 10 ab sofort für 249,99 Euro kaufen. Er ist in Anthrazit und in Weiß erhältlich und wird seit dem 14. April 2021 ausgeliefert.

Der neue Echo Show 10 ist kein Schnäppchen. Doch er bietet für seinen vergleichsweise hohen Preis auch einiges. Sein 10,1-Zoll-HD-Display passt Helligkeit und Farbe fortlaufend an und dreht sich in die Richtung der Benutzer, wenn diese mit Alexa interagieren – ganz gleich, wo im Raum sie sich befinden. Das hat den Vorteil, dass Nachrichten, Filme und Serien bei Prime Video oder Netflix sowie Rezepte von Chefkoch immer im Blick des Benutzers bleiben.

Ebenso wie der Bildschirm bewegen sich auch die beiden frontseitigen Hochtonlautsprecher und der Woofer mit. Sie sollen ihren Sound also immer in Richtung der Kunden ausstrahlen.

Die 13-Megapixel-Weitwinkelkamera besitzt ein 110-Grad-Sichtfeld. Sie soll den Sprecher bei Videogesprächen oder Fotoaufnahmen ebenfalls immer im Mittelpunkt behalten. Netter Nebeneffekt der bewegbaren Kamera: Nutzer können auf die integrierte Kamera des Echo Show 10 aus der Ferne zugreifen, um sich jederzeit mit der Alexa-App oder anderen Echo Show-Geräten im Zuhause umzusehen.

In Echo Show 10 ist ein Zigbee-Hub verbaut, mit dem kompatible Smart-Home-Geräte wie Hue-Leuchten direkt verbunden werden können.

Kunden können laut Amazon die Bewegungsfunktion jederzeit ausschalten, indem sie die integrierte Kameraabdeckung schließen, die Einstellungen am Gerät oder in der Alexa-App anpassen oder den Befehl „Alexa, schalte Bewegung aus“ sagen.

Corona-Warn-App 1.15 zum Download - das ist neu

Die offizielle deutsche Corona-Warn-App wird jetzt in der Version 1.15 für iOS hier im Apple-App-Store und in Kürze auch für Android hier im Google-Play-Store ausgeliefert. Mit der neuen Version wird eine wichtige Neuerung eingeführt, wie das für die App verantwortliche Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch mitteilt : die länderübergreifende Risiko-Ermittlung für die Schweiz.

Die Corona-Warn-App ist hierzu mit der Schweizer App SwissCovid verknüpft. "App-Nutzer werden informiert, wenn sie mit einem Nutzer der anderen App in Kontakt waren, der später positiv getestet wurde", erklärt das RKI. Dazu werden die verschlüsselten Zufalls-IDS mit der offiziellen Warn-App der Schweiz ausgetauscht.

Die Zahl der Länder, mit denen die deutsche Corona-Warn-App interoperabel ist, erhöht sich damit auf 17. Neben der Schweiz ist die Corona-Warn-App bereits in folgenden Ländern nutzbar: Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Malta, Niederlande, Österreich, Norwegen, Polen, Slowenien, Spanien, Tschechien und Zypern.

Als weitere Änderung werden auf den Risikokarten nicht mehr die Anzahl der aktiven Tage angezeigt, beziehungsweise dass die App dauerhaft aktiv ist. Stattdessen werden in den ersten 14 Tagen nach der Installation die Anzahl der Tage seit Installation angezeigt. Anschließend entfällt die entsprechende Zeile auf der Risikokarte. Die Risiko-Ermittlung sei natürlich weiterhin aktiv, betonen die Entwickler vom Projektteam SAP und Deutsche Telekom, die die App entwickeln.

Das nächste große Update erhält die Corona-Warn-App mit Version 2.0 erst nach Ostern. Dann wird der App ein QR-Code Check-In-System hinzugefügt. Weitere Details hierzu lesen Sie in diesem Beitrag.

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