2180446

Morgenmagazin vom Donnerstag, 3. März 2016

03.03.2016 | 07:03 Uhr |

Apple vs. FBI wird zum Thema auf der RSA-Konferenz +++ Unterstützung von Bürgerrechtlern +++ Sewell schlägt Ausweg vor +++ Neue "Naming Crisis" bei Apple? +++ Internet Explorer und Chrome sind fast gleichauf +++ Astronauten-Exkremente werden Sternschnuppen +++ Pebble-Smartwatches werden in Deutschland billiger

3. März. Tag des Artenschutzes

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Zugegeben, Pandabären sind süß. Wie sie aus ihren scheinbar traurigen Augen blicken, putzig ihre schweren Körper durch die Gegend purzeln und selbstvergessen auf dem leckeren Bambus herumkauen. Und Eisbären sind fast ebenso knuffig, man möchte einem solchen Koloss am liebsten den Kopf hinter den Ohren kraulen. Umso trauriger, wenn die Tiere keine Nahrung mehr finden und elend verhungern. Kein Wunder, dass Eisbären und Pandabären zu Symboltieren des Artenschutzes geworden sind. Aber im Ernst: Kämen wir nicht auch ganz ohne Eisbären und Pandas aus, was soll das also mit dem Mitleid für die bedrohten Tierarten?

Mag sein, dass weder Eisbären noch Pandas wichtig für das Überleben der Menschheit sind, wir kommen ja auch ganz gut ohne Säbelzahntiger, Dodo und Mammut aus. Umweltschutzorganisationen wie der World Wildlife Found (WWF, die mit dem Panda) oder Greenpeace benötigen aber die auf Distanz niedlichen Tiere - in der freien Wildbahn möchte man keinem hungrigen Eisbären begegnen - um auf viel wichtigere und leisere Artensterben aufmerksam zu machen. Besonders erschreckend ist das immer stärkere Verschwinden von gar nicht so niedlichen Arten mit sechs Beinen und Flügeln: Nicht nur der Insektenarten werden in den letzten Jahrzehnten immer weniger, auch die gesamte Biomasse der Krabbler und Flatterer wird immer geringer. Und hier sprechen wir nicht von bedauerlichen letzten Exemplaren einer Art, die sich leider nicht mehr halten konnte, sondern vom potentiellen Aussterben ganzer Schlüsselarten, mit denen komplette Ökosysteme kippen würden.

Nicht das Rind, das Schwein oder das Huhn ist das wichtigste Nutztier des Menschen, sondern die Biene. Hierbei geht es nur im Nebeneffekt um Honig: Ohne Bestäubung keine Ernte, ohne Ernte keine Nahrung für Mensch und Tier. Es ist eigentlich unerklärlich, warum Artenschutz nicht täglich im Vordergrund all unser Mühen steht, sondern den Welttag des Artenschutzes am 3. März benötigt. Artenschutz ist nicht zuletzt für die Art Homo sapiens ein wichtiger Eigenschutz. Wenn dann auch noch Panda und Polarbär zusammen mit uns überleben, umso besser. Schade um das Mammut bleibt es trotzdem. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Diskussionsbedarf: Das Verfahren Apple vs. FBI war auch Gegenstand der Diskussionen auf der RSA Sicherheitskonferenz in San Francisco. Die versammelten Sicherheitsexperten waren sich zwar einig, dass das Gericht einen für die Sicherheit von Smartphones schwerwiegenden Präzedenzfall schaffen könnte, doch wurden auch andere Stimmen laut. So meinte etwa Adi Shamir, der den Verschlüsselungsalgorithmus RSA mit programmiert hat, Apple hätte dem FBI in diesem Falle helfen sollen und sich in einem weniger schwer wiegendem Fall auf Sicherheitsaspekte berufen sollen. Zudem müsse auch noch eine Lücke geschlossen werden, über die Bruteforce-Attacken generell möglich seien.

Ausweg : Apples Rechtsvorstand Bruce Sewell hat einen Ausweg vorgeschlagen, wie das FBI ohne Apples Hilfe an die Daten des iPhones des Attentäters von San Bernardino kommen könnte. Die Behörde könnte mehrere Kopien des iPhone-Speichers anlegen und so die Verschlüsselung mit Bruteforce-Methoden knacken, sprich: Jede mögliche PIN-Kombination ausprobieren. Auf dem Original verbietet sich diese Vorgehensweise, da das iPhone unter Umständen nach zehn vergeblichen Versuchen all seine Daten löscht. Ob diese Sicherheitseinstellung tatsächlich auch aktiv ist, kann zwar niemand wissen, riskieren kann man das aber auch nicht. Eie Garantie für den Erfolg dieser Methode kann Sewell aber auch nicht geben. Sollte der Attentäter kein alphanumerisches Passwort gesetzt haben, sondern nur eine einfache vierstellige PIN, bräuchte man maximal 10.000 Versuche, um die richtige einzugeben. Mit 1000 Kopien wäre das FBI dann dabei - unter Umständen hätte man aber schon bei der ersten Erfolg. Das FBI bleibt aber weiter bei seiner Aussage, ohne die tätige Hilfe Apples nicht weiter zu kommen.

Unterstützung: Mehrere Bürgerrechtsorganisationen in den USA springen Apple bei und senden an das Gericht, das am 22. März über Apples Einspruch verhandeln muss, ihre Argumente in einem "Amicus Brief". Unterzeichnet haben den die American Civil Liberties Union (ACLU), Access Now und die Wickr Foundation. Die Argumente sind bekannt: ACLU und die anderen fürchten, dass der Fall eine Präzedenz dafür schaffen würde, private Unternehmen als verlängerten Arm der Behörden zu nutzen. Dies würde die Bürgerrechte untergraben.

Namen und Zahlen: iPad Pro, iPad Air 3, iPad Mini 4, wer kennt sich da noch aus? Unser Macworld-Kollege Jason Snell meint, Apple stehe vor einer radikalen Änderung seiner Nomenklatur. Künftig werde es nur noch das iPad mit 7,9- oder 9,7-Zoll-Bildschirm geben und daneben ein iPad Pro mit der allerneuesten Technik mit 9,7-Zoll und 12-Zoll-Display. Ebenso könnte es dem iPhone ergehen, das iPhone SE könnte in zwei Wochen ein Vorreiter dafür sein, im Herbst könnte neben einem iPhone 7 noch ein iPhone 7 Pro geben - womöglich lässt Apple sogar die Versionsnummer weg. Vorbild hat das bei den Macs: Macbook Air, Macbook Pro und iMac sind ja ebenso in unterschiedlichen Bildschirmgrößen erhältlich. Für den Verkauf von Tablets und Smartphones hätte das aber womöglich auch zur Folge, dass Apple ein Modell nicht mehr wie bisher zum vergünstigten Preis weiter verkauft, sondern aus dem Sortiment nimmt, wenn der Nachfolger da ist. Im Apple Store gibt es schließlich auch nicht mehr die Macbook Air des Jahrgangs 2014 zu kaufen.

Statt Luft: Western Digital hat eine neue Festplatte mit 8 TB Kapazität zu einem stolzen Preis von rund 300 US-Dollar vorgestellt. Neben der Kapazität ist jedoch die hermetische Abschirmung des Gehäuseinneren ein interessanter Aspekt: Die Festplatte ist mit Helium gefüllt. Das Edelgas ist bekanntlich leichter als Luft, was den Widerstand auf die beweglichen Teile verringert und die Hitzeentwicklung im Gehäuse reduzieren soll. Zu einem späteren Zeitpunkt will Western Digital auch eine NAS-Version der Platte herausbringen.

Es gibt nichts Neues unter der Sonne: Drahtlose Tastaturen sind schwer in Mode, obwohl Apple mit dem iPad Pro und seinem Smart Connector einen anderen Weg zeigt, wie man Peripherie ankoppelt. Doch schon vor gut zwanzig Jahren hatte es drahtlose Tastaturen für den Mac gegeben, gut erhaltene Geräte tauchen ab und an bei Ebay auf. Diese Tastaturen nutzten Infrarotlicht, um sich mit einem Dongle  zu verbinden, der via ADB (Apple Desktop Bus) an den Mac angeschlossen war.

Weitere Nachrichten:

Internet Explorer und Chrome sind fast gleichauf

Googles Browser Chrome kann seinen Rückstand zum Internet Explorer von Microsoft weiter reduzieren. Net Application s bescheinigt Chrome einen Anteil von 36,56 Prozent, der Internet Explorer wird noch von 44,79 Prozent genutzt. Damit sank der Abstand beider Browser innerhalb eines Monats von fast 12 Prozent auf 8,2 Prozentpunkte.

Der Internet Explorer wird immer unbeliebter. In den letzten zwölf Monaten verlor der Microsoft-Browser ganze 12,6 Prozent. Der Großteil der Umsteiger greift zu Googles Chrome, dessen Wert im gleichen Zeitraum um 11,9 Prozentpunkte anstieg.

Als Nummer drei im Browsermarkt kann sich weiterhin Mozillas Firefox behaupten. Der Marktanteil der Software beträgt 11,7 Prozent. Auch Apples Safari konnte leicht zulegen und kommt auf 4,88 Prozent. In den letzten 12 Monaten gab es bei beiden Browsern damit kaum eine Veränderung in der Verbreitung.

Auch Opera ist abgeschlagen und kommt auf 1,68 Prozent. Dennoch konnte der Browser aus Norwegen zulegen, vor zwölf Monaten wurde er nur von 1,09 Prozent aller Surfenden genutzt. Der Trend ist jedoch klar: Microsofts Internet Explorer könnte Monat für Monat einen Prozentpunkt verlieren, während Googles Chrome monatlich einen Punkt zulegt. In vier bis fünf Monaten würde Chrome damit den Internet Explorer bei der Verbreitung übertreffen.

Der Analyse-Dienstleister StatCounter sieht diesen Moment schon lange gekommen: Chrome kommt bei ihm auf 58,98 Prozent, Firefox wird von 16,06 Prozent der Nutzer verwendet und der Internet Explorer liegt mit 14,58 Prozent auf Platz 3. Die großen Unterschiede im Vergleich zu den Zahlen von Net Applications könnten aber auch in unterschiedlichen Zählmethoden zu finden sein.

Astronauten-Exkremente werden Sternschnuppen

Die NASA hatte den Astronauten Scott Kelly für fast ein Jahr auf der ISS statoniert und seinen Zwillingsbruder in der gleichen Zeit auf der Erde untersucht. Die "Twins Study" -Mission soll Aufschluss über die Auswirkungen längerer Weltraum-Aufenthalte auf den menschlichen Organismus geben. In einer Infografik hat die NASA einige interessante Fakten zu Scott Kellys ISS-Besuch gesammelt. So hatte der Astronaut an Bord 10.944 Sonnenauf- und untergänge beobachten können. Sein Bruder auf der Erde lediglich 684. Kelly musste auf seiner Mission außerdem über 700 Stunden spezielles Training absolvieren, um seine Knochen, Muskeln und das Herz gesund zu halten.

In seiner Zeit auf der ISS hat Kelly 730 Liter wiederaufbereiteten Urin und Schweiß getrunken und er ist über 1.000 Kilometer auf einem Spezial-Laufband gelaufen. Würde er in diesem Tempo zum Mars laufen, bräuchte er 216.000 Jahre. Ferner musste der Astronaut circa 383 Experimente über sich ergehen lassen, während er auf der ISS verweilte. Dazu kommt noch eine erhöhte Aussetzung von Radioaktivität - was für den Weltraum-Aufenthalt üblich ist. Denn umso dünner der Schutz der Atmosphäre, umso höher man also ist, desto größer die Dosis . Die NASA vergleicht: Auf der Erde müsste man 5.250 Mal von Los Angeles nach New York fliegen, um der gleichen Menge ausgesetzt zu sein wie Scott Kelly in rund einem Jahr auf der ISS. Und noch ein Detail verrät die NASA in ihrer Infografik: Kelly hat rund 82 Kilogramm Exkremente produziert, die in der Atmosphäre verglühten und wie Sternschnuppen ausgesehen haben sollen.

Am 1. März 2016 hat das JPL nun den NASA-Astronauten zurück auf der Erde begrüßt . Kelly kam offenbar wohlbehalten zurück und sprach davon, dass er sich gut fühle. Nun folgen einige schweißtreibende Tests, um seine Fitness und Gesundheit zu evaluieren. An Bord der ISS hatte der Astronaut übrigens auch Microsofts Hololens eingesetzt. Hololens war Teil eines Augmented-Reality-Trainings zur Optimierung einiger Arbeitsabläufe der Astronauten. Auch der russische Kosmonaut Mikhail Kornienko beendete zeitgleich mit Kelly seinen 340-Tage-Aufenthalt auf der ISS.

Die NASA hatte im letzten Sommer ein beeindruckendes Foto von der Erde zusammen mit dem Mond aus 1 Million Kilometer Entfernung veröffentlicht.

Pebble-Smartwatches werden in Deutschland billiger

In dieser Woche kündigt Pebble mit sofortiger Wirkung eine dauerhafte Preissenkung für seine Smartwatches an. Hierzulande werden vier Modelle billiger. Die Pebble Classic kostet ab sofort nur noch 99,95 Euro anstatt 149 Euro.

Die Pebble Time sinkt sogar von 249 Euro auf 169,95 Euro und bietet damit das größte Sparpotenzial. Ebenfalls günstiger zu haben ist die Pebble Steel für 149,95 Euro anstatt 199 Euro. Das Premium-Modell Pebble Time Steel kann künftig für 249,95 Euro anstatt der bisherigen 299 Euro geordert werden. Bei Amazon weichen diese Preise teilweise leicht ab.

Mit der Pebble Time Round findet sich zudem ein Neuzugang im Online-Shop von Pebble . Die Smartwatch bietet ein rundes Farbdisplay, Schnellladetechnik und ein extrem schlankes Design. Ihr Preis liegt aktuell bei 229,95 Euro.

Pebble Health macht Pebble zum Fitness-Tracker

2180446