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Morgenmagazin vom Freitag, 14. November 2014

14.11.2014 | 07:25 Uhr |

Was heute wichtig wird: 14. November 2014 +++ Woz: Apple iPhone 6 drei Jahre zu spät +++ Wacom startet eigene Cloud Services +++ Facebook vereinfacht und verkürzt seine Datenrichtlinie +++ Prizmo: Dokumentenscanner erscheint in Version 3 für den Mac +++ Samsung stellt iBeacon-Konkurrenten vor +++ Amazon: "Cloud ist die neue Norm" +++ Encyclopaedia Britannica 2015 Ultimate Edition ist erschienen

Was heute wichtig wird: 14. November 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wenn mal wieder Nebel über dem Ärmelkanal hängt, ist der Kontinent nicht isoliert. Schließlich kann man die Insel trockenen Fußes erreichen, heute vor 20 Jahren nahm der Eurostar seinen regulären Betrieb auf. Mit dem Zug von Paris nach London in nur wenigen Stunden, ohne in Folkstone oder Dover von der Fähre in einen Bummelzug umsteigen zu müssen - ein langgehegter Traum wurde wahr. Diesen Traum träumte schon Napoleon anfangs des 19ten Jahrhunderts, die Absichten hinter den Tunnelbaumaßnahmen des Kaisers waren aber weniger friedlich.

Mit dem Tunnel wächst die Welt wieder ein Stück mehr zusammen - oder wie ein ehemaliger bayerischer Ministerpräsident sagen würde – rücken die englischen Städte näher an den Hauptbahnhof heran. Wie beschwerlich Reisen vor gar nicht allzulanger Zeit waren, zeigt das Beispiel der Reporterin Nellie Bly, die im Auftrag der Zeitung New York World am 14. November 1889 zu einer Weltreise aufbrach, die beweisen sollte, dass man 16 Jahre nach Veröffentlichung des Romans "Reise um die Erde in 80 Tagen" den Trip tatsächlich auch in der vorgegeben Zeit schaffen kann. Während der Romanheld Phileas Fogg die Wette aber nur gewinnt, weil er die Datumsgrenze in der richtigen Richtung überquerte und er so den einen entscheidenden Tag früher ankommt, brauchte Bly nur 72 Tage. Und das ganz ohne Eurotunnel. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen

Amazon und Hachette einigen sich: Der Buchhändler Amazon und der Verlag Hachette einigen sich auf ein neues Vertriebsmodell. Hachette, das mit vier weiteren Verlagen mit Apple zusammen verglich versucht hatte, Herr über seine eigene Preisgestaltung zu bleiben, kann nun doch für über Amazon verkaufte E-Books die Preise selbst bestimmen. Es soll für den Verlag jedoch finanzielle Anreize geben, einzelne Titel zu Niedrigstpreisen anzubieten. Ein Gericht hatte Apple und die Verlage der Kartellbildung zur künstlichen Erhöhung der Preise für schuldig gesprochen, Apple hatte sich mit dem Argument verteidigt, mit dem Agenturmodell ein Gegengewicht zum Quasimonopol von Amazon schaffen zu wollen.

Zwei Sicherheitsmaßnahmen: WireLurker und Masque Attack zeigen, dass auch Apple-Anwender nicht völlig sicher vor Malware sind. Apple verfolgt im wesentlichen zwei Ansätze, um die App-Sicherheit zu garantieren. Der App Store für iOS filter streng Software aus, für OS X steht Gatekeeper bereit. An den Sicherheitskonzepten ist aber noch einiges zu verbessern, mehr Freiheit für Anwender muss auch nicht zwangsweise mit weniger Sicherheit einhergehen.

Gesundheit und Datenschutz: Die US-Handelsbehörde FTC hat Apples Healthkit im Visier. Der Mac-Hersteller soll darlegen, wie er es mit dem Schutz sensibler Gesundheitsdaten hält. Apple habe der Behörde bei mehreren Terminen versichert, die von iPHone, Apple Watch und anderen Sensoren gesammelten Daten nicht an Dritte zu verkaufen.

Geschäftsmann des Jahres - fast : Auf seiner Liste der wichtigsten Personen des Business hat das Wirtschaftsmagazin Fortune Apple -CEO Tim Cook heuer auf den zweiten Platz gesetzt. Vor ihm rangiert mit Larry Page lediglich ein alter Bekannter aus dem Silicon Valley. Die einzige Frau in den Top Ten ist auf Platz 8 die CEO von Ulta Beauty, Mary Dillon.

Weitere Nachrichten:

Woz: Apple iPhone 6 drei Jahre zu spät

Steve Wozniak, der zusammen mit dem verstorbenen Steve Jobs Apple gegründet und die ersten Apple-Rechner von Hand zusammengelötet hatte, hat das aktuelle Management von Apple für deren iPhone-Strategie kritisiert. Die nun veröffentlichten iPhone 6 und iPhone 6 Plus kämen zu spät. »Apple hätte einen viel höheren Marktanteil bei Smartphones haben können, wenn es in den letzten drei Jahren ein iPhone mit größerem Bildschirm gegeben hätte«. Damit wäre Apple auch besser in der Lage gewesen, Samsung Konkurrenz zu machen.

Auch wenn Steve Wozniak noch immer ein Fan von Apple ist, so äußert er sich immer wieder auch lobend über die Konkurrenz und auch sehr kritisch über Apple. Das liegt seiner Aussage nach daran, dass er viele Gadgets ausprobiert, bevor er dann eine Entscheidung trifft. »Technik ist wie ein Lied. Jemand kann die alle Details erzählen, man ist sich aber erst sicher, dass man es mag, wenn man es selbst gehört hat«, so Wozniak.

Weniger begeistert ist er von der angekündigten Apple Watch, obwohl er sich selbst als frühen Smartwatch-Nutzer sieht und sogar schon einen iPod Nano am Handgelenk trug. »Ich habe ein paar Smartwatches gekauft, als sie neu herauskamen. Ich bin sie schnell wieder losgeworden. Ich sehe Smartwatches nun sehr negativ«. Er brauche einfach ein größeres Display und nutze daher lieber sein Smartphone. Die Apple Watch bezeichnete Wozniak als »Luxus-Fitnessband«, das er aber trotzdem ausprobieren werde, weil es sich von anderen deutlich unterscheidet. »Wer weiß? Vielleicht verkauft es sich gut. Es gibt schließlich viele Handgelenke da draußen«.

Seine Antwort auf die Frage von CNN , was er selbst machen würde, wenn er nochmal von vorne beginnen könnte, klingt fast etwas melancholisch. »Heute ist es wirklich schwer, Technik von Hand zu bauen, weil alles immer kleiner und kleiner wird. Ich bin mit nicht sicher, ob ich in der heutigen Welt der Technik einen Platz hätte«.

Wacom startet eigene Cloud Services

Wacom gibt die Verfügbarkeit von Dropzone und Control Room bekannt . Die beiden neuen Cloud-basierten Anwendungen sollen einen schnellen und einfacheren Zugang zu Bildern und persönlichen Einstellungen in einer zunehmend mobilen Welt ermöglichen.

Mit bis zu 2 GB Speichervolumen bietet Dropzone den Nutzern die Option, Bilder und kreative Arbeiten direkt in der Cloud zu speichern, sodass sie von jedem Gerät, von überall und zu jeder Zeit abrufbar sein sollen. Dropzone ist kompatibel mit Windows, OS X und iOS und unterstützt alle üblichen Rasterbildformate. Auch die Notizbuch- und Zeichen-App Bamboo Paper für iOS wird Dropzone als integrierte Funktion anbieten, um den Import von Bildern, Notizen oder Zeichnungen zu erleichtern.

Control Room hingegen ist ein Speicherservice für die eigenen Wacom Stift-, Tablett- und Displayeinstellungen. Damit könne der Nutzer Zeit bei der Konfiguration sparen, da sich die gewohnten Einstellungen auf ein anderes Gerät desselben Typs übertragen lassen. Control Room ist kompatibel mit vielen aktuellen Intuos- und Cintiq-Produkten und kostenlos im Wacom Desktop Center erhältlich, welches auch die passenden Produkttreiber zur Verfügung stellt.

Dropzone und Control Room sind laut Wacom einfach in der Handhabung, kostenlos erhältlich und unabhängig von bestehenden Dienstleistungen oder Betriebssystemen nutzbar. Für beide Services ist ein Wacom Cloud-Account notwendig. Nutzer können sich hier https://cloud.wacom.com registrieren und von dort Dropzone auch als App für iOS, Windows und OS X herunterladen.

Facebook vereinfacht und verkürzt seine Datenrichtlinie

Wenn Facebook-Nutzer wissen wollten, wofür das soziale Netzwerk ihre privaten Daten nutzt, mussten sie sich bislang einen Text mit rund 9.000 Wörtern durchlesen. Dabei war es gar nicht so einfach, hinter die umständlichen Formulierungen zu steigen.

Facebook geht nun einen weiteren Schritt in Richtung einer nutzerfreundlicheren Bedienung und hat per Update seine Datenrichtlinie überarbeitet . Der Text ist nun nur noch rund 2.700 Wörter lang. Farbliche Kennzeichnungen sollen die Erklärungen zudem übersichtlicher machen. Wie Erin Egan, Facebooks Chief Privacy Officer, gegenüber dem Wall Street Journal erklärt, wolle man es den Mitgliedern leichter machen, zu verstehen, was Facebook mit ihren Daten macht. Auch das Lesen des rund um ein Drittel gekürzten Textes nehme nun nicht mehr so viel Zeit in Anspruch.

Ebenfalls neu ist das interaktive Tutorial „Privacy Basics“ . Hier werden Nutzer an die Hand genommen und finden Erklärungen, wie Sie Ihre Facebook-Daten verwalten können. Im Tutorial erläutert Facebook unter anderem, wie die Privatsphäre-Einstellungen für geteilte Inhalte funktionieren. Facebook-Mitglieder werden dazu angehalten, Feedback zur neuen Datenrichtlinie zu geben. In wenigen Wochen soll dann die finale Version online gehen.

Prizmo: Dokumentenscanner erscheint in Version 3 für den Mac

Ganz in Richtung Apples neuem Betriebssystem OS X 10.10 Yosemite haben die Entwickler von Prizmo ihr Tool überarbeitet. So bietet die neue Benutzeroberfläche jetzt optische Anpassungen für die Transparenzeffekte, dazu Handoff-Unterstützung für einfache Interaktionen zwischen iPhone, iPad und Mac, so dass sich Dokumente auch beim Wechseln von einem Gerät zum anderen nahtlos weiter bearbeiten lassen sollen. Werkzeuge aus Prizmo wie Bildbeschneidung (Freistellen), Bereinigen und OCR (Texterkennung) stehen als Erweiterungen auch für andere Programme zur Verfügung. Außerdem lassen sich Dokumente über die iCloud teilen.
Insgesamt will der Entwickler die Vorerkennung für Bilder so verbessert haben, dass Texte sich anschließend genauer erkennen lassen. Alle weiteren Funktionen und Neuerungen beschreibt Creaceed detailliert auf der Produktseite im Mac App Store . Zusätzlich gibt es zur Funktionsweise ein Video zu betrachten.
Die neue Version setzt mindestens OS X 10.10 voraus, für einige Tage bietet der Entwickler das Tool mit einem 20-prozentigen Nachlass zum aktuellen Preis von 36 Euro an. Für Lizenzinhaber von Version 2 ist das Update kostenlos erhältlich. Außerdem lässt sich Prizmo 3 auf der Homepage von Creaceed auch direkt erwerben.

Samsung stellt iBeacon-Konkurrenten vor

Die Erfassung ihrer Kunden über deren Mobilgeräte wird für Betreiber von Geschäften immer wichtiger. Apple hat mit seinen iBeacons bereits ein passendes Produkt im Angebot, nun zieht Samsung mit Proximity nach.

Der Hersteller bezeichnet sein System als mobile Marketingplattform, die Kunden mit ortsabhängigen Informationen versorgt. Im Grunde handelt es sich dabei – ähnlich wie bei Apples iBeacon – um ein System, welches eine Kommunikation zwischen Mobilgerät und lokal aufgestellten Beacons ermöglicht.

Kunden sollen davon profitieren, wenn sie in einem Geschäft beispielsweise über Rabattaktionen oder passende Accessoires informiert werden. Im Gegensatz zu Apples iBeacon kommt Samsungs Proximity ohne eine zusätzliche App aus. Die Technologie soll fest in das Betriebssystem integriert werden und auch von Entwicklern angesteuert werden können.

Proximity arbeitet mit unterschiedlichen Beacons zusammen, die über Bluetooth LE funken. Interessierte Unternehmen können sich bereits für eine Partnerschaft mit Samsung bewerben .

Amazon: "Cloud ist die neue Norm"

Die Keynote am ersten Tag wurde von AWS-Manager Andrew Jassy mit der Ansage "Dies ist keine Sales- und Marketing-Konferenz" eröffnet. Die re:invent sei vielmehr eine, auf der Entwickler und Kunden sich fortbilden sowie miteinander vernetzen und untereinander austauschen könnten.

Mit Aurora gegen Oracle

Jassy hatte natürlich eine Reihe von Produktankündigungen im Keynote-Gepäck. Die wohl wichtigste: "Amazon Aurora", eine neue MySQL-kompatible Datenbank in der Cloud, an der AWS angeblich schon seit Jahren im Verborgenen entwickelt. Aurora soll fünfmal mehr Leistung bieten als ein Standard-MySQL und nur ein Zehntel so viel kosten wie vergleichbar performante, proprietäre RDBMS - eine klare Kampfansage vor allem in Richtung Larry Ellison und Oracle. Ein paar Eckdaten zu Aurora: Sechs Millionen Inserts oder 30 Millionen Selects pro Minute, Sechs-Wege-Replikation über drei Verfügbarkeitszonen, weitere HA-Features, Preis ab 29 US-Cent pro Minute (r3.big).

Eine Menge los auf der AWS re:invent in Las Vegas...
Vergrößern Eine Menge los auf der AWS re:invent in Las Vegas...

Weiter kündigte Jassy eine Reihe von Tools für Code-Management und Deployment ("AWS CodeDeploy", "AWS CodePipeline", "AWS CodeCommit") an, die teilweise aber erst Anfang 2015 kommen. In puncto Sicherheit und Compliance - seit vergangener Woche ist AWS auch gemäß ISO 9001 zertifiziert - gibt es ab sofort einen Key Management Service für Anwender, die ihre Keys für die Verschlüsselung selbst verwalten möchten oder müssen.

Der neue Dienst AWS Config, aktuell im Preview-Stadium, ermöglicht das Auditing aller genutzten Resourcen und ihrer wechselseitigen Abhängigkeiten. Ab Anfang 2015 können IT-Abteilungen ihre mit AWS aufgesetzten Dienste über den AWS Service Catalog zentral verwalten und bereitstellen. Alle Produktankündigungen hat Jeff Barr für Interessierte bereits gewohnt ausführlich im Amazon Web Services Blog beschrieben.

Weiter bei unserer Kollegen der Computerwoche...

Encyclopaedia Britannica 2015 Ultimate Edition ist erschienen

Encyclopaedia Britannica 2015 Ultimate Edition ist erschienen (c) USM
Vergrößern Encyclopaedia Britannica 2015 Ultimate Edition ist erschienen (c) USM
© USM

Es gibt sie noch: Die monumentalen (Desktop-Software)-Felsen in der (Cloud-Dienste)-Brandung. Also Programme, die klassisch auf dem Windows-PC oder Mac installiert und nicht komplett aus dem Internet bezogen werden. Also Software, die man auch ohne Internetanbindung beziehungsweise bei nur schlechter Anbindung brauchbar nutzen kann. Wie die Encyclopaedia Britannica 2015. Mit ihr recherchiert man schnell und zuverlässig nach unbekannten Begriffen, auch wenn man im hintersten Winkel des Bayerischen Waldes wohnt – im Funkloch und ohne DSL. Versuchen Sie das dann mal mit Wikipedia. Und Ihre Englisch-Kenntnisse frischen Sie damit auch gleich noch mit auf.

Encyclopaedia Britannica 2015 Ultimate Edition ist die neu aufgelegte Version der bekannten englischsprachigen Enzyklopädie. Sozusagen das englische Pendant zum deutschen „Brockhaus multimedial Premium“, den es aber schon lange nicht mehr gibt.

Inhalt

Der Münchner Distributor USM vertreibt die Encyclopaedia Britannica 2015 Ultimate Edition im deutschsprachige Raum. Wie schon die Vorgängerversionen vereint auch die 2015er Encyclopaedia Britannica Ultimate Edition drei unterschiedliche Lexika auf einer DVD-ROM: a) Den Inhalt der englischsprachigen 32 Bände der Buchvorlage mit über 120.000 aktualisierten Lexikoneinträgen, b) eine angepasste Edition für Schüler von 10 bis 14 Jahren und c) eine Variante für Kinder von 6 bis 10 Jahren. Wobei zu beachten ist, dass sich die Altersempfehlungen auf englische Muttersprachler beziehen.

Als zusätzliche Features gibt es Zeitreihen zu über 140 wichtigen Kategorien seit 1960, geografische und thematische Karten, Infografiken, Tabellen und Bilder. Dazu laut USM mehr als 17.000 Fotos, Videos, Animationen und Tonaufnahmen. Interaktive Zeitleisten, geordnet nach Rubriken wie Architektur, Kunst, Literatur, Medizin, Musik und Technik. Dazu mehr als 165.000 weiterführende Links zu geprüften Internetseiten und Online-Magazinen zur tagesaktuellen Recherche.

Ebenfalls enthalten sind das Collegiate Dictionary und ein Thesaurus. Die Benutzung des Lexikons erleichtern Lesezeichen-, Notiz-, Kopier- und Druckfunktion sowie eine Suchmaschine mit Stichwort- und Volltextsuche.

Preis

Encyclopaedia Britannica 2015 Ultimate Edition gibt es für für 49,90 Euro auf DVD-ROM für Windows Vista/7/8/8.1 und OS X ab Version 10.7.

Die gedruckte Ausgabe der Encyclopaedia Britannica gibt es übrigens nicht mehr .

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