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Morgenmagazin vom Donnerstag, 27. Oktober

27.10.2016 | 06:43 Uhr |

AirPods kommen später +++ Surface Studio: Microsoft stellt All-In-One-PC vor - iMac ist dagegen ein Schnäppchen +++ ESA-Marssonde: Schiaparelli durch Computerfehler abgestürzt? +++ Microsoft Surface Book i7: 3x schnellere Grafik als MacBook Pro 13

27. Oktober: Große Erwartungen

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Selten so spät im Jahr noch ein Apple-Event erlebt, wobei der Oktober als solcher nicht ungewöhnlich ist. Wir erinnern uns etwa an den 20.10.2010, der nicht nur wegen der ungewöhnlichen Ziffernfolge in Erinnerung blieb. "Back to the Mac" hieß das Motto seinerzeit und was damit gemeint sein könnte, wusste man schon anhand der zehn Tage zuvor ergangenen Einladung, auf dessen Grafik ein Löwe hinter einem Apple-Logo vorbei auf den Betrachter lugte. Apple zeigte an dem Tag, dass es trotz de durchschlagenden Erfolges von iPhone und iPad nach wie vor auch den Mac auf dem Schirm hatte. Dieser hatte in den Jahren zuvor etwas zurückstecken müssen, das wurde ganz besonders an Mac-OS X 10.5 Leopard deutlich, das wegen iPhone-OS 1.0 erst mit einem halben Jahr Verspätung herauskam. Gleichwohl habe man bei der Entwicklung des mittlerweile iOS genannten mobilen Betriebssystems viel gelernt, von dem man nun den Mac profitieren lassen möchte. Mac-OS X 10.7 Lion bekam daher auch das Launchpad, auf dem Apps wie auf den Homescreens von iPhone und iPad angeordnet waren, den Mac App Store, der es sogar noch in Mac-OS X 10.6.6 schaffen sollte, damit Apple das neue Betriebssystem darüber verbreiten konnte und für eigene Apps Autosave und eine von Time Machine unterstützte Versionskontrolle.

Im Jahr 2012 drehte es sich am 23. Oktober vorwiegend um neue Hardware. Das iPad Mini hatte ebenso Premiere wie das iPad 4 mit Lightning-Port und Retina-Display, aber auch um den Mac hatte sich Apple erneut gekümmert. Die bis einschließlich heute aktuelle Form des Macbook Pro Retina war an dem Tag ebenso neu wie der iMac ohne optisches Laufwerk, der sich in der Form seither auch nicht mehr verändert hatte. Ein Jahr später, am 22. Oktober 2013 löste schließlich das iPad Air das iPad 4 ab, das iPad Mini bekam einen Nachfolger mit Retina-Display. Auch im Jahr 2014 lud Apple noch im Oktober zu einem Special Event, aber ebenso etliche Tage früher als heuer zeigten Tim Cook und Kollegen am 16. Oktober das iPad Air 2 und den ersten iMac mit Retain-Display, das 27-Zoll-Modell. Im vergangenen Jahr fiel das Oktober-Event aus, Apple hatte schon im September alles Wichtige gezeigt und im Oktober lediglich ein Silent Upgrade für den iMac nachgelegt, Retina-Display gibt es seither auch im 21,5-Zoll-Format.

Es ist also angerichtet, unter neuen Macbook Pro und der ein oder anderen Überraschung gehen wir heute nicht heim: Wir berichten ab 19 Uhr von der Keynote und werden am Abend in weiterführenden Artikeln ins Detail gehen. Nach einer kurzen Nacht geht es morgen dann nicht zur Bank, um am Weltspartag die sauer ersparten Kröten auf das Konto einzuzahlen, sondern ohne Umwege in den Apple Store. Obwohl das zu diesem Zeitpunkt noch als letzte Unwägbarkeit erscheint: Wird Apple tatsächlich die neuen Rechner sofort in den Verkauf bringen können? Darauf würden wir jetzt nicht wetten, aber darüber freuen würden wir uns schon. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag:

Vergleich: Nun versucht sich Microsoft an einem direkten Konkurrenten zum iMac, dem Surface Studio (siehe Meldung weiter unten). Doch schon das Surface Book und das Surface Pro 4 konnten Macbook und iPad keine wesentlichen Marktanteile abknappsen, Microsofts Hardware findet keinen bedeutenden Absatz. Unsere Kollegen der Macworld vergleichen die Spezifikationen von iMac (late 2015) und Surface Studio im Detail und kommen zu dem Schluss, dass Apples All-in-one ein wahres Schnäppchen gegenüber dem Neuling ist. Vergleichnbare Konfigurationen kosten bei Apple zwischen 500 und 1000 US-Dollar weniger. Jedoch fehlt dem iMac das spektakuläre Feature des Surface Studio, das sich auf seinem Ständer so flachlegen lässt, um es  als riesiges Tablet zu nutzen. Spekulationen um eine derartige Lösung im (Touch-)iMac machen seit Jahren die Runde, Apple hat bisher darauf verzichtet. Vor allem aber läuft der aktuelle iMac mit macOS Sierra, während das Surface Studio mit Windows 10 auskommen muss...

Verspätung: Ende Oktober wollte Apple seine neuen drahtlosen Ohrstöpsel AirPods in den Handel bringen, davon ist nun nicht mehr die Rede. Ein neues Datum will der Mac-Hersteller nicht nennen, sondern gibt nur bekannt, den Verkaufsstart zu verschieben. Schon im September hatte Apple angemerkt, dass die damals an erste Tester herausgegebenen Ohrhörer noch Vorserienmodelle waren und deshalb einige unangenehme Fehler bemerken ließen, die Entwicklung sei eben noch nicht abgeschlossen. Was denn nun genau die Gründe für die Verzögerung waren, verrät Apple nicht. Ein Sprecher meinte lediglich gegenüber TechCrunch, dass man bei Apple nicht daran glaube, man könne ein Produkt ausliefern, bevor es ausgereift sei.

Same, but different: Vor der Smartphone-Revolution waren Nokia und Motorola die Platzhirsche im Handy-Geschäft, zehn Jahre nach dem iPhone sind deren Spuren im Business kaum noch auszumachen. Seit den späten Neunzigern war auch die Welt der Musik einem massiven Wechsel unterlegen, doch die wichtigen Protagonisten der Jahrtausendwende sind immer noch oder schon wieder da: Die Produzenten und einflussreichen Labelchefs Jimmy Iovine und Lyor Cohen geben nun bei Apple Music und bei Spotify als Masterminds den Takt an. Warum sich die beiden halten konnten und von der Disruption des Geschäfts eher profitierten, beschreibt Quartz.

Früchte des Zorns: Den 29-jährigen Apple-Kunden, der im September im Apple Store von Dijon (Frankreich) während eines Wutanfalls iPhones, iPads und Macs im Nennwert von 60.000 Euro zerstört hatte, hat das zuständige Strafgericht zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zu seiner Verteidigung brachte der Angeklagte lediglich hervor, er hätte eine "Monsterwut" auf Apple gehabt, da sich der Hersteller geweigert hatte, sein defektes iPhone kostenfrei zu reparieren. Geradezu kunstfertig zerlegte er bei seiner Raserei dutzende Demogeräte mit einer Petanque-Kugel, bevor ihn die Security des Ladens festhalten konnte. Das Gericht setzte den Wert der zerstörten Ware aber mit etwa 17.000 Euro deutlich niedriger an, da Apple Ausstellungsstücke allenfalls zu stark reduzierten Preisen verkaufen würde.

Gut gebrüllt: Wenn das Leben einem Zitronen gibt, sollte man Limonade daraus machen. Daran hat sich Tim Cook bei der Interpretation der letzten Apple-Bilanz streng gehalten, meint unser Macworld-Kollege Jason Snell. Anleger wollen bekanntlich immer nur Wachstum sehen, das der Mac-Hersteller für das Septemberquartal und das gesamte abgelaufene Geschäftsjahr nicht zeigen konnte. Was macht also Cook? Er findet vier Ansätze, um diese Art von Niederlage in einen Sieg oder zumindest in kommende Triumphe umzudeuten. So stellte er einmal mehr heraus, dass man bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz nicht Googles Weg gehen und die persönlichen Daten der Nutzer kompromittieren müsse. In Sachen Wachstum in China lenkt er den Blick nicht nur auf das Vorjahr, sondern auf 2014 und das im Vergleich dazu immer noch imposante Plus sowie auf die Aussichten, die ausgebaute LTE-Infrastrukturen bieten. Mehr iPhones könne Apple auch schon dann (weltweit) verkaufen, wenn man nur mit der Produktion insbesondere des iPhone 7 Plus nachkäme, verriet Cook auf nicht unerwünschte Nachfrage des notorischen Gene Munster. Schließlich ließ Cook seinen Finanzchef Luca Maestri noch für das anstehende Weihnachtsgeschäft ein neues Rekordquartal versprechen, die genannten Zahlen liegen aber nur knapp über denen des ersten Quartals 2015/16 was das bisher beste in Apples Geschichte war. Wir sind gespannt, wie uns im Januar die Limonade schmeckt und ob Apple nicht sogar schon Champagner darunter mischt.

Weitere Nachrichten:

Surface Studio: Microsoft stellt All-In-One-PC vor

Mit dem Surface Studio hat Microsoft am Mittwochabend ein völlig neues Surface-Gerät vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen All-In-One-PC, über den bereits im Vorfeld heftig spekuliert worden war. Das Surface Studio verfügt über ein 28 Zoll PixelSense-Display im 3:2-Format und kann über eine Milliarde Farben darstellen.Selbstverständlich handelt es sich um ein Touch-Display mit Stifteingabe-Möglichkeit. Laut Microsoft besitzt Surface Studio den dünnsten, jemals gebauten LC-Bildschirm.

Der Rechner selbst steckt in dem dünnen und vergleichsweise kleinen Bildschirmsockel, der an der Rückseite die Anschlüsse für Audio, SD-Karten, Mini DP, Ethernet und USB 3.0 mitbringt. Angetrieben wird das Surface Studio von einem Intel Core i7 mit vier Kernen. Zur weiteren Ausstattung gehören 32 GB DDR4-Speicher, eine 2 Terabyte große Hybrid-Festplatte und Nvidias Geforce GTX 980M.

Integriert sind auch zwei Stereo-Lautsprecher. Für das Surface Studio gibt es mit dem Surface Dial neben Maus und Tastatur ein zusätzliches Eingabegerät. Dabei handelt es sich um ein drehbares Eingabegerät mit haptischem Feedback. Besonders praktisch dürfte Surface Dial beim Bearbeiten von Videos sein.

Das Display des Surface Studio löst mit 13,5 Millionen Pixeln sehr hoch auf. Die Pixel-Dichte liegt bei 192 ppi. Eine weitere Besonderheit: Der Bildschirm ist stufenlos neigbar. Je nach Tätigkeit kann dies durchaus angenehmeres Arbeiten erlauben.

Trotz der hohen Performance soll das Surface Studio dank einer ausgeklügelten Kühllösung kaum hörbar sein. Und als Zugabe gibt es einen eingebauten Funkempfänger für Xbox-One-Controller. Und das alles bei einem Rechner, der nur aus einer kleinen Box besteht, aus der nur ein Kabel zur Steckdose führt.

Die wichtigste Zielgruppe für das Surface Studio sind sicherlich Designer und Profi-Nutzer in den Bereichen Video- und Musik-Produktion.

Das Surface Studio ist in den USA ab sofort vorbestellbar. Der Preis: 2.999 US-Dollar (ohne Steuern, etwa 2.750 Euro). Es wird noch vor Weihnachten ausgeliefert, wobei Microsoft allerdings ausdrücklich betont, dass es bis Ende des Jahres nur in einer limitierten Anzahl verfügbar sein wird.

ESA-Marssonde: Schiaparelli durch Computerfehler abgestürzt?

Vor wenigen Tagen missglückte die geplante Marslandung der von der ESA und Roskosmos finanzierten Sonde Schiaparelli. Fotos von der Oberfläche belegen, dass die Sonde wahrscheinlich mit der Oberfläche des Planeten kollidiert ist. Nun beschäftigen sich Forscher der ESA mit den möglichen Ursachen des Crashs.

Die Fehlersuche ist besonders wichtig, da die europäische Raumfahrtorganisation bereits 2020 eine deutlich größere Mission zum Mars plant, bei der ein Rover bis zu zwei Meter tief im Boden Proben nehmen soll, um Spuren von primitiven Lebensformen aufzuspüren.

Während des Absinkens auf die Marsoberfläche sendete Schiaparelli laut ESA noch fleißig Daten an das Mutterschiff im Orbit des Planeten. Auch das Öffnen des Fallschirms hat offenbar noch geklappt. Nur eine Minute vor der Landung kam es jedoch zum Desaster: Das Hitzeschild sowie der Fallschirm lösten sich zu schnell von der Sonde. Die Bremstriebwerke liefen nur drei Sekunden, eigentlich sollten sie die Sonde 30 Sekunden lang abbremsen.

Dadurch stürzte die Sonde aus einer Höhe von zwei bis vier Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde auf die Marsoberfläche. Laut ersten Analysten war ein Softwarefehler für den Absturz verantwortlich. Die Daten der Sensoren wären laut ESA falsch ausgelesen worden. Sowohl Recheneinheiten als auch die Software und Sensoren sollen bei der für 2020 geplanten Mission erneut zum Einsatz kommen. Daher ist die Fehlersuche für die Forscher so wichtig. Mit Simulationen will die ESA dem konkreten Fehler nun auf die Schliche kommen. Im schlimmsten Fall muss die geplante Landung um zwei Jahre auf das Jahr 2022 verschoben werden.

Microsoft Surface Book i7: 3x schnellere Grafik als MacBook Pro 13

Microsoft verbessert das Surface Book. Mit dem aktuellen Intel Core i7-Prozessor Skylake und dem neuen Grafik-Chip soll das neue Microsoft Surface Book i7 eine drei Mal schnellere Grafikleistung als ein Macbook Pro 13 bieten (das dürfte sich ab morgen aber wieder ändern, wenn Apple auf seinem Event am 27.10. neue MacBooks vorstellt). Die Grafikleistung soll gegenüber dem Vorgänger-Surface-Book doppelt so gut sein wie bisher: 1,9 Teraflops mit verbessertem Kühlsystem liefert das neue Surface Book i7. Und die Akku-Laufzeit will Microsoft um 30 Prozent gesteigert haben. Damit soll das Surface Book i7 nun 16 Stunden durchlaufen können.

Alle Faktoren zusammen genommen – also Auflösung (PixelSense-Display), Batterielaufzeit und Rechenleistung (Prozessor und Grafikchip) – soll das Surface Book i7 laut Microsoft das leistungsfähigste Notebook mit diesem Formfaktor, also 13,5 Zoll, auf dem Markt sein.

Preise für Surface Book i7 und Surface Book

In den USA kann man das neue Microsoft Surface Book i7 ab sofort bestellen, die Auslieferung erfolgt ab November 2016. Für das Surface Book i7 verlangt Microsoft 2399 US-Dollar. Die Preise für das Surface Book mit weniger Leistung  beginnen bei 1499 US-Dollar.

Surface Pro 4

Beim Surface Pro 4 ändert Microsoft nichts. Das Tablet Surface Pro 4 verkauft Microsoft jetzt ab 899 Dollar. In Deutschland kostet das Surface Pro 4 899 Euro.

Unseren Test des bisherigen Surface Book finden Sie hier.

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