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Morgenmagazin vom Freitag, 1. April 2016

01.04.2016 | 07:03 Uhr |

iOS 9.3.1 behebt Link-Bug +++ FBI will weiteres iPhone knacken und über Methoden schweigen +++ Lücke im MDM-Protokoll entdeckt +++ Einfacher Code hebelt SIP-Schutz in OS X aus +++ Fliegender Selfie-Stick folgt Menschen +++ Alien: Reebok veröffentlicht Ripleys Sneaker +++ Fusion der Datenschutz-Suchmaschinen +++ iOS 9.3 – das stabilste Update seit Jahren

1. April: Schabernack und ernsthafte Firmengründungen

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Grundsätzlich sollte man nicht alles glauben, was in der Zeitung steht, Radio oder Fernsehen senden oder im Internet geposted wird. Nun ist aber auch nicht alles verkehrt, was man so liest und hört, Quellen und Publikationen sind mehr oder minder vertrauenswürdig. Wie sehr vertrauenswürdig ein Blatt ist und welche Haltung dahinter steckt, hat man in der Regel recht schnell heraus gefunden. Und nur, weil man dort manche Dinge anders dargestellt sieht als man sie bisher zu betrachten pflegte, muss es sich nicht um die Unwahrheit handeln, die man da liest und hört.

Wer aber insbesondere heute auf korrekt recherchierte und glaubwürdige Informationen Wert legt, sollte alle anderen Nachrichtenportale mit Ausnahme von der-postillion.com meiden: Die Satiriker vom Dienst versprechen auch heute wie an jedem 1. April nicht bei den Scherzen der anderen Zeitungen, Sender und Portale mitzumachen, sondern weiterhin seriös zu berichten.

Wir freuen uns aber heute auf allerhand Schabernack im Netz, der Zeitung und im Fernsehen, müssen dabei aber aufpassen, am Ende nicht noch wahre Geschichten für ausgedachte zu halten. So hatte Google vor 13 Jahren Gmail an einem 1. April angekündigt, was die Fachpresse eine Weile rätseln ließ, ob die Suchspezialisten aus Mountain View das wirklich ernst nehmen. Oder Amazons Dash-Buttons: Die praktischen Knöpfe zum Nachbestellen von Verbrauchsmaterial wie Waschmittel oder Druckertinte hatte der Versandhändler im letzten Jahr am Abend des 31. März angekündigt, als bei uns schon 1. April war. Aber auch Amazon hat das ernst gemeint - und baut just am 31. März das Lineup der Dash-Buttons aus .

Völliger Ernst war zudem die Gründung des Unternehmens Apple am 1. April 1976 - und doch war ein Trick dabei. Denn Steve Wozniak wollte für das gewagte Projekt nicht seinen gut bezahlten Job kündigen, daher überredete Steve Jobs den Geschäftsmann Ronald G. Wayne dazu, mit in die Firma einzusteigen. Mit der Unterschrift Waynes auf dem Papier konnte der eine Steve dem anderen sagen: "Schau her, Ron hat schon unterzeichnet, mach' auch du deinen Kaiser Wilhelm da hin". Ronald Wayne steig schon wenige Wochen später wieder aus und verkaufte seine Anteile für 800 US-Dollar. Heute wäre ein Drittel Apples über 200 Milliarden US-Dollar wert...

So wahr die Geschichte der Firma Apple am 1. April 1976 beginnt, so wahr sind auch heute alle unsere Nachrichten, Tests und Ratgeber. Bis auf eine Geschichte. Aber lassen Sie sich überraschen... Peter Müller

Lesetipps für den Freitag:

Fünf High- und fünf Low-Lights: In 40 Jahren Unternehmensgeschichte kommt so einiges zusammen. Revolutionäre Produkte und gigantische Flops. Jeweils fünf haben unsere Kollegen der Macworld als die besten und schlechtesten Apple-Produkte gekürt und werden dabei grundsätzlich. Die Top 5 sind der Apple II, der Macintosh, der iPod das iPhone und OS X, die Flop 5 bilden der Macintosh Portable, der Power Mac G4 Cube, der Apple III, eWorld und natürlich der Newton.

Update: Apple hat den Web-Link-Bug in iOS 9.3 behoben und in der Nacht das Update auf iOS 9.3.1 nachgeliefert. Laut Release-Notes ist das der einzige Zweck des Updates. Die mit iOS 9.3 eingeführten Universal Links hatten zu dem Problem geführt, die Abstürze die App von Booking.com ausgelöst. Mit einer reichlich komplizierten Prozedur konnte man sein gecrashtes iPhone oder iPad zwar wieder reparieren, das Update bietet aber einen direkteren Zugang zu einer Lösung.

Schweigen: Allem Anschein nach wird das FBI die Methode nicht offenlegen, mit der die Behörde das iPhone 5C des San-Bernardino-Attentäters Syed Farook auch ohne Apples Hilfe knackte. Zwar wäre die Behörde laut des Vulnerabilities Equities Process dazu verpflichtet, etwaige Sicherheitslücken dem Hersteller zu melden, doch bestehen für Strafverfolger Ausnahmen. Im Zweifelsfall würde eine Kommission des Weißen Hauses darüber entscheiden, derzeit sieht es aber nicht so aus, als würde die Regierung seine Behörde zur Offenlegung zwingen. Apple hat sich in der Sache bisher nur dazu geäußert, dass man gerne wüsste, wie das FBI an welche Informationen gekommen ist. Indes hat das FBI angeboten, in einem Mordfall im US-Bundesstaat Arkansas ein ebenso entsperrtes iPhone zu entschlüsseln.

Kritik: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lobt zwar Apples Supplier Responsibility Report und anerkennt das Bemühen Apples, die Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette zu verbessern und den CO2-Ausstoß insgesamt zu reduzieren, bemängelt aber einige Intransparenzen. Apple liefere zu wenige Details, welche Problem wo noch anstünden und wie das Unternehmen sie anzugehen versucht.

Lücke: Mit iOS 9 hat Apple die Sicherheit von iPhones und iPads erhöht, die über das Device Management zentral verwaltet werden. Der Diebstahl eines Firmenzertifikats reicht seither nicht mehr aus, um Malware auf die Geräte zu schmuggeln. Wie nun aber Hacker auf der Sicherheitskonferenz Black Hat Asia gezeigt haben, besteht noch eine Sicherheitslücke im MDM-Protokoll, die Raum für Man-in-the-Middle-Attacken lässt.

Mehr als Photos: Adobe hat Version 14 seiner Bildbearbeitungssoftware Photoshop Elements aufgelegt und spricht damit vor allem die Fotografen an, denen Fotos für OS X zu wenig bietet, denen aber die Vollversion von Photoshop zu kompliziert ist. Unsere Kollegen der Macworld haben die Software getestet und kommen zu dem Schluss, dass sich die Investition von 100 US-Dollar durchaus lohne.

Plattform: Microsoft hat auf seiner Entwicklerkonferenz Build angekündigt, Apps auf den Ribbons seiner Office-Anwendungen Word, Excel und Powerpoint platzieren zu lassen. Entwickler können damit ihre eigenen Apps für Office anpassen und in die Programme einbinden.

Weitere Nachrichten

Einfacher Code hebelt SIP-Schutz in OS X aus

Mit El Capitan hat Apple die neue Sicherheitsfunkton System Integrity Protection eingeführt. Die auch SIP oder Rootless genannte Funktion verhindert die Schreibzugriffe auf Systemordner. Selbst Administratoren können auf die Systemordner /System, /bin, /usr und /sbin nicht mehr zugreifen – ein zusätzlicher Schutz gegen Malware und Hacker.

Allerdings haben deshalb auch Anwendungen wie Total Finder ein Problem: Es ist nicht mehr möglich, Anwendungen zu entwickeln die gewisse Systemeigenschaften besitzen, beziehungsweise diese verändern.

Offensichtlich hat das Konzept aber noch Sicherheitslücken, wie jetzt The Register berichtet . Im letzten Sicherheitsupdate musste Apple bereits mehrere Fehler beheben, über die ein Anwender Root-Rechte erlangen konnte. Laut Stefan Esser von der Firma Sektion Eins , der diese Lücken bei der SyScan 360 präsentierte, gibt es aber noch weiterhin bestehende Angriffsmöglichkeiten. Es gibt nämlich Systemtools, die man für das Erlangen von Root-Rechten zweckentfremden kann. So kann man ein Systemtool namens fsck_cs  dazu nutzen, eine Konfigurationsdatei zu ersetzen, die alle zu blockenden Erweiterungen erhält. Eigentlich ist das Tool für das Prüfen von Core Storage gedacht, hat aber die nötigen Rechte, durch SIP geschützte Datein zu verändern. Für die Nutzung dieses Hacks ist zwar ein weitgehender Zugriff auf einen Mac notwendig, offensichtlich ist aber Apples Rootless-Konzept in der Praxis weniger leicht abzusichern als von Apple gedacht.

Fliegender Selfie-Stick folgt Menschen

Als die Mutter aller Selfie-Sticks könnte man den Roam-e bezeichnen. Dabei handelt es sich um einen Selfie-Stick, der fliegt.

Der Roam-e wird mit dem Smartphone der Person gekoppelt, die er fotografieren soll. Zwei übereinander angeordnete Rotoren bewegen den fliegenden Selfie-Stick. Der Roam-e nutzt Gesichtserkennung, um die Person, die er fotografieren soll, zu erkennen. Er folgt der Person dann in einem Abstand von bis zu 25 Metern. Neben normalen Fotos (mit 5 Megapixel) kann der Roam-e auch 360-Grad-Panorama-Aufnahmen machen und Live-Videos streamen. Bis zu 20 Minuten lang soll der Roam-e mit einer Akku-Ladung durchhalten. Ein Quad Core ARM Cortex A7-Prozessor treibt das Gadget an.

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Zusammenklappbar

Die Rotoren kann man zusammenfalten, wodurch sich der Stick leichter mitnehmen lässt. Er soll dann nicht größer als eine 0,6-Literflasche sein. Die Möglichkeit, den Roam-e überallhin leicht mitnehmen zu können, soll ihn wesentlich von normalen Flugdrohnen unterscheiden, wie der Hersteller betont - wobei es mit der Skeye Nano Drohne aber bereits eine preisgünstige Mini-Drohne mit Kamera gibt. Allerdings besitzt diese 69-Euro-Drohne keine Gesichtserkennung und folgt nicht automatisch einer Person. Zudem ist die Bildqualität bei der Skeye schlechter: 640 x 480 Pixel .

Preis

Umgerechnet rund 236 Euro soll der Roam-e kosten (die Preisangabe von 349 Dollar im Online-Shop sind australische Dollar). Der Roam-e von der IoT Group aus Australien kann bereits vorbestellt werden. Im Juni soll die Auslieferung beginnen.

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Alien: Reebok veröffentlicht Ripleys Sneaker

Nachdem Nike mit den Nike Air Mag im vergangenen Jahr Marty McFlys Sneaker aus Zurück in die Zukunft II veröffentlichte, zieht Konkurrent Reebok nun ebenfalls mit einer Film-Hommage nach. Reebok knöpft sich ein Remake der High-Top-Turnschuhe vor, die Sigourney Weaver als Ellen Ripley in Aliens tragen durfte.

Die so genannten Reebok Alien Stomper wurden 1986 von Reebok speziell für den zweiten Teil der Alien-Reihe entworfen und produziert. In den vergangenen Jahren hatte der Turnschuh-Hersteller bereits eine Mid-Top-Variante der Sneaker in limitierter Auflage veröffentlicht. 2016 soll nun die originale High-Top-Version aus dem Film in den Läden stehen.

Der Reebok Alien Stomper erscheint zum so genannten Alien Day am 26. April 2016. Fans können die Sneaker über reebok.com bestellen. Einige ausgewählte Händler weltweit haben die Alien Stomper ebenfalls auf Lager. Wie viel das Retro-Schuhwerk kosten soll, ist allerdings noch nicht bekannt.

Fusion der Datenschutz-Suchmaschinen

Wer Google-Suchergebnisse wünscht, aber seine persönlichen Vorlieben gerne für sich behalten möchte, nutzt die Suchmaschine Startpage. Diese reicht die Suchbegriffe an Google weiter, ohne identifizierende Benutzerdaten wie die IP-Adresse durchzuleiten. Startpage zeigt dann die Suchergebnisse an, die Google zurück liefert. Ixquick ist hingegen eine Meta-Suchmaschine, die Ergebnisse mehrerer Suchdienste kombiniert, ebenfalls diskret. Der niederländische Betreiber beider Dienste fasst Startpage und Ixquick nun zusammen.

Die Surfboard Holding B.V. will mit der Fusion Ressourcen freisetzen, die der Stärkung des Angebots an die Nutzer dienen sollen. Ixquick liefert seit 1999 Meta-Suchergebnisse – seit 2006 unter Achtung der Privatsphäre der Benutzer. Im Jahr 2009 kam Startpage hinzu und reicht Google-Suchergebnisse anonymisiert weiter. Startpage kann auch recht einfach als Standardsuchmaschine in Firefox eingerichtet werden.

Da die Suche nicht personalisiert wird, bleiben die Ergebnisse ungefiltert. Das Unternehmen bezahlt Google für die Ergebnisse, womit der Suchmaschinenriese einen Ausgleich für die ihm entgehenden Benutzerdaten erhält. Finanziert wird das Angebot durch Werbung auf den Trefferseiten.

War unter der Web-Adresse ixquick.com bislang die Meta-Suche zu finden, erwartet den Benutzer dort nun mit „StartPage by Ixquick“ die von startpage.com bekannte diskrete Google-Suche. Wer weiterhin die Meta-Suchmaschine nutzen möchte, findet sie jetzt unter ixquick.eu .

Das Unternehmen bietet zudem mit StartMail einen kostenpflichtigen Mail-Dienst an, der PGP-Verschlüsselung bietet und den Nutzern die oft als zu kompliziert empfundene Mail-Verschlüsselung erleichtern will. StartMail wirbt zudem damit, dass es im Gegensatz zu anderen (kostenlosen) Mail-Diensten die Daten der Benutzer nicht für Werbezwecke auswertet.

iOS 9.3 – das stabilste Update seit Jahren

Fällt man ein Urteil nach Medienberichten und Kommentaren in den sozialen Netzwerken , war das Update auf iOS 9.3 das Katastrophen-Update schlechthin: Die Safari-Links lassen sich mit dem neuen System nicht richtig anklicken. Das hat sofort für Unmut gesorgt. Nun blendet man dabei vorschnell auch die positiven Effekte aus: Das iOS 9.3 hat viele nützliche Funktionen gebracht ( hier die Übersicht ), auch hat Apple den lästigen Zeitreise-Bug behoben, weitere Sicherheitslücken sind ebenfalls geschlossen, die Jailbreak-Community schweigt sich nach einigen viel zu lauten Versprechen weitgehend aus. Zwar gibt es ein Beta-Tool des Pangu-Teams , doch damit funktioniert der Cydia Store nicht, so bleibt das ganze Prozedere ziemlich sinnlos.

Die App-Analytics-Firma Apteligent liefert nun gegenüber Appleinsider statt Emotionen harte Zahlen. Laut eigenen Auswertungen beträgt die Absturz-Rate bei iOS 9.3 nur 2,2 Prozent, der Wert ist deutlich niedriger als bei den Versionen iOS 8 (rund 3 Prozent) und iOS 9.2 (ebenfalls rund 3 Prozent). Genauso stabil wie das iOS 9.3 verhält sich nur der Vorvorgänger iOS 9.1. Auch für den Link-Bug findet sich eine logische Erklärung: Die Abstürze verursacht die sogenannte Universal-Links-Funktion, übrigens auch in den früheren Versionen bis hin zu iOS 9.0.2. Vor allem die Booking.com-App war dafür anfällig, der Anbieter hat seitdem die eigene Entwicklung aktualisiert. Auch Apple hat versprochen, den Fehler mit dem nächsten Update zu beseitigen. Hier finden Sie eine Beschreibung , wie Sie den Link-Fehler noch vor dem Update beheben können. 

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