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Morgenmagazin vom Freitag, 11. Dezember 2015

11.12.2015 | 07:04 Uhr |

iFixit zerlegt Smart BAttery Case +++ PadOS für iPad Pro gefordert +++ Was Apple in Sachen AR plant +++ Verbesserungen beim Google Drive +++ Erste GoPro-Drohne heißt Karma und erscheint 2016 +++ Ransomware Chimera wirbt um Mittäter +++ Smart Battery Case: Tim Cook verteidigt die iPhone-Hülle

Was heute wichtig wird: 11. Dezember 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Nur noch eine Woche, den Rest von dieser und nach dem vierten Adventssonntag noch ein paar Tage zum Ausklang: Bald haben wir es geschafft, Weihnachten steht vor der Tür. In diesen Tagen steigen allerorten Weihnachtsfeiern, so manch ein Arbeitnehmer zählt schon herunter: Nur noch drei Abteilungsweihnachtsfeiern und noch vier in den all den Vereinen, dann ist schon Heiliger Abend. Entwickler hingegen ordnen eine Code-Freeze an, obwohl es draußen doch gar nicht so kalt ist. Aber so kurz vor den Feiertagen muss man nicht nochmal neue Baustellen aufmachen, es wird schwer genug, alle Systeme in den Ferien am Laufen zu halten.

Apple hat auch allmählich fertig für dieses Jahr und bringt noch vor dem Fest schnell Kleinigkeiten neu heraus. Ein Kabel für schnellere Übertragungen von der Kamera zum iPad Pro beispielsweise oder eine formschöne Hülle mit zusätzlicher Akkulaufleistung für das iPhone 6(S). Sagten wir formschön? Nun ja, kaum ein Apple-Produkt der letzten Jahre hat ein derart negatives, gar spöttisches Echo ausgelöst, aber seien wir mal ehrlich: Wie will man Problem, einen Akku in eine Hülle unter zu bringen, anders lösen als entweder mit einem klobigen Klotz oder dem Buckelwalbuckel des Smart Battery Case?


Weit wichtiger sind aber die Softwareupdates, die Apple den Anwendern von Mac, iPhone, iPad, Apple Watch und Apple TV in dieser Woche spendiert hat, Updates sind dringend geboten. Vor allem Nutzer von Apple Music bekommen sinnvolle Verbesserungen und Ergänzungen, bei denen man sich aber fragen muss, warum Apple nicht von Anfang an das Design so weit optimiert hat. Es scheint, als würde auch Apple auf das Prinzip der permanenten Beta setzen, mit Änderungen, Verbesserungen und Optimierungen alle paar Wochen anstatt einem großen Wurf alle paar Jahre. Agile Entwicklung eben.

Falls Sie iOS oder OS X noch nicht aktualisiert haben, tun Sie's heute. Insbesondere Ihr El Capitan auf dem Mac wird es Ihnen danken, wenn Sie am Welttag des Berges sich um ihn kümmern. Gut, an virtuelle Berge hat die UNO bei der Festlegung  des Internationalen Tags der Berge auf den 11. Dezember sicherlich nicht gedacht. Aber es gibt schon kuriose Gedenktage... Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Zerlegt: Die Spezialisten von iFixit haben natürlich sofort das Smart Battery Case auseinander genommen, das ein seht geteiltes Echo in der Szene erfuhr. Dabei kam wenig überraschendes heraus: Der verbaute Akku hält eine Ladung von 1877 Milliamperestunden bereit und damit etwas mehr als der in iPhone 6 und 6S verbaute Akku. Der Lightning-Connector enthält die intelligente Elektronik eines Ladekabels - das ist ja auch sein Sinn und Zweck. Das Smart Battery Case bekommt von iFixit nur zwei von zehn Punkten auf der Reparaturfähigkeitsskala, aber auch das ist wenig verwunderlich. Dennoch sind die Ingenieure voll des Lobs, das flexible Material sowie die Verfestigungen an den richtigen Stellen haben es ihnen angetan. Das Smart Battery Case ist eben vor allem zweckmäßig - Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

Eigene Software: Dem  iPad Pro werde das auf gut 500 Millionen iPhones installierte Betriebssystem iOS nicht gerecht, insbesondere nicht dem von Tim Cook formulierten Anspruch, das XXl-Tablet bedeute die Zkunft des Personal Computings, haben sich Analysten zu Wort gemeldet. Stattdessen soll Apple für das iPad Pro ein eigenes Betriebssystem PadOS aus der vorhandenen Basis entwickelt, fordert etwa Jan Dawson von Jackdaw Research. Insbesondere die schwache Unterstützung des externen Keyboards müsse Apple verbesseern.

Bewegte Bilder: Neu seit dem iPhone 6 S (Plus) sind bei Apple die Live-Photos, die aber bisher in ihrem eigenen Universum verblieben waren. Das ändert sich nun, mit Tumblr unterstützt erstmals ein Dritter die bewegten Bilder, bei denen die Kamera schon kurz vor dem Auslösen für ein Still und auch kurz danach mitfilmt. Tumblr hat zur Anzeige von Live-Photos sie iOS-App auf Version 5.0 aktualisiert.

Handgelenkssteuerung: Wer eine GoPro-Kamera sein Eigen nennt, kann nun mit der neuen Version der GoPro-App diese auch von der Apple Watch aus steuern. Praktisch ist die App vor allem dabei, das von der GoPro ausgenommene Bild vor dem Drücken des Auslösers zu kontrollieren.

Ausgebaut: Google hat in seinem Blog angekündigt, dass sich das Google Drive nun weit bequemer durchsuchen lasse, auf iPhones und im Webbrowser . Vor allem lässt sich die Suche auf Dateitypen einschränken, ebenso kann man die E-Mail-Adresse des Besitzers des Dokuments als Suchkriterium heranziehen. Auf den neuen iPHones und iPads unterstützt Google Drive auch das Feature 3D Touch.

Weitere Nachrichten:

Blick in die Glaskugel: Was ist Apples "Next Big Thing“?

Mit zwei Firmenkäufen sorgt Apple 2015 unter Entwicklern für Unruhe, der Übernahme des Münchner Unternehmens Metaio und dem Kauf der Schweizer Firma Faceshift. Die meisten Wellen schlägt der Kauf von Metaio, eines Spezialisten für Augmented Reality-Software. Gilt die 2003 gegründete Firma mit 130 Mitarbeitern doch als Markführer im Zukunftsmarkt Augmented Reality und steht hinter bekannten Lösungen wie einem interaktiven Ikea-Katalog oder einer Werkstatt-Lösung von Volkswagen. Den Marktwert von Themen wie Augmented Reality darf man nicht unterschätzen. So erwartet beispielsweise die Deutsche Bank , dass bis 2020 der globale Markt für AR von 500 Millionen Euro auf 7,5 Milliarden steigt. Da darf eine Plattform wie iOS natürlich nicht außen vor bleiben!

Der Ablauf der Metaio-Übernahme sorgt jedoch für Erstaunen: Die 130 000 Entwickler, die Metaios Software nach Firmenangaben verwenden, stehen im Mai 2015 ohne Vorwarnung vor verschlossenen Türen. Nur noch bis 15. Dezember können sie ihre teuer erworbene Software herunterladen, der E-Mail-Support wird schon zum 30. Juni eingestellte. Auf Anfragen per E-Mail reagiert die vorher so aktive Firma seitdem nicht mehr, wie wir schnell feststellen. Bis zum Kauf galt die gut vernetzte Firma als Markführer im Bereich Augmented Reality und bot die führende Tracking-Lösung auf dem Markt. In Bereichen wie Chip-Design arbeitete Metao mit Xilinx zusammen, an mehreren staatlichen Forschungsprojekten ist Metaio ebenfalls beteiligt. Einige deutsche Hochschulmitarbeiter reagieren verschnupft, profitierte Metaio doch stark von Kooperationen mit Universitäten und staatlichen Fördergeldern.

Ein Kaufpreis wird nicht genannt, Apple muss den beiden Firmengründern Thomas Alt und Peter Meier aber ein gutes Angebot gemacht - schließlich hat das Unternehmen keine Geldprobleme. Laut Geschäftsbericht macht Metaio 2014 Verluste von 736 000 Euro - bei einem Umsatz von 7 Millionen Euro. Da das Unternehmen noch in der Aufbauphase und solide finanziert ist, haben die beiden Besitzer aber keinen akuten Grund zum Verkauf. So ist auch in Metaios Geschäftsbericht von 2014, der im Oktober 2015 erscheint, von einem Abbruch der Geschäftstätigkeit keine Rede. Sogar die Steigerung des Umsatzes für 2015 wird erwartet - was aber mit einem Stopp der Software-Verkäufe wohl nicht möglich sein wird. Nur einige Hinweise sind hier zu finden, so werde der neue Eigner Umstrukturierungen vornehmen. Auch der neue Geschäftsführer ist aufgeführt: Gene Daniel Levoff, Apples Vice President of Corporate Law.

Wenn man 200 Milliarden Dollar auf Auslandskonten hat, kann man natürlich in Europa Startups kaufen wie Bonbons. Trotzdem hat Apple mit Firmenkäufen immer strategische Ziele verfolgt. Eine der ersten Gedanken in den Medien ist, Apple wolle dank Metaio mit Augmented-Reality-Funktion seine App Karten erweitern. Dank Augmented Reality richtet man beispielsweise sein iPhone auf eine Straße und erhält Restaurants und ihre Bewertungen angezeigt. Allerdings ist das eigentlich kein Grund für den Kauf der kompletten Firma. Die Theorie einer exklusive Entwicklungslösung für Apple-Geräte klingt da wahrscheinlicher. Wäre doch für die Stärkung der iOS-Plattform die Software und das Know-How von Metaio sehr wertvoll. So fürchten bald viele Entwickler, die plattformübergreifend nutzbare Entwicklungslösung von Metaio werde bald nur noch für iOS-Geräte zur Verfügung stehen. Warum Metaio aber alle 13 000 Kunden derart vor den Kopf stößt und indirekt zur Suche nach Alternativen wie Vuforia auffordert, erklärt dies nicht.

Ein möglicher Grund sind nach unserer Meinung die berüchtigten Smartphone patent wars . Will man AR-Technologie in seinen Smartphones verwenden, braucht man entsprechende Patente oder muss für jedes einzelne Gerät Lizenzgebühren zahlen. Vielleicht ist Apple ja vor allem an den Metaio-Patenten interessiert - allein schon um im AR-Feld tätig sein zu dürfen. Laut einer Studio von Patentvue hielt Mitte 2015 allein Samsung 550 Patente in diesem Bereich, Sony 639 und Microsoft 392. Bereits erteilt wurden den AR-Pionieren aus München bereits 55 Patente im Bereich Augmented Reality weitere 110 waren Anfang 2015 angemeldet. Aus der Perspektive von Metaio wird die Kooperation mit Apple verständlicher, braucht die Firma für die Durchsetzung und Auswertung seiner Patente doch einen starken Partner mit tiefen Taschen. So stehen Firmen wie Samsung, Google und Apple in einem wenig beachteten Krieg um Patenten, bei dem es um Milliarden geht und der Millionen an Prozesskosten fordert. Ein Beispiel, um welche Summen es geht:  Zwei Verfahren gegen Samsung kosteten Apple knapp 60 Millionen US-Dollar . Einigen sich streitende  Konzerne doch außerdem oft nicht durch Geldzahlungen, sondern die gegenseitige Duldung von Patenten. Einem kleinen deutscher Mittelständler ginge da schnell das Geld aus...

Kauf von Faceshift als Bestätigung

Metaio war aber nicht die einzige Firma aus dem Bereich Augmented Reality, die sich Apple einverleibte. Der zweite Firmen-Neuzugang ist weit weniger bekannt als Metaio. 2012 wurde die Faceshift AG Thibault Weise, Brian Amberg und Sofien Bouaziz in Zürich gegründet, als Ausgründung der ETH Lausanne und der ETH Zürich. Spezialität der Faceshift-Macher ist Motion-Tracking,

etwa zwölf Entwickler scheinen in London und Zürich bei Faceshift zu arbeiten. Prominente Verwendung findet Faceshift  im aktuellen Star Wars-Film. Neben dem Einsatz im Film ergeben sich auch Möglichkeiten für virtuelle Welten, Computerspiele und Mensch-Computer-Interaktion. Eine Webcam genügt, Mimik und Emotionen eines Benutzers aufzunehmen, und live auf einen virtuellen Charakter zu übertragen. Verwendbar ist die Software für Gesichtserkennungs-, Augmented-Reality- oder Security-Aspekte nutzen. Auch hier ist der Kaufpreis nicht bekannt. Eine schnelle Nutzung durch Apple ist aber wahrscheinlich: Gut möglich, dass Face Shift-Technologie bald in Apples Chat-Programm Nachrichten auftaucht. Der Zukauf bestätigt jedenfalls, dass es Apple mit dem Thema Augmented Reality ernst ist.

Warum Augmented Reality für Apple wichtig ist

Wer sich im Zukunftsmarkt Augmented Reality durchsetzen wird, hat sich noch nicht abgezeichnet. Dass man mit dieser Technologie in wenigen Jahren mehrere Milliarden umsetzten wird, steht für viele Analysten und Fachleute aber bereits fest. Von den bisherigen Anwendungsbeispielen sollte man sich dabei nicht irritieren lassen: Es steckt mehr hinter Augmented Reality als ein interaktiver Ikea-Katalog oder 3D-Apps zum neuen BMW Mini-Modell. Werbung war nur zufällig eines der ersten Einsatzgebiete. So ist unter Werbeschaffenden der Trend aktuell bereits wieder im Abflauen. Apps von Immobilensuchmaschinen, die freie Wohnungen im iPhone-Display einblenden, blieben ebenfalls ein Werbe-Gag (anscheinend wollen viele Vermieter den genauen Standort ihrer Objekte erst bei der Präsentation verraten.)

Man darf nicht vergessen, dass Augmented Reality einige einzigartige Möglichkeiten bietet. Stärke ist die Nutzung als Informationsvermittler: Statt Sterne mit einer Sternenkarte zu identifizieren, richtet man bei einer App wie Sterne 3D einfach sein Handy in den Sternenhimmel und kann die Sternennamen im Display ablesen. Die Eignung für Unternehmen wird ebenfalls noch unterschätz. Apple will bekanntlich aber auch hier einen Fuß in die Tür bekommen. So genannte Wearable Devices wie die Apple Watch könnten dem Thema einen zusätzlichen Schub geben. Schließlich eignet sich die Technologie nicht nur für Endanwender, sondern wird bereits von Unternehmen wie Post, SAP, Bosch und Airbus getestet oder einesetzt. Hier haben sich in den letzten Jahren einige weniger publikumswirksame aber profitable Einsatzbereiche ergeben: Vor allem in Bereichen wie Ausbildung, Dokumentation und Logistik kann Augmented Reality viel Zeit und Personal sparen. Statt bei einer Autoreparatur umfangreiche Handbücher zu wälzen, richtet man ein iPad mit AR-App auf das Auto und erhält beispielsweise den Kabelbaum eingeblendet. Interessant ist das System ebenso für Logistikunternehmen wie die Post: Bei der Lagerverwaltung spart man mit einer Datenbrille viel Zeit und Geldt. Beim so genannte „Vision Picking“ zeigt eine Datenbrille dem Logistikmitarbeiter, was er aufnehmen soll und wo er es findet. Von ersten Testläufen bei DHL ist der Logistikkonzern recht angetan, so könne AR die Effizienz bei der Kommissionierung um 25 Prozent steigern. Allerdings nennt ein DHL-Report in seinem Ausblick einige Hürden: Akkuprobleme, hohe Investitionskosten, Netzwerkprobleme, Datenschutz und öffentliche Akzeptanz. Hat doch die Google Glass in der Öffentlichkeit einige Vorbehalte ausgelöst. BMW stellte auf Basis einer Daten-Brille eine Lösung für KFZ-Wartung vor, VW ein ähnliches Projekt namens MARTA, auf Basis eine iPad-App. Noch sind beide Lösungen Testprojekte und längst nicht für deutschen Servicewerkstätten verfügbar. Erprobt wird ein Einsatz in der Planung, etwa um einem Architekten in Echtzeit CAD-Daten zu einem Rohbau einzublenden. Neue Geschäftsfelder, die Apple sicher nicht der Android-Plattform überlassen will.

Unsere These:

Wir vermuten, der Kauf von Metaio ist eine Investition in die Zukunft der iOS-Plattform. Dabei geht es vermutlich nicht nur um die beste Entwicklungslösung sondern auch ein umfangreiches Patent-Paket, das Apple gegen Konkurrenten wie Google und Microsoft schützt.

Erste GoPro-Drohne heißt Karma und erscheint 2016

Die erste Flugdrohne von GoPro für Konsumenten wird im kommenden Jahr auf den Markt kommen und den Namen "Karma" tragen. Das hat GoPro nun angekündigt. Bereits im November 2014 gab es erste Gerüchte darüber, dass GoPro die Entwicklung einer Flugdrohne plant. Im Mai 2015 kündigte GoPro die Entwicklung eines eigenen Quadcopters an, der über eine sphärische Vorrichtung verfügen soll, an die bis zu sechs GoPro-Kameras angeschlossen werden können. Auf diese Weise können dann auch 360-Grad-Fotos und -Videos erstellt werden.

Auf Youtube hat GoPro ein erstes Karma-Video veröffentlicht. Die Drohne selbst ist in dem Clip allerdings nicht zu sehen. Es werden nur einige Flugszenen aus Sicht der Karma gezeigt, die eine GoPro Hero 4 als Kamera an Bord hat. Genauere technische Details werden nicht verraten. Das dürfte sich Anfang Januar ändern. Auf der CES 2016 in Las Vegas wird GoPro sicherlich auch Karma vorstellen.

Auf dieser Website veranstaltet GoPro auch ein Gewinnspiel . Die Teilnehmer können daran mit einer Mail-Adresse teilnehmen und haben dann die Chance, eine von insgesamt 100 Karma-Drohnen zu gewinnen.

Ransomware Chimera wirbt um Mittäter

Die Erpresser-Malware (Ransomware) Chimera ist inzwischen bereits eine Weile bekannt. Sie verschlüsselt, wie andere Ransomware auch, Dateien des Benutzers auf dem infizierten Rechner und fordert dann eine Art Lösegeld. In der gleichen Bildschirmmeldung werben die Chimera-Macher auch für die Teilnahme an ihrem Partnerprogramm. Trend Micros Malware-Forscher Anthony Joe Melgarejo hat sich das Chimera-Geschäftsmodell etwas näher angesehen .

Die Chimera-Ransomware droht ihren Opfern damit, dass ihre Fotos und Videos im Internet veröffentlicht werden können, wenn sie das geforderte Lösegeld nicht bezahlen. Allerdings zeigt eine Code-Analyse, dass der Schädling keine Routinen enthält, um Dateien des Rechners an einen Command&Control-Server (C&C-Server) der Täter zu senden. Lediglich die durch Chimera generierte Opfer-ID, Bitcoin-Adresse und der private Schlüssel werden übertragen.

Im gleichen Nachrichtenfenster, das die Lösegeldforderung und die Drohung der Veröffentlichung anzeigt, findet sich auch Werbung für das Geschäftsmodell der Chimera-Macher. Sie wollen sozusagen Ransomware-as-a-Service (RaaS), also eine Dienstleistung verkaufen. Angeworbene Mittäter („Affiliates“) sollen die Schädlinge selbst weiter verbreiten und einen Teil ihrer Lösegeldeinnahmen an die Ransomware-Anbieter abtreten. Informationen dazu, wie man mit den Tätern Kontakt aufnehmen kann, um vom Opfer zum Kunden zu werden, sollen sich im Quelltext der Nachricht finden.

Tatsächlich findet sich dort eine Kontaktadresse zur Übermittlung verschlüsselter Nachrichten. Es ist eine Bitmessage-Adresse, bei der die Nachricht über ein Peer-to-Peer-Netz verschickt wird. Sender und Empfänger der Nachricht werden dabei verschleiert. Ihre Schad-Software als Dienstleistung zu vermarkten, ergibt aus Sicht der Täter durchaus Sinn. Sie erschweren es damit Ermittlern sie aufzuspüren. Durch die Gewinnbeteiligung machen sie Profit, ohne ein großes Risiko einzugehen.

Allerdings ist Chimeras Ransomware-as-a-Service ziemlich schlicht gestrickt. Es fehlt an einer zuverlässigen C&C-Infrastruktur und auch die Art, wie die Täter das Tor-Netzwerk nutzen, ist eher hausbacken. Code-Verschleierung findet ebenfalls nicht statt, sodass Sicherheitsforscher charakteristische Zeichenfolgen leicht zur Erkennung der Malware nutzen können. Andere Ransomware wie TeslaCrypt und CryptoWall wird auch als RaaS angeboten, die ganze Infrastruktur ist jedoch ausgefeilter.

Erpresserische Malware hat sich in diesem Jahr bereits zu einer der am weitesten verbreiteten Schädlingsgattungen entwickelt. Trend Micros Prognose für 2016 besagt, dass sich dieser Trend auch im nächsten Jahr fortsetzen und weiter verstärken wird.

Lesetipp: So schützen Sie sich vor Erpresserviren

Smart Battery Case: Tim Cook verteidigt die iPhone-Hülle

In einem Interview mit Mashable hat sich der Apple-CEO, Tim Cook, über das neue Smart Battery Case geäußert. Das Design der Hülle ist bei den Anwendern umstritten. Auf der Rückseite der Hülle befindet sich eine mittelgroße Wölbung, in der sich der zusätzliche Akku befindet.

Auf die Frage, wie er zu dem „Buckel“ der Hülle stehe, antwortet Cook: „Wissen Sie, ich würde es gar nicht als einen Buckel bezeichnen. Wie Sie wahrscheinlich wissen, als einer derjenigen, der diese Hülle jetzt nutzt, hat sie einen Vorteil. Haben Sie schon mal andere Hüllen benutzt und probiert sie anzubringen?“ Laut Mashable zielte Cook dabei auf das Problem hinaus, dass andere Hüllen so unelastisch sind, dass es einige Kraft und Mühe benötigt, um diese am iPhone zu befestigen. „Wenn man die komplette Hülle fest konstruieren würde, wäre es ziemlich schwierig diese später an das Smartphone anzubringen und sie auch wieder abzumontieren.“ Um dieses Problem zu umgehen, haben die Apple-Ingenieure das Material der Hülle so ausgewählt und das Design entwickelt, so dass sie sich leicht an- und wieder abziehen lässt und außerdem die erforderliche Leistung bringt.

Manche sehen dieses Zubehör als ein Zugeständnis, dass die Akkukapazität doch wichtiger ist, als bisher immer behauptet wurde. Daraufhin sagte Cook jedoch: „Wenn man sein iPhone jeden Tag auflädt, braucht man dies wahrscheinlich gar nicht. Falls man aber mal wandern gehen möchte oder auf längeren Reisen ist, ist es nett, mehr Akku zu haben. [...] Wenn man es braucht, braucht man es nun mal.“

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