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Morgenmagazin vom Freitag, 1. August 2014

01.08.2014 | 07:15 Uhr |

Was heute wichtig wird: 1. August 2014 +++ Shazam jetzt auch für den Mac +++ USB-Geräte als Sicherheitsrisiko +++ Apple entlässt 40 Prozent der Beats-Mitarbeiter +++ Tomtom Start: Neue Einsteiger-Navigationsgeräte +++ EU plant neues Kartellverfahren gegen Google

Was heute wichtig wird: 1. August 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wir Bayern geben es ja nicht gerne zu, dass auch außerhalb der Landesgrenzen Bier gebraut wird. Manchen Brauereien gelingen dabei Biere, die man sogar trinken kann. In den USA, dem Land der traditionslosen Dünnbiere, hat sich in den letzten Jahren gar eine Bewegung entwickelt, die im wahrsten Sinne des Wortes über den Atlantik schwappt: Craft Beer. Sogar die Kollegen der Süddeutschen Zeitung waren begeistert von den neuen, handgemachten und ungewöhnlichen Bieren. Also geben wir zu: Ja, am ersten Freitag im August ist der Internationale Tag des Biers. Bisher dachten wir ja, der wäre am 23. April, dem Tag des deutschen, also bayerischen Biers. Aber auch außerhalb der Landesgrenzen werden Biere gebraut, die man trinken kann. Ansonsten bleibt an diesem 1. August 2014 wenig zu feiern, gut den Schweizern an ihrem Nationalfeiertag schon. Und auch Bastian Schweinsteiger, an seinem 30sten Geburtstag. Aber vor exakt 100 Jahren war an diesem 1. August mit der Kriegserklärung des Deutschen Reiches an Russland endgültig die letzte Chance verstrichen, den vierten Balkankrieg zu beenden, bevor er zum Weltkrieg ausartete. Der Rest ist Geschichte...

An ein Ereignis aus der Kulturgeschichte, das auf einen 1. August fiel, wollen wir an dieser Stelle aber nochmals erinnern. Vor 33 Jahren ging in New York der Fernsehsender MTV (Music Television) erstmals auf Sendung, gleich einmal mit einer frechen Botschaft. Denn der erste ausgestrahlte Videoclip war " Video Killed the Radio Star " – den Machern des Fernsehsenders war bewusst, welch disruptive Macht das noch junge Medium der Musikvisualisierung hatte. Das ist Äonen her und MTV längst von neueren Entwicklungen überholt, Musikvideos schaut man heute, wann man will, wo man will, wie man will: legal, illegal oder halbegal. Das Radio hingegen hat aber auch längst nicht mehr die Macht, mit mutigen Programmen neue Stars zu machen. Man muss sich nur mal einen Tag lang einen der Hauptsender anhören - allenfalls spät am Abend kann man da Neues entdecken, der Rest ist Mainstreamgedudel, schön auf Format gebracht und auf ein identisches Lautstärkeniveau ausgependelt. Wer macht dann heute die neuen Musikstars? Waren es bis vor wenigen Jahren noch populäre Radio-DJs oder Video-Jockeys, die den an den Geräten versammelten Hörern und Zuschauern neue interessante Künstler präsentierten, sind es heute Algorithmen. Die sind zwar sehr schlau, wenn es darum geht, Korrelationen zu erkennen, aber haben keinerlei Esprit, kein Gespür für das, was der Kunde(!) als nächstes hören möchte. Am besten etwas, von dem er noch gar nicht weiß, dass er es hören möchte. Apple wird ja nachgesagt, genau dieses Gespür zu haben, insofern sind wir gespannt, ob der von Algorithmen und Kuratoren getriebene Musikdienst Beats Music wirklich das halten kann, was wir uns von ihm versprechen. Aber erst einmal baut Apple bei dem jüngst eingekauften Unternehmen massiv Stellen ab. Ob da nicht jemand das falsche Bier getrunken hat? Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Apples eigenes Netzwerk zur Auslieferung von Inhalten ist in Betrieb ( ArsTechnica )

Wearables-Nutzer verlieren schnell den Spaß an Fitnesstrackern und Smartwatches ( Macworld )

25 Jahre Microsoft Office: Eine Zeitreise ( tecChannel )

Apple Aperture und Adobe Lightroom im Vergleich ( Macworld UK )

Warum Tablets nicht vom Niedergang bedroht sind ( CNN Money )

Weitere Nachrichten:

Shazam jetzt auch für den Mac

Was ist das für ein Song, der da gerade im Radio oder im Club läuft? iPhone-Nutzer haben mit Shazam seit geraumer Zeit eine App zur Verfügung, die darauf Antworten gibt - und auch gleich den Kauf des erkannten Songs im iTunes Store anbietet. Die Technologie wird Apple auch in iOS 8 in Siri integrieren, Musikerkennung ist so noch schneller und einfacher möglich. Seit gestern ist eine kostenlose Shazam-App aber auch im Mac Ap Store erhältlich. Die App nutzt zur Erkennung das eingebaute Mikrophon des Mac oder ein an den Sound-Eingang angeschlossenes Mikro - USB-Mikros werden derzeit nicht unterstützt. Shazam setzt sich nach Installation in die Menüleiste und beginnt sofort mit der Arbeit, man kann das Programm aber auch mit einem Klick abschalten. Hat es vier Stunden lang gar nichts gehört, schaltet es sich von selbst ab. Erkennt Shazm einen Song, schickt sie eine Benachrichtigung mit Titel und Interpret an die Mitteilungszentrale und in das Shazam-Menü, inklusive eines Links in den iTunes Store. Ein Klick auf den Titel führt aber zunächst auf die Shazam-Website, die mehr Informationen zu dem Song preis gibt.

USB-Geräte als Sicherheitsrisiko

Die Sicherheitsforscher Karsten Nohl, Jakob Lell und Henryk Plötz haben eine Schwachstelle im USB-Standard ausgemacht, mit der sich herkömmliche USB-Sticks als Tastatur oder Netzwerkkarte ausgeben können. Der tief in der Firmware des Sticks versteckte Schadcode lässt sich nach Angaben der Berliner Experten nicht durch Zusatzsoftware erkennen, da er sich die Grundlagen des USB-Standards zunutze macht.

In einem Testversuch war es möglich, Tastaturanschläge mitzuloggen, die Webcam einzuschalten oder Fotos vom Bildschirm aufzunehmen. In der heutigen ARD-Sendung Monitor wollen die Forscher ihren Fund präsentieren.

Die Experten sehen in USB-Sticks ein großes Sicherheitsrisiko. Speziell Firmen könnten von der Spionagemöglichkeit betroffen sein. Noch würde die Manipulation der USB-Geräte zwar viel Arbeit voraussetzen, doch in naher Zukunft dürften entsprechende Programme auftauchen, die diese Schritte erleichtern.

Apple entlässt 40 Prozent der Beats-Mitarbeiter

Apple entlässt 40 Prozent der Beats-Mitarbeiter (c) Beats
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© Beats

Apple entlässt 200 Mitarbeiter. Allerdings nicht in seinem eigenen Unternehmen, sondern bei Beats Electronics und Beats Music, die Apple für drei Milliarden US-Dollar (zirka 2,24 Milliarden Euro) übernimmt.

Das berichten verschiedene US-Medien wie zum Beispiel die New York Post u nter Berufung auf den Blog 9to5Mac. Damit müssen rund 40 Prozent der bisherigen Beats-Mitarbeiter gehen. Die betroffenen Mitarbeiter wurden offensichtlich bereits informiert, die Kündigungen sollen noch vor dem 1. August, dem Tag der Übernahme, erfolgen. Von den Entlassungen sind Insidern zufolge „redundante“ Stellen in der Verwaltung betroffen. Entwickler und kreative Köpfe bekämen dagegen Job-Angebote von Apple.

Apple will durch die Übernahme neue Zielgruppen und Käuferschaften erreichen und zugleich seine Macht in dem stark wachsenden Musik-Streaming-Markt vergrößern. Die Übernahme von Beats ist der bisher größte Zukauf von Apple, seit dort Tim Cook das Ruder übernommen hat.

Das bisherige Top-Management von Beats - Luke Wood, Ian Rogers und Trent Reznor - sollen laut Insider-Informationen zu Apple wechseln. Die Beats-Mitbegründer Jimmy Iovine und Dr. Dre haben diesen Wechsel bereits vollzogen.

Beats Electronics

Beats Electronics ist spezialisiert auf hochwertiges Audio-Zubehör wie die bekannten Kopfhörer mit dem roten B-Logo. Außerdem vertreibt das Unternehmen Lautsprecher und Audio-Software. Der Musikproduzent Jimmy Iovine und der Hip-Hop-Künstler Dr. Dre.haben Beats Electronics gegründet. Beats hatte eine Zeitlang eine Kooperation mit dem taiwanischen Smartphone-Hersteller HTC. HTC hatte sich sogar bei Beats eingekauft. Beats lieferte die Soundtechnik für die HTC-Smartphones, beispielsweise das HTC Sensation XL. HTC hat diese Zusammenarbeit aber im Jahr 2013 beendet und seine Anteils an Beats an einen Finanzinvestor verkauft.

Beats Music

Beats Music wiederum ist ein Abo-basierter Musik-Streamingdienst. Dieses kostenpflichtige Musikstreaming-Angebot dürfte Apple am meisten interessieren (Apple unterhält in den USA mit iTunes Radio allerdings bereits ein ähnliches Angebot). Denn mit Musikstreamingdiensten lässt sich relativ zuverlässig und regelmäßig Geld verdienen – vor allem dank des Booms von Smartphones. Typische Zielgruppe sind eher jüngere Smartphone-Besitzer.

Tomtom Start: Neue Einsteiger-Navigationsgeräte

Der niederländische Navigationsspezialist hat eine neue Serie von Navigationsgeräten vorgestellt. Die neuen Navis sind unterhalb der Go-Reihe positioniert. Von den Go-Modellen unterscheiden sich die neuen TomTom Start-Geräte in einem wesentlichen Punkt: Sie bieten keine Echtzeitverkehrsinformationen.

TomTom Start: Neue Einsteiger-Navigationsgeräte (c) TomTom
Vergrößern TomTom Start: Neue Einsteiger-Navigationsgeräte (c) TomTom
© TomTom


Die Funktionen der neuen TomTom Start-Serie im Überblick:

  • Lifetime Maps: Während der gesamten Lebensdauer der Produktfamilie können pro Jahr mindestens vier vollständige Karten-Updates auf das Gerät herunterladen werden.

  • Fahrspurassistent mit realistischen 3D-Abbildungen der korrekten Fahrspur.

  • Routenleiste: Wichtige Routeninformationen auf einen Blick. Die Routenleiste enthält Informationen zur Navigation und zu Radarkameras auf der geplanten Route.

  • Schnellsuche: Autofahrer können einfach auf die Karte tippen, um eine Route zu planen, oder ihr Ziel rasch mit der Schnellsuche-Funktion finden.

  • Sonderziele: Fahrer sehen Sonderziele in ihrer Nähe. Von Tankstellen bis Hotels.

  • Meine Orte: Favoriten werden auf der Karte dargestellt. Autofahrer finden und navigieren so einfach zu ihren bevorzugten Zielen.

  • Map Share Änderungen: Teilen und laden geprüfter Kartenänderungen aus der Map Share-Community.

Preise und Verfügbarkeit

Die neuen Modelle der Start-Serie gibt es mit 4 Zoll (11 cm), 5 Zoll (13 cm) oder 6 Zoll (15 cm) Bildschirmdiagonale im Handel oder online ab 139,95 Euro.

Einschätzung

TomTom will mit den neuen Start-Modellen vor allem Autofahrer gewinnen, die ihr Navigationsgerät nicht regelmäßig verwenden oder hauptsächlich in ihrer Freizeit nutzen. Deshalb empfangen die Start-Geräte keine Echtzeitverkehrsinformationen von TomTom Traffic.

Doch gerade im Einsteigersegment ist die Konkurrenz durch – teilweise kostenlose – Navigations-Apps auf Smartphones besonders groß und mächtig. Jedes moderne Smartphone stellt unterwegs eine Karte zur Verfügung, sei es via Internet oder mit auf dem Smartphone vorinstalliertem Kartenmaterial. Und anders als die TomTom Start-Navigationsgeräte bietet beispielsweise das kostenlose Google Maps Navigation auf allen Android-Smartphones durchaus Echtzeitverkehrsinformationen, die zumindest für Ballungsräume, Autobahnen und stark befahrene Bundesstraßen ausreichend exakt sind. Ob ein PND heutzutage ohne Echtzeitverkehrsinformationen noch Sinn macht, muss jeder selbst beantworten.

EU plant neues Kartellverfahren gegen Google

EU plant neues Kartellverfahren gegen Google (c) Google
Vergrößern EU plant neues Kartellverfahren gegen Google (c) Google
© Google

Nachdem die vier Jahre andauernden Ermittlungen der EU-Wettbewerbshüter bezüglich Googles Suchmaschinen-Praktiken sowohl europäische Politiker als auch die Konkurrenten unbefriedigt zurückgelassen haben, könnte dem Konzern im November ein neues Kartellverfahren drohen. Dann übernimmt in Brüssel ein neuer Chef-Kartellwächter das Ruder.

Wie die Nachrichtenagentur aus gut informierten Kreisen erfahren haben will, werde in Brüssel gerade der Grundstein für neue Ermittlungen gelegt. Dieses Mal geht es nicht um Googles Suchmaschine, sondern um die Frage, ob der US-Konzern die 80 Prozent Marktanteil, die Android für sich beanspruchen kann, für wettbewerbswidrige Praktiken nutzt.

Microsoft-Koalition reicht EU-Beschwerde gegen Android ein

Den Angaben zufolge hat die Kommission in den vergangenen Wochen bereits Fragebögen an unterschiedliche Firmen verschickt, die weitaus umfangreicher sein sollen, als die Befragungen in 2011 und 2013. Die Kartellbehörde will dabei unter anderem wissen, ob Google seinen Hardware-Partnern die Installation von konkurrierender Software untersagt. Noch bis September haben die Unternehmen Zeit, die über 40 Fragen zu beantworten. Die Antworten werden dann darüber entscheiden, ob Brüssel ein neues Kartellverfahren gegen Google einleitet oder nicht.

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