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Morgenmagazin vom Donnerstag, 28. Januar 2021

28.01.2021 | 07:14 Uhr | Peter Müller

Rekordquartal für Apple: 111,4 Mrd. USD Umsatz, 44 Mrd. USD Gewinn +++ Zweistelliges Waxhstum in allen Sparten +++ Apple kündigt Start der App Tracking Privacy für nächste iOS-Beta an +++ Apple legt Rekordbilanz für erstes Quartal vor +++ Alpha 1: Neues Vollformat-Flaggschiff von Sony +++ Veganes Fleisch aus dem 3D-Drucker kommt nach Deutschland +++ H&M arbeitet an virtueller Umkleidekabine

28. Januar: Zu den Sternen mit Hoffnung

Macwelt wünscht Guten Morgen! Größer als der Traum vom Fliegen ist nur der Traum von der Raumfahrt, vom Aufbruch in ferne Welten, die noch zuvor ein Mensch betreten hat. Das mit der Raumfahrt hat aber ein paar gewaltige Haken. Da sind nicht nur die gigantischen Entfernungen - zum nächsten Stern braucht sogar das Licht über vier Jahre - sondern auch die immensen Energien, die man aufbringen muss, um erst das Schwerefeld der Erde und dann das der Sonne zu verlassen. Wenn man die Raumfahrt mit dem ersten Aufbruch der Menschheit in ein neues Element vergleicht, betrieben wir heute eigentlich nicht einmal Binnenschifffahrt, geschweige denn Küstenschifffahrt. Der im kosmischen Maßstab so armselig kurze Hüpfer einiger fragiler Lebewesen auf den diesen Planeten umkreisenden Steinbrocken namens Mond war dennoch eine wissenschaftlich-technische Meisterleistung.

So träumt der Mensch nicht erst seit den Zeiten von Sputnik und Apollo davon, ferne Welten zu erkunden, vielleicht auch nur, um die eigene besser wertzuschätzen. In der Kunst haben Raketen und Raumschiffe längst tiefe Spuren hinterlassen. David Bowie ging mit Major Tom auf eine Space Oddity, wenige Jahre später ließ Peter Schilling – der heute 65 Jahre alt wird – einen Raumfahrer gleichen Namens sich völlig von der Erde loslösen und sich von einem Licht durch das All leiten.


Zu den Sternen zieht es uns also hin, egal, welche Probleme uns auf der Erde beschweren. Einen schweren Rückschlag hat die Raumfahrt aber heute vor 35 Jahren in Cape Canaveral erlitten. An einem klaren Wintertag explodierte nur kurz nach dem Start die Raumfähre Challenger - alle sieben Raumfahrer, darunter erstmals ein ziviler Gast, kamen dabei ums Leben und das ambitionierte Projekt der bemannten Raumfahrt für zwei Jahre zum Erliegen.

Schuld war bodenlose Schlamperei und das hartnäckige Ignorieren der Erkenntnis, dass eine Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Ausgerechnet bei an sich billigen Gummidichtungen hatte die NASA gespart und für die Feststoffraketen (Booster) die billigsten der billigen Dichtungen verbaut. In der Kälte der Nacht vor dem 28. Januar 1986 wurde das Gummi porös, an einer Nahtstelle trat heißes, brennendes Gas aus und schlitzte den Wasserstoff-Sauerstofftank des Space Shuttle wie ein Schneidbrenner auf. Resultat war eine Knallgasexplosion, der zu entkommen mit keiner denkbaren Sicherheitseinrichtung möglich war.

Die NASA lernte daraus und beging diesen speziellen Fehler nicht mehr. Die Behörde schlug aber Warnungen ihrer eigenen Sicherheitsexperten in den Wind, die mit einem Komplettverlust auf statistisch jeder 50sten Mission rechneten. Das Shuttle war eigentlich schon im Jahr 1986 veraltet, aber vernünftige Konzepte für Nachfolger nicht auf den Weg gebracht - eigentlich bis heute nicht, zumindest nicht von der staatlichen Weltraumagentur.

Die Mission der Challenger war die 25ste, bis ins Jahr 2011 hob noch 110 mal eine Fähre ab. Leider behielten die Statistiker ungefähr Recht, am 1. Februar 2003 ging die Columbia beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verloren, wie es euphemistisch hieß. Auch hier war Schlamperei im Spiel. Dass ein beim Start herunterfallendes Schaumstoffteil den Hitzeschild der Columbia beschädigt hatte, war im Kontrollzentrum schon am 16. Januar bekannt, dem ersten Tag der Mission 113. Die Information gelangte aber nicht an die zuständigen Stellen, was aber vermutlich eh keine Rolle spielte. Denn die Crew der Columbia war unrettbar verloren und wusste das nur zwei Wochen lang nicht. Unter Umgehung von Hierarchien mit einer genial-verrückten Idee den verlorenen Raumfahrer zu retten, funktioniert vorerst nur im Roman oder im Kino. Es sind vor allem menschliche Beharrungskräfte, Trägheit, Bequemlichkeit und Sturheit, die uns auf dem Boden halten. So werden wir nie zu Weltraumbürgern.

Lesetipps für den Donnerstag

Schutzbedürftig: Der 28. Januar ist Weltdatenschutztag und Apple sieht sich als Vorreiter für mehr Privatsphäre. Anders als Google, Facebook und Konsorten kann sich Apple das auch leisten, da es Produkte und Services verkauft und nicht seine Nutzer an die Werbeindustrie. In einer Newsroom-Story beschreibt Apple den Alltag von Daten: Im Durchschnitt würden in jeder mobilen App sechs Tracker darauf warten, Nutzer zu tracken und die Erkenntnisse an die Werbeindustrie weiterzugeben, die alljährlich einen Umsatz von 227 Milliarden US-Dollar mache. Als Beispiel nennt Apple die Aufnahme eines Bildes, dessen Bearbeitung und Verteilung auf social Media: "John und Emma machen ein Selfie. Sie spielen mit einer Fotofilter-App und entscheiden sich dafür, dem Foto Hasenohren hinzuzufügen. Die Filter-App kann jedoch auf alle Fotos auf dem Gerät und die angehängten Metadaten zugreifen, nicht nur auf das Selfie vom Spielplatz. John postet das Bild in einer Social-Media-App. Die App verknüpft Johns aktuelle Online-Aktivitäten mit einer Fülle von Daten, die von anderen Apps gesammelt wurden, wie z. B. seine demografischen Informationen und Kaufgewohnheiten, unter Verwendung einer E-Mail-Adresse, einer Telefonnummer oder eines Werbekennzeichens." Apple stellt die Features dagegen, die in iOS 14 Vater und Tochter aus dem Beispiel mehr Transparenz über die Nutzung ihrer Daten und vor allem Kontrolle darüber geben. Apple erklärt zudem nochmals seine vier Grundpfeiler des Datenschutzes, zu denen unter anderem gehört, möglichst viele Daten bereits auf dem Gerät zu verarbeiten und dort zu belassen. Schon bald werde man die Anbieter von Apps zu mehr Transparenz verpflichten, was besonders Facebook bisher sauer aufgestoßen ist. Schon im letzten Juni für iOS 14 angekündigt und später auf 2021 verschoben, soll die App Tracking Privacy nun in diesem Frühjahr aktiv werden, in der nächsten Beta schon werde sie eingebaut sein. Dann müssen Anwender Trackern bewusst den Zugriff erlaufen, ab Werk sind sie gesperrt. Datenschützer sind jedoch voll des Lobes, einige ihrer Stimmen gibt Apple wieder.

Widerspruch: Facebook schmeckt Apples Datenschutzinitiative wenig, wie Mark Zuckerberg auf seiner eigenen Bilanzpressekonferenz noch einmal darlegt. Apple führe die App Tracking Privacy vor allem aus Gründen des Wettbewerbs ein, um der Konkurrenz zu schaden. Klar, wer kennt sie nicht, die schicken FacebookPhones und Apples boomendes soziales Netzwerk "AppleVZ"? Aber Sarkasmus beiseite, Zuckerberg kann zwar nicht beweisen, dass Apples Ansprüche an den Datenschutz nur Mittel zum Zweck sind, sieht sein Unternehmen aber in ein schlechtes Licht gerückt und unfair behandelt, wie er gegenüber ZDNet ausführt: "Viele unserer Konkurrenten stellen oft irreführende Behauptungen über den Datenschutz auf. Apple hat vor kurzem eine Art von "Nährwertkennzeichnungen" veröffentlicht, die sich weitgehend auf Metadaten konzentrieren, die Apps sammeln, anstatt auf die Privatsphäre und Sicherheit der tatsächlichen Nachrichten der Menschen." Im Gegenzug wirft Zuckerberg vor, dass Apples Nachrichten-App ihre Inhalte ab Werk nicht verschlüsselt speichert, womit Apple selbst und Behörden Zugriff auf vertrauliche Inhalte hätten. Dabei verschweigt Zuckerberg aber die Tatsache, dass er lediglich die iCloud-Backups gemeint hat, die Apple nur auf richterliche Anordnung an Strafverfolgungsbehörden ausliefern kann – auf dem Gerät sind die Nachrichten so sicher wie das Gerät selbst gesichert ist, die Kommunikation verfolgt mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, auf die Inhalte hat Apple zu keinem Zeitpunkt Zugriff.

Rekord: Apple legt eine phänomenale Bilanz für das erste Quartal 2020/21 vor, mit Rekorden in allen Sparten (siehe Text weiter unten). Was das in Stückzahlen für das iPhone bedeutet, die Apple bekanntlich nicht nennt, haben die Analysten von IDC ausgerechnet: 90,1 Millionen iPhones soll Apple im vierten Kalenderquartal 2020 verkauft haben. Das bedeutet ein Plus von 22,2 Prozent gegenüber Vorjahr – der Umsatz war um 17 Prozent gestiegen - und beschert Apple im Berichtszeitraum einen weltweiten Marktanteil von 23,4 Prozent. Mit ein Grund für das starke Wachstum gegenüber 2019 ist aber auch die leichte Verspätung der aktuellen iPhone-12-Familie, die Apple 2020 erst ab Ende Oktober in den Handel bringen konnte. Das iPhone SE 2 aus dem Frühjahr schien aber durchaus einen nennenswerten Anteil gehabt zu haben, wenn die Stückzahlen stärker als die Umsätze gewachsen sind.

Dahom is dahoam : Apples Homekit wirft beinahe mehr Fragen auf, als es Antworten gibt. Vor allem mangelt es noch immer an kompatiblen Geräten, meint man, und daran, dass Siri in puncto Intelligenz deutlich hinter den Assistenten von Google und Amazon hinterherhinkt. Dafür schützt Apple die Daten besser - und Homepods sind keine Wanzen. Was gerade im Smart Home à la Apple Stand der Dinge ist, erklären unsere Kollegen von Techhive in einem ausführlichen Ratgeber.

Weitere Nachrichten:

Apple legt Rekordbilanz für erstes Quartal vor

Apple hat die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft vorgelegt, und falls irgendjemand Zweifel der Fähigkeit des Unternehmens hegte, Dinge zu verkaufen, erzählen die Zahlen die ganze Geschichte: In dem Quartal, das am 26. Dezember 2020 endete, erzielte Apple einen Umsatz von 111,4 Milliarden US-Dollar, was das immense Wachstum von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Das ist schlicht atemberaubend, Apple pulverisiert geradezu seine eigenen Rekorde: Erstmals erzielt der Mac-Hersteller einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden US-Dollar in einem Quartal. Der Gewinn betrug bei einer Bruttomarge von 44,33 Prozent satte 28,76 Milliarden US-Dollar, vor einem Jahr blieben 22,24 Milliarden US-Dollar unterm Strich.

Jede Produktkategorie verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr Wachstum, wobei das iPhone, Wearables und Services alle Rekordwerte erreichten. Für die einzelnen Sparten bedeutet das konkret in Umsätzen:

iPhone: 66 Mrd. US-Dollar (+17 %)

Mac: 8,7 Mrd. US-Dollar (+21 %)

iPad: 8,4 Mrd. US-Dollar (+41 %)

Wearables: 13 Mrd. US-Dollar (+29 %)

Dienstleistungen: 15,8 Mrd. Dollar (+17 %)

Apple geht allmählich der Platz zum Wachsen aus - es sei denn, "die Unendlichkeit und weiter" könnte das Ziel sein. Die Bilanz ist so unvergleichlich, dass der Mac mit "nur" 20 Prozent Wachstum beinahe schon enttäuscht. Mit der Markteinführung der M1-Macs im November hatten Analysten schon mit einem Umsatz 10 Milliarden US-Dollar gerechnet, besonders nach den 9 Milliarden US-Dollar Umsatz, die Apple bereits im letzten Quartal erreichte. Aber es scheint, dass die Leute immer noch darauf warten, dass leistungsfähigere Macbooks und iMacs mit Apple Silicon auf den Markt kommen. Oder sie haben einfach schon vorher einen Mac für das Home-Office oder den Fernunterreicht angeschafft oder waren nicht scharf darauf, einen weiteren zu kaufen, weil sie noch eine Weile auf Intel-CPUs setzen wollen oder gar müssen. Gleichwohl sind die 8,7 Milliarden US-Dollar neuer Rekord für das erste Quartal.

Apple nennt keine Verkaufszahlen mehr, aber CEO Tim Cook merkte an, dass die Zahl der aktiven Nutzer zum ersten Mal die Marke von einer Milliarde überschritten habe und die Zahl der aktiven Geräte 1,65 Milliarden überstieg, sodass es wahrscheinlich ist, dass das Unternehmen mehr als 90 Millionen iPhones verkauft hat – die optimistischsten Analysten gingen von 78 Millionen Geräten aus. Das Unternehmen wies auch darauf hin, dass die internationalen Verkäufe 64 Prozent des Quartalsumsatzes ausmachten, darunter 21,3 Milliarden Dollar in China, was einem Wachstum von fast 60 Prozent entspricht. Cook sagte auch, dass Apple die meisten iPads an Schulen in Deutschland und Japan ausgeliefert habe.

In seinen Kommentaren lobte Cook Apples Team-Mitglieder und den Dienst an der Gemeinschaft: "Wir konzentrieren uns auch darauf, wie wir den Gemeinschaften, deren Teil wir sind, helfen können, sich stark und gerecht zu entwickeln, durch Bemühungen wie unsere Initiative für Rassengleichheit und Gerechtigkeit sowie unsere mehrjährige Verpflichtung, 350 Milliarden Dollar in den gesamten Vereinigten Staaten zu investieren."

Wie in den vorangegangenen Quartalen lehnte Apple es ab, eine Prognose für das zweite Quartal abzugeben, aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie.



Alpha 1: Neues Vollformat-Flaggschiff von Sony

Mit der Alpha 1 hat Sony in dieser Woche eine neue spiegellose Vollformat-Kamera vorgestellt. Das Flaggschiff bietet den Exmor-RS-Sensor mit mehreren Schichten und den schnellen Bionz-XR-Bildsensor. Dieser soll einen Dynamikumfang von 15 Blendenstufen ermöglichen und deckt die ISO-Empflindlichkeiten 100 bis 32.000 ab. Eine Erweiterung auf 50 bis 102.400 ist ebenfalls möglich. Dank des schnellen Bildsensors schafft die Alpha 1 im Serienbild mit elektronischem Verschluss und Autofokus sowie automatischer Belichtung 30 Bilder pro Sekunde. Der mechanische Shutter nimmt zehn Bilder pro Sekunde auf. Wem die 50 Megapixel Auflösung nicht genügen, der kann im Multi-Shoot-Modus 16 Bilder zu einem 199-Megapixel-Foto kombinieren.

Der Autofokus verfügt über 759 Phasen-AF-Messpunkte. Der Kontrast-Autofokus zählt 425 Messfelder. Selbst bei Serienbildern wird der Autofokus 120 Mal pro Sekunde aktualisiert und soll so bei bewegten Motiven noch besser vor allem Gesichter und Augen scharf stellen können. Neu ist bei der Alpha 1 eine automatische Augenerkennung für Tiere. Der elektronische OLED-Sucher der Kamera löst mit 9,44 Millionen Pixeln auf und arbeitet mit 240 Hz. Neben Fotos beherrscht die Alpha 1 auch Videos. 8K-Videos nimmt sie mit 30 Bildern und 10 Bit auf. 4K-Videos sind mit 60 fps oder auch mit 120 fps möglich. Der integrierte 5-Achsen-Bildstabilisator soll zudem Verwackler reduzieren.

Die Sony Alpha 1 bringt 737 Gramm auf die Waage. Sie bringt einen HDMI-Port, Kopfhörer-Anschluss, USB 3.2 und WLAN 802.11ac mit. In Deutschland wird die Sony Alpha 1 im März 2021 erscheinen. Der Preis für den Kamera-Body liegt bei rund 7.300 Euro.

 

Veganes Fleisch aus dem 3D-Drucker kommt nach Deutschland

Das israelische Startup Redefine Meat hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe von 3D-Druckern täuschend echte Fleischersatzprodukte herzustellen. Das Unternehmen hat ein Druckverfahren entwickelt, das aus pflanzlichen Bestandteilen in speziellen 3D-Druckern veganes Hackfleisch, vegane Würstchen oder ein veganes Filet Mignon zusammensetzen kann. Die Endprodukte kommen den Originalen so nah, dass fast 90 Prozent aller Kunden bei mehreren Blindverkostungen mit einem Food-Truck in Tel-Aviv überzeugt waren, sie hätten gerade ein echtes Rindersteak gegessen.

Das spezielle 3D-Druckverfahren sorgt dafür, dass die veganen Steaks die Fett- und Muskelstruktur von echtem Fleisch aufweisen. Der Drucker kann mit seinen Düsen hunderttausende Punkte ansteuern. Die Vorlage bestimmt dann, ob dort Fett, Flüssigkeit oder Pflanzenproteine aufgetragen werden. Daraus ergibt sich dann ein täuschend echtes Steak-Imitat, für das kein Tier sterben musste. Bereits im ersten Halbjahr 2021 soll das vegane 3D-Drucker-Fleisch von Redefine Meat in Restaurants in Deutschland und der Schweiz erhältlich sein. Wann und ob die Fleischersatz-Produkte auch für die Zubereitung zu Hause im Einzelhandel verfügbar sein werden, ist noch nicht bekannt.

H&M arbeitet an virtueller Umkleidekabine

Zusammen mit dem Unternehmen Nexr Technologies entwickelt das Innovationslabor H&M beyond der schwedischen Bekleidungsmarke H&M in Berlin eine virtuelle Umkleidekabine . Dafür sollen in den H&M-Filialen 3D-Photogrammetry-Scanner von Nexr aufgestellt werden. Hier können Kunden ihren gesamten Körper scannen lassen. Aus den Daten wird dann ein virtueller Avatar errechnet, der die Körpermaße des Kunden repräsentiert. Im Anschluss wir er auf das Smartphone des Kunden übertragen.

Mit diesem virtuellen Ebenbild will H&M seinen Kunden die Shopping-Tour per App oder Website einfacher machen. Anstatt das gewünschte Kleidungsstück in mehreren Größen bestellen zu müssen, weil nicht klar ist, welche passt, soll mit dem Avatar die perfekte Größe ermittelt werden. Im Online-Shop von H&M kann die gewünschte Kleidung mit dem fotorealistischen Avatar einfach vorab virtuell anprobiert werden. Hier soll nicht nur deutlich werden, welche Größe die richtige ist, sondern auch, ob dem Kunden die neue Hose oder die neue Bluse auch steht. Bereits im Sommer sollen die ersten H&M-Filialen in Deutschland einen der 3D-Scanner erhalten. Im zweiten Halbjahr sollen Scanner und Software dann auf Basis der in den Geschäften gewonnenen Daten verbessert werden.

Mit dem virtuellen Avatar will H&M nicht nur ein spannendes neues Online-Einkaufserlebnis bieten, sondern auch die Retouren reduzieren. Laut einer Studie der Universität Bamberg wird bei Online-Bestellungen im Bekleidungssektro mehr als die Hälfte aller bestellten Artikel wieder zurückgeschickt, weil sie nicht passen oder nicht gefallen. Ob H&M diese Zahlen mit der virtuellen Umkleidekabine tatsächlich wird senken können, bleibt allerdings abzuwarten.

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