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Morgenmagazin vom Donnerstag, 7. November 2019

07.11.2019 | 07:00 Uhr |

Wie man drei Tage ohne Strom und Internet übersteht +++ Warum zwei Catalina-Volumes sinnvoll sind +++ Konferenz zu Final Cut Pro X verspricht Überraschungen +++ Projektmanagement: Merlin Project jetzt auch für das iPad +++ City K-ZE: Renault soll Elektro-Auto für unter 12.000 Euro bringen +++ Facebook will mit Gesichtsfreischaltung gegen Fake-Profile vorgehen +++ ginlo: WhatsApp-Alternative meldet Insolvenz an

7. November: One Hit Wonder

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Immer, wenn Apple besonderen Augenmerk auf Teile seiner Bilanz lenken will, um etwa von schwächelnden Bereichen abzulenken, bemühen CEO und CFO die alternative Realität. "Würde man die iPod-Sparte / die iPhone-Sparte / die Services / die Wearables als eine eigene Firma betrachten …" beginnt der Satz meist, greift dann die jeweils im Berichtsquartal erzielten Umsätze erneut auf und endet mit einem Eindruck schindenden " … wäre sie in der Fortue-500 oder gar Fortune-100-Liste platziert".

"Was wäre, wenn …" kostet nicht viel. In seiner Geschichte hat Apple aber schon einmal, nein, zweimal, Geschäftsbereiche ausgegliedert. Damals in der Frühphase des Unternehmens war es die Software, die unter dem Namen Claris in ein eigenes Tochterunternehmen gelang. Die letzten gut zwanzig Jahre hieß das Unternehmen nach dem erfolgreichsten und dann lange auch einzigen Produkt Filemaker - nun ist die Apple-Tochter wieder zu ihrem alten Namen zurückgekehrt und diversifiziert sich wieder ein wenig.

Die zweite Ausgliederung war hingegen gar nicht erfolgreich. Historiker mögen sich streiten, ob die Umorganisation zu früh oder spät kam oder sie überhaupt keine Rolle beim Scheitern ihres einzigen Produktes spielte. Es war in der Tat nur ein einziges, bevor die Liquidation kam, das Newton Inc. am 7. November 1997 veröffentlichte: Newton MessagePad 2100, der das Ende des ersten Projektes Taschencomputer nur um ein paar Monate verzögerte.

Dabei waren die Leistungsdaten gar nicht so ohne, zumindest für die damalige Zeit: Ein ARM 110 mit 162 MHz verrichtete als Prozessor seine Dienste, 8 MB Mask ROM und 8 MB RAM, gleichmäßig auf DRAM und Flash RAM verteilt, waren eingebaut. Der Monitor mit seinen 16 Graustufen zeigte 480 mal 320 Pixel mit einer Dichte von 100 dpi - doch war der Newton an sich schon vom Anfang an dem Untergang geweiht.

Es fehlte ihm an Anschlussmöglichkeiten, das Internet war ja noch eine junge Erfindung und vor allem eine höchste stationäre. Das Alleinstellungsmerkmal, die Handschriftenerkennung, funktionierte nicht so richtig und die Konkurrenz war nicht nur hinsichtlich dieser einen Schritt voraus, weil Systeme wie Palms Graffiti Kompromisse eingingen, sondern bot auch die weit besseren Preise.

Konsequenter Weise stellte der gerade zu Apple zurückgekehrte Steve Jobs dann im Februar 1998 das Projekt Newton ein und mit ihm auch das Tochterunternehmen, das ja nicht einmal ein One Hit Wonder war, denn auch das MessagePad 2100 war kein Hit. Solche sollte Apple vor 22 Jahren gerade einmal drei Tage später auflegen, im Form der neuen PowerMacs G3 und des eigenen Online-Vertriebs. Aber das eben unter der bewährten Marke Apple, die gewiss kein One Hit Wonder ist, sondern jede Menge an Gassenhauern aufgelegt hat und noch viele folgen lassen wird. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Notfallmaßnahmen: Der Strom kommt aus der Steckdose und hier soll uns erst einmal nicht interessieren, wie er reinkommt. Sondern die Erfahrungen, die Jason Snell im Oktober machen musste, als mehrere Tage lang eben kein Strom aus der Steckdose kam und auch das Internet für ihn nicht erreichbar war: Folgen der Waldbrände in Kalifornien. Unser Macworld-Kollege hat die Krise unbeschadet überstanden, aber einiges aus der Erfahrung gelernt. In seiner jüngsten Kolumne More Color sinniert er daher auch über Notfallmaßnahmen, falls wieder einmal Strom und Internet für längere Zeit weg bleiben - man sollte auch abseits von Waldbrandgebieten auf derartige Ereignisse vorbereitet sein. Das mindeste ist ja, jede Menge Ersatzakkus für die diverse Elektronik vorzuhalten - diese sollten natürlich auch stets aufgeladen sein. Und wenn der Blackout nicht gerade in der trüben Jahreszeit auftritt, helfen Solarladegeräte enorm weiter - selbst im Winter liefern diese aber auch ausreichend Strom für die wichtigsten Zwecke. Für plötzliche Stromausfälle, die sich vielleicht nur über Stunden hinziehen, ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung oder USV natürlich eine sinnvolle Investition - dann laufen die wichtigsten Geräte wie der Router noch weiter. Mit einer Kombination aus Batterien, USV und Solarladern konnte Jason die drei Tage ohne Stromversorgung ganz gut überbrücken, der Ausfall des Internet wog für ihn schwerer. Nicht nur der Kabelanbieter seiner Region war ob der Feuer offline gegangen, auch drei Viertel der Mobilfunksendemasten der Gegend fielen aus. Selbst mit vollen (Ersatz-)Batterien hilft das beste Smartphone wenig, kann es sich mit keiner Infrastruktur verbinden. Aber dann bringt man es am Besten gleich in den Flugmodus, spart Energie. In den seltenen Fällen eines schwachen Signals (Mobilfunk oder benachbarte WiFis) half dann der Low Data Mode des iPhone weiter, hier priorisiert das Telefon den Datenverbrauch auf die wichtigsten Apps und lässt in diesem Fall unsinnige Aktivitäten wie den Upload von Fotos in die Cloud sein, angesichts für alle mangelnder Bandbreiten. Wenn man dann doch mal in die Nähe eines leistungsfähigen Hotspots kommt, kann man sich ja für die nächsten Stunden und Tage jede Menge Inhalte in diverse Apps für die spätere Offlinenutzung herunterladen. In den Offline-Tagen lernte Jason daher den Kindle wieder sehr zu schätzen, mit der reichhaltigen Bibliothek, die er schon darauf gesichert hatte. Und was für aktuelle Informationen in solchen Zeiten des Netzausfalls enorm weiter hilft, ist ein Radio, das sich auf UKW, Mittelwelle und Langwelle versteht und natürlich per Batterie betrieben ist.

Doppler: Nach dem Update auf macOS Catalina sieht man auf dem Schreibtisch des Mac weiterhin nur ein Volume - wenn man das nicht schon zuvor in mehrere aufgeteilt hat. Öffnet man aber erstmals das Festplattendienstprogramm mag man überrascht sein, dass nun plötzlich zwei Volumes zu sehen sind: Eines mit dem aus dem Finder bekannten Namen und ein zweites, an das noch der Zusatz "Daten" angehängt ist. Das hat Sicherheitsgründe, wie Glenn Fleishman in seiner Macworld-Kolumne "Mac 911" erklärt. Denn die Sicherheit hat Apple auch in Catalina erneut erhöht und auf die System Integrity Protection noch etwas drauf gesetzt. Das erste Volume ist nämlich schreibgeschützt und enthält die Systemdateien, Malware fällt es also noch schwerer, den Mac zu befallen. Das macht erst das neue Dateisystem APFS möglich, die beiden getrennten Volumes als ein einziges erscheinen zu lassen und Daten mit Hardlinks so zu verknüpfen, dass es sie physikalisch zwar nur einmal gibt, sie aber an unterschiedlichen Stellen auftauchen können.

Öffentlich : Nach der am Mittwoch veröffentlichten Developer-Beta von iOS 13.3 hat Apple gestern nun die Public Beta nachgelegt. Wer die Vorabversion auf das iPhone installieren möchte, muss sich dafür unter beta.apple.com registrieren und zunächst ein Prifil auf das Samrtphone laden, das die Installation der Beta ermöglicht.

Zugelegt: Nicht alle Details seiner Finanzen hat Apple letzte Woche in seiner Bilanz für das Geschäftsjahr 2018/19 vorgelegt, einige weitere  interessante Aspekte stehen aber noch in dem 10-K-Filing, das Apple in dieser Woche an die Börsenaufsicht eingereicht hat. Die Analysten von JP Morgan haben die Zahlen auseinander genommen und sind dabei auf einen interessanten Punkt gestoßen: 31 Prozent seiner Umsätze hat Apple über seine Stores und die Website eingefahren. Diese Direktverkäufe nehmen von Jahr zu Jahr einen größeren Anteil ein, im Finanzjahr 2018 waren es noch 29 Prozent und im Jahr davor 27 Prozent. Insgesamt sei das Volumen der direkten Verkäufe um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 81 Milliarden US-Dollar gewachsen, die indirekten Verkäufe über Distributoren und Händler sind im gleichen Maße zurück gegangen, auf nunmehr 180 Milliarden US-Dollar. Hat Apple selbst die Oberhoheit über den Verkauf, hilft das auch den Umsätzen mit der Garantieverlängerung AppleCare+ auf die Sprünge, die Mitarbeiter in den Apple Stores jedem Kunden nachdrücklich anempfehlen.

Angekündigte Überraschung : In Cupertino beginnt heute der Final Cut Pro X Gipfel, eine Veranstaltung von Dritten, an der Apple jedoch intensiv mitwirkt. Zu Beginn der kleinen Fachmesse sind deren Teilnehmer heute in das Besucherzentrum des Apple Parks eingeladen, wie sie das Apple-Produkt-Team mit Überraschungen erwarte. Angesichts der Zielgruppe dürften sich diese um den für den Herbst angekündigten Mac Pro handeln. Schon vor zwei Jahren hatten Teilnehmer des Gipfels die Möglichkeit, erstmals Final Cut Pro X auf dem neuen iMac Pro laufen zu lassen den Apple dann im Dezember in den Handel brachte. Auch im vergangenen Jahr gab es ein Areal, in dem man das Videoschnittprogramm auf aktueller Apple-Hardware zu Gesicht bekam. Für die interessierte Öffentlichkeit werden womöglich einige allgemeine Informationen anfallen, denn außer dem Preis für die Grundkonfiguration des Mac Pro hat Apple bisher nichts zu seiner neuen Höllenmaschine bekannt gegeben. Es fehlt vor allem das Datum für den Verkaufsstart und die Preise für alle weiteren Konfigurationen sind auch noch nicht bekannt. Mit neuer Hardware über den Mac Pro hinaus darf man heute aber eher nicht rechnen.

Detektor: Nicht erst seit der Photoshhop-Ära haben Bilder lügen gelernt, da Bildbearbeitung nun aber recht leicht fällt, kann man an sich kaum noch einem Foto trauen. Manchmal sind die Retuschen ja nur subtil, um die Aussage des Bildes mehr ins Zentrum zu stellen, mal aber so manipulativ, dass sie sich gar ins Gegenteil verkehrt. Oder gar derart intensiv, dass das Bild Personen bei Handlungen zeigt, die sie nie begangen haben. Adobe scheint sich dieser Verantwortung bewusst und stellt auf seiner Hausmesse Adobe Max in Los Angeles ein Tool vor, mit dem man Bildmanipulationen leichter erkennen soll. About Face konzentriert sich zunächst auf Gesichter, die Analyse der einzelnen Pixel soll zu Tage fördern, ob das Foto manipuliert wurde. Noch ist die Technik im experimentellen Stadium Adobe zeigte sie im Rahmen seiner Sneaks-Show, auf der in der vergangenen Jahren schon etliche Innovationen vorab zu sehen waren die es mittlerweile in die Creatve Cloud geschafft haben, wie etwa das inhaltsbasierte Auffüllen. Auch weitere bei den Sneaks gezeigte experimentelle Features haben das Potential, bald Bestandteil der regulären Software zu sein, etwa Go Figure, das die Bewegungen einer Person aufnimmt und in eine Animation übertragen kann. Auch nicht schlecht: All in, das wie die anderen neuen Funktionen auf Adobes künstliche Intelligenz Sensei zurückgreift. Mit All In lösen Gruppen ihr Problem, dass der Fotograf des Gruppenbildes darin natürlich nicht auftaucht. All in kombiniert zwei Fotos und montiert die in jeweils einem Bild fehlenden Fotografen in ein Gesamtkomposition mit ein. Sweet Talk soll Animationen verbessern und synchronisiert dabei die Mundbewegungen von animierten Figuren mit der Audiodatei. Sound Seek wiederum eröffnet neu Möglichkeiten der Manipulation von Reden, in einer gewiss legitimen und gewünschten Form, in dem es repetitive Elemente wie "mmhs" und "Aähhs" erkennt und aus der Aufnahme entfernt. Awesome Audio hilft Nutzern von Adobe Audition dabei, störende Nebengeräusche wie Verkehrslärm mit einem Klick auszublenden.

Weitere Nachrichten:

Projektmanagement: Merlin Project jetzt auch für das iPad

Als ”professionelles Projektmanagement mit etwas Magie” – passend zum Programmnamen Merlin, der berühmten keltischen Zaubererfigur – bezeichnet Entwickler Project Wizards sein nun für Mac, iPhone und iPad vorliegendes Tool fürs Projektmanagement, das sich besonders an Branchen wie Architektur und Bauwesen, Medien und Agenturen, Aus- und Weiterbildung sowie Forschung und Entwicklung wendet, aber auch private User im Blick hat. Mit Merlin Project in Version 6 sollen sich Abläufe der geplanten Vorgänge, Dauer und Abhängigkeiten leicht definieren und auf einander beziehen lassen, etwa mit Strukturplänen und Gantt-Diagrammen.

Entsprechend beginnt man in der Regel mit einem Brainstorming in der intuitiv gestalteten Mindmap und führt von dort aus sein Projekt weiter. Die zahlreichen Funktionen werden auf der Website des Entwicklers beschrieben  – hier findet man einen Vergleich der verschiedenen Versionen für den Mac, fürs iPad sowie die vereinfachte Ausgabe Merlin Project Express. Vor allem auf dem iPad sind noch nicht alle aus der Mac-Version vertrauten Funktionen vorhanden, sondern in Vorbereitung.

Mit der neuen Version 6.0 unterstützt Merlin Project den Dunkelmodus auf Macs, iPads & iPhones. Als Kontrast dazu bietet Merlin Project 6 nun auch einen hellen Inspektor für ein durchgängig helles Erscheinungsbild an. Die verschiedenen Darstellungen lassen sich auf vier Arten kombinieren: Beispielsweise können im Dunkelmodus die Inhalte eines Projekts auch hell erscheinen.

Merlin Project 6 unterstützt auf dem Mac jetzt die Akzentfarben des Betriebssystems, was etwa im neuen Startdialog dargestellt wird. Dieser bietet einen direkten Zugriff auf alle Vorlagen und vorherige Dokumente. Eine neues, praktisches Ansichtenmenü soll das Öffnen der zahlreichen Darstellungen auf ein Projekt erleichtern.

Auf dem iPad kann Merlin Project 6 nun mit mehreren Fenstern umgehen – den sogenannten Szenen. Es wird zudem unterstützt, ein Projekt gleichzeitig in mehreren Szenen zu öffnen.

Merlin Project 6 benötigt mindestens macOS 10.12 oder iOS 12. Anwender erhalten die neue Version im Rahmen der regelmäßigen Aktualisierungen. Interessenten testen kostenlos für 30 Tage alle Funktionen. Die Demoversion kann von der Webseite des Herstellers geladen werden, auch als Bestandteil der Programmsammlung von Setapp lässt sich Merlin testen.

Merlin Project gibt es im Abo – für den Mac werden dabei pro Jahr und Anwender 149 Euro fällig, für iOS-Geräte sieben Euro pro Monat und Anwender respektive 70 Euro pro Jahr und Anwender.

City K-ZE: Renault soll Elektro-Auto für unter 12.000 Euro bringen

Erst vor wenigen Wochen hatte Renault angekündigt, dass es binnen der nächsten fünf Jahre ein Elektro-Auto zu einem Preis von unter 10.000 Euro auf den Markt bringen wolle. Jetzt soll es laut der britischen Auto-Nachrichten-Webseite Autocar noch viel schneller gehen. Demnach wolle Renault sein neues elektrisches SUV Renault City K-ZE künftig auch in Europa verkaufen. Bisher bietet Renault den City K-ZE nur in China an.

Renault könnte laut Autocar den K-ZE unter seiner preislich aggressiv positionierten Sub-Marke Dacia verkaufen. Der Preis für das kleine Stadt-SUV soll bei 10.000 britischen Pfund liegen, das wären umgerechnet rund 11.586 Euro. Damit wäre der K-ZE preislich deutlich unter dem aktuellen Elektro-Auto von Renault, dem Zoe, positioniert.

Renault hat bisher aber weder bestätigt noch dementiert, dass der K-ZE unter dem Markennamen Dacia verkauft werden soll. Renault soll aber zumindest die Anpassung des K-ZE an den europäischen Markt bereits bestätigt haben, wie Autocar schreibt.

Das City K-ZE verkauft Renault in China für umgerechnet rund 8000 Euro aufwärts. Das City K-ZE zählt zum A-Segment und ist für den Einsatz in Städten gedacht. Also sozusagen das genaue Gegenteil zum Audi E-Tron.

Autocar vermutet, dass Renault die Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs für den europäischen Markt verbessern werde. Vielleicht wird Renault auch die Reichweite etwas erhöhen. Diese liegt derzeit laut dem alten NEFZ bei – sehr theoretisch - knapp 250 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit der China-Version liegt bei rund 104 Kilometer pro Stunde.

Derzeit lässt Renault den K-ZE nur in einer Fabrik in China produzieren.

Facebook will mit Gesichtsfreischaltung gegen Fake-Profile vorgehen

Facebook sucht nach immer neuen Möglichkeiten, um Bots und Fake-Profile aufzuspüren. Wie die App-Forscherin Jane Manchun Wong in dieser Woche über den Micro-Blogging-Dienst Twitter demonstriert , setzt Facebook bei einem aktuellen Test auf Video-Selfies. Facebook-Nutzer werden dabei aufgefordert, ein kurzes Video zu erstellen, in dem ihr Gesicht aus unterschiedlichen Winkeln zu sehen ist. So müssen sie etwa ihren Kopf frontal im Videoclip einfangen und ihn im Anschluss nach links und nach rechts drehen.

Während Manchun Wong in ihrem Beitrag davon ausgeht, dass Facebook zur Identitätsfeststellung eine Gesichtserkennungstechnik einsetzt, wurde diese Vermutung inzwischen von Facebook gegenüber TheNextWeb dementiert . Der aktuelle Test mit Video-Selfies sei eine Möglichkeit für Facebook, um festzustellen, ob es sich bei einem Account-Inhaber um einen Bot oder um einen echten Menschen handelt. Gesichtserkennung komme dabei nicht zum Einsatz. Stattdessen stelle Facebook lediglich fest, ob im Video Bewegungen und ein Gesicht zu erkennen sind. Das genügt dem Unternehmen als Bestätigung. 

Manchun Wong zufolge wird das Selfie-Video nach 30 Tagen wieder von den Facebook-Servern gelöscht. Das soziale Netzwerk ist den Gerüchten zufolge auch gerade dabei, seinen Verifikationsprozess per Ausweis zu verbessern – eine weitere Möglichkeit, um Fake-Accounts und Bots aufzuspüren. Wann genau die Authentifizierung per Selfie-Video für alle Nutzer zur Pflicht wird, ist nicht bekannt.

ginlo: WhatsApp-Alternative meldet Insolvenz an

Eigentlich sollte Sims Me, der Messenger der Deutschen Post eine auf Privatsphäre getrimmte Alternative zu WhatsApp und Co. darstellen. Bei Privatkunden fand der Dienst jedoch wenig Anklag. Bei Geschäftskunden erfreute sich Sims Me jedoch wachsender Beliebtheit. Grund genug für die GMX-Gründer Karsten Schramm, Peter Köhnkow und Eric Dolatre, den Messenger im März 2019 mit ihrem Startup Brabbler zu übernehmen. Sie tauften Sims Me in ginlo um und stellten mit ginlo Business eine Version für Geschäftskunden bereit. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Im Play Store kam die Privatkunden-Version auf rund 500.000 Downloads, ginlo Business zählt nur rund 10.000 Downloads. Nun wurde beim Amtsgericht München das Insolvenverfahren für Brabbler eröffnet. Brabbler ist das Geld ausgegangen. Dem Unternehmen gelang es nicht, neue Investoren für die ginlo-Produkte zu finden.

Auf der offiziellen Brabbler-Website bestätigt das Unternehmen nun, dass ginlo und ginlo Business bis Ende Dezember 2019 eingestellt werden. Bis dahin laufen die beiden Apps auf „Minimalbetrieb“ weiter. Funktion wie die DHL-Paketbenachrichtigung oder der Contentchannel wurden bereits abgeschaltet. Brabbler empfiehlt seinen Kunden, ihre Nachrichten, Bilder und Videos zu sichern, denn alle ginlo-Daten werden Ende Dezember gelöscht.

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