2224401

Morgenmagazin vom Donnerstag, 29. September 2016

29.09.2016 | 06:58 Uhr |

iPhone 8: Teiel kommen aus Israel +++ Business: Deloitte unterstützt Apple +++ Apps: Entwickler werben in Suche +++ Paketlieferungen: Amazon öffnet Haustür und Garage für Paketboten +++ Tinder führt kostenpflichtiges Boost-Feature ein +++ Moskau trennt sich von Microsoft-Software +++ Blackberry will keine Geräte mehr selbst herstellen

29. September: Das Beste für das Herz

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Was ist denn nun die Apple Watch, Milliardengeschäft oder Flop? Vielleicht sogar beides, doch solange Apple keine Verkaufszahlen nennt, können wir nur raten. Eher können wir der Frage nachgehen, was denn die Apple Watch für ein Gerät ist. Fitnessarmband? Mode-Accessoire? Statussymbol? Letzteres eher nicht, heimlich still und leise ist die goldene Apple Watch Edition aus dem Angebot verschwunden. Wollten wohl doch nicht so viele reiche Leute 10.000 Euro und mehr für schicke Technik ausgeben, die erwartungsgemäß in zwei bis drei Jahren veraltet ist  - golden glänzt nun eine Farbvariante der Apple Watch Sport und die aus Keramik gefertigte Sonderausgabe der zweiten Auflage ist halbwegs erschwinglich. Die Vielzahl erhältlicher Armbänder, die in vielen Farbkombinationen und Stilen gewiss nicht zu jedem Kleidungsstil passen, lassen etwas in Richtung Mode vermuten. Wir stellen uns aber modebewusste Trägerinnen und Träger der Apple Watch vor, wie sie morgens verzweifelt vor der Schublade mit den Armbändern stehen und sich nicht entscheiden können, welches zur gerade gewählten Kleidung passt.

Fitnessarmband trifft es auch nicht ganz, die Apple Watch kann weit mehr als die bloßen Schrittzähler und Pulsmesser, die seit einigen Jahren die Märkte erobern. Und damit meinen wir allein die gesundheitsrelevanten Funktionen. Aus medizinischer Sicht mag die Pulsmessung zwar ein wenig oberflächlich sein und deren Ergebnisse nicht in der Lage, Herzprobleme zuverlässig vorauszusagen, aber wer die Uhr ständig trägt, wird einen reichhaltigen Schatz von Daten sammeln, mit denen man zumindest das Bewusstsein für eine gesündere Lebensweise weckt.

Am 29. September ist alljährlich der Weltherztag: Herz- und Kreislauferkrankungen sind in Industrieländern Todesursache Nummer eins und anders als bei vielen anderen Krankheiten lässt ihnen wirksam vorbeugen. Mehr Bewegung, weniger fettes Essen, Bluthochdruck vermeiden, das bringt schon viel. Dazu benötigt es nicht immer einen Motivator am Handgelenk, dieser leistet aber wertvolle Beiträge. Moment, wir müssen eben aufstehen, sagt das Zeiteisen...

Wie viele Herzschläge indes der bisher schlimmste Kursverlust der Apple-Aktie heute vor 16 Jahren ausgelöst hat, ist indes nicht bekannt. Den Ausdruck "Gewinnwarnung" kennt man seit den frühen Nullerjahren auch nicht mehr von Apple, im Sommer und Herbst 2001 lief das Geschäft aber gar nicht gut. Dem iMac fehlten nach seinem guten Start die Anschlusserfolge, der Power Mac G4 Cube war zwar schön und elegant, aber bei Käufern nicht besonders beliebt und der Systemwechsel hin zu Mac-OS X erschien als wagemutiges Projekt mit höchst ungewissem Ausgang. Innerhalb eines Börsentages fiel AAPL von gut 50 US-Dollar auf die Hälfte zurück, was aber außerhalb der Fachwelt kaum jemanden zu interessieren schien. Heute würde ein ähnlicher Fall Existenzen vernichten, nicht nur die Apples. Aber das ist auf absehbare Zeit mehr oder minder unmöglich gewesen, Apple ist längst kein One-Trick-Pony mehr. Insofern könnte der Konzern auch ganz gelassen mehr Zahlen zur Apple Watch veröffentlichen. Würde uns nämlich schon interessieren, was die Apple Watch denn eigentlich genau ist. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Digital optisch, optisch digital: Glenn Fleishman hat bei seinen Tests der Kamera des iPhone 7 Plus herausgefunden, dass der Algorithmus er Kamera-App selbst beim Tippen auf die Schaltfläche "2X" nícht immer nur auf das Teleobjektiv umschaltet. In einigen Fällen nutzt die Kamera auch digitalen Zoom, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen. Kurz gesagt bläst der Algorithmus lieber Pixel auf, als dass er Rauschen zulässt. Zu sehen ist der Unterschied indes nur auf hoch auflösenden Monitoren.

Hinweis: Komponenten des nächsten iPhone sollen in Apples israelischer Niederlassung in Herzliya entstehen, hat ein dort arbeitender Insider gegenüber Business Insider verraten. Das für das nächste Jahr erwartete iPhone 8 werde "anders" aussehen als iPhone 6, 6S und 7 heißt es weiter, konkrete Änderungen nennt die Quelle nicht.

Illustrierte Geschichte: Mitte September 2000 veröffentlichte Apple die erste öffentliche Beta seines neuen, auf Unix basierenden Betriebssystems Mac-OS X. Der Codename war seinerzeit noch der eines Bären (Kodiak), etliche Katzen und kalifornische Sehenswürdigkeiten später sind wir bei macOS 10.12 Sierra angelangt. Der Entwickler Fournova Software berichtet in einer illustrierte Geschichte über die allmählichen Änderungen des Systems von 2000 bis heute.

Werbung in der Suche: iOS-Entwickler haben ab dem 5. Oktober eine neue Möglichkeit, ihre Apps zu bewerben und Annoncen unter die Ergebnisse von Suchen nach Programmen zu mischen. Wer sich für das Programm anmeldet, bekommt 100 US-Dollar für seine erste Kampagne gut geschrieben. Diese lässt sich nach Suchwörtern, Ort oder Geschlecht des Nutzers ausrichten, Zahlungne werden nur für jeden über die Werbung generierten Download fällig.

Metadaten: Wie aus einem geleakten Dokument hervor geht, zeichnet Apple Metadaten zu iMessages-Konversationen auf und kann diese auch auf richterliche Anordnung der Polizei aushändigen. Die Konversation selbst bleibt verschlüsselt, doch speichert Appel für 30 Tage auf seinen Servern Daten über die Kontaktaufnahme. In dem Moment, in dem man in die Nachrichten-App eine Nummer oder einen Namen eintippt, richtet das iPhone eine Anfrage an den Server bei Apple, ob der Kontakt mit iMessages verknüpft ist oder eine unverschlüsselte SMS versandt werden soll. Diese Daten bleiben dann einen Monat bestehen, es geht aber aus ihnen nicht hervor, ob tatsächlich eine Konversation stattgefunden hat oder nicht.

Neuer Partner: Apple gibt eine strategische Partnerschaft mit der Unternehmensberatung Deloitte bekannt. Diese will Prozesse etablieren, in denen Firmen iPhone und iPad in ihre IT-Infrastrukturen aufnehmen können. Mehr als 5000 Angestellte von Deloitte werden sich mit dem Thema beschäftigen. Im Programm EnterpriseNext sollen beratene Unternehmen lernen, wie sie Apple-Produkte effizienter nutzen.

Vertrauliche Gespräche : Nach einem Bericht von Forbes hat sich Apples Unternehmensspitze mit einigen renommierten Hackern getroffen, um sie mit dem von Apple erst in diesem Sommer aufgesetzten Belohnungsprogramm vertraut zu machen. Für das Aufdecken schwerer Sicherheitslücken zahlt Apple bis zu 200.000 US-Dollar.

Born to run : Wie gestern an dieser Stelle berichtet, hatte Apple den Boss in seinen Store in SoHo, New York City eingeladen, um mit ihm über seine Karriere und seine Autobiographie Born to run zu plaudern. Das Gespräch mit Springsteen führte Apples iTunes-Boss Eddie Cue.

Weitere Nachrichten

Paketlieferungen: Amazon öffnet Haustür und Garage für Paketboten

Damit Kunden ihre Pakete künftig nicht mehr auf dem Postamt oder beim Nachbarn abholen müssen, weil der Paketbote sie nicht angetroffen hat, arbeitet Amazon derzeit mit zwei Herstellern an so genannten Smart Locks . Die Schlösser für Garage und Haustür stellen dem Postboten einen Einmalcode aus, mit dem er die Türen öffnen und das Paket im Hausflur oder der Garage ablegen kann. Danach schließt er die jeweilige Tür wieder und der Kunde bekommt eine Benachrichtigung, dass ein Paket für ihn hinterlegt wurde.

Als mögliche Partner konnte Amazon bereits den Garagentürhersteller Garageio und den Schlosshersteller August gewinnen. Beide Unternehmen stellen vernetzte Schlösser her, mit denen sich die Code-Lösung von Amazon realisieren lässt. Die Lieferung ins Treppenhaus oder in die Garage können Kunden dabei direkt bei der Bestellung auswählen. Wann die Idee die Marktreife erreicht, ist noch unklar. Ebenso bleibt abzuwarten, ob und wann die Smart-Lock-Lieferungen auch in Deutschland möglich sein werden.

Tinder führt kostenpflichtiges Boost-Feature ein

Tinder hat heute ein neues kostenpflichtiges Feature für seine Nutzer angekündigt . Tinder Boost katapultiert Flirtwillige für 30 Minuten unter die Top-Profile in ihrer Region. Laut den App-Betreiber werden die Profilaufrufe damit fast verzehnfacht, was wiederum die Chancen für ein Match steigert. Tinder-Plus-Mitglieder bekommen zudem einen Boost pro Woche kostenlos.

Die Funktion wird ab Freitag mit ausgewählten Nutzern in Australien getestet. Was genau der Boost kosten wird, ist bislang noch unklar. Ein Starttermin für Europa steht ebenfalls noch nicht fest.

Wirklich neu ist die Boost-Funktion nicht. Match.com, ein Angebot des Tinder-Mutterkonzerns Match Group, bietet seit Kurzem ebenfalls ein Boost-Feature an. Hier bezahlen Nutzer ähnlich wie bei Tinder für einen prominenten Platz in der Liste beliebter Singles und den Suchergebnissen.

Moskau trennt sich von Microsoft-Software

In der russischen Hauptstadt Moskau sollen künftig weniger Microsoft-Programme zum Einsatz kommen. Damit folgt die Verwaltung der Stadt einer Forderung von Präsident Vladimir Putin nach weniger Abhängigkeit von ausländischer Technologie. Als erster Schritt will Moskau im Rathaus der Stadt Microsofts Exchange Server sowie Outlook von 6000 Computern verbannen. Als Alternative wird ein russisches E-Mail-System vom staatlichen Telekommunikationsunternehmen Rostelecom installiert.

Später könnten 600.000 weitere Rechner und Server folgen, sogar eine komplette Loslösung von Windows und Office sei im Gespräch. Grund für die Umstellung sind die Spannungen zwischen Russland, Europa und den USA. Um russischen Unternehmen den Wettbewerb mit ihren internationalen Konkurrenten zu erleichtern, will Russland möglicherweise sogar die Steuern für US-Technologieunternehmen erhöhen.

Ab 2017 will die Regierung darüber hinaus den Druck auf staatliche Institutionen erhöhen, die nicht auf Software-Lösungen aus Russland umsteigen.

Blackberry will keine Geräte mehr selbst herstellen

Mit der Verkündung der Quartalsergebnisse hat Blackberry-Chef John Chen einen Rückzug aus dem Hardware-Geschäft angekündigt. "Wir werden uns fokussieren auf die Software-Entwicklung inklusive Sicherheit und Applikationen. Das Unternehmen plant das Ende der internen Hardware-Entwicklung und wird diese an Partner outsourcen", so Chen. Der Blackberry-Chef hatte vor einem Jahr schon angekündigt, dass die Hardware-Sparte gestrichen werden könnte, wenn sich dieser Bereich nicht bei den Umsatzzahlen verbessern sollte.

Zuletzt hatte Blackberry mit dem DTEK50 sein zweites Smartphone auf Android-Basis veröffentlicht, welches von dem Unternehmen als "das weltweit sicherste Android-Smartphone" bezeichnet wird. Das erste Blackberry mit Android war das Blackberry Priv, welches im Herbst 2015 erschien. Damit reihte sich Blackberry nach der Abkehr vom eigenen Blackberry-Betriebssystem in die Reihe der Android-Smartphone-Hersteller ein. Ein äußerst umkämpfter Markt, auf dem Blackberry offenbar nicht erfolgreich genug agieren konnte. Das DETK50 war ebenfalls bereits von Alacatel designt und produziert worden. Künftig überlässt Blackberry also die Hardware-Entwicklung komplett den Partnern.

2224401