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Morgenmagazin vom Donnerstag, 8. August 2019

08.08.2019 | 07:16 Uhr |

Faltbares iPhone angeblich ab 2021 zum Premiumpreis +++ Apple Card: Hohes Interesse der Verbraucher +++ Apple News zahlt sich allmählich aus +++ Woher der Sound der iPhone-Kamera stammt +++ Recycling: Google will nachhaltiger werden +++ Bärtierchen sind auf dem Mond gelandet - haben sie überlebt? +++ "Storm Area 51"-Aktion wieder zurück bei Facebook

8. August: Vier Fußgänger

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Her comes the sun - nach einem recht regnerischen Mittwoch, der aber Wasser von oben vor allem dort brachte, wo kein so großer Mangel herrschte. Der Rest des Landes klag zurecht über das zweite Dürrejahr in Folge, nur im Alpenstau bekommt man davon wenig mit. Es ist aber auch hier wärmer geworden und man hat den Eindruck, die Gewitter fielen heftiger aus. Aber, Oh! Darling, jetzt regiert ja wieder der Sun King. Das ist doch Something, das uns fröhlich sagen lässt: Come Together. Gerne auch in einem Oktopus-Garten, wer weiß, ob denn nicht das ein oder andere chinesische Restaurant so heißt. Dort dann aber bitte die Rechnung bezahlen, nicht dass es heißt: You Never Give Me Your Money. Und der Wirt Maxwell mit seinem silbernen Hammer auf Sie einschlägt, Because er Sie für einen Mean Mr. Mustard hält.

Nicht erst gestern haben wir eine wunderbare leichte Sommer-Musik-Komödie gesehen, die in sich einen Kern von Tragödie enthält: Denn in der Welt, in der der Protagonist nach einem Unfall aufwacht, gibt es die Beatles nicht mehr. Er ist zumindest der einzige, der sich an die Fab Four erinnern kann. Gut, dass es nur ein Film ist, wir alle erinnern uns mehr oder minder stark an John, Pual, George und Ringo - deshalb haben Sie ja auch all die Anspielungen an Songtiteln des Albums Abbey Road erinnert, die wir im ersten Absatz untergebracht haben. Und beim Stichwort "Abbey Road" haben Sie doch auch gleich wieder das Bild der vier vor Augen, wie sie im Gänsemarsch den Zebrastreifen vor dem Studio, in dem sie ihre Alben aufgenommen haben, überqueren.

Heute ist es exakt 50 Jahre her, dass diese ikonische Aufnahme, an die sich alle erinnern, im Nordwesten Londons entstanden ist. Das zugehörige Album, das elfte und vorletzte Studioalbum (in der Produktion eigentlich das letzte) sollte dann am 26. September in UK erscheinen und einige Tage später, am 1. Oktober, in den USA. Die Beatles waren damals bereits in Auflösung begriffen und es sollte nicht mehr lange dauern, bis die Welt tatsächlich ohne die womöglich wichtigste Band der Musikgeschichte dastand. Doch ist ihr Werk unsterblich - und es leben heute sogar wenigstens noch zwei der Herren, die da schreiten, die beiden in der Mitte. Wobei es kurz nach Veröffentlichung von Abbey Road  irre Verschwörungstheorien aufkamen, nach denen Pual McCartney längst gestorben und durch einen Doppelgänger ersetzt worden wäre, die bloßen Füße des Paul-Doubles und der im Hintergrund parkende Käfer seien unwiderlegbare Hinweise darauf. Derartiger Humbug ist also kein Privileg des Internetzeitalters. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Stetig ist nur der Wandel : Das iPhone trägt fährt nur noch die Hälfte des Apple-Umsatzes ein – die einen freuen sich, die anderen geraten in Panik. Es ist für Apple aber nichts Neues, dass sich sein Geschäftsmodell ändert und ein einst lukratives Produkt langsam unwichtiger wird oder gar vom Markt verschwindet, während sich neue Umsatzströme ergeben. In seiner Kolumne More Color schaut sich Jason Snell die Angelegenheit einmal genauer an, mit fünf Stichproben aus den letzten 20 Jahren, im Fünfjahreabstand. Da war 1999 der Mac das absolut dominante Produkt und nach Steve Jobs' Rückkehr mit Hilfe des iMac auch wieder relevant geworden. 2004 erlebte Apple, wie der iPod immer mehr Fahrt aufnahm und damit zwangsweise der Umsatzanteil des einstigen Brot-und-Butter-Produkts zurück ging. Im Jahr 2009 machte sich das iPhone erstmals in der Bilanz breit und 2014 hatte das iPad den iPod vergessen gemacht. Und nun im Jahr 2019 kommen die Services und andere Produkte groß zum Tragen, Wearables, AppleTV, HomePod und weiteres Zubehör. Es ist für Apple gewiss kein Schaden, alle paar Jahre etwas Neues zu wagen, um weiter zu wachsen. Denn das haben die Verschiebungen im Umsatz gemein: Insgesamt hat das Unternehmen über die Jahre und Jahrzehnte zugelegt.

Klappt nicht: Faltbare Smartphones haben sich bisher als Fehlschlag erwiesen - Samsung und Huawei konnten mit ihren Konzepten nicht überzeugen, die Industrie  scheint darauf zu warten, dass Apple ihr zeigt, wie es richtig geht. Die Analysten der Investmentbank UBS sind sich indes sicher, dass Apple tatsächlich an einem faltbaren iPhone arbeite, wie es in einem Investorenbericht heißt. Bis 2020 oder 2021 werde man aber noch auf das klappbare Gerät aus Cupertino warten müssen, womöglich werde es auch zunächst ein iPad zum Zusammenfalten geben. Es gebe jedoch noch einige Hürden zu überwinden. Zum einen halte Samsung einen Großteil der Patente um faltbare Geräte, zum anderen würde für die Technologie ein satter Aufpreis gegenüber herkömmlichen Smartphones und Tablets fällig. Prinzipiell seien aber die Kunden für Mehrausgaben von 400 bis 500 US-Dollar bereit, Apple-Kunden würden sogar 600 US-Dollar extra akzeptieren. Die tatsächlichen Mehrkosten könnten aber noch höher ausfallen, daher müsse sich der Augenmerk jetzt auf die Reduktion der Kosten für Komponenten und Produktion richten.

Das Nichts am Rand: Über eine andere nicht so hilfreiche Entwicklung der Smartphones lässt sich Michael Simon auf PC World aus. Ränder werden immer dünner, die Hersteller wollen sich anscheinend gegenseitig übertreffen und das komplett randlose Smartphone realisieren. Auch Apple macht dabei ja mit. Das hat negative Folgen, nicht nur in von vielen als hässlich empfundenen Kerben, sondern auch von versehentlich ausgelösten Bildschirmaktionen. Es geht ja sogar noch randloser, Oppo verbaut nun die erste Selfiekamera hinter das Dispaly, was aber sehr zu Lasten der Fotoqualität geht. Auch nicht elegant sind Fingerabdrucksensoren auf der Rückseite des Telefons wie bei Samsung - und solche für unter das Display unter Umständen nicht gut genug.  Von Gesichtserkennung mit Hinterglaskameras ganz zu schweigen. Google könne jedoch mit dem Pixel 4 einen Ausweg aufzeigen, der obere Rand wird wieder dicker und ist vollgestopft mit allerlei Sensorik. Mal sehen, wie Apple mit dem iPhone XI das Problem angehen wird.

Nächste Runde: Apple hat die sechste Developer Beta von iOS 13 und iPadoS 13 veröffentlicht. Dem bisherigen Schema folgend, sollte diese noch heute oder in den nächsten Tagen als fünfte Public Beta veröffentlicht werden. Einige kleinere Neuerungen sind zu erkennen, etwa neue Startbildschirme beim Öffnen von Fotos und dem App Store und eine neue Kontrolle für den Dark Mode im Kontrollzentrum.

Wachstum : Die Geduld einiger Publisher mit der Plattform Apple News zahlt sich allmählich aus, berichtet Digiday. So freut sich etwa der Titel Stylist über eine Verdreifachung der Adimpressions von April bis Juni, die mit einer Verdoppelung des Umsatzes verbunden war. Bis Ende de Jahres hofft man, etwa 12.000 US-Dollar im Monat mit Apple News umzusetzen. Auch andere Publisher, die anonym bleiben wollen, bemerken im Sommer 2019 einen deutlichen Zuwachs. Owen Wyatt, Geschäftsführer von The Stylist Group hat eine Erklärung für den Erfolg: Apple stehe unter Druck, Umsätze neben dem Hardwareverkauf zu erzielen, biete aber eine hohe Skalierbarkeit auf seiner Plattform und stehe zudem als verlässliche Marke da, die viel Wert auf Datenschutz legt. Für Advertiser sei es daher ein geringes Risiko, Geld auf der Plattform zu lassen. Olly Osborne, General Manager von Vice in Europa, dem Nahen Osten und Afrika lobt das gute Verhältnis zum Team von Apple News und bestätigt, dass auf merkliche Leserzuwächse nun auch die Umsätze vielversprechend anstiegen. In Deutschland ist Apple News mit Ausnahme eines Widgets in iOS noch nicht angekommen, in UK nutzen laut Comscore pro Monat 10,5 Millionen Besucher das Angebot, was Platz 15 in der Nachrichtenkategorie bedeutet.

Klage : In Kalifornien ist die erste Sammelklage gegen Apples Praxis eingegangen, Siri-Konversationen aufzuzeichnen und von Menschen auswerten zu lassen, ohne dass Anwender die Gelegenheit gehabt hätten, dieser Praxis zu widersprechen. Apple hatte vorige Woche das Programm vorerst gestoppt und werde es erst wieder aufnehmen, wenn in einem zukünftigen Update ein Opt-out vorhanden ist. Die Klage trägt vor, dass Anwender ihre Zustimmung zur Aufnahme nur geben, wenn sie Siri per Sprachkommando oder Geste aktivieren, Apple nehme aber auch Gespräche auf, wenn Siri versehentlich anspringt. Apple habe die Datenschutzgesetze in Kalifornien damit verletzt und müsse nicht nur alle Aufnahmen der Teilnehmer der Sammelklage löschen, sondern auch dafür Sorge tragen, dass diese nicht mehr ohne ihre Zustimmung abgehört würden.

Hohes Interesse: Die Apple Card, die derzeit nur einige wenige Anwender schon beantragt haben, könnte ein Hit werden, ergibt eine Verbraucherumfrage von J.D: Power in den USA. Von den Befragten hätten 38 Prozent gewusst, dass ein entsprechendes Angebot käme, von denen würden wiederum 35 Prozent wahrscheinlich oder sicher eine Apple Card beantragen. Dabei ist vor allem das jüngere Publikum stark interessiert, 52 Prozent der 18- bis 29-Jährigen wollen eine Apple Card. Ebenso hoch ist das Interesse bei den Leuten, die bereits Apple Pay nutzen. Die Umfragedaten hatte das Institut im Juli erhoben, als Apple seine Kreditkarte noch kaum beworben hatte. Laut der Marktforscher sei das hohe Interesse auch deshalb interessant, weil die Apple Card im Vergleich zu anderen Karten keine Boni beim Anmelden ausschütte und das Reward-Programm relativ zurückhaltend ist. Dafür ist aber die Nutzungsfreundlichkeit der Karte recht hoch, da sie unter anderem bereits im Farbverlauf ihrer Darstellung auf dem iPhone-Bildschirm anzeigt, in welchen Kategorien man sein Geld ausgegeben hat.

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Woher der Sound der iPhone-Kamera stammt

Wer sein iPhone nicht auf lautlos gestellt hat, wird das Geräusch sofort erkennen: Druckt man auf den digitalen Auslöser der Kamera, ertönt ein satter Sound der schließenden Blende. Die Ähnlichkeit ist keine imaginäre, sondern ist durchaus aus erster Hand bestätigt. Jim Reekes hat in einem kurzen Interview gegenüber CNBC erzählt, woher genau er den Sound hat.

In den Achtzigern und Neunzigern war der Mann bei Apple als Sound Designer beschäftigt. Seine Hauptaufgabe bestand darin, Warnsignale, Tonzeichen für diverse Situationen am Mac zu gestalten, sodass sie dem Nutzer gefallen und diesen nicht all zu sehr nerven. Eine spannende Geschichte dazu haben wir im Artikel " Welcher Beatles-Song den Startsound von Macintosh inspirierte " beschrieben. Das Tastaturkürzel für Screenshots am Mac sollte ebenfalls seinen eigenen Sound erhalten, so hat Reekes kurzerhand entschieden, seine eigene Kamera zu "missbrauchen". Reekes hatte damals eine Canon AE-1 benutzt, für seine Aufnahme hatte er eine große Blende eingestellt, aufgenommen wurde am Mac mit einem angeschlossenen Shure-Mikro.

Der Screenshot-Sound ist dann von iPhone-Ingenieuren ohne Änderungen als Kamera-Geräusch kopiert worden. Während Reekes für den Mac die Kamera-Blende als eine Art Erweiterung der Benutzeroberfläche konzipiert hat, war das iPhone-Geräusch für die Verkäufe in Japan notwendig. Die Handy-Hersteller verpflichten sich im Land, die Kamera-Funktion mit einer wie auch immer gestalteten Soundkulisse auszustatten, diese lässt sich bei den lokalen Modellen nicht ausschalten. Der Grund stammt noch aus der Prä-iPhone-Ära , als erste Handys mit den eingebauten Kameras auf den Markt kamen. In Japan machte sich ein recht bedenklicher Trend breit: Mit den kleinen Geräten konnte man unbemerkt Frauen unter den Rock schauen und Fotos machen. Um dem entgegenzuwirken, haben die Handy-Hersteller den digitalen Auslöser laut gemacht. Ob dies das Problem gelöst hat, ist nicht bekannt; Mat Smitt von "Engadget" berichtete noch 2016, dass in Tokio die Anzahl von solchen Meldungen eher angestiegen ist.

Recycling: Google will nachhaltiger werden

Google hat in dieser Woche in einem Blog-Post Nachhaltigkeitsziele für das Unternehmen formuliert. So sollen bis zum Jahr 2022 alle Produkte mit Made by Google-Branding aus Recycling-Materialen hergestellt werden. Dazu zählen unter anderem die Pixel-Smartphones, der smarte Lautsprecher Google Home oder die Streaming-Hardware Chromecast. Bereits zwei Jahre früher, im Jahr 2020, soll die Versorgungskette zu und von den Google-Kunden komplett CO2-neutral sein.

Wie genau Google diese ehrgeizigen Ziele erreichen will, führt der Konzern in seinem Blog-Post nicht aus. Stattdessen verweist das Unternehmen auf bereits erreichte Ziele. Im vergangenen Jahr hatte Google damit begonnen, seine Product Environmental Reports zu veröffentlichen. Die Berichte sollen Nutzern dabei helfen, zu verstehen, aus welchen Materialien ihre Google-Produkte gefertigt wurden und welche Wege sie zurückgelegt haben. Von 2017 bis 2018 habe Google seine CO2-Emissionen eigenen Aussagen zufolge bereits um 40 Prozent senken können. Ein Großteil der Nest-Produkte wird laut Google außerdem bereits aus Recycling-Kunststoff gefertigt. Damit hat das Unternehmen laut eigenen Angaben bereits einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit getan.

Bärtierchen sind auf dem Mond gelandet - haben sie überlebt?

Gibt es vielleicht doch Leben auf dem Mond? Im April war die Landung der privat finanzierten israelischen Sonde "Beresheet" auf dem Mond gelandet. Ein Fehler im Antrieb der Sonde ließ den Landeanflug außer Kontrolle geraten, wodurch die Sonde dann auf dem Mond zerschellte . Die Sonde hatte unter anderem ein Backup der Menschheit an Bord, welches die Arch Mission Foundation erstellt hatte. In diesem Backup befanden sich aber nicht nur Informationen, sondern auch Lebewesen. Sie sollten dem Entdecker in ferner Zukunft zu Analysezwecken dienen.

Wie die US-Site Wired berichtet , enthielt das Archiv der Menschheit neben menschlicher DNA-Proben auch tausende lebende Exemplare der Bärtierchen. Die auch als "Wasserbären" bekannten Tierchen sind weniger als einen Millimeter klein. Sie sind so zäh, dass sie in nahezu jeder Umgebung überleben können - auch im All.

Die Sonde wurde bei der Landung zerstört, aber was wurde aus den Bärtierchen? Hat die Menschheit versehentlich Lebewesen auf den Mond gebracht, die dort nun herumkriechen und sich ungehemmt vermehren? Und vermehren können sich solche Bärtierchen in immenser Geschwindigkeit...

Die Arch Mission Foundation ist sich ziemlich sicher, dass der Behälter, in dem sich das Backup der Menschheit befand, den Absturz überstanden und sich nicht geöffnet hat. Das Backup selbst besteht auch aus vielen Schichten, in denen unter anderem die komplette englischsprachige Wikipedia gespeichert ist. Zusätzlich gibt es auch Epoxidharzschichten, in denen DNA-Informationen von Menschen abgelegt wurden.

In einem Klebeband zur Befestigung und Sicherung des Archivs an den Wänden der Sonde hatte die Arch Mission Foundation auch einige tausend Bärtierchen hineingelegt, allerdings nicht im lebenden Zustand, sondern dehydriert. Dabei befinden sich die Tierchen in einem Zustand, in dem sie wiederbelebt werden können - oder in der richtigen Umgebung sich selbst wiederbeleben könnten.

Im ungünstigsten Szenario könnten die dehydrierten Bärtierchen über die Mondlandschaft verstreut worden sein. Die Arch Mission Foundation ist sich ziemlich sicher, dass die Bärtierchen sich nicht aus dem dehydrierten Zustand wiederbeleben könnten. Dazu bräuchte es eine erdähnliche Atmosphäre. Und selbst für den noch unwahrscheinlicheren Fall, dass ein lebendes Bärtierchen sich dazwischen geschummelt haben könnte, dürfte die auf dem Mond herrschende Strahlung ihm ziemlich schnell den Rest geben.

Spannend wäre noch die Frage, ob ein Astronaut, der irgendwann in ferner Zukunft auf den Mond reist und auf die dehydrierten Bärtierchen stößt, diese dann auf der Erde wiederbeleben könnte.

Der Wired-Artikel weist auch darauf hin, dass für Reisen zum Mond andere Regeln als für Reisen zum Mars gelten. Der Mars erfüllte mehr Bedingungen für die Existenz von Leben, weshalb für Mars-Missionen strengere Regeln gelten, um eine Kontamination der Oberfläche zu vermeiden.

Daher drohen der Arch Mission Foundation auch keine Strafen dafür, dass sie menschliche DNA und sogar (dehydrierte) Lebewesen bei der gescheiterten Mission auf der Mondoberfläche zurückgelassen habe. Es sei ohnehin nicht die erste menschliche DNA, die auf dem Mond herumliege, denn die Apollo-Astronauten hätten im Laufe der Jahre über 100 Tüten mit Exkrementen zurückgelassen.

 

"Storm Area 51"-Aktion wieder zurück bei Facebook

Am Dienstag hatten wir noch gemeldet, dass Facebook die Aktion "Storm Area 51" gestoppt hat. Lesern war aufgefallen, dass die zum Zeitpunkt unserer Recherche nicht mehr bei Facebook verfügbare Veranstaltung im Laufe des gestrigen Nachmittags entgegen unseres Berichts doch wieder verfügbar war. Was ist passiert?

Ursprünglich hatte Facebook dem Veranstalter der Aktion mehrfach einen Verstoß gegen die Community Standards, also Gemeinschaftsstandards, vorgeworfen und daher die Veranstaltung gelöscht. Die zahlreichen Medien-Berichte über die Löschung der Veranstaltung zeigten dann aber Wirkung.

Laut Angaben von Facebook geschah die Löschung der "Storm Area 51"-Veranstaltung aufgrund eines Fehlers. Diesen habe man mittlerweile rückgängig gemacht.

An der Veranstaltung "Storm Area 51", die den Zusatz "SIe können uns nicht alle stoppen" trägt, wollen am 20. September derzeit über 2,03 Millionen Facebook-Nutzer teilnehmen und knapp 1,5 Millionen Nutzer haben ihr Interesse an einer Teilnahme bekräftigt. Insgesamt sind damit derzeit 3,54 Millionen Menschen für die Aktion registriert.

Veranstalter der Spaß-Aktion ist Matty Roberts, der sich zunächst enttäuscht über die Löschung der Veranstaltung durch Facebook gezeigt hatte. In einem aktuelleren Facebook-Beitrag freut sich Roberts über die erneute Verfügbarkeit der Veranstaltung mit den Worten: "Und sie ist zurück, Baby!!!". Auch Roberts geht davon aus, dass Facebook sich die Löschung aufgrund der Medienberichterstattung wieder überlegt habe.

Spannend wird nun, was wohl am 20. September 2019 passieren wird: Werden sich tatsächlich unzählige Menschen am Besucherzentrum des Area 51 treffen, um die Militärbasis dann zu stürmen? Das US-Militär hat bereits erklärt, dass das Gelände von der US-Luftwaffe für Tests und Trainings genutzt werde und jeder Versuch, das Gelände illegal zu betreten, sehr "gefährlich" sei. Das Wachpersonal ist befugt, Eindringlinge mit allen Mitteln aufzuhalten.

Wer dennoch aus sicherer Entfernung einen Blick auf Area 51 werfen möchte, der kann dies über diesen Link machen, der in Google Maps zu den Koordinaten von Area 51 führt - also 37°14'52.9"N und 115°48'00.6"W. Zum Zeitpunkt, als der Satellit die Aufnahme machte, scheint aber kein Alien auf dem Gelände spazierengegangen zu sein. Wir konnten auch keine Spur von einem UFO entdecken.

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