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Morgenmagazin vom Freitag, 11. Juni 2021

11.06.2021 | 08:17 Uhr | Peter Müller

Warum iPadOS 15 das iPad Pro nicht ausreizt +++ iCloud Beta: Apps bekommen neuen Look +++ Apple heuert BMW-Veteranen für Auto-Projekt +++ Auto-Tunnel: Vegas Loop nimmt den Betrieb auf +++ Facebook plant erste Smartwatch für Sommer 2022 +++ CovPass ist da: Offizielle App für digitalen Impfnachweis

11. Juni: 90 Minuten - und mehr

Macwelt wünscht einen guten Morgen - wegen technischer Probleme leicht verzögert! Endlich wieder Fußball: ab heute Abend um 21 Uhr rollt der Ball bei der Euro 2020, die aus Gründen eben erst in diesem Sommer steigt. Es ist doch ein klein wenig absurd: zum ursprünglichen Termin waren die Inzidenzen noch niedriger als die derzeit erfreulichen Werte. Weswegen der Sommerurlaub auch nicht wirklich ausfiel. Die Reisetätigkeit den Sommer 2020 über bescherte schließlich eine heftige zweite Welle, auf deren Aufbau man zu spät reagierte. Denn im Juni/Juli sah doch alles so gut aus, der exponentielle Anstieg kam doch erst später? Eben das war der Irrtum. Die e-Funktion ist tückisch, ihr Wirken bei kleinen Zahlen kaum zu sehen, vor allem, wenn man die Kurve linear aufträgt und nicht logarithmisch. So war es sicher keine schlechte Idee, die Euro auf 2021 zu verschieben.

Die Situation ist dank steigender Impfrate und besserer Kontrollen und Testerei nun ein andere als vor einem Jahr. Vorsicht ist weiter angebracht, doch könnte eine vierte Welle im Herbst und Winter eher zu einem Wellchen werden. Sorgenvoll sieht man dennoch auf Stadien wie in Budapest, das zu 100 Prozent gefüllt sein wird, während etwa in München nur eine 20-prozentige Auslastung bestehen darf. Das sind aber auch noch 14.000 Menschen, die sich zwar im weiten Rund der Arena zu Fröttmaning gut aus dem Weg gehen können, aber kau am U-Bahnhof gleichen Namens.

Die Stadt Dublin hat als einzige der geplanten Gastgeber der UEFA nicht garantieren wollen und können, Publikum einzulassen, weswegen dort keine Spiele stattfinden. Sondern drei weitere in Sankt Petersburg. Nun ja, aber das Stadion dort ist sehr hübsch.

Aber wollen wir uns für ein paar Wochen zumindest zeitweise keine Gedanken machen, wie es mit der Halbwertszeit der Infektionszahlen aussieht, also dem Zeitraum, in dem die Inzidenzen sich halbieren - derzeit liegt sie in Deutschland bei etwa zehn Tagen. Uns interessiert dann eher der Halbzeitstand in Rom, in London, Glasgow, Baku, München, Sevilla, Amsterdam, Kopenhagen, Bukarest, Budapest und Sankt Petersburg. Die Idee an sich war definitiv keine schlechte: Eine Euro, die Menschen auf dem gesamten Kontinent zusammenbringt. Bis ein Virus alle auseinander brachte. Aber eine Gewissheit bleibt: Der Ball ist rund.

Lesetipps für den Freitag

Reicht nicht: Im Vorfeld der WWDC gab es zahlreiche Erwartungen an iPadOS 15, die sich darum drehten, das neue Betriebssystem möge doch die Leistungsfähigkeit des iPad Pro voll ausnützen. Diese Erwartungen wurden enttäuscht, erklärt Michael Simon. Apple habe zwar etliche Unzulänglichkeiten von iPadOS behoben und die Arbeit mit dem iPad verbessert, doch bleibe es ein eingeschränktes System ohne Unterschiede zwischen einem Einsteiger-iPad für knapp unter 400 Euro bis zur höchsten Ausbaustufe für über 3000 Euro. Dabei wäre mehr möglich gewesen, etwa eine Tablet-Version für Xcode statt nur der Erweiterung für Swift Playgrounds.

Umgestellt: Auf die Public Betas von iOS 15, iPadOS 15 und macOS Monterey müssen wir noch ein wenig warten, bei seinen Web-Apps hat Apple nun die Beta-Phase für alle begonnen. Den Anfang macht Mail: Auf der iCloud-Beta bekommt das Programm einen neuen Look mit dickeren Schriften und größeren Icons und passt sich so an das Design der App für Mac und iPad an. Die anderen Web-Apps wie Pages, Numbers oder Keynote sind noch nicht umgestellt.

Vorwurf: Der US-Senator Marco Rubio (Republikaner aus Florida) hat US-Firmen in einer Anhörung des Senate Foreign Relations Committee über den Umgang Chinas mit den Uiguren hart kritisiert und dabei einige Namen genannt. Firmen wie Apple, Amazon, Nike und Coca-Cola würden von der Zwangsarbeit profitieren, die China in der Provinz Xinjiang im Westen des Landes anordnet. So würden diese Unternehmen die US-Bürger zu Komplizen des restriktiven chinesischen Regimes machen. Die US-Legislative arbeitet an Gesetzen, die den Import von mit Zwangsarbeit in Xinjiang erzeugten Produkten verbieten. China bestreitet Zwangsarbeit und die Existenz von Umerziehungslagern, diese Einrichtungen dienten der beruflichen Bildung der muslimischen Minderheit in der Provinz und würden sich gegen "religiösen Extremismus" richten.

Personalie : Laut eines Berichts von Bloomberg hat Apple den BMW-Veteranen Ulrich Kranz angeheuert, der an Doug Fields berichten wird, der bei Apple das Projekt iCar verantwortliche. Dieser ist wiederum dem AI-Chef John Gianandrea untergeordnet. Kranz war zuletzt beim amerikanischen Hersteller von Elektrofahrzeugen Canoo als CEO tätig, bei BMW hatte er maßgeblich an der Entwicklung der Elektrofahrzeuge mitgewirkt.

Ausgewichen : Seinen Spielestreamingservice xCloud hatte Microsoft vergeblich in den App Store zu bringen versucht, nun ist der Dienst aber für den Browser bereit. Neben Safari sind das auch Edge und Chrome, damit könne man auf praktisch allen Plattformen streamen, freut sich Microsoft. Voraussetzung für den Zugang ist ein Xbox Game Pass Ultimate. Apple hatte die iOS-App abgelehnt, weil Anwendern die Kontrolle über Inhalte verloren gingen. Es fehle an Informationen über die konkreten Spiele und auch die Möglichkeit, deren Nutzung über die Kindersicherung zu regulieren. Nur TV-Streaming kann als Hülle im App-Store existieren - oder eben der Browser.

Weitere Nachrichten:

Auto-Tunnel: Vegas Loop nimmt den Betrieb auf

Das von Elon Musk vorangetriebene Tunneltransportsystem nimmt in Las Vegas seinen Betrieb auf. Ab sofort werden Messebesucher des Konferenzzentrums mit Teslas zwischen den Ausstellungshallen hin und her transportiert. Noch sitzen Fahrer am Steuer der Autos, zudem ist die Geschwindigkeit auf umgerechnet 55 km/h limitiert – genau wie in der Stadt an der Oberfläche. Der Startschuss für den Betrieb des Vegas Loop fällt gleichzeitig mit dem Start der Betonmesse World of Concrete in Las Vegas. Bislang mussten die meisten Messen und Konferenzen in den USA wegen der Coronakrise ausfallen. Der Auftakt ist entsprechend aus mehreren Gründen wichtig für alle Beteiligten. 

Eigentlich war der Startschuss für die Verbindung zwischen den Hallen bereits zur CES 2021 geplant. Diese musste wegen der Coronakrise aber virtuell abgehalten werden. Noch besteht der Vegas Loop unter den Straßen der Spielerstadt allerdings nur aus drei Stationen, die jeweils knapp 1,3 Kilometer voneinander entfernt sind. Die beiden am Rand liegenden Stationen sind überirdisch erreichbar, die Zentralstation in der Mitte ist hingegen nur durch Rolltreppen zugänglich und komplett unter der Erde. Da die Tunnel ausschließlich für Elektrofahrzeuge gedacht sind, muss die Belüftung und Größe nicht so ausufernd ausfallen wie bei normalen Tunnelanlagen. Als Ergebnis konnten die beiden Tunnelröhren nach nur sechs Monaten Fertigungszeit eröffnet werden. Der Preis fällt mit 50 Millionen US-Dollar vergleichsweise niedrig aus. Elon Musk will seinen Tunnel weiter ausbauen und so auch die Innenstadt und den Flughafen anbinden. Mit den Tunnelsystemen soll langfristig die überfüllte Innenstadt entlastet werden. Von den Planungen, selbstfahrende Teslas mit bis zu 250 km/h durch die Tunnel rasen zu lassen, muss Musk vorerst absehen. 

 

Hyperloop: Boring Company baut Garagen-Fahrstuhl

Facebook plant erste Smartwatch für Sommer 2022

Facebook könnte im Sommer 2022 seine erste Smartwatch veröffentlichen. Das will das IT-Magazin TheVerge aus brancheninternen Kreisen erfahren haben, zusammen mit ersten angeblichen Hardware-Details. Die Smartwatch soll demnach über ein abnehmbares Display mit zwei Kameras verfügen. Das Gadget verwandelt sich auf diese Weise in eine Mini-Kamera mit Bildschirm. Die damit aufgenommenen Fotos und Videos können über Facebook und Instagram geteilt werden. Facebook kooperiert den Gerüchten zufolge mit mehreren Unternehmen, die spezielle Halterungen für das abnehmbare Display entwickeln. Die Smartwatch könnte sich so beispielsweise auch an Rucksäcken befestigen lassen.

Die Facebook-Smartwatch kann den Mutmaßungen zufolge auch als Fitness-Tracker genutzt werden. LTE-Konnektivität ist ebenfalls an Bord, wodurch das Gerät nicht mit einem Smartphone gekoppelt werden muss. Geplant ist die Smartwatch in den Farben Weiß, Gold und Schwarz. So könnte für rund 400 US-Dollar auf den Markt kommen. In Zukunft könnten die Nachfolge-Modelle der noch namenlosen Smartwatch auch als Eingabegerät für die von Facebook geplante Augmented-Reality-Brille dienen. Eine offizielle Bestätigung des Konzerns steht jedoch noch aus.

CovPass ist da: Offizielle App für digitalen Impfnachweis

Die offizielle deutsche App für den digitalen Impfnachweis ist ab sofort verfügbar. Im Auftrag der deutschen Bundesregierung hat das Robert Koch-Institut (RKI) die App CovPass nun hier für Android im Google Play Store und hier im Apple Store für iOS zum Download freigegeben. Zusätzlich ist die App auch für Huawei-Geräte in der AppGallery erhältlich. Vorausgesetzt werden für die Installation und Nutzung Android 6 (oder höher) beziehungsweise iOS 12 (oder höher).

CovPass: Das kann die neue App

Über die CovPass-App können die Bevölkerung ihre Corona-Impfungen digital auf einem Smartphone speichern. Dadurch kann der Impfschutz schneller und bequemer nachgewiesen werden. Dazu kann eine vollständige Corona-Impfung per QR-Code auf das Smartphone übertragen werden. Außerdem kann mit CovPass auch der Impfschutz anderer Personen, wie etwa von Familienangehörigen, auf dem Smartphone nachgewiesen werden.

Als Nachweis für den vollständigen Impfschutz startet der Nutzer die CovPass-App und lässt in der App einen QR-Code anzeigen, der von dem Prüfenden dann eingescannt und entsprechend verifiziert werden kann. Mit dem QR-Code wird auch der Name und das Geburtsdatum des Geimpften angezeigt. Zusätzlich muss der Nutzer auch Prüfenden noch ein Ausweisdokument vorlegen. Für Prüfende hat das Robert Koch-Institut die App CovPassCheck hier für Android und hier für iOS veröffentlicht.

Seit dem 10. Juni 2021 sollen Impfzentren und Ärzte solche digitalen Impfnachweise für neu Geimpfte ausstellen, ab dem 14. Juni machen das dann auch Apotheken. Wer dagegen bereits vollständig geimpft ist, wird wohl noch etwas warten müssen. Alle wichtigen Fragen rund um den digitalen Impfnachweis beantworten wir ausführlich in unserer FAQ: Digitaler Impfnachweis startet – das müssen Sie wissen.

Bereits früher in dieser Woche war eine neue Version der Corona-Warn-App erschienen. Auch hier wurde der digitale Impfnachweis integriert.

Bei der CovPass-App gilt Freiwilligkeit und strenger Datenschutz

Ähnlich wie bei der offiziellen deutschen Corona-Warn-App gelten auch bei der CovPass-App strenge Datenschutzregeln. Für die Nutzung der CovPass-App ist keinerlei Registrierung notwendig. Das RKI verweist darauf, dass die vollständigen Impfdaten dauerhaft nur lokal auf den Smartphones gespeichert werden. Außerdem enthalte der QR-Code nur einen minimalen Datensatz gemäß den EU-Vorgaben und sei durch eine starke Signatur geschützt und könne nicht gefälscht werden.

Letztendlich können alle Bürger sowieso selbst entscheiden, ob sie sich gegen Corona impfen lassen wollen und dann neben einer Corona-Impfung und einem Impfnachweis in Papierform auch zusätzlich einen digitalen Impfnachweis wünschen. Dieser kann dann in der CovPass-App hinterlegt werden.

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