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Morgenmagazin vom Freitag, 14. Mai 2021

14.05.2021 | 07:05 Uhr | Peter Müller

Airtags: Das taugen sie, so könnten sie besser werden +++ Gerücht: Airpods 3 und Apple HiFi schon nächste Woche +++ "Home Before Dark": Zweite Staffel ab 11. Juni +++ Echo Show 5 und 8: Bessere Kamera und Fernzugriff +++ Kryptowährung Chia stellt SSDs auf harte Probe +++ Corona-Warn-App 2.2 jetzt verfügbar: Das sind die neuen Funktionen +++

14. Mai: Eleganter Server

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Wahrscheinlich sind wir jetzt ein wenig unter uns, Fenstertag und so. Aber wir bleiben auch gerne am Freitag zwischen Feiertag und Wochenende stets zu Ihren Diensten. Es lockt auch wenig nach draußen: Die Biergärten dürfen zwar selbst in Bayern wieder aufmachen, aber es macht da keinen Spaß, wenn es in die frische gezapfte Mass reinregnet. Dabei könnten wir heute doch etwas entspannter in die Menterschweige, den Hirschgarten oder zum chinesischen Turm radeln, denn die Scherbenhaufen, die wir sonst an den Tagen nach Christi Himmelfahrt auf Straße und Radweg vorfinden, sind in diesem Jahr merklich seltener. Mit den Kumpels saufend und grölend mit Leiterwagen und einer Kiste Bier durch die Gegend zu ziehen, ist ein zweifelhaftes Vergnügen eher für junge Väter - von denen die wenigsten schon geimpft sein dürften. Dann darf man sich eben  aus zwei Haushalten zusammenfinden - da macht das Saufen nur bedingt Spaß. Man hätte natürlich das öffentliche Gelage auch als Leertrinker-Demo anmelden können, um auf die Notlage der Brauereien aufmerksam zu machen. Aber diese Szene von Faktenleugnern hat außer Zynismus keinen anderen Humor zu bieten.

Der Feiertagsregen macht dann auch noch die schönste angebliche Demo zunichte, Sie wissen ja, die Eisheiligen. Genau, Sie wissen: Es gibt keine Eisheiligen, egal, was da für Märtyrer im Kalender stehen, heute Bonifatius von Tarsus.

Widmen wir uns lieber einem Scheinheiligen, der ebenfalls am 14. Mai im Kalender steht: Der Xserve, am 14. Mai 2002 von Apple vorgestellt. Wobei, heilig … streng genommen hat Apples erster Rack-Server im 1HE-Format nur eine Bedingung erfüllt: Das Ableben. Wunder werden ihm posthum aber nicht zugesprochen, nicht einmal zu Lebzeiten erledigte er Wunderdinge, obwohl er dafür konzipiert war, schier Unmögliches möglich zu machen.

Der Xserve sollte sich für Rechenzentren qualifizieren und dort mit Maschinen konkurrieren, die etwa von HP und IBM herstellt waren und auf denen Linux als Betriebssystem lief. Es gab zu Zeiten der Xserve-Premiere, damals noch mit G5-Prozessor, in der Tat einige Installationen von Serverfarmen mit Macs. Rund 1000 Power Macs G5 schaltete etwa die Universität von Virginia zu einem Cluster zusammen. Mit dem Xserve sollte man in den Serverschränken Platz sparen, respektive noch mehr davon unterbringen können. Virginia stellte dann auch auf Xserve um und später auch noch auf die Intel-Variante des Apple-Server, aber besonders erfolgreich wurde das Business nicht.

Klar, nicht einmal Apple selbst baute sich Rechenzentren mit abertausenden Xserves auf. Auch heute noch verlässt sich der Mac-Hersteller für das Hosting seiner Services noch auf Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google, baut seine eigenen Serverfarmen zwar sukzessive aus, aber auch da wird man in den Schränken kaum Apple-Produkte finden. Nur solche, die Apple aus Komponenten, die auch andere Hersteller nutzen, für seine eigenen Zwecke selbst gebaut zu haben. Und da die Server-Variante von macOS längst eingestellt ist, läuft darauf Linux.

Der Xserve war zwar ein wunderschönes Gerät, so dass einige wenige Apple-Fans sich sogar einen in ihre Privaträume als Fileserver stellten. Doch dafür reicht selbst ein Mac Mini völlig aus. Den könnte man aber wunderbar in Serverschränken stapeln und dank des energieeffizienten M1-Chips dichter zusammenpacken als die Intel-Modelle. Bald läuft ja auch Linux nativ auf dem M1 - go for it.

Oder wir sehen, was passiert, wenn Apple am Ende seiner aktuellen Transition den Mac Pro auf Apple Silicon umrüstet. Vom Intel-Modell gibt es ja eine Rackvariante, die aber recht viel Raum einnimmt. Der künftige Mac Pro könnte deutlich kleiner werden, warum nicht wieder in Richtung 1 HE? Was die Einsteiger-Rechner mit ihren M1-SoCs schon bewegen können, lässt einen vermuten, dass die Profi-Ausgaben mit Apple Silicon aber so richtige Höllenmaschinen werden. Kann eine solche eine Heilige werden? Kalt wie die sprichwörtliche Sophie, die morgen im Kalender steht, bleiben M-Maschinen aus Cupertino auch bei den härtesten Anstrengungen.

Lesetipps für den Freitag:

Gesucht und gefunden: Apples Airtags kommen nun bei den Kunden und den Testern an, die sie kaufen mussten und nicht vorab gestellt bekamen. Macworlds Michael Simon hat seine Airtags einem ausführlichen Test unterzogen und kommt wie die anderen Tester davor zum Ergebnis, dass die Tracker einfach zu nutzen sind und das Aufspüren von Gegenständen mit ihnen zum Kinderspiel wird  vor allem, wenn man ein iPhone mit U1-Chip zur Suche verwendet. Doch der Kollege blickt vor allem auf das, was in künftigen Generationen die Tracker besser machen könnte: Warum etwa hat Apple nicht auch die neue Siri-Remote mit der Technik ausgestattet? Und warum sich die Airtags nicht in die  Familienfreigabe einfügen, mag ebenso rätselhaft sein wie die Tatsache, dass sie keine programmierbare Aktion im Smarthome ausführen, wenn man sie drückt. Aber das mag alles noch kommen, ebenso wie eine Version mit Loch für einen Schlüsselring.

Vorschläge : David Price von PC World kommt dann auch gleich mit konkreten Vorschlägen, wie die Airtags besser werden könnten, neben einem Schlüsselringloch steht da noch anderes auf der Liste, etwa Airtags in mehreren Größen für unterschiedliche Anwendungsszenarien. Den Schutz vor Stalking könnte Apple auch auf Android-Smartphones oder ältere Varianten von iOS ausweiten, und es gibt zwischen der Präzisionssuche mit Hilfe von UWB und der auf die Adresse genaue Triangulation noch einem Zwischenbereich, in dem die Suche besser funktionieren könnte.

Vorschau: "Home Before Dark", die Mystery-Crime-Serie um die junge Journalistin Hilde Lisko geht in die zweite Staffel, nachdem die erste vor einem Jahr ein offenes Ende hatte. Apple nennt den Termin 11. Juni, ab dem neue Folgen zu sehen sind und veröffentlicht einen Trailer, der kurz anreißt, worum es gehen wird: " Eine verschwörerische Vertuschung, eine mysteriöse Krankheit und sterbende Vögel. Hilde Lisko wird vor nichts zurückschrecken, um die Geheimnisse von Erie Harbor aufzudecken. In der zweiten Staffel beginnt die Reporterin Hilde Lisko (Brooklynn Prince) nach einer mysteriösen Explosion auf einer örtlichen Farm eine Untersuchung, die sie in den Kampf gegen einen mächtigen und einflussreichen Konzern führt - mit der Gesundheit ihrer Familie und Erie Harbor auf dem Spiel. "

Geheuert und gefeuert: Antonio García Martínez, den Apple als Ad-Manager von Facebook anheuerte, muss das Unternehmen wieder verlassen, ehe er seinen Jobs überhaupt angetreten hatte. Eine von 2000 Apple-Mitarbeitern unterzeichnete Petition wirft Martinez vor, gegen Werte der Inklusion bei Apple zu verstoßen, konkret wurden Martinez Aussagen über Frauen aus der Bay Are als misogyn ausgelegt. So begründet Apple den Rücktritt vom Arbeitsvertrag:  " Bei Apple haben wir immer danach gestrebt, einen integrativen, einladenden Arbeitsplatz zu schaffen, an dem jeder respektiert und akzeptiert wird. Verhalten, das Menschen für das, was sie sind, erniedrigt oder diskriminiert, hat hier keinen Platz ."

Gerücht: Die dritte Generation der Airpods, um die sich schon länger Gerüchte drehen und der sich in der Beta von iOS 14.6 andeutende HiFi-Streamingservice in Apple Music sollen schon in der kommenden Woche per Pressemitteilung von Apple angekündigt werden. Das behauptet der Youtuber Luke Miani in einem Tweet. Miani war bisher nicht als Leaker aufgefallen, die Zuverlässigkeit seiner Prognosen ist also nicht einzuschätzen.

Eines für Alle: CNN sprach mit Apples Stephen Tonna, Platform Product Marketing, und Laura Metz, Mac Product Marketing, über den neuen iMac M1, den die beiden Manager natürlich über den grünen Klee loben - und auch die anderen Farben, natürlich. Aber einen interessanten Punkt wirft das Interview auf. Der M1-Chip, der nun in einer Reihe von Produkten wie Macbook Air und Pro, iPad Pro, iMac und Mac Mini verbaut ist, lässt den Anwender nun die bessere Wahl, da die gleiche Leistung quer über die Plattform erhältlich ist. Wer bisher zu einem Laptop tendierte, aber mehr Leistung benötigte, griff dennoch zum Desktop, mit dieser Einschränkung soll nun Schluss sein.

Weitere Nachrichten:

Echo Show 5 und 8: Bessere Kamera und Fernzugriff

Amazon hat die aktualisierten Versionen von Echo Show 8 und Echo Show 5 vorgestellt. Das ist neu.

Der Echo Show 8 verfügt nun über eine 13-Megapixel-Weitwinkelkamera, die während Videoanrufen automatisch digital(!) schwenkt und zoomt. Echo Show 8 dreht sich also anders als der kürzlich vorgestellte neue Echo Show 10 nicht mechanisch mit.

Die 13-Megapixel-Kamera besitzt eine integrierte Kameraabdeckung. Neu ist, dass man von unterwegs via Alexa-App oder von einem anderen Echo-Gerät aus auf die Kamera zugreifen und zu Hause nach dem Rechten sehen kann. Diese Neuerung kennen wir schon vom neuen Echo Show 10.

Das 8-Zoll-HD-Display besitzt eine adaptive Farbanpassung, damit das Bild immer optimal aussieht. Ein neuer Octa-Core-Prozessor treibt den neuen Echo Show 8 an. Stereolautsprecher sorgen für guten Sound.

Echo Show 8 ist in Anthrazit oder Weiß für 129,99 Euro vorbestellen. Die Auslieferung beginnt am 9. Juni 2021.

Der Echo Show 5 mit 5,5-Zoll-Display besitzt laut Amazon jetzt eine überarbeitete HD-Kamera. Auch bei dieser Kamera ist nun der Fernzugriff möglich und auch hier gibt es nun eine integrierte Kameraabdeckung für maximalen Privatsphärenschutz. Es gibt den kleine Echo Show in Anthrazit, Weiß und Dunkelblau.

Echo Show 5 Anthrazit, Weiß oder Dunkelblau für 84,99 Euro vorbestellen. Die Auslieferung beginnt am 9. Juni 2021.

Kryptowährung Chia stellt SSDs auf harte Probe

Für das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum werden meistens Grafikkarten oder spezielle ASIC-Miner eingespannt. Anders bei der Kryptowährung Chia, die eher große Speichermengen erfordert. Dabei werden meist SSDs eingesetzt. Der Hardware-Enthusiast und Profi-Übertakter Roman „der8auer“ Hartung hat sich damit beschäftigt, welche Anforderungen das Mining von Chia an die Hardware stellt. Für jeden Versuch, einen Chia-Coin zu farmen (auch Plot genannt) werden 100 GB Speicher erforderlich, teilweise fallen sogar 240 GB Schreiblast an. Da ständig neue Plots generiert und gespeichert werden müssen, kommen normale Laufwerke dabei schnell an ihre Grenzen. Da das hohe Schreibtempo eher für den Einsatz von SSDs spricht, werden diese Speicher primär eingesetzt. Wie hoch dabei der Verschleiß ausfällt, wollte Roman Hartung mit einem Testaufbau belegen.

Dabei kam die SSD Corsair MP600 mit 1 TB zum Einsatz. Der Hersteller gibt eine vergleichsweise hohe TBW (Total Bytes Written) von 1.800 TB an. Doch auch diese könnte schnell erreicht werden, denn für jeden einzelnen Plot mit 100 GB müssten insgesamt 1,3 TB geschrieben werden. Somit käme die Corsair MP600 auf theoretisch knapp 1.400 Plots bis die vom Hersteller garantierte Schreibleistung aufgebraucht wäre. Dieser Wert könnte aber schon nach einem knappen Jahr erreicht sein. Andere SSDs wie die Samsung 980 Pro mit 600 TBW wären noch deutlich schneller an der Verschleißgrenze. 

Ein Mining von Chia mit normalen Consumer-SSDs sei daher kaum sinnvoll. Das Ausweichen auf eine RAM-Disk sei auch kein Ausweg, da diese nicht wesentlich schneller als eine SSD arbeitete und in der Anschaffung zu teuer sei. Stattdessen müsste man zu einer SSD mit einem besonders hohen TBW-Wert greifen. Diese seien aber im Vergleich zu normalen SSDs wieder deutlich teurer, was das Chia-Mining noch unattraktiver machen würde.

Corona-Warn-App 2.2 jetzt verfügbar: Das sind die neuen Funktionen

Im Apple App Store ist die Corona-Warn-App 2.2.1 hier erhältlich. Die neue Version für Android dürfte in Kürze dann hier im Google Play Store folgen, derzeit findet sich derzeit noch dort die Version 2.1.x. 

Ab der Version 2.2(.x) dürfen in der offiziellen deutschen Corona-Warn-App nun auch Schnelltest-Profile angelegt werden. Außerdem gibt es eine weitere Neuerung, die den Entwicklern bei der Verbesserung der App hilft. Es können nämlich nun auch Fehlerberichte übermittelt werden, wenn dem Nutzer ein Bug in der App auffällt.

Schnelltest-Profil anlegen - so funktioniert es

Die Erstellung von Schnelltest-Profilen ist für Nutzer dann praktisch, wenn sie einen Schnelltest bei einem teilnehmenden Partner machen wollen, der kein eigenes Terminbuchungssystem anbietet, über das Termine zu einem solchen Schnelltest vereinbart werden können. Dazu können die Nutzer ihre persönlichen Daten in der Corona-Warn-App speichern und einen QR-Code generieren. Dieser QR-Code kann dann bei dem Schnelltest-Anbieter eingescannt werden und beschleunigt damit den Registrierungsprozess direkt vor Ort.

Bei der Erstellung eines Schnelltest-Profils muss der Nutzer unter anderem seinen Namen, Adresse und Kontaktdaten hinterlegen. Aus diesen Daten generiert die App dann einen QR-Code, der bei dem Schnellteststellen eingescannt wird, wobei für den Abgleich der Daten noch ein Personalausweis vorgezeigt werden muss. Aus Datenschutzgründen existiert jedes Schnelltest-Profil nur auf dem lokalen Gerät und kann auch jederzeit vom Nutzer entfernt werden.

Fehlerberichte können in der App erstellt werden

Als weitere Neuerung können in der Corona-Warn-App nun auch Fehlerprotokolle erstellt werden. Wenn ein Nutzer auf einen Bug stößt, kann so ein Fehlerprotokoll den Entwicklern bei der Behebung des Problems helfen. Im Fehlerprotokoll werden die einzelnen technischen Schritte und Ereignisse im Ablauf der App aufgezeichnet und an den technischen Support des Robert-Koch-Instituts (RKI) gesendet.

Es bringt aber nichts, die Fehlerprotokolle einfach so an den technischen Support zu übermitteln, weil diese nicht berücksichtigt werden. Vielmehr sollte der technische Support zunächst kontaktiert werden und man den Fehlerbericht erst dann übermitteln, wenn man dazu aufgefordert wird. Dazu findet sich in der Corona-Warn-App unter "App-Informationen" der neue Punkt "Fehlerberichte". Ausdrücklich betont wird, dass alle schützenswerten Informationen der Nutzer (Kontakt-Tagebücher, Check-Ins) anonymisiert übertragen werden und sich über den Fehlerbericht selbst auch nicht die Identität der Nutzers ermitteln lässt.

Der technische Support ist über die kostenfreie Nummer 0800 7540001 oder die Mail-Adresse corona-warn-app.opensource@sap.com erreichbar. Technisch fortgeschrittenere Nutzer können sich über Github hier für die iOS-App und hier für die Android-App mit dem technischen Support in Verbindung setzen.

Corona-Warn-App 2.x wird immer weiter verbessert

Seit der Version 2.1 können der Corona-Warn-App auch die Schnelltest-Ergebnisse hinzugefügt werden , wie wir auch berichteten. Mit der Version 2.0 hatte die Corona-Warn-App das QR-Code Check-In-System für Eventregistrierungen erhalten.

 

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