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Morgenmagazin vom Donnerstag, 26. März 2015

26.03.2015 | 06:49 Uhr |

Was heute wichtig wird: 26. März 2015 +++ Trent Reznor verantwortet Beats-Überarbeitung +++ Apple versorgt Campus 2 mit wiederaufbereitetem Wasser +++ Amazon Fire TV unterstützt bald USB-Festplatten +++ Apple lässt sich Freunde-Echtzeit-Tracking patentieren +++ Bezahlung von Rechnungen per Gmail bald möglich? +++ iPad-Schnäppchen bei Comspot - 279 Euro für ein iPad 4 +++ Test: Toshiba Canvio Alu, USB-3-Festplatte im Test +++ Tipp: Texteingabe mit Kurzbefehlen beschleunigen

Was heute wichtig wird: 26. März 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Das Projekt Europa hat es in diesen Zeiten schwer. Radikale Parteien erhalten in vielen Ländern immer mehr Wählerstimmen. Nationalismus und der Wunsch nach ökonomischer Abschottung nehmen zu und selbst überzeugte Europäer denken laut darüber nach, ob es denn nicht besser wäre, wenn Griechenland den Euro-Raum und am besten gleich die gesamte Gemeinschaft verlässt. Was dabei nicht zu Ende gedacht ist: Griechenland würde sicher daran zerbrechen und die oft beschworene europäische Wertegemeinschaft zusammen mit ihrer Währung gleich mit. Die Wirtschaft selbst der ökonomisch starken Staaten wäre vermutlich auf lange Sicht geschädigt, der Kontinent viel von seiner Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Misstrauen machte sich wieder breit, Grenzanlagen würden wieder errichtet und Schlagbäume herunter gelassen. Dabei ist das der historische Fortschritt der Europäischen Union im Allgemeinen und des heute vor 20 Jahren endgültig in Kraft getretenen Schengener Abkommens im Speziellen: Der frei Verkehr von Waren, Menschen, Dienstleistungen und Wissen. Niemand hat die Absicht im Schengen-Teil Europas wieder Mauern zu errichten, umso aufmerksamer sollte man unabsichtliche Zusammenbrüche vermeiden. Grexit oder Graccident, beides würde Europa um Jahrzehnte zurück werfen. Im Gegenteil wäre es der europäischen Idee weiter zuträglich, den Schengen-Raum und die Gültigkeit der Währung zu erweitern, auch wenn der gegenüber dem US-Dollar momentan schwächelnde Euro einen anderen Schluss nahelegt. Einen zu kurz gedachten Schluss, einen Kurzschluss mithin. 

Die europäische Idee ist mithin eine Idee der Freiheit und des friedlichen Zusammenlebens in einer einzigen Welt. Die Kugelform der Erde ist seit dem Altertum bekannt, dass sie sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, seit dem 16. Jahrhundert. Einen endgültigen Beweis der Rotation lieferte am 26. März 1851 Léon Foucault mit dem nach ihm benannten Pendel. Im Panthéon in Paris setzte er ein 67 Meter langes und nur sehr langsam und kaum gedämpft schwingendes Pendel in Bewegung, das auf dem Boden Spuren hinterließ. Da bekannt war, dass sich die Rotationsebene des Pendels nicht ändern könne, aber dennoch auf dem Boden nicht nur ein vom permanenten Hin- und Herschwingen gezeichneter Strich, sonderm ein sternförmiges Muster zu sehen war, musste sich die Erde quasi unter dem Pendel hindurch gedreht haben. Das Foucault'sche Pendel spielt im gleichnamigen Roman von Umberto Eco übrigens nur eine Nebenrolle, diese aber im Showdown. Die wesentliche Rolle in der Geschichte spielt ein jahrhunderte alter Zettel, auf den krude Verschwörungstheorien basieren und der sich bei genauerem Hinschauen doch nur als verwaschener Einkaufszettel entpuppt. Manchmal sind die Dinge anders, wenn man einen zweiten Blick wagt. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Trent Reznor soll's richten: Apple will seine Streamingdienste iTuens Radio und Beats Music überarbeiten und besser in seine System integrieren. Laut eines Berichts der New York Times soll der Frontmann der Nine Inch Nail Trent Reznor das Projekt leiten, der vor der Übernahme durch Apple bei Beats den Posten als Chief Creative Officer bekleidet hatte. Beats Music soll unter anderem Bestandteil von iOS 8.4 werden und ein Aboservice bleiben. Apple habe versucht, niedrigere Preise dafür zu verlangen, sei aber an den Widerständen der Rechteinhaber gescheitert, so dass Beats etwa so viel kosten werde wie Spotify - rund 10 Dollar im Monat. Der kostenlose Streamingservice iTuens Radio, den Apple bislang nur in den USA anbietet, soll bestehen bleiben.

Wird dünner nicht irgendwann mal zu dünn?: Wenn Apple eine neue Generation eines etablierten Produkts oder einer etablierten Produktkategorie vorstellt, verweisen Tim Cook, Phil Schiller und Kollegen gerne darauf, dass iPhone, iPad, iMac oder Macbook noch dünner geworden seien. Wie weit geht das stetige Verdünnen, gibt es ein "zu dünn"? Unser Kollege Jason Snell hat sich darüber Gedanken gemacht und verweist auf ein Apple-Patent, das in Zukunft gar biegsame und somit papierdünne Displays zur Folge haben könnte.

Ode an das 12-Zoll-Powerbook: Schon einmal hatte Apple einen portablen Mac mit 12-Zoll-Bildschirm im Programm, das Alu-Powerbook des Jahrgangs 2003. Zeitgleich mit dem 17-Zöller vorgestellt, fand das kleine kompakte Apple-Laptop viele Freunde. Das Design des für Ende April angekündigten Macbooks erinnert ein wenig an den Klassiker, der jedoch deutlich mehr Schnittstellen zu bieten hatte und - heute unvorstellbar - ein ausbaubaren Akku. Christopher Phinn erinnert sich.

Geschlossener Kreislauf: Mit seinem torusförmigen neuen Bürogebäude in Cupertino will Apple neue Maßstäbe setzen. Wie diese Woche bekannt wurde, will Apple den Campus 2 und dazu noch das bestehende Gebäude am Infinite Loop 1 mit wiederaufbereitetem Wasser versorgen. Das 17,5 Millionen US-Dollar kostende Projekt hat die Freigabe der zuständigen Behörde im Santa Clara Valley erhalten. In Kalifornien tun solche Projekte Not, der ökonomisch stärkste US-Bundesstaat leidet unter zunehmender Dürre, frisches Wasser wird allmählich knapp.

Amazon Fire TV unterstützt bald USB-Festplatten

Amazon kündigt für demnächst die Veröffentlichung eines großen Software-Updates für die Streaming-Box Amazon Fire TV und den kürzlich neu angekündigten, günstigen Amazon Fire TV Stick an. Das Update enthält diverse neue Funktionen und Verbesserungen.

Eine der wichtigsten Neuerungen: Der USB-Anschluss vom Amazon Fire TV kann künftig auch zum Anschluss eines USB-Speichersticks oder USB-Laufwerks verwendet werden. So kann der mit 8 GB nicht gerade üppig bemessene interne Speicherplatz deutlich und günstig erweitert werden. Laut der Ankündigung von Amazon darf der USB-Speicherplatz aber nur zum Ablegen von Apps und Spielen genutzt werden. Ob auch Videos, Musik und andere Dateien ausgelagert werden dürfen, ist offen.

Als weitere Neuerung unterstützen Fire TV und Fire TV Stick künftig auch WLAN-Hotspots, die eine Web-Anmeldung benötigen. Über ein Schnellwahlmenü erhalten Nutzer außerdem einen schnelleren Zugriff auf häufig genutzte Funktionen und die Einstellungen. Das Update spendiert der Streaming-Box auch eine Unterstützung für Bluetooth-Headsets .

Das Update soll laut Angaben von Amazon im Laufe der kommenden Wochen ausgeliefert werden. Amazon Fire TV Stick kann derzeit in Deutschland vorbestellt werden und wird ab dem 15. April ausgeliefert. Amazon Fire TV ist bei Amazon für 99 Euro erhältlich.

Apple lässt sich Freunde-Echtzeit-Tracking patentieren

Das US-Marken und -patentamt hat Apple ein Patent gewährt, welches den Austausch von Positionsdaten zwischen mehreren Geräten vorsieht. Damit soll es möglich werden, die Bewegungen einer Person am Smartphone oder Tablet nachvollziehen zu können.

Wird die Funktion von der zu überwachenden Person aktiviert, können Daheimgebliebene deren Route in Echtzeit mitverfolgen. Gibt das Gegenüber seine Position ebenfalls frei, so können sich beide Anwender gegenseitig sehen.

Im Gegensatz zur schon angebotenen „Find My Friends“-Funktion sieht das neue System eine länger andauernde Positionsbestimmung vor, bei der komplette Routen nachvollzogen werden können. Datenschutzbedenken will Apple ausräumen, indem die Funktion durch die zu verfolgende Person aktiviert werden muss. Doch auch für Haustiere sei die Technik geeignet, wenn Besitzer beispielsweise den Standort ihres Hundes nachvollziehen wollen. Ob und wann eine entsprechende Funktion angeboten wird, bleibt jedoch unklar.

Bezahlung von Rechnungen per Gmail bald möglich?

Google arbeitet offenbar an einem Projekt, mit dem Gmail-Nutzer ihre Rechnungen direkt im Postfach empfangen und bezahlen können. Der auf den Namen Pony Express getaufte Dienst soll im vierten Quartal zur Verfügung stehen. Dies geht aus einem Dokument von Re/Code hervor. Google hat zu den Gerüchten noch nicht Stellung bezogen.

Pony Express würde es Google ermöglichen, auch im Finanzsektor zahlreiche Daten über seine Nutzer zu sammeln, darunter Kreditkartenabrechnungen oder Rechnungen für gekaufte Artikel. Diese Informationen könnten wiederum für gezielte Werbeanzeigen verwendet werden. Ob Google auch Gebühren für die Bezahlvorgänge erheben möchte, bleibt unklar.

Bei der Registrierung müssen Telefonnummer, Kreditkartennummer und Sozialversicherungsnummer angegeben werden. Danach landen Rechnungen papierlos im Gmail-Postfach. Durch das Hinterlegen der Bankdaten wäre auch eine direkte Bezahlung möglich. Durch eine Teilen-Funktion ist auch die Weiterleitung an WG-Mitbewohner angedacht.

iPad-Schnäppchen bei Comspot - 279 Euro für ein iPad 4

Der Einzelhändler Comspot hat heute eine Rabatt-Aktion für diverse Modelle gestartet. Wie üblich dabei gilt das Angebot solange der Vorrat reicht. Nach Wahl können die Käufer das gewünschte Modell in einem der Stores vor Ort (Berlin, Hamburg, Neuss und Darmstadt) bestellen oder per DHL an die eigene Adresse zuschicken lassen. In diesem Fall muss man mit vier Euro Versandkosten rechnen.

Comspot bietet die Vorjahres-Modelle des großen iPad Air und des kleinen iPad Mini der zweiten Generation an. Auch zwei Modelle des iPad 4 sind mit dabei. Erwähnenswert ist die Aktion schon deswegen, weil die meisten Modelle in der Business-Ausführung mit 128 GB Speicherplatz kommen. Im Apple Store sind diese seit letztem Oktober nicht mehr verfügbar. Wir würden besonders die iPad-Mini-2-Modelle empfehlen - technisch gesehen unterscheiden sich die aktuelle dritte und die zweite Generation nur sehr wenig voneinander, Apple bringt auch mit dem iPad Mini 3 seinen Prozessor A7 mit Motion-Coprozessor, genau der gleiche Prozessor ist ebenfalls in das iPad Mini der zweiten Generation eingebaut. Vergleicht man die Preise, kostet ein iPad Mini 3 mit 128 GB Speicherplatz und WiFi 599 Euro, ein iPad Mini 2 mit den gleichen Spezifikationen im Comspot-Angebot - nur 359 Euro , hier spart man also fast 240 Euro. Die besten Angebote der Comspot-Aktion finden Sie hier:

Pixar macht RenderMan zur Freeware

Für alle Hobby-Filmemacher, die eigene Animationsfilme rendern wollen wie die Verantwortlichen von den Hobbit-Filmen, Frozen oder auch Guardians of the Galaxy bietet Pixar seine mächtige Rendering-Software RenderMan nun kostenfrei zur Verfügung. Ohne funktionale Einschränkungen lässt sich das CGI-Programm für nicht-kommerzielle Zwecke in Verbindung mit einer 3D-Modeler-Software wie AutoDesk Maya oder Katana Foundry nutzen. Voraussetzung für den Download der ansonsten 500 US-Dollar kostenden Software ist eine Registrierung in den RenderMan-Foren. RederMan 19 läuft unter Linux, Windows 7/8 und ab OS X 10.7 auf 64-Bit-Macs. Die Software lässt sich jedoch nur auf einen Rechner installieren und nutzen.

Microsoft schafft Browser-Klarheit für Windows 10

Nur noch der mit Windows 10 neu eingeführte Browser, den Microsoft derzeit unter dem Codenamen "Project Spartan" entwickelt, bekommt Microsofts neue Rendering-Engine. Der Internet Explorer 11 bleibe gegenüber Windows 8.1 "grundsätzlich unverändert", teilte der für Spartan zuständige Program Manager Kyle Pflug in einem Blogpost anlässlich eines Entwicker-Workshops zu Spartan in der Microsoft-Niederlassung im Silicon Valley mit (was sogar bedeuten könnte, dass der IE gar nicht mehr weiterentwickelt wird, mutmaßt "The Register" - das hat der Konzern bislang aber so nicht bestätigt).

Project Spartan Developer Workshop am 24. März 2015
Vergrößern Project Spartan Developer Workshop am 24. März 2015
© Microsoft

Bisher hatte Microsoft Spartan - der übrigens Flash "out of the box" unterstützen soll, wie Pflug in den Kommentaren zum Blogpost antwortet; eine Web-Kooperation mit Adobe hat Microsoft gerade angekündigt -und Internet Explorer in Windows 10 jeweils mit beiden Rendering-Engines bestücken wollen. Für Legacy-Websites mit Unterstützung für IE-Altlasten wie beispielsweise ActiveX-Controls oder Browser-Helper hätten beide Browser dann von der modernen Engine "EdgeHTML.dll" zurückfallen können auf das quirkige "MSHTML.dll". Nach Feedback aus dem Windows-Insider-Programm für den Test der öffentlichen Vorabversion von Windows 10 habe sich Microsoft nun für die "klare Trennung von Legacy und Neu" entschieden, so Pflug weiter.

Project Spartan vs. Internet Explorer
Vergrößern Project Spartan vs. Internet Explorer
© Microsoft

Web-Entwickler könnten davon ausgehen, dass die neue Engine von "Project Spartan" interoperabel mit dem modernen Web sein und "evergreen" bleiben werden, sprich für die weitere Entwicklung seien keine "Document Modes" oder Kompatibilitätsansichten zu befürchten. Für große Firmen und Behörden mit veralteten und/oder für proprietäre IE-Technologien programmierten Webseiten und -Applikationen bleibt unter Windows 10 nur noch der veraltende Internet Explorer - und ab Anfang 2016 auch nur noch dessen jeweils neuestes Release, denn für ältere Browser will Microsoft dann keinen Support und keine Sicherheits-Updates mehr anbieten.

Test: Toshiba Canvio Alu, USB-3-Festplatte im Test

Von Toshiba kommt die neue Canvio Alu , die es mit 500 GB, 1 TB und 2 TB sowie in vier verschiedenen Farben gibt und die, wie es der Name schon sagt, über ein Gehäuse aus Aluminium verfügt. Wir testen ein schwarzes Exemplar mit einem Terabyte, und kommen dabei im Praxistest auf eine Schreib- und Lesegeschwindigkeit von 115 MB/s, wenn wir eine große Filmdatei übertragen. Beim Kopieren eines Ordners mit 2 GB und 2600 Einzeldateien messen wir knapp 68 MB/s beim Schreiben und 101 MB/s beim Lesen. Das sind alles gute Werte. Geräusche macht die Platte bei der Arbeit kaum, man muss das Ohr schon ziemlich in die Nähe des Laufwerks bringen, um etwas zu hören. Auch die Wärmeentwicklung bleibt moderat. Vor dem Einsatz müssen Mac-Anwender die Platte jedoch neu formatieren, da sie im Windows-Format NTFS eingerichtet ist, das der Mac zwar lesen, aber nicht beschreiben kann.

Tipp: Texteingabe mit Kurzbefehlen beschleunigen

Alle Apps die Apples Standardfunktionen zur Textbearbeitung nutzen, wie zum Beispiel Textedit oder die iWork-Apps, erlauben damit auch den Einsatz einiger praktischer Kurzbefehle. Dazu gehören „Befehlstaste-B“, „-I“ und „-U“ für die Textattribute Fett, Kursiv und Unterstrichen. Mit „Befehl-Wahltaste-C“ kopiert man die Attribute eines markierten Textes und mit „Befehl-Wahltaste-V“ wendet man sie auf eine Auswahl an. Hat man beim Tippen zwei Buchstaben verdreht, kann man mit „Control-Taste-T“ das Zeichen vor und hinter dem Cursor vertauschen. Steht die Einfügemarke am Zeilenende, werden damit die beiden letzten Zeichen der Zeile getauscht. Mit „Controltaste-A“ und „-E“ springen Sie zum Anfang beziehungsweise Ende des Absatzes. Ebenfalls praktisch sind „Control-Taste-D“ (oder „fn-Rückschritttaste“), um das Zeichen rechts vom Cursor zu löschen. Die dafür zuständige Entfernentaste fehlt den kleinen Tastaturen, die heute in der Regel genutzt werden. Um das ganze Wort links vom Cursor zu löschen, drücken Sie „Wahl-Rückschritttaste“.

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