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Morgenmagazin vom Donnerstag, 30. Juni 2016

30.06.2016 | 07:06 Uhr | Peter Müller

Die kleinen Tweaks von iOS 10 +++ Bild von Apples Lightning-Kopfhörern aufgetaucht +++ Mac-Spiele im Sommerschlussverkauf +++ So stark verlieren Apple- und Samsung-Smartphones an Wert +++ Produkte von Symantec und Norton haben gefährliche Sicherheitslücke +++ Telekom - kostenlose Volksverschlüsselung gestartet +++ Evernote: Gratis-Nutzung nur noch für zwei Geräte +++ Falschparker: Chatbot wehrt 160.000 Strafzettel ab

30. Juni: It's coming home

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Na endlich, die fußballlose Zeit geht zu Ende. Waren ja auch zwei schlimme Tage, aber heute um 21 Uhr spielen Portugal und Polen den ersten Halbfinalisten der Euro 2016 aus. England, Mutterland des Fußballs, zumindest des Fußballs nach heutigen Regeln, ist schon wieder daheim. "Football's coming home" - das hatten sich Rooney, Vardy und Kollegen anders vorgestellt.

Die Musiker der Lighnting Seeds vor zwanzig Jahren gewiss auch. Ihr rechtzeitig vor der Euro 1996 aufgenommene Song "Three Lions", vor allem wegen seiner Hookline "Football's coming home" in kollektiver Erinnerung geblieben, ist auch heute noch der beste Song zum Thema. Fast hätte man dem Gastgeber tatsächlich gewünscht, 30 Jahre nach dem ersten und auch heute immer noch einzigen Sieg der englischen Nationalmannschaft bei einem großen Turnier, wieder einen Titel zu holen, allein wegen der zärtlichen und bescheidenen Zeile: "I know it was then, but it could be again". Ein bisschen unbescheidener und deutlich frecher war das Video dazu. Am Ende des Films spielen Fußballfans in Trikots der Engländer und der Deutschen das Wunschfinale vor. Kleiner Gag am Rande: Die "deutschen" Fußballer trugen alle das Trikot mit der Nummer 11 und dem Namen "Kuntz" auf dem Rücken. Auf welches englische Slangwort (ein Plural...) das anspielt, schreiben wir jetzt nicht, das müssen Sie schon selber wissen...

Doch aus dem Wunschfinale wurde nichts, Deutsche und Engländer trafen sich schon zum Halbfinale, Kuntz schoss ein "Golden Goal", das wegen vermeintlichen Abseits nicht anerkannt wurde, am Ende gewannen die Deutschen im Elfmeterschießen. Und ein paar Tage später in Wembley tatsächlich auch den Titel per Golden Goal durch Bierhoff und nicht Kuntz. Das war heute vor exakt 20 Jahren.

Seither haben englische Mannschaften Finalspiele in Wembley nicht gewonnen, wenn nicht zwei Teams aus England auf dem Platz standen, wie zum Beispiel jedes Jahr im Finale des FA-Cup. Den Champions-League-Pokal holte sich zuletzt aus Wembley zweimal ein FCB ab, 2011 der aus Barcelona, 2013 der aus München. Die Bayern zogen damals auf ihren Sieger-T-Shirts auch gleich wieder den Bogen zurück zu den Lightning Seeds: "Football is coming hoam" stand da zu lesen. Wer nun aber den EM-Pokal aus St. Denis nach Hause schleppt, wissen wir erst in etwas mehr als einer Woche. Vielleicht wieder der Herr Bierhoff, diesmal in seiner Eigenschaft als Teammanager? I know it was then, but it could be again. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag:

Kleine Tweaks: iOS 10 bringt nicht nur die von Apple groß angekündigten Verbesserungen bei Siri und iMessages, sondern auch dutzende kleinere Verbesserungen, die Entwickler erst nach und nach entdecken. Unser Macworld-Kollege Oscar Raymundo erklärt fünf dieser kleinen und nützlichen Tweaks: Maps merkt sich den Parkplatz des abgestellten Autos, um es auch wieder zu finden, im Kontrollzentrum lässt sich die Intensität des Blitzlichts verstellen, die Musik spielt weiter, wenn man die Kamera benutzt, bei Newslettern blättert Mail einen Unsubscireb-Link automatisch oben ein und Apple Music optimiert automatisch den Speicher, in dem es schon lange nicht mehr gehörte Songs vom iPhone löscht. Wir sind gespannt, wer sonst noch alles kleine aber feine Optimierungen im Betriebssystem von iPhone und iPad findet.

Finanzierung: Apple hat den Maximalbetrag, den das Unternehmen für die Inzahlungnahme eines alten iPhones bei Kauf einen neuen anrechnet, von 300 US-Dollar auf 250 US-Dollar gesenkt. Ebenso gibt es auch keinen zinsfreien Kredit mehr für den Restbetrag. Es scheint so, als ob Apple wieder den Providern die Finanzierung neuer iPhones überlasse.

Sommerschlussverkauf: Im Steam Summer Sale gibt der Distributor Valve auf seiner Plattform Steam bis zu 90 Prozent Rabatt. Unter den angebotenen Titeln sind auch etliche Mac-Spiele, darunter sind Klassiker wie Tom Raider, Half Life oder Portal. Die Aktion läuft noch bis zum 4. Juli.

Zahlen: Apple nennt weiterhin hartnäckig keine konkreten Umsatzzahlen für die Apple Watch. So konnte das Gerücht entstehen, die Uhr wäre ein Flop. Das Gegenteil ist der Fall, hat der Analyst Neil Cybart ausgerechnet, der die Apple Watch mittlerweile im Alltag angekommen sieht. Seinen Schätzungen zu Folge hat Apple bis Ende März 12,1 Millionen Stück verkauft und dabei 5,7 Milliarden US-Dollar eingenommen.

Nächste Beta: Apple hat in der Nacht Entwicklern die vierte Beta-Version von OS X 10.11.6 zur Verfügung gestellt, nur eine Woche nach Veröffentlichung der dritten. Änderungen gibt es keine offensichtlichen, beim vermutlich letzten Wartungsupdate für El Capitan konzentriert sich Apple vorwiegend auf Verbesserungen der Leistung und der Stabilität des Systems.

Kopfhörer mit Lightning: Dass Apple beim iPhone-Jahrgang 2016 auf eine Klinkenbuchse verzichten will und stattdessen auf den Lightning-Port zur Tonausgabe setzt, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Wie die mitgleiferten Lightning-Ohrhörer aussehen ist nun einem Bild zu entnehmen, das auf Weibo, dem chinesischen Twitter, aufgetaucht ist. Am Design der Ohrhörer hat sich nichts geändert, nur eben der Stecker. Das Bild sieht authentisch aus, doch könnte es sich natürlich auch um eine geschickte Bastelei handeln...

Weitere Nachrichten:

So stark verlieren Apple- und Samsung-Smartphones an Wert

iPhone oder Samsung? iOS oder Android? Vom Preis her unterscheiden sich die Smartphones der beiden Hauptkonkurrenten kaum. Die Qual der Wahl hat letztendlich der Anwender, denn neben Apple und Samsung bietet der Smartphone-Markt eine Menge verschiedene Marken an: Nokia, LG, Sony, Huawei, HTC und und und. Daher lohnt sich ein Preisvergleich von hunderten Geräten, damit man seine Kaufentscheidung später nicht bereut.

Viele unentschlossene Smartphone-Käufer entscheiden sich letztendlich doch für ein iPhone oder ein Samsung-Handy. Allerdings sollte man vor dem Kauf eines neuen Smartphones auch die Preisentwicklung der letzten Jahre in Betracht ziehen.  Denn sollte man sein Smartphone nach einer bestimmten Zeit wieder verkaufen wollen, bekommt man natürlich nur noch einen Bruchteil von dem wieder, was man einst in das neue Gerät investiert hat. Wie wenig dies aber sein kann, zeigt eine Studie der smava GmbH in Kooperation mit idealo.de. 

15 Top-Geräte von Apple und Samsung wurden in der Studie genauer auf die jeweilige Preisentwicklung und den Preisverfall  hin untersucht. Bei Apple sind fast alle iPhone-Modelle seit dem iPhone 4 vertreten. Lediglich das iPhone 5C und iPhone SE wurden in der Untersuchung nicht berücksichtigt. Darüber hinaus wurde der Preisverfalls des Samsung Galaxy S4, S5, S6, S6 Edge, S6 Edge+, S7 und S7 Edge analysiert.

Betrachtet man zunächst den durchschnittlichen Preisverfall eines iPhones und eines Galaxy ab Verkaufsstart, fällt sofort auf, dass der Restwert eines Galaxy-Smartphones nach elf Monaten deutlich unter dem eines iPhones liegt. So muss der Besitzer eines Samsung-Handys mit einem Preisverlust von 302 Euro rechnen - im Vergleich zum Verkaufsstart ist dies ein Verlust von 40 Prozent des Verkaufspreises. Dagegen schneidet ein iPhone deutlich besser ab. Hier liegt der Preisunterschied zum Verkaufsstart bei 183 Euro, was umgerechnet 23 Prozent sind.

Da das iPhone 6S Plus und das Samsung Galaxy S7 Edge zu den aktuellsten Geräten gehören, liegen diese beiden Geräte über dem Durchschnitt. Doch auch hier ist ein Preisverfall unvermeidbar. Das iPhone 6S Plus hat bereits neun Monate nach Verkaufsstart einen Preisverfall von 183 Euro (22 Prozent)  zu verzeichnen.Das Samsung Galaxy S7 Edge hat bereits vier Monate nach Verkaufsstart einen Preisverfall von 146 Euro (18 Prozent).

Der Studie zu Folge sind Samsung-Smartphones bereits nach drei Monaten durchschnittlich 140 Euro günstiger. Das sind rund 19 Prozent. iPhones haben bei gleicher Dauer einen Wertverlust von lediglich 79 Euro, was umgerechnet rund 10 Prozent sind.


Betrachtet man den Preisverfall für ein halbes Jahr, haben Samsung-Smartphones Verluste in Höhe von 222 Euro (30 Prozent). Im Vergleich dazu sind iPhones 143 Euro (19 Prozent) günstiger.

Auch nach einem Jahr leiden Smartphones von Samsung unter einem größeren Preisverfall als iPhones: „Samsungs Smartphones sind dann schon 323 Euro günstiger als beim Start (44 Prozent). Apples Geräte stehen nach einem Jahr erst bei 203 Euro Preisverlust (27 Prozent) und brauchen im Durchschnitt noch ganze 15 Monate länger, um den Verlust der Galaxy-Geräte nach einem Jahr zu erreichen - also mehr als doppelt so lange“, erklärt die smava GmbH.

Somit kann man die Frage leicht beantworten: Samsung-Geräte verlieren im Vergleich zu iPhones sehr viel schneller an Wert. Doch welches Smartphones der beiden Hersteller sind die wertstabilsten Modelle?

Von den Apple Geräten hat das iPhone 6 Plus nach fast zwei Jahren einen vergleichsweise geringen Wertverlust von gerade mal 23 Prozent. Dahingegen hat das  iPhone 6S Plus bereits nach neun Monaten einen Preisverfall von 22 Prozent.

Bei den Samsung-Geräten schneidet die Galaxy S6-Reihe, also S6, S6 Edge und S6 Edge+, am besten ab. Diese Modelle haben über ein Jahr lang einen durchschnittlichen Wertverlust von ca. 4,2 Prozent pro Monat.

Die iPhone 6-Modellen weisen untereinander deutlichere Unterschiede auf, wohingegen Samsung-Geräte „verlässlich (mehr) an Wert verlieren“.


Produkte von Symantec und Norton haben gefährliche Sicherheitslücke

Nutzer von Symantec-Produkten sehen sich mit einer schwerwiegenden Sicherheitslücke konfrontiert. Google-Forscher haben die gefährliche Schwachstelle in mehreren Sicherheitsprogrammen des Herstellers ausgemacht . Damit sind Millionen Privatkunden und Unternehmen betroffen. Angreifer können über die Sicherheitslücke den kompletten Rechner übernehmen, eine Interaktion der Nutzer sei dafür laut Google nicht nötig. Selbst in der Standardkonfiguration kann die Lücke von Angreifern ausgenutzt werden.

Sobald eine infizierte Datei im Posteingang des Nutzers landet, können Hacker den Rechner übernehmen. Ein manuelles Öffnen der Schadsoftware ist nicht nötig. Da die Produkte von Symantec und Norton auf das gleiche Grundgerüst aufbauen, lässt sich die Lücke in zahlreichen Produkten ausnutzen.

Betroffen sind laut Google etwa die Programme Norton Security, Norton 360 sowie ältere Norton-Produkte. Bei Symantec sind unter anderem Symantec Endpoint Protection, Symantec Email Security, Symantec Protection Engine und Symantec Protection für SharePoint Server potenziell gefährdet.

Konkret können Hacker bei diesen Programmen die Entpacker-Engine übernehmen, die normalerweise komprimierte Dateien für das Scannen vorbereitet. Diese Bestandteile benötigen Kernel-Zugriff, eine Manipulation verschafft Angreifern damit die volle Kontrolle über den Rechner. Laut Google müsste Symantec diesen Programmbestandteil in eine Sandbox auslagern, damit schadhafter Code isoliert behandelt werden kann. Problematisch ist zudem, dass einige Produkte der beiden Hersteller nicht automatisch aktualisiert werden können. Admins sollten ihre Rechnersysteme daher schnellstens überprüfen. Details zu den betroffenen Programmen stellt Symantec an dieser Stelle zur Verfügung.

Telekom - kostenlose Volksverschlüsselung gestartet

Das Fraunhofer SIT und die Deutsche Telekom haben am Mittwoch die kostenlose Volksverschlüsselungs-Software freigegeben. Die sogenannte "Volksverschlüsselung" ist eine offene Initiative für Ende-zu-Ende-Sicherheit. Damit soll Deutschland künftig sicherer mailen, wie es in der Mitteilung der Telekom heißt. Die "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle" wurde vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT entwickelt. Diese kann über eine benutzerfreundliche Software verwendet werden. Die dazugehörige Infraktstruktur wird von der Deutschen Telekom in einem Hochsicherheitsrechenzentrum betrieben.

Die Volksverschlüsselung-Software soll es jedem Windows-Nutzer möglichst einfach machen, den eigenen Rechner verschlüsselungsfähig zu machen. Die Software ist über volksverschlüsselung.de erhältlich. Der Quelltext der Software ist öffentlich einsehbar.

Über die Software können die Nutzer sowohl einen kryptografischen Schlüssel generieren, als ihre Mailprogramme entsprechend dafür konfigurieren. Damit brauchen die Nutzer für die eigentliche Verschlüsselung kein anderes Programm, weil die meisten Mailprogramme von Haus aus verschlüsseln können, wenn entsprechende Schlüssel vorhanden sind. "Somit können selbst unerfahrene Nutzer verschlüsselte E-Mails verschicken", versprechen die Entwickler. Unter Windows können Nutzer beispielsweise über Outlook oder Thunderbird verschlüsselt kommunizieren. Später sind auch Versionen der Volksverschlüsselung für macOS, Linux, iOS und Android geplant.

Aktuell unterstützt die Software den S/MIME-Standard, später soll dann auch OpenPGP unterstützt werden. Ebenfalls für später wird auch eine Zusammenarbeit mit Webmail-Anbietern angestrebt. Aktuell stellt die Volksverschlüsselung ein von allen S/MIME-fähigen Mail-Clients unterstütztes X.509-Zertifikat aus.

 

Die Nutzung von Infrastruktur und Software ist für Privatanwender kostenlos.

"Mit der Volksverschlüsselung können Bürgerinnen und Bürger ihre digitale Souveränität verbessern und sich wirkungsvoll vor unerwünschter Massenüberwachung schützen", so Prof. Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer SIT. Das neue Angebot unterstützte die digitale Agenda der Bundesregierung und erfülle die Forderung der "Charta zur Stärkung der vertrauenswürdigen Kommunikation", die auf dem vergangenen IT-Gipfel von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vorgestellt und unterzeichnet wurde.

Weitere Infos zur Volksverschlüsselung finden Sie hier auf www.volksverschluesselung.de.

Evernote: Gratis-Nutzung nur noch für zwei Geräte

Ab heute ändert die Notiz-App Evernote ihre Preisstruktur . Nutzer des kostenlosen Basic-Pakets dürfen die Applikation nun nur noch auf zwei Geräten nutzen. Als Entschädigung profitieren Basic-Nutzer nun auch von der Passcode-Sperre, die bislang zu den kostenpflichtigen Funktionen zählte. Wer Evernote auf mehr als zwei Geräten nutzt und auch weiterhin beim Basic-Paket bleiben will, hat 30 Tage Zeit, sich auf die Änderungen einzustellen.

Evernote Plus schlägt mit 3,99 Euro im Monat oder 29,99 Euro pro Jahr zu Buche. Inklusive sind 1 GB Speichervolumen und die Nutzung auf einer unbegrenzten Anzahl von Geräten. Im Offline-Modus können zudem Notizbücher auf dem Smartphone oder Tablet gespeichert werden.

Evernote Premium kostet monatlich 6,99 Euro oder 59,99 Euro im Jahr. Evernote spendiert hier 10 GB Speicherplatz und unterschiedliche Tools. Nutzer können beispielsweise PDF-Dateien kommentieren, Visitenkarten in Telefonkontakte umwandeln oder Text in Office-Dokumenten suchen.

Falschparker: Chatbot wehrt 160.000 Strafzettel ab

Die Autofahrer in London und New York lieben einen Chatbot mit künstlicher Intelligenz. Er hört auf den sympathischen Namen DoNotPay. Sein Auftrag: Strafzettel wegen Falschparkens anfechten. Wer also in London oder New York einen Strafzettel wegen vermeintlichen Falschparkens hinter die Scheibenwischer geklemmt bekommt, sollte auf http://www.donotpay.co.uk/signup.php ein Webformular ausfüllen. Neben dem Widerstand gegen einen Strafzettel wegen Falschparkens kann man den Chatbot auch auf eine Fluggesellschaft ansetzen, wenn man eine erhebliche Flugverspätung hatte.

Das Prozedere ist immer das Gleiche: Der Chatbot stellt dem Nutzer eine Reihe von Fragen zu dem Fall. Aus den Antworten ermittelt er die Erfolgsaussichten (konnte man beispielsweise das Parkverbotsschild überhaupt sehen?) und erstellt dann gegebenenfalls gleich das Schreiben für den Widerspruch. Zudem beantwortet der Chatbot auch Fragen des Antragstellers.

Grob vereinfacht verhält sich der Chatbot also wie ein Rechtsanwalt. Weswegen der Entwickler sein Online-Tool auch als den "ersten Rechtsanwaltroboter der Welt" bezeichnet. Nur dass der Chatbot keine Rechnung stellt: DoNotPay arbeitet vollkommen kostenlos.

Laut The Guardian konnten bis jetzt 160.000 Strafzettel aus London und New York wegen Falschparkens abgewehrt werden. Über vier Millionen US-Dollar Geldstrafe sollen Autofahrer dadurch in nur 21 Monaten gespart haben. Insgesamt sollen 250.000 Anträge gestellt worden sein, die Erfolgsquote von DoNotPay beträgt also 64 Prozent.

Programmiert hat den Chatbot ein 19 Jahre alter Student der Universität Standford namens Joshua Browder. Browder wurde in London geboren, kennt also die dortige angespannte Parksituation. Die Motivation für Browder: Er hatte selbst 30 Strafzettel in London aufgebrummt bekommen, als er mit 18 Jahren erstmals mit dem Auto in London unterwegs war.

Browder machte sich zunutze, dass der Beschwerdeweg gegen Strafzettel straff geregelt ist und viele Standardformulierungen enthält. Das eignet sich bestens für den Einsatz eines Chatbots mit künstlicher Intelligenz.

Demnächst will Browder seinen Service auch für die US-Stadt Seattle anbieten. Außerdem soll der Chatbot HIV-Infizierten dabei helfen ihre Rechte zu wahren und bald auch Flüchtlingen aus Syrien helfen.




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