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Morgenmagazin vom Donnerstag, 6. März 2014

06.03.2014 | 07:30 Uhr |

+++ Apple erklärt Sicherheitsfunktionen von iOS +++ Schickt Apple Snow Leopard wirklich in den Ruhestand? +++ Technische Details zu Apples Carplay +++ Newsreader Flipboard kauft Newsreader Zite +++ iOS-Spiele live ins Web übertragen +++ Nuance: Dragon Dictate kommt in Version 4 +++ Kostenlose Apple-Schrift mit Mac-Icons +++

Apple erklärt Sicherheitsfunktionen von iOS

Apple hat ein Dokument veröffentlicht, das beschreibt, welche Anstrengungen die Firma unternimmt, Daten der Nutzer zu sichern. Das Dokument richtet sich vor allem an Unternehmen, um deren Vertrauen zu gewinnen, ist aber auch für Endnutzer interessant.

Verschlüsselte iMessages

Apple hat schon zuvor behauptet, dass iMessage-Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt seien. Jetzt erklärt Apple dies genauer. Die Nachrichten seien mit zwei 1280-bit-Schlüssel gesichert. der private werde auf dem iPhone gespeichert, der öffentliche auf Apples Servern und dort mit den für iMessage aktivierten Geräten verknüpft. Wenn wir eine Nachricht an eine Mailadresse oder Telefonnummer verfassen, holt sich das iPhone den öffemtlichen Schlüssel von Apples Server.

Ausgehende Nachrichten verschlüsselt das iPhone mit AES-128. Dazu tauschen iPhone und Server Zertifikate aus, um die gegenseitige Echtheit zu bestätigen. Apple sagt, dass sie selbst Nachrichten nicht entschlüsseln könnten. Mit einer Einschränkung: Während der Inhalt verschlüsselt wird, sind Metadaten unverschlüsselt. Wer wem wann eine Nachricht schrieb: das wird nicht verschleiert.

Was Siri über uns weiß

Wenn wir Siri aufrufen, sendet das iPhone unseren Namen und den groben Standort über eine SSL-Verbindung an Apples Server. Dies ist laut Apple dafür da, dass Siri uns bei der Antwort mit Namen ansprechen kann und beispielsweise das Wetter vorhersagen kann. Falls für die gestellte Anforderung genauere Ortsangaben nötig sind wie bei Navigation oder Suche nach umliegenden Geschäften, fragt der Server den genauen Standort beim iPhone ab.

Wenn wir mit Siri sprechen, überträgt das iPhone die Sprachaufnahme an den Siri-Server. Wenn es nur ein Diktat ist, sendet der Server die erkannte Sprache als Text zurück. Falls Siri weitere Daten benötigt, sucht der Server in den Daten unseres Profils, beispielsweise den Kontakten, wenn wir eine E-Mail an jemanden diktieren wollen. Vieles bei Siri passiert direkt auf dem iPhone. Wollen wir uns eine Nachricht vorlesen lassen, dann erledigt dies das iPhone selbst, weil keine Spracherkennung nötig ist. Die Daten aus einer Siri-Sitzung wie der aktuelle Standort, werden laut Apple nach zehn Minuten wieder gelöscht. Sprachaufnahmen würden jedoch ein halbes Jahr lang gesichert, um die Stimme des Nutzers besser zu verstehen. Manche Sprachaufnahmen würden anonym länger gespeichert, damit Siri beispielsweise Musiker, Sportler und Firmennamen besser zu verstehen lerne, so Apple.

Nur ausgewähltes Zubehör

Apple gibt an, dass jedes Zubehör, das als "Made for iPhone" von Apple zertifiziert ist, sich mittels eines ID-Chips mit einem Apple-Zertifikat als echt identifiziert. Dies passiert immer, egal ob es per Lightning, Bluetooth oder WiFi verbunden wird. Das Zubehör könne dann bestimmte Funktionen oder Modi vom iPhone anfordern, beispielsweise Audio per Lightningkabel oder Siri Eyes Free via Bluetooth. Nicht zertifizierte Geräte haben nur wenige Möglichkeiten, auf das iPhone zuzugreifen: analoges Audio und einfache Musiksteuerung.

Touch ID

Touch ID ist die Alternative zur Codesperre am iPhone 5S. Wenn Touch ID aktiviert ist, wird das iPhone sofort gesperrt und verschlüsselt, wenn der Bildschirm gesperrt ist. Dies ist anders als bei der Codesperre mit Passwort, wo es eine nutzerdefinierte Schonfrist geben könne (bevor der Code wieder angefordert wird und das iPhone tatsächlich gesperrt ist). Apple weist in dem Dokument jedoch auch darauf hin, dass eine Wahrscheinlichkeit von 1:50.000 besteht, dass ein Fremder Finger als richtiger Fingerabdruck erkannt werde.

Zum A7-Prozessor des iPhone 5S gehört ein "Enclave"-Prozessor. Dieser sorge dafür, dass die Daten des Fingerabrucksensors streng verschlüsselt und völlig von der restlichen Hardware der iPhone getrennt verarbeitet werden. Eine zufällige Hardware-ID, die nicht einmal Apple kenne, soll für dessen Unabhängigkeit sorgen. Der Enclave-Prozessor prüft, ob die Daten von Abdrucksensor stimmen und bestätigt das dann gegenüber dem A7-Hauptprozessor.

Schickt Apple Snow Leopard wirklich in den Ruhestand?

Seinen Kunden lieb gewonnene Dinge wegzunehmen sorgt gerade in der schnelllebigen IT-Welt für Ärger. Wiederholt musste beispielsweise Microsoft den Support für das mittlerweile fast schon antike Windows XP verlängern – sehr zur Freude vieler IT-Gewohnheitstiere. Gefreut haben sich aber auch Cyber-Kriminelle über ein System, das zwar für Microsoft-Verhältnisse äußerst stabil und zuverlässig lief, dessen Sicherheitslücken und Schwächen (alter Versionen des Internet Explorer zum Beispiel) sich aber mittlerweile herumgesprochen haben. Die knapp 30 Prozent der verbleibenden User von Windows XP werden für Microsoft dann auch in den nächsten Wochen zum zunehmenden Problem. Denn: Was tun mit Update- Unwilligen Nutzern?

Klar, der Vergleich mit Microsofts Uralt-Windows hinkt allein schon wegen der mittlerweile knapp 13 Jahre währenden Lebensspanne etwas. Snow Leopard bringt es da auf eher beschauliche 5 Jahre. Doch vergleicht man die aktuellen Zahlen von Netmarketshare, vereint die beiden OS-Oldies ein nicht unwesentlicher Faktor: die noch immer enorme Beliebtheit der beiden Betriebssystem bei den Nutzern – knapp 19 Prozent aller Macs laufen den aktuellen Zahlen zufolge noch mit Snow Leopard. Mac OS X 10.8 war Apples letztes Betriebssystem, das mit alten PowerPC-basierten Apps kompatibel war, da es noch die Rosetta-Umgebung enthält. So konnten alte PPC-Apps auch auf Intel-Macs ausgeführt werden.

Nun soll das Support-Aus mit Mac OS X Snow Leopard auch eines der beliebtesten Apple-Betriebssysteme aller Zeiten getroffen haben. Der Grund für die Vermutung: Apple hat mit dem kürzlich erschienen Update 10.9.2 für OS X Mavericks neben neuen Funktionen für 10.9 und dem Fix für den „goto fail“-Bug auch komplementäre Sicherheitsupdates für OS X Mountain Lion und OS X Lion veröffentlicht – Snow Leopard bleib erstmals bei einem großen Sicherheitsupdate aussen vor. Bereits im Dezember waren die Bugfixes und Leistungsverbesserungen für Safari 6 bzw. 7 nicht mehr für Snow Leopards Safari 5.1.10 angepasst worden.

Ein offizielles Statement von Seiten Apples wird es wie in der Vergangenheit üblich wohl auch diesmal nicht geben. Denn Apple pflegt für seine Betriebssysteme – egal ob iOS oder (Mac) OS X – keinen Support-Status, wie beispielsweise bei iMacs, MacBooks oder anderer Hardware. Ein Blick zurück in die jüngere Vergangenheit genügt aber, um eine Prognose zu wagen: Das dürfte es mit weiteren Updates für Mac OS X Snow Leopard gewesen sein.

Technische Details zu Apples Carplay

Blackberry gibt an, dass Apple "Strategischer Partner" bei dessen Auto-System QNX sei. Das deuten viele Medien zu "Carplay basiert auf Backberrys QNX" um. Doch tatsächlich hat eine Schnittstelle wie Carplay eine ganz andere Funktion. Es ist eine technische Brücke zwischen iOS und Auto-Systemen wie QNX. Carplay ist der Mittler zwischen iOS und dem System im Auto. Als Schnittstelle ist Carplay Teil des Systems, so wie ein Grafiktreiber gewissermaßen Teil von OS X ist, er "basiert" aber nicht darauf.

Neben Blackberrys QNX gibt es einige weitere verbreitete Systeme in modernen Autos. Größter Konkurrent ist Microsoft mit seinen "Embedded"-Lösungen. Carplay wird mit beiden funktionieren. Laut den Anbietern arbeitet QNX bei VW, BMW, General Motors und einigen anderen Marken, Microsoft dagegen in Fords, ebenfalls BMWs, Kias und weiteren. Alle diese Marken (außer VW) stehen auf der Liste der Hersteller, die bald Carplay unterstützen werden. Das verwendete System spielt keine Rolle (und ist erst Recht nicht die "Basis" für Carplay), sondern Carplay ist die Schnittstelle zwischen eben jenem System und dem iPhone.

Carplays Aufgabe ist es, Auto und iPhone zusammen zu bringen: Welche Bedienelemente hat das Auto? Einen Drehknopf in der Mittelkonsole, einen Touchscreen? Welches Display hat das Auto? Dies sind die Fragen, die Carplay vermittelt und die entsprechenden iOS-Funktionen anhand festgelegter Definitionen darauf anpasst. Carplay sorgt dann dafür, dass die Knöpfe im Auto die iOS-Funktionen steuern können und die Funktionen in der zum Bildschirm passenden Größe angezeigt werden. Konkret passiert dies laut Volvo so, dass das iPhone das Bild über einen H.264-Videostream an das Auto sendet, ganz ähnlich wie bei "Bildschirm spiegeln" bei Airplay. Zusätzlich kann Carplay aber auch Bildschirmeingaben erkennen, wenn das Auto einen Touchscreen hat.

Carplay könnte theoretisch auch Daten aus dem Fahrzeug zurück an das iPhone schicken: Geschwindigkeit, Motordrehzahl, ist das Licht angeschaltet? Damit könnte man beispielsweise Verkehrsleitsysteme oder Stauwarner über das Internet mit Daten füttern. Ob dies mit Carplay möglich ist, ist unbekannt, bisher sind Autohersteller laut Gesprächen mit Ingenieuren, die an solchen Systemen arbeiten, sehr zurückhaltend damit solche Daten herauszugeben. Noch ist das Zukunftsmusik.

Newsreader Flipboard kauft Newsreader Zite

Laut Reuters hat der Nachrichtenaggregator Flipboard die Konkurrenzapp Zite übernommen. Zite gehörte bisher dem Nachrichtensender CNN. Der Kaufpreis liegt bei 60 Millionen Dollar. Flipboard wolle die Technik von Zite in Flipboard integrieren, sagte Flipboard-Chef Mike McCue sagte in einem Telefonat mit Journalisten. Besonders die Technik von Zite, die Nutzern Nachrichten empfiehlt, sei interessant für Flipboard, so McCue.

Die App Zite werde nicht fortgeführt, so der neue Eigentümer. Flipboard ist eine Leseapp, die Nachrichtenanhand von Interessen nach Themen sortiert in einem eigenen, gut lesbaren Layout auf das iPad und iPhone bringt. Dazu kann der Leser auch Artikelempfehlungen von Freunden aus Facebook und Twitter in Flipboard anzeigen lassen. Flipboard ist kostenlos und finanziert sich über Werbung.

iOS-Spiele live ins Web übertragen

Die bekannte Plattform Twitch, die Liveübertragungen von Computer- und Videospielen direkt von PCs und Spielkonsolen bietet, hat ein Entwicklerkit für Smartphonespiele angekündigt . Damit sollen App-Entwickler die Grundlagen in ihre Spiele einbauen können, damit Spieler auch Mobile-Spiele über die Plattform ins Netz übertragen können. Das Entwicklerkit soll den Bildschirminhalt, den Ton und optional auch das Bild der Facetime-Kamera ins Netz übertragen können.

Spieler können Spielesessions auch speichern und als Video hochladen, so die Ankündigung. Die Twitch-App, mit der Nutzer Livestreams ansehen können, habe inzwischen zehn Millionen Downloads erreicht, meldet das Unternehmen.

Nuance: Dragon Dictate kommt in Version 4

Neben der integrierten Apple-Spracherkennung, die jedoch nur sehr rudimentäre Verbesserungsoptionen bietet, ist Dragon Dictate die einzige Diktiersoftware für den Mac. Damit lassen sich Wörter direkt korrigieren, neu lernen und auch das Betriebssystem inklusive Maussteuerung bedienen. Freilich musste sich Dictate 3 trotz der recht guten Spracherkennung wegen vieler Ungereimtheiten im Programmablauf ( Befehle werden nicht erkannt, der Cursor springt zum Teil nach Belieben durch den Text und anderes mehr ) Kritik und Vorwürfe gefallen lassen. Insofern darf man gespannt sein, ob es der Nachfolger insgesamt deutlich besser macht.

So hat Entwickler Nuance jetzt Dragon Dictate 4 für den Mac veröffentlicht und mitgeteilt, dass die neue Version mit einer überarbeiteten Spracherkennungsengine schneller und genauer sein soll und nunmehr als reine 64 Bit-Applikation arbeitet. Dies soll ein verbessertes Arbeitsspeicher-Management und damit eine höhere Geschwindigkeit mit sich bringen. Außerdem bietet die neue Version laut Entwickler volle Stimmkontrolle über Apple Pages 4.3, und in Safari und Firefox lässt sich die Gmail-Inbox ebenfalls per Stimme steuern.

Als neu angekündigt wird außerdem die Möglichkeit, Audioaufnahmen innerhalb von Dragon Dictate in Text zu verwandeln. Diese von Macscribe importierte Funktionalität bietet allerdings schon Dictate 3. Das soll nun jedoch einfacher und schneller funktionieren und vor allem Unterstützung für das MP3-Audioformat vom Smartphone oder Diktiergerät bieten.

Die englische Version kostet neu 200 US-Dollar, als Betriebssystem setzt Dictate 4 mindestens OS X 10.8 Mountain Lion voraus. Für das Upgrade von der früheren Version verlangt Nuance 145 US-Dollar. Wann und zu welchen Preisen die deutschsprachige Version erscheint, ist noch nicht bekannt. Den Vertrieb hierzulande hat bislang (bis Dictate 3) Application Systems Heidelberg übernommen.

Info: Nuance

Kostenlose Apple-Schrift mit Mac-Icons

Als kleines Geschenk für die Anwender zum 30. Geburtstag des Mac hat Apple den Truetype-Schriftsatz „Mac-Icon-Standard“ veröffentlicht. Dieser Schriftsatz stellt alle Macs als Icon dar, die auf der Zeitleiste unter www.apple.com/de/30-years abgebildet sind. Sie können den Truetype-Schriftsatz unter folgender Adresse herunterladen: http://images.apple.com//v/30-years/a/fonts/mac-icons/mac-icon-standard.ttf

Der Schriftsatz „mac-icon-standard.ttf“ zeigt alle Macs als Icons an.
Vergrößern Der Schriftsatz „mac-icon-standard.ttf“ zeigt alle Macs als Icons an.

Ist der Schriftsatz geladen, reicht ein Doppelklick auf die Datei „mac-icon-standard.ttf“ und Sie können die Schrift installieren. Die Mac-Icons erhalten Sie am leichtesten, indem Sie die App „Schriftsammlung“ öffnen und dort die Schrift Mac-Icon-Standard auswählen. Wählen Sie „Vorschau > Beispiel“ um alle Icons darzustellen. Nun können Sie die Icons markieren und in ein Textdokument kopieren.

Die Mac-Icons lassen sich in gängige Schriftprogramme kopieren, dieses Beispiel zeigt sie in Textedit.
Vergrößern Die Mac-Icons lassen sich in gängige Schriftprogramme kopieren, dieses Beispiel zeigt sie in Textedit.
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