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Morgenmagazin vom Freitag, 11. November

11.11.2016 | 06:56 Uhr |

Macbook Pro: Warum 16 GB RAM genug sind +++ Instagram erweitert Stories +++ Faxen mit dem Mac +++ Bundesregierung formuliert neue Ziele für den Internetausbau +++ IK Multimedia: Bundles für Studio-Musiker +++ HDR ist nicht gleich HDR +++ WhatsApp stoppt vorerst Datenweitergabe an Facebook +++ Yahoo wusste offenbar schon 2014 vom Datendiebstahl

11. November: In Flanders Fields und auf anderen Feldern

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Schon wieder steht das Wochenende an, die Zeit scheint in den finsteren Wochen vor Weihnachten schneller zu vergehen. Der Freitag Abend verwöhnt uns gleich einmal mit einem sportlichen Highlight, das aber im Privatfernsehen mit all seinen Implikationen zu sehen ist: Dem Länderspiel zur WM-Qualifikation San Marino - Deutschland. Okay, die Spannung mag überschaubar sein, wenn ein Amateurteam gegen den amtierenden Weltmeister antritt, geht es vor allem um die Höhe des Sieges. Beim letzten Pflichtspiel des DFB in San Marino gewann der Gast mit 13:0, vor zwei Jahren jedoch gab es im portugiesischen Faro gegen die ähnlich stark einzuschätzende Auswahl Gibraltars nur ein 6:0. Irgendwo zwischen den beiden Extremen wird sich das Ergebnis heute Abend wohl einpendeln. Es wird also eher ein entspannter als ein spannender Fußballabend, ein gutes Buch wäre vielleicht die bessere Alternative.

Spannend hingegen wird es in Wembley, wo heute Abend im britischen Derby England und Schottland aufeinander treffen. Schon in sportlicher Hinsicht, denn in Gruppe F liegen gleich fünf Teams noch eng beieinander, nur Malta ist wie erwartet schon abgeschlagen. Eine viel interessantere Frage wird sich aber schon vor dem Anpfiff beantworten: Dürfen die Briten Trauer tragen?

Während in Deutschalnd am Sonntag der Volkstrauertag ansteht, ist der 11. November in Großbritannien, Belgien, Frankreich und den USA dem Gedenken der Opfer des  Ersten Weltkriegs gewidmet. An jenem Tag im Jahr 1918 unterschrieb das Deutsche Reich, dessen Kaiser tags zuvor endlich abgedankt hatte, die Kapitulationsurkunde. Remembrance Day heißt der Gedenktag in UK und dem Commonwealth, die USA nennen ihn Veterans Day. Die britische Art, Trauer zu tragen, äußert sich auf erklärungsbedürftige Art und Weise: Nicht schwarze Armbänder signalisieren das Gedenken, sondern Mohnblumen, in Form von Ansteckern oder Bändern. Die Mohnblume bezieht sich auf das Gedicht "In Flanders Fields" aus dem ersten Kriegsjahr und dessen erste Zeile: "In Flanders fields the poppies blow".

Was nun aber der Weltfußballverband FIFA von der Trauerbekundung hält, die die beiden britischen Teams für heute Abend planen? Genau: Nichts. Die FIFA, die anscheinend neben dem Hüten der Regeln des Spiels nur noch die Maximierung des eigenen Profits im Sinn hat, hält die Mohnblumen für eine politische Bekundung und die ist gemäß Regelwerk verboten. Das mag sinnvoll sein für kontroverse Themen, man mag sich mal vorstellen, die Engländer demonstrierten auf dem Rasen für den Brexit und die Schotten dagegen. Vor einigen Jahren brachte eine bei einem Länderspiel von einer Drohne ins Stadion geflogene albanische Fahne das serbische Team und die Zuschauer auf den Rängen über die Maßen auf und was kroatische Hooligans vor einem Länderspiel gegen Italien auf den Rasen des Stadion von Split ritzten, daran wollen wir eigentlich gar nicht mehr erinnern. Aber ein einträchtiges Gedenken an die Toten eines Krieges, der zwar längst vergangen ist, dessen nationalistisches Gift  immer noch die Böden tränkt, auf denen die Mohnblumen wachsen?  Die FIFA hat offenbar einen Knall, den Schuss aber nicht gehört.

Wie wir unsere pfiffigen Freunde der FA (englischer Fußballverband) und der SFA (dem schottischen Pendant) kennen, fällt ihnen gewiss etwas ein, wie man die Mohnblumen an den sturen Regelauslegungen der FIFA vorbei auf den Rasen von Wembley bekommt. Das anzuschauen, ist heute Abend gewiss spannender als das X-te Tor der deutschen Fußballnationalmannschaft. Hoffentlich sehen das die Kollegen von RTL ähnlich und zeigen nach dem Schlusspfiff in Serravalle mehr als nur ein paar Sekunden aus Wembley. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Fax off: Es soll nach wie vor Leute geben, die über Faxgerät verfügen und ja - auch die Redaktion der Macwelt ist über Fax erreichbar, wenngleich wir längst keine Ausgabemaschine dafür haben, sondern die Dokumente digital in unsere Postfächer gespült bekommen. Auf der anderen Seite lässt sich der Mac mit dem richtigen Treiber und einer Modemverbindung ins Internet als Faxgerät verwenden. Zumindest in den Zeiten vor macOS Sierra, den hier hat Apple sich endgültig von der alten Kommunikationstechnik verabschiedet. Glenn Fleishman hat aber drei Alternativen ausgemacht. Die Anschaffung eines Multifunktionsgerätes mit Faxfunktion, Webservices, die aus PDFs und DOCs Faxe erstellen oder Apps für den Mac und iOS-Geräte, die gleiches bewerkstelligen.

Erzählungen: Instagram hat festgestellt, dass das von Snapchat entlehnte Konzept der Stories bei seinen Benutzern recht beliebt ist. etwa 100 Millionen Leute würden jeden Tag Stories erstellen. Das jüngste Instagram-Update trägt dem nun Rechnung, indem es die Story-Funktionen erweitert- So sind nun auch Boomerangs möglich - also kurze Videos, die in einer Endlosschleife ablaufen. Ebenso lassen sich Freunde nun in den Bildern und Videos der Stories markieren. Bestimmte verifizierte Accounts, etwa die von Musikern oder Medien, können auch Links auf Inhalte wie Songs oder Artikel setzen.

Sightseeing: Apple Maps ist zwar nach einem holprigen Start immer zuverlässiger und akkurater geworden, die App zeigt aber nach wie vor nur den Weg von A nach B - allenfalls noch die Routen über C und D. Die 2 US-Dollar teure App Relay, die sich auf das Kartenmaterial von Maps stützt, lässt nun aber mehrere Ziele in einer Karte markieren und den Weg nicht nur von A nach B, sondern auch von B nach D, A nach C und kreuz und quer zu E, F und G finden. Das erweist sich als praktisch, will man in einer fremden Stadt bei einem Ausflug mehrere Ziele erkunden. Auch Handlungsreisende können davon profitieren, geben sie anfangs des trips gleich mal alle anzusteuernden Adressen ein.

Braucht's des: Das Macbook Pro kommt mit maximal 16 GB RAM, der Grund dafür ist, dass Intel noch keinen passenden Kaby-Lake-Chip fertig hat, der 32 GB RAM effizient ansprechen könnte, Apple hatte sich daher auf die Skylake-Generation von 2015 zurückgreifen müssen. Aber bräuchten Profis wirklich 32 GB in ihrem Mobilrechner und kommen sie nicht mit 16 GB oder gar 8 GB aus? Nicht wirklich, meint der Storage-Experte Robin Harris. Der Grund dafür ist unter anderem in der deutlich verbesserten SSD zu finden, die nun Daten mit über 2GB/s schreibt, der Weg vom schnellen Arbeitsspeicher auf die "Festplatte" ist daher deutlich kürzer geworden. Die seit OS X Mavericks und natürlich auch im aktuellen macOS Sierra genutzte Speicherkompression vergrößere zudem den RAM effektiv um 50 bis 75 Prozent. Dateien werden mit der Technik zudem kleiner, was den Bedarf an RAM zudem reduziere. Selbst für den Videoschnitt komme man mit 16 GB aus. Tests hätten gezeigt, dass die Performance von Final Cut Pro X sich zwar zwischen 8 GB RAM und 16 GB verbessere, bei einer Erweiterung auf 24 GB oder 32 GB tue sich aber nichts mehr.

Weitere Nachrichten:

Bundesregierung formuliert neue Ziele für den Internetausbau

In dieser Woche wurde bereits das sechste Treffen der so genannten Netzallianz Digitales Deutschland durchgeführt. Die von Infrastrukturminister Alexander Dobrindt ins Leben gerufene Allianz aus Telekommunikations- und Netzunternehmen haben dabei einen Fahrplan in Richtung „Gigabit-Gesellschaft“ erarbeitet.

Das bisherige Ziel der höheren Übertragungsgeschwindigkeiten soll laut der Allianz künftig nicht mehr so stark im Fokus liegen. Vielmehr wolle man nun auf eine nahtlos vernetzte Gesellschaft hinarbeiten, in der Daten unter anderem sicher und mit hoher Bandbreite verfügbar seien. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur sei laut Dobrindt unter anderem für autonomes Fahren notwendig.

Wie der Infrastrukturminister weiter erklärt, würden die Netze der Zukunft nicht mehr nur Daten transportieren, sondern diese auch möglichst nah am Anwender-Standort selbst verarbeiten. Aus diesem Grund spielen Sicherheit und Energieeffizienz eine zentrale Rolle beim Netzausbau. Bis 2025 soll die "gigabitfähige konvergente Infrastruktur" realisiert werden.

Für den Ausbau sind drei Phasen vorgesehen. Phase eins sieht vor, dass sich jeder Bürger bis 2018 mit mindestens 50 Mbit/s im Netz bewegen soll. Phase zwei besteht bis Ende 2019 aus einem Sonderförderprogramm, das den Mittelstand mit höheren Bandreiten versorgen soll. Bis Ende 2020 sollen schließlich alle Voraussetzungen für das 5G-Mobilfunknetz stehen.

Der Fahrplan zur „Gigabit-Gesellschaft“ wird die Diskussion um die Netzneutralität wieder anheizen. Der Bitkom-Präsident Dirks und Telekom-Chef Höttges brachten beide gegenüber der Nachrichtenagentur dpa zum Ausdruck, dass noch immer Gesprächsbedarf bestehe.

IK Multimedia: Bundles für Studio-Musiker

Der Gerätehersteller von Audio- und Musik-Tools, IK Multimedia, bietet ab sofort zwei neue Studio-Bundles an: die iRig Pro Duo Studio Suite und die iRig Pro Duo Studio Suite Deluxe .

In der „Standard“-Suite bekommt der Anwender für 365,99 Euro das neue iRig XLR Studio Mikrofon mit dem passenden XLR-Kabel, professionelle Kopfhörer sowie diverse Software, darunter AmpliTube 4, SampleTank 3 SE, T-Racks Deluxe, Miroslav Philharmonik 2 CE. Das kleine Mikrofon ist zudem mit einem Dreibein-Stativ ausgerüstet und kann auf Grund seiner Größe leicht und platzsparend verstaut werden. Das eigentliche Herzstück dieses Produkt-Bundles ist jedoch das iRig Pro Duo (Einzelpreis: ca. 190 Euro) , das 2-Kanal Soundinterface. Dieses bietet zwei kombinierte Mic-/Line-Eingänge über XLR/Klinke Kombibuchsen, zwei symmetrische Line-Ausgänge mit 6,3 mm Klinke, einen Kopfhörerausgang mit 3,5 mm Klinke, MIDI In/Out, sowie einen USB-Port.

Die Deluxe-Suite kostet 487,99 Euro und umfasst den Inhalt der Standard-Version, bietet darüber hinaus aber zusätzlich das iRig Keys Pro, das hauseigene Midi-Keyboard mit 37 Tasten. Dieses ist ebenfalls mit iOS-Geräten, Mac und PC kompatibel, sodass man dieses zum Beispiel auch über Garageband betreiben kann. Darüber hinaus reagieren die Tasten des Midi-Keyboard (IK Multimedia bezeichnet dieses als Controller) auf unterschiedliche Anschlagsstärken und verfügt über Pitch- und Mod-Regler.

Anstatt alle Produkte einzeln zu kaufen, können Sie beim Kauf der Bundle bis zu 70 Prozent sparen. Laut IK seien diese Bundle perfekt für Studenten und für Lernzwecke, aber auch für professionelle Mobil- und Heimstudios sowie für alle Musiker für unterwegs geeignet.

HDR ist nicht gleich HDR

Um die Hochkontrastbilder (HDR – High Dynamic Range) auf den Fernsehschirm zu bekommen, nutzen die Hersteller unterschiedliche Verfahren. Manche sind lizenzpflichtig wie Dolby Vision, manche offen wie HDR10. In allen Fällen sollen in besonders hellen und dunklen Bildbereichen mehr Details sichtbar gemacht werden. Da nicht jeder aktuelle Fernseher automatisch alle Techniken unterstützt, sollten Sie die Unterschiede kennen, bevor Sie sich einen neuen Fernseher zulegen.

HDR10: Das Verfahren nutzt eine maximale Helligkeit von 1000 Nits (Candela pro Quadratmeter) und eine Farbauflösung von 10 Bit pro Farbkanal. Die Ultra-HD-Blu-ray unterstützt HDR10.

Dolby Vision: Diese Technik ist für 10.000 Nits und 12 Bit Farbtiefe pro Kanal spezifiziert. Verglichen mit HDR10 ist damit ein größerer Helligkeitsumfang möglich. Die Unterschiede liegen außerdem im Mastering-Prozess und in der Übertragung der Metadaten. Letztere lassen sich bei Dolby Vision für jedes Einzelbild übertragen. So können sich die Displays besser an den Inhalt anpassen. Um das umsetzen zu können, ist extra Hardware nötig. Das Verfahren entwickelt sich derzeit zum Favoriten der Filmstudios und vieler Streaming-Anbieter.

HLG (Hybrid Log-Gamma): Dieses Verfahren wird von der BBC (British Broadcasting Corporation) und der japanischen Fernsehanstalt NHK (Nippon Hoso Kyokai) gemeinsam entwickelt. Es konzentriert sich auf die Signalübertragung. Im Gegensatz zum SDR-Signal (Standard Dynamic Range), das als Gamma-Kurve übertragen wird, verändert sich das HLG-Signal im oberen Bereich von der Gamma- in eine Logarithmus-Kurve, die einen größeren Dynamikumfang erlaubt. Der Vorteil: Ein Bitstream versorgt sowohl SDR- als auch HDR-Empfänger. Per HLG lässt lassen sich HDR-Inhalte via Kabel ausstrahlen und in hoher Qualität streamen.

Welche Verfahren ein Fernseher beherrscht, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Immerhin muss jeder HDR-fähige Fernseher Basis-Voraussetzungen von HDR10 erfüllen. Hersteller wie LG, Sony, TCL und Philips haben bereits Modelle mit Dolby-Vision-Unterstützung angekündigt.

WhatsApp stoppt vorerst Datenweitergabe an Facebook

Die massiven Einwände deutscher und schließlich europäischer Datenschützer zeigt Wirkung: Facebook hat vorerst die Datenweitergabe von WhatsApp-Nutzern in Europa an Facebook gestoppt. Facebook begründet den Schritt laut Medienberichten damit, dass Behördenvertretern so mehr Zeit gegeben werden soll, ihre Einwände vorzutragen. Facebook selbst will die Zeit nutzen, um zu entscheiden, wie auf die Einwände reagiert werden soll.

WhatsApp hatte im August angekündigt, die Telefonnummern und Nutzungsdaten seiner Nutzer an den Mutterkonzern Facebook weitergeben zu wollen, unter anderem, um gezielter Werbung an die Nutzer ausliefern zu können. Die WhatsApp-Nutzer durften dem zwar widersprechen, allerdings sollten dann dennoch die Telefonnummern an Facebook weitergegeben werden.

Im September hatte der Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar per Verwaltungsanordnung Facebook die Ermittlung und Speicherung der Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern untersagt. Anfang November hatte die Artikel-29-Datenschutzgruppe der Europäischen Union in einem offenen Brief an Facebook und WhatsApp kritisiert, dass die Nutzer nicht genügend Einfluss darauf hätten, was mit ihren privaten Daten geschieht.

WhatsApp, das von Facebook vor zwei Jahren für mehr als 20 Milliarden US-Dollar erworben worden war, hatte damals seinen Nutzern versprochen, seine Daten nicht mit Facebook auszutauschen. Facebook selbst weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass dies auch weiterhin für die Inhalte gelte, die WhatsApp-Nutzer miteinander austauschen. Auf diese Inhalte habe Facebook auch künftig keinen Zugriff. Zumal diese auch meistens verschlüsselt übertragen würden.

Yahoo wusste offenbar schon 2014 vom Datendiebstahl

Vor zwei Jahren wurde Yahoo Opfer eines großangelegten Hackerangriffs, in dessen Rahmen die Daten von rund 500 Millionen Kunden gestohlen wurden. Der Diebstahl wurde erst im September 2016 bekannt, Yahoo wusste damaligen Angaben zufolge aber erst seit Juli 2016 davon.

Bei dieser Aussage scheint der Konzern jedoch nicht ganz ehrlich gewesen zu sein. Wie aus einem in dieser Woche veröffentlichten Dokument an die US-Börsenaufsicht hervorgeht, wusste Yahoo anscheinend bereits seit 2014 über den Datendiebstahl Bescheid. In dem Schreiben heißt es weiterhin, dass Yahoo hinter den Angreifern eine ausländische Regierung vermute.

Yahoo sieht sich aktuell 23 Klagen wegen des Datendiebstahls gegenüber. Der Konzern geht außerdem den Behauptungen eines Hackers über einen weiteren Angriff auf Yahoo nach. Dieser Angriff wurde bislang jedoch noch nicht bestätigt.

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