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Morgenmagazin vom Freitag, 10. Oktober 2014

10.10.2014 | 07:18 Uhr |

Was heute wichtig wird: 10. Oktober 2014 +++ Apples Zwei-Faktor-Authentifizierung wird sicherer +++ Thunderbolt-Glasfaserkabel von Corning bei Comline +++ Imgur entwickelt GIF-Format weiter +++ RE Kamera von HTC schießt Fotos aus der Hüfte +++ Elektronik-Händler fürchten den eBay-PayPal-Split nicht +++ Apple bleibt wertvollste Marke der Welt

Was heute wichtig wird: 10. Oktober 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! 10.10. ist da. Wie jetzt, werden sich viele fragen, davon habe ich noch gar nichts mitbekommen und nochmal eben in Twitter oder Facebook nach Meldungen über OS X Yosemite nachschauen und einschlägige Nachrichtensites checken. Aber schauen Sie doch einmal in Ihren Kalender: Es ist der 10.10. - oder wie es im englischsprachigen Raum heißen würde 10/10. Irgendwie wäre heute ein guter Tag für die Veröffentlichung von OS X 10.10 Yosemite gewesen, doch Zahlenmystik dieser Art ist Apple dann doch fremd. Wenigstens kann man sich bei der Versionierung des Betriebssystems darauf verlassen, dass die Fassung von 2015 dann OS X 10.11 sein wird, der Codename ist jetzt noch offen. Bei Microsoft muss man sich hingegen fragen, wer dort die Betriebssysteme durchzählt. Auf Windows 95 und 98 folgten ME und XP, nach Vista war plötzlich Windows 7 angesagt, das aber nicht erst die vierte Version nach Windows 3.1 war. Immerhin folgte Windows 8, mit dem Update 8.1. Und ab kommenden Jahr plötzlich Windows 10. Das Marketing des Konzern betont, das neue System sei ein solcher Schritt vorwärts, dass der Versionssprung von 8.1 auf 10 gerechtfertigt sei. Böse Zungen aber behaupten, dass zahlreiche schlampige Programmierer in ihren Code einfach reingeschrieben hätten, eine Software dürfe nicht laufen, wenn der Name des Betriebssystem mit "Windows 9" beginne - so sollten Windows 95 und 98 gleichermaßen ausgeschlossen werden. Mac- und iOS-Entwickler haben es da bedeutend leichter...

Wenn OS X 10.10 voraussichtlich in zwei Wochen zum Download bereit steht - i n der Nacht haben Entwickler einen dritten Kandidaten für den Golden Master erhalten - stehen viele Anwender vor der Frage, ob sie ihren alten Mac überhaupt auf das neue System aktualisieren sollten. Hierzu gibt es keine allgemeingültigen Antworten. Zwar läuft Yosemite auch auf iMacs des Modelljahres 2007 mit 2 GB RAM, die Frage ist nur, wie schnell. Wer noch mit Mac-OS X 10.6 Snow Leopard unterwegs ist, setzt womöglich sogar noch PPC-Software ein. Die Frage muss dann lauten: Was kostet ein Upgrade der betroffenen Programme oder gibt es Alternativen dafür? Schließlich steht gar im Raum, ob es nicht doch gleich ein neuer Rechner sein soll, denn gerade die interessantesten Neuerungen von Yosemite wie Handoff und Continuity setzen jüngere Hardware voraus. Ein frischer Mac hätte unter Umständen auch den Vorteil, dass man wieder etwas von der Steuer absetzen könnte...

Kommenden Donnerstag wissen wir mehr über den Veröffentlichungstermin von OS X 10.10 Yosemite und haben womöglich einen ganz neuen Mac im Blick. Seien wir gespannt. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen

Was Apple am Donnerstag bringen könnte : Nicht nur wir haben uns Gedanken gemacht, was nächste Woche für Apple auf dem Programm steht, auch unser Macworld-Kollege Christopher Breen hat über mögliche Innovationen spekuliert. Vor allem ein neues Apple TV sollte mal her, meint er, und Carl Icahn gehöre mal das Maul gestopft

Lässige Reaktion : In einem länglichen offenen Brief schmiert der Großinestor Carl Icahn einerseits Tim Cook Honig ums Maul und wiederholt andererseits massiv seine Forderung nach einem größeren Aktienrückkaufprogramm. AAPL sei unterbewertet und könnte an der Börse locker das doppelte kosten, außerdem wäre es wohl doch mal Zeit für einen Fernsehapparat . Apple reagiert keineswegs verärgert, sondern lässig mit dem Verweis auf bisher an Aktionäre ausgeschüttete Milliarden. Bis Ende 2015 soll die Gesamtsumme größer als 100 Milliarden US-Dollar werden.

Foxconn-CEO wittert Kampagne gegen iPhone 6 Plus : "Bentgate" hätten Konkurrenten Apples inszeniert, meint der CEO von Foxconn, jener chinesischen Manufaktur, die für Apple die Telefone produziert. Telefone können nicht einfach so in der Hosentasche verbiegen. Indes tauchen erste Berichte auf, dass sich auch Samsungs Galaxy Note irreversibel verbiegen lasse, wendet man die Kräfte auf, die auch das iPhone 6 Plus zerstören.

Diebstahl, keine Anerkennung : In einem Interview mit der Businessweek erklärt Apples Chefdesigner Jony Ive, dass er das Kopieren von Apples Designs für Diebstahl halte. Konkreter Anlass ist ein bisher nur in China erhältliches Smartphone von Xiaomi, das dem iPhone 5 bis ins Detail gleicht.

Weitere Nachrichten

Apples Zwei-Faktor-Authentifizierung wird sicherer

Mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung hat Apple die Sicherheit beim Einloggen in die iCloud als Reaktion auf den Diebstahl pikanter Promi-Bilder kürzlich schon deutlich verbessert. Nun folgt eine weitere Maßnahme: Wird per Drittanbieter-Programm auf die Apple-Datenwolke zugegriffen, muss ab dem 10. Oktober zusätzlich ein Passwort für diese Anwendung erstellt werden.

Auf diese Weise will Apple verhindern, dass Programme wie Thunderbird das zur Apple-ID gehörende Passwort speichern. Die Erstellung dieser Passwörter erfolgt über den Service „ Meine Apple-ID “ unter „Passwort und Sicherheit“. Das Maximum der für jeweils eine Dritthersteller-Anwendung gedachten Kennwörter liegt bei 25.

Sollten Sicherheitsbedenken bestehen, so können einzelne Passwörter oder gleich alle Zugänge gemeinsam widerrufen werden. Das Verfahren soll künftig verhindern, dass Kriminelle an die in der iCloud hinterlegten Daten gelangen. Dennoch muss die Funktion erst aktiviert werden. Dies geschieht ebenfalls unter „ Meine Apple-ID “ mit dem Menüpunkt „zweistufige Bestätigung“.

Thunderbolt-Glasfaserkabel von Corning bei Comline

Die Thunderbolt-Kabel von Corning aus Glasfaser erlauben mit Längen von 5,5, 10, 30 sowie 60 Metern, Peripheriegeräte von der Workstation abzusetzen, um Lärmbelästigung und Platzprobleme am kreativen Arbeitsplatz zu vermeiden. Sie sind  laut Anbieter bis zu 50 Prozent dünner und bis zu 80 Prozent leichter als vergleichbare Kupferleitungen und daher besonders einfach zu transportieren. Sie können problemlos geknickt, verdreht und gequetscht werden, ohne dass sie dadurch beschädigt werden, verspricht der Vertreiber. Anwender können mit den Kabeln schnelle Storage RAIDs, Audio- und Video-Interfaces, Erweiterungschassis für PCIe Karten, 10 Gbit und Fibre Channel Netzwerke anbinden. Zudem können sie bis zu sechs Thunderbolt-Geräte gleichzeitig in Reihe schalten.
Um Verfügbarkeit, Preise und Bestellmöglichkeiten einzusehen, ist es erforderlich, sich bei Comline zu registrieren. Der Online-Shop ist Händlern vorbehalten und für Endkunden nicht verfügbar. Die Preise für die Thunderbolt-Kabel liegen bei bis zu 1100 Euro netto. Das kleinste Kabel mit 5,5 Metern gibt es für gut 150 Euro netto.

Imgur entwickelt GIF-Format weiter

GIF-Grafiken erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Dies liegt primär an der Möglichkeit, mit animierten GIFs kurze Animationen oder ruckelige Videos zu erstellen. Der Fotodienst Imgur hat das betagte Format einer Frischzellenkur unterzogen.

Hierfür wurde eine neue Möglichkeit erarbeitet, um mit GIF-Grafiken umzugehen. Alle entsprechenden Grafiken, die zu Imgur hochgeladen werden, werden automatisch in ein MP4-Video umgewandelt, komprimiert und am Ende wie ein herkömmliches GIF dargestellt. Die Bearbeitung ermöglicht deutlich größere Dateien mit besserer Qualität, die nach der Umwandlung kleiner als herkömmliche GIFs ausfallen.

Die Betreiber sprechen von einer Größenreduktion um den Faktor 10, dennoch sei das finale GIF vom Format her größer. Bislang liegt das Dateilimit für GIF-Dateien bei 5 MB, die Umwandlung sorgt für eine Anhebung auf 50 MB. Ein weiterer Vorteil: Die Dateien können bereits abgespielt werden, wenn sie noch nicht komplett geladen sind.

Die neuen GIFV-Dateien sollen sich laut Imgur überall im Internet wie normale GIF-Grafiken einbinden lassen.

RE Kamera von HTC schießt Fotos aus der Hüfte

Die RE Kamera ist eine Action-Kamera für Schnappschüsse und schnelle Video-Aufnahmen. Für eine Aufnahme hält man die Kamera einfach in die Richtung des Zielobjekts, man schießt sozusagen aus der Hüfte. Wobei HTC aber weniger an echte „Action“-Aufnahmen, also beispielsweise bei sportlichen Aktivitäten, denkt, sondern die RE eher als Kamera für den schnellen Schnappschuss zwischendurch auffasst.

Das Design der Re hat HTC bewusst einfach gehalten. Das Kameragehäuse ist aus Kunststoff und soll bis zu 30 Minuten bis zu einem Meter Tiefe wasserdicht bleiben. Es gibt einen Button an der Vorderseite und einen an der Rückseite. Sowie zwei LEDs zur Statusanzeige. Es gibt aber weder einen Sucher und einen Bildschirm. Und auch keine grafische Benutzeroberfläche.

Einen Einschaltknopf gibt es nicht, die Kamera schaltet sich stattdessen automatisch ein, wenn man sie hochhebt. Mit einem kurzen Fingerdruck auf den hintern Button nimmt man Fotos auf, ein langer Fingerdruck startet eine Videoaufnahme. Mit dem Button an der Vorderseite startet man eine Slow-Motion-Aufnahme. Blinkt die LED rot, zeichnet die Re Camera ein Video auf, blinkt sie blau, wird gerade ein Zeitlupenvideo aufgenommen.

Die Kamera besitzt einen 16-Megapixelsensor und ein 146-Grad-Weitwinkelobjektiv. HD-Videos sind mit 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Slow-Motion-Videos lassen sich mit 720p bei 120 Bildern pro Sekunde aufzeichnen.

Der 820-mAh-Akku soll bis zu einer Stunde und 40 Minuten durchhalten, wenn man ununterbrochen ein 1080p-Video aufnimmt. Eine Akku-Ladung soll zudem für 1200 Fotoaufnahmen ausreichen.

Eine 8-GB-microSD liegt bei und kann durch microSD-Karten bis zu einer Speicherkapazität von 128 GB ersetzt werden.

HTC will die Kamera in den Farben Orange, Blau, grün und weiß noch im Laufe dieses Monats in den USA auf den Markt bringen. Die Re Camera kann mit Android-Smartphones und iPhones gekoppelt werden, um die Bilder zu übertragen. Dafür bietet HTC eine App an. Das Smartphone kann dabei in der Hosentasche bleiben, die Übertragung erfolgt via Bluetooth. Außerdem kann man die Smartphone-Bildschirme als „Sucher“ für die Kamera verwenden.

HTC verkauft die RE Kamera zunächst in den USA für 199,99 US-Dollar. Diverses Zubehör wie Fahrradhalter und ein komplett wasserfestes Gehäuse will HTC optional anbieten. Später will HTC die RE Kamera auch in anderen Ländern anbieten, für Euro wird ein Preis von um die 200 Euro genannt.

Elektronik-Händler fürchten den eBay-PayPal-Split nicht

Auch wenn der Investoren-Aktivist Carl Icahn seit Monaten energisch um die Abspaltung PayPals von eBay warb - und dabei auch vor persönlichen Vorwürfen gegen die Führung des E-Commerce-Konzerns nicht zurückschreckte -, kam es doch überraschend, als eBay vergangene Woche für die Jahreshälfte 2015 die Abspaltung von PayPal ankündigte. "Eine gründliche strategische Prüfung mit unserem Verwaltungsrat zeigt, dass eine gemeinsame Weiterführung von eBay und PayPal über 2015 hinaus strategisch und mit Blick auf das Wettbewerbsumfeld mit weniger Vorteilen für jeden der Geschäftsbereiche verbunden ist", ließ eBay-Chef John Donahoe verlauten. Wenige Monate zuvor hatte Donahoe allerdings eine Aufspaltung des Konzerns noch kategorisch ausgeschlossen.

Sogleich begann in Fachmedien und Blogs die Diskussion über die Hintergründe des Unternehmens-Splits: war es der Druck von Investor Icahn? Oder der Schock, der durch die Ankündigung von Apples iPhone-Bezahlsystem Apple Pay ausgelöst wurde - nach einer Partnerschaft mit Samsung blieb PayPal bei der Apple-Bezahllösung außen vor. Der unabhängige eBay-Blog Ecommerce Bytes stellte dem mit der Unternehmensteilung abtretenden CEO John Donahoe jedenfalls ein vernichtendes Zeugnis aus : er sei der falsche Mann für den Job an der Spitze von eBay gewesen. Unter Donahoe sei es nicht nur zu Sicherheits- und IT-Problemen gekommen, auch habe er mit der "Amazonisierung" von eBay die falsche Strategie verfolgt.

Mit der Ankündigung der Aufspaltung begann auch das Mutmaßen über die Zukunft der beiden Unternehmen. Pessimisten sahen im Zeichen von Apple Pay den Stern von PayPal im Sinken. Und das auf sich selbst gestellte eBay wurde sogar nicht selten als Übernahmekandidat bezeichnet. Als mögliche Käufer genannt werden Google - aber auch der chinesische Internet-Marktplatz Alibaba, der im Rahmen eines Rekord-Börsengangs unlängst an der Wallstreet 25 Milliarden Dollar einsammeln konnte.

eBay-Händler bleiben gelassen

Angesichts der Aufregung um die angekündigte Unternehmensaufteilung fragte ChannelPartner einige der führenden eBay-Händler im Elektronikbereich um ihre Einschätzung der Situation. Andreas Müller, Geschäftsführer des langjährigen eBay-Powersellers Deltatecc , bekannte, zu dem Thema noch keine ganz klare Meinung zu haben, erklärte jedoch: "Die Abspaltung kann viele Chancen für beide Unternehmen bieten, wenn diese denn genutzt werden. Wenn sich hier jeder auf seine klaren Kernkompetenzen konzentriert ist es eine bessere Lösung als der derzeitige Zustand."

Ähnlich die Einschätzung von Aetka-Chef Uwe Bauer, der seit dem Frühjahr eBay als Plattform für das Online-Geschäft der in der Verbundgruppe versammelten TK-Händler nutzt . "Die Auswirkungen des Splits können wir weniger beurteilen. Auch nicht, ob es eine Schwächung von eBay bedeuten könnte", räumt Bauer ein, blickt jedoch positiv in die Zukunft: "Denn wenn es durch diese Art der Spezialisierung eine Fokussierung auf die ureigensten eBay-Themen gibt, dann könnte das auch hilfreich sein."

Das Augenmerk stärker auf PayPal richtet Thomas Jacob, Chef des Elektronikversenders Jacob Elektronik und ebenfalls eBay-Verkäufer mit vielen Jahren Erfahrung : "Natürlich hat PayPal ursprünglich massiv davon profitiert, die Bezahlart von eBay zu sein. In der Zwischenzeit hat sich PayPal aber zu einer Art Standard des Bezahlens im Internet entwickelt, so dass es nur logisch ist, die Finanzdienstleistung von der Handelsplattform zu entkoppeln. Für uns wird es im Tagesgeschäft keine Veränderungen geben." (mh)

Apple bleibt wertvollste Marke der Welt

Die Beratungsgesellschaft Interbrand hat ihr Ranking mit der Top 100 der wertvollsten Marken der Welt für das Jahr 2014 aktualisiert. Und auch in diesem Jahr belegt Apple den ersten Platz. Laut der Berechnung von Interbrand hat sich der Wert der Marke Apple im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 118,8 Milliarden US-Dollar erhöht. Auf dem zweiten Platz landet ebenfalls erneut Google. Der Markenwert hier hat sich um 15 Prozent auf knapp 108 Milliarden US-Dollar erhöht.

Eine andere Betrachtung der Zahlen: Wäre Apple ein Staat, dann würde es im Ranking der Länder nach Bruttoinlandsprodukt noch vor Ländern wie Marokko, Slowakei, Ecuador und Oman auf Platz 61 landen.

Allein in der Top 20 findet sich bereits viele große Namen der IT-Branche. Darunter IBM (Platz 4, -8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Wert: 72 Mrd. US-Dollar), Microsoft (Platz 5, +3%, 61 Mrd. US-Dollar), Samsung (Platz 7, +15%, 45 Mrd. USD) und Intel (Platz 12, -8%, 34 Mrd. US-Dollar).

Einen großen Sprung nach vorne machte Facebook. Die Marke steigerte ihren Wert im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent auf 14,4 Milliarden US-Dollar, wodurch Facebook sich im Ranking von Platz 52 auf Platz 29 verbessert. Amazon konnte seinen Wert im gleichen Zeitraum um 25 Prozent auf knapp 30 Milliarden US-Dollar steigern und verbessert sich so von Platz 19 auf Platz 15.

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