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Morgenmagazin vom Donnerstag, 29. April 2021

29.04.2021 | 07:13 Uhr | Peter Müller

Apple legt Rekordbilanz vor +++ Umsatz steigt um 54 Prozent auf fast 90 Mrd. USD +++ Mac mit über 70 Prozent Plus, Services weiter im Aufwind +++ Was man vom A15/M2 erwarten darf +++ Big Sur bewahrt vor Paradoxon +++ Marantz und Denon wollen ab Mai auf HDMI-2.1-Bug reagieren +++ Bundesliga: ARD erweitert Audio-Berichterstattung

29. April: Ganz in weiß, mit einem CRT

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Die Frage ist ja berechtigt: Wer soll den iMac M1 kaufen, vor allem die in Sachen Schnittstellen eingeschränkte Version? Und dann auch noch in bunt? Apples eigenes Promo-Material gibt Antworten: Hippe, junge Großstädter, als Gerät für die Freizeit oder kreative Tätigkeiten. Vielleicht auch das ein oder andere kleine Büro, gerne solche in der Kreativbranche. Was die Werbebilder nicht zeigen: iMac M1 in der Schule vor Ort.

Nun sind selbst die USA noch nicht so weit, wieder zum Präsenzunterricht zurückzukehren, aber ein Ende scheint in Sicht und die Hoffnung auf ein halbwegs reguläres Schuljahr ab Herbst gar nicht mal so unberechtigt. Kluge Schulbehörden planen vor, es ist vielleicht jetzt die beste Gelegenheit, die Klassenzimmer und Computerreäume mit neuen Geräten auszustatten, bevor die Meute im Herbst zurück kehrt.

Was man sich hierzulande nur schwer vorstellen kann: Eine mit Macs und einem schnellen WLAN mit reichlich Bandbreite nach draußen ausgestattet. Muss man eben zweihundert Euro pro Gerät mehr ausgeben, um Ethernet in das Netzteil zu bekommen. Wobei: Auch das stationäre Netz der meisten Schulen lässt zu wünschen übrig, das ist dann doch kein Kriterium. Also greifen Schulbehörden wenn zum Mac, dann zum günstigsten Modell. Und ganz gewiss ausschließlich zum silbernen. Man mag es sich nicht vorstellen, wie ein Horde Fünftklässler sich um den einzigen iMac in lila streitet oder die Jungs dümmlich ausgelacht werden, die nur Platz vor dem rosa Modell finden. Silber ist aber auch schön, keine Frage, der iMac M1 ist sicher kein schlechtes Angebot für Schulen, denen an der Total Cost of Ownership gelegen ist und nicht nur am günstigen Einkaufspreis.

Auf den Tag genau 19 Jahre ist es her, dass Apple vor allem Schulen mit dem eMac ein Angebot machte, das einige sogar annahmen. Kurz zuvor hatte Apple mit dem iMac G4 das Ende des Röhrenmonitors eingeleitet, aus Konzessions- und Preisgründen noch ein blaues iMac-G3-Modell für gewisse Zeit im Angebot gelassen. Und obwohl der iMac G4 auch nur einen 15-Zoll-Monitor mitbrachte, fühlte der sich weit größer an als der 15-Zöller im Knuddel-iMac. Einen 17-Zöller G4 lieferte Apple bald nach - und am 29. April eben jenen 17-Zoll-All-in-One mit Röhrenmonitor, der nun aber nicht iMac hieß, sondern eMac - e für Education. Diesen konnten zunächst auch nur Bildungseinrichtungen kaufen und hatten bei der Farbe die Wahl zwischen weiß, weiß, weiß und weiß. Aber hübscher als die langweiligen grauen oder beigen PC-Kisten jener Zeit war der eMac jederzeit. So dass ihn bald auch andere Leute als Lehrer:innen, Schüler:innen und Studierende haben wollten, war er doch noch günstiger als der neue Flachbildschirm mit Halbkugel. Ein im Mai 2005 vorgestellter Nachfolger war noch bis Oktober 2005 zu kaufen, dann war der Röhrenmonitor bei Apple endgültig Geschichte. Aber nicht der Bildungsrechner. Seither hat Apple immer einen etwas schwach ausgestatteten iMac im Programm, gerne noch aus der Vorgängergeneration, den Behörden und Schulen interessant finden könnten. Muss ja nicht in grün sein.

Lesetipps für den Donnerstag

Beeindruckend: Dass Apple Rekordbilanzen vorlegt, ist seit einem guten Dutzend Jahren eher der Normalfall. Mal das Beste Weihnachtsgeschäft der Geschichte, dann das beste zweite Quartal seit Menschengedenken oder ein drittes, das sogar besser ist als das Zweite unmittelbar davor. In der Nacht zum Donnerstag hat Apple nun die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2010/21 vorgelegt, also die Bilanz von Januar bis September. Dabei handelt es sich um das drittbeste Zahlenwerk - aber nicht für ein Märzquartal, sondern insgesamt. Der Umsatz stieg um schier unglaubliche 54 Prozent auf 89,6 Milliarden US-Dollar. Dabei legte jede Kategorie ein fast absurd anmutendes Wachstum hin: iPhone um 66 Prozent auf 47,9 Milliarden US-Dollar, Mac um 70 Prozent auf 9,1 Milliarden US-Dollar, iPad um 79 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar, Wearabels um 18 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar und Services um 27 Prozent auf 16,9 Milliarden US-Dollar. Und dabei hat Apple im Berichtszeitraum nicht einmal neue Produkte vorgestellt, sondern vor allem von jenen aus dem Dezemberquartal profitiert. Für die zweite Jahreshälfte hat Tim Cook aber eine eher schlechte Nachricht mitgebracht, Apple rechnet nun auch mit Lieferengpässen für iPad und Mac. Die Nachfrage werde aber weiter stark bleiben, nicht nur in Sommer und Herbst. Der Apple-CEO rechnet damit, dass auch nach Ende der Pandemie viele Unternehmen noch lange im "Hybrid-Modus" arbeiten würden, Arbeit von zuhause sei weiter wichtig.

Prognose : Angeblich ist die nächste Generation von Apple-Silicon-Chips für den Mac schon in Produktion. Offen ist nur, wie Apple die SoCs nennen wird. M2, wenn es sich um Systeme auf Basis des A15 handelt oder M1X, wenn es ein aufgebohrter M1 wird? Oder ist die Nomenklatur mittlerweile egal? Jason Cross hat einen Ausblick auf die kommende Generation von M-Chips für den Mac und den A15 gewagt und erklärt, was wir erwarten dürfen.

Angriff: Die Airtags, die ab morgen ausgeliefert werden, sind ja nicht die einzigen Tracker. Aber vorerst die einzigen, die sich in Apples "Wo ist?" einfügen, für alle anderen braucht man separate Apps. Nicht mehr lange, dann bringt auch Chipolo seine Tracker auf den Markt, die sich in Apples On-Board-Lösung integrieren, und frech startet das Marketing des Herstellers. Denn dessen Produkte lassen sich eben ohne weiteres Zubehör, für das Apple genau so viel verlangt wie für den Tracker selbst, an Schlüsselringe, Rucksäcke und dergleichen befestigen. "Sehen Sie den Unterschied?" heißt es daher in der Werbung, aber auch andere Differenzierungsmerkmale sind klar zu erkennen: Die Chipolo Spots sind schwarz und ein wenig größer als die Airtags. Einige glückliche Vorbesteller haben ihre Airtags schon gestern erhalten.

Paradox: Die Russellsche Klasse ist die "Menge aller Mengen, die sich nicht selbst enthalten", ein 1901 definiertes Paradoxon. Etwas paradox war auch eine Eigenart seit macOS Catalina: In Fotos kann man ein intelligentes Album erstellen, das Fotos und Videos versammel, die in keinem anderen Album enthalten sind. Es gibt auch das smarte Album, in dem Inhalte versammelt sind, die in irgendeinem Album enthalten sind. So weit, so gut. Löscht man nun aber ein Album, entfernt Fotos die Metainformation darüber in allen darin enthaltenen Fotos und Videos eben nicht, was zur paradoxen Situation führt, dass die Inhalte weiter im Album mit der Albumzugehörigkeit verweilen und nicht in das ohne rutschen. macOS Big Sur hat diesen Fehler nun behoben und das Paradoxon verhindert.

Weitere Nachrichten:

Marantz und Denon wollen ab Mai auf HDMI-2.1-Bug reagieren

Seit Oktober sehen sich Käufer neuer Verstärker von Denon und Marantz mit einem Problem konfrontiert, welches auf einer fehlerhaften Implementierung von HDMI 2.1 basiert. Verantwortlich dafür ist ein von Panasonic gefertigter Chip, der das Feature Fixed Rate Link falsch verarbeitet. Als Ergebnis kann es zu Problemen mit angeschlossenen Geräten wie der Xbox Series X/S kommen. Die beiden Hersteller Denon und Marantz wollen ab Mai auf diesen Bug reagieren, allerdings wird ein einfaches Software-Update für die betroffenen Produkte nicht ausreichen. 

Stattdessen wollen beide Unternehmen einen von Sound United entwickelten entwickelten HDMI-Adapter anbieten. Dabei handelt es sich aber nicht nur um einen kleinen Stecker, sondern um eine Settop-Box mit eigener Stromversorgung. Diese soll das Signal der Xbox-Konsole in ein Format umwandeln, welches von den Receivern verarbeitet werden kann. Latenzen und damit verbundene Eingabeverzögerungen in Spielen brauchen Xbox-Besitzer nicht befürchten. Auch die Bildqualität solle unter der Umwandlung nicht leiden. Für alle Käufer betroffener AV-Receiver von Denon oder Marantz soll es die Box in der Garantiezeit kostenlos geben. Im Mai wolle man eine Antragsseite online bringen, auf der sich Besitzer der Geräte registrieren können. Die Auslieferung der Geräte werde ab Juni erfolgen. Wer seinen AV-Receiver nach dem April 2021 erstanden hat, braucht sich keine Sorgen zu machen. Die aktuellen Geräte seien laut Hersteller an den Bug angepasst worden. Die betroffenen Geräte von Denon finden sich hier , alle fehlerhaft arbeitenden Geräte von Marantz sind hier aufgelistet. Auch einige Geräte von Yamaha sind betroffen, hier soll jedoch schon ein kommendes Software-Update für Besserung sorgen.

HDMI 2.1: Die Vorteile des neuen Standards und wer es braucht

Bundesliga: ARD erweitert Audio-Berichterstattung

Im vergangenen Sommer hat die ARD von Amazon die Bundesliga-Rechte für die Spielzeit 2021/2022 gekauft. Das will der Rundfunkverbund vor allem im Online-Radio nutzen. Hier soll es in der kommenden Spielzeit Vollreportagen von allen Spielen der 1. und 2. Bundesliga geben. Geplant ist außerdem eine 90-minütige Konferenz am Samstagnachmittag.

Die ARD will eigenen Aussagen zufolge in die Zukunft investieren und das neue Angebot auf unterschiedlichen Kanälen wie den Apps und den Internetseiten der Sender verteilen. Künftig will sich der Rundfunkverband nicht mehr nur auf das klassische UKW-Radio konzentrieren. Die neuen Formate sollen einfach zu finden und leicht zu bedienen sein, erklärt ARD-Sportkoordinator Marcus Tepper gegenüber der Deutschen Presseagentur . Mit dem erweiterten Angebot will der Rundfunkverbund nicht nur sein digitales Portfolio erweitern, sondern über die neuen Kanäle auch neue Hörer und Hörerinnen gewinnen. Zu dieser Offensive gehören auch die Video-Clips am Montagmorgen, deren Lizenzen die ARD ebenfalls im vergangenen Jahr erworben hat. Für die aktuelle Saison besitzt die ARD nur die Audio-Broadcast-Rechte für den klassischen UKW-Empfang.

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