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Morgenmagazin vom Freitag, 15. Mai 2020

15.05.2020 | 07:08 Uhr | Peter Müller

Apple übernimmt NextVR +++ Kuo: Apple-AR-Brile nicht vor 2022 +++ Sicherheitslücke in Acrobat DC geschlossen +++ Personalisierte Komplikationen mit Watchsmith +++ Apple veröffentlicht Billie-Eilish-Song mit Update auf Logic Pro X +++ Corona-Warn-App: Erste Einblicke +++ Polizei warnt: Gezielte Angriffe auf Amazon-Kunden +++ Vorsicht: Verbrecher greifen DHL-Kunden an +++ Sony: Kamera-Sensoren mit integriertem KI-Chip

15. Mai: Familienbande

Macwelt wünscht Guten Morgen! In der Funktionentheorie gibt es einen wunderschönen Satz, die Umkehrung des Satzes von Montel: „Jede normale Familie ist beschränkt“. Damit können auch Leute etwas anfangen, die mit Funktionentheorie, Folgen, der komplexen Ebene und Konvergenzen nichts zu schaffen haben. Klar, das ist sie, die liebe Familie, total beschränkt, aber eben auch normal. Und eine jede einzigartig. Wobei – und da sind wir bei Tolstoi und nicht mehr im Pro-Seminar Höhere Mathematik – eine jede glückliche Familie sich ähnelt, während eine jede unglückliche Familie auf ihre eigene Weise unglücklich ist.

Vielleicht zeigt auch die Corontäne-Zeit die Unterschiede auf: Während glückliche Familien trotz aller Entbehrungen, Zumutungen und Problemen weiter diszipliniert an Maßnahmen festhalten, die sie und andere schützen, protestieren womöglich diejenigen auf den Straßen, die es daheim mit ihren Nächsten einfach nicht mehr aushalten. Unter denen, die ohne Abstandswahrung ihren Frust heraus schreien, sind sicher nicht nur solche, die sich Aluhüte bogen als andere vor leeren Nudelregalen standen, sondern gewiss auch Opfer häuslicher Gewalt. Mit häuslicher Isolation allein wird man die Pandemie nicht stoppen können, gleichwohl sie ein wichtiger Baustein ist. Mit Leugnen der Fakten kommt man dem Virus aber auch nicht aus.

Die Familien tragen in dieser Krise die Hauptlast. Funktionale wie dysfunktionale, Verbände, die über biologische Verwandtschaft zusammen gehalten werden, aber auch Wahlverwandte und manchmal eher zufällig zusammengekommene Gruppen. Familien werden auseinander gerissen, über tausende Kilometer und über Monate trifft man sich nur noch über Telefon oder Skype. Für jede normale Familie und auch für jede noch so beschränkte sind das schwierige Zeiten.

Den Weltfamilientag 2020 an diesem 15. Mai hat die UNO daher auch der Familie als Nabe der generationenübergreifenden Interaktionen gewidmet, wie es auf der Website des International Day of Families leicht pathetisch heißt: Families in Development.

Eine ganz andere Familiengeschichte erzählt auch der 15. Mai 1985. An jenem Tag stellte Apple den Macintosh XL außer Betrieb, der im Jahr zuvor noch Lisa hieß. Und was sich schon damals schlecht leugnen ließ: Lisa war keine Akronym für „Local Integrale Software Architecture“ wie Steve Jobs betonte, sondern der Name seiner unehelichen Tochter, die er lange nicht als solche akzeptierte, sondern wie in einem Reality Distortion Field gefangen hielt. Doch Freunde und Geliebte kann man Kommen und Gehen sehen, Familie bleibt für immer. Sei sie auch noch so beschränkt.

Der originale Satz von Montel klingt übrigens viel freundlicher als seine ebenso wahre Umkehr: Jede beschränkte Familie ist normal. Welch Trost in trüben Zeiten.

Lesetipps für den Freitag:

Persönlich: Apple lässt nach wie vor keine Drittentwickler Zifferblätter für die Apple Watch erstellen, Nutzer haben nur die Möglichkeit, die vorhandenen Vorlagen so weit ihren Bedürfnissen anzupassen, dass man von Personalisierung sprechen kann. Das höchste der Gefühle sind bisher eigene Fotos für einige Zifferblätter - und eben die Komplikationen, die man halbwegs beliebig auf vielen Zifferblättern arrangieren kann. Mit der App Watchsmith für das iPhone geht das aber noch einen kleinen Schritt weiter: Die Anwendung lässt die Standardkomplikationen teilweise umkonfigurieren, also die Art und Weise, wie sie Informationen in kompakter Form auf das Zifferblatt bringen. Mehr Personalisierung geht bisher nicht, nächste Hoffnung watchOS 7.

Noch eine: Apple hat bestätigt, das Startup NextVR gekauft zu haben, das Großereignisse wie Sportveranstaltungen in Virtual Reality überträgt. Was Apple mit NextVR vorha, bliebt der Spekuöation überlassen, gegenüber Bloomberg sagte ein Apple-Sprecher nur den üblichen Satz auf, nachdem Apple von Zeit zu Zeit kleinere Unternehmen übernehme aber generell nicht darüber diskutiere, was Sinn und Zweck dahinter ist. NextVR hat alle Inhalte auf seiner Website gelöscht und verabschiedet sich mit den Worten, dass man nun mit neuen Partnern sich auf neue Wege begebe. Für die aktuelle Krisensituation kommt die Übernahme von NextVR vermutlich zu spät, eine Headset Apples für AR und VR ist zwar schon länger Gegenstand von Gerüchten und Apples Engagement für entsprechende Technologie kein Geheimnis, man denke nur an den Lidar-Scanner des iPad Pro. NextVR ist indes auf Inhalte spezialisiert. Man mag sich aber gerne vorstellen, dass die WWDC 2020 mit Hilfe von NextVR auf passende Headsets weltweit übertragen würde, doch da müssen wir noch eine Weile warten. In einigen Jahren, wenn man wider keine Tickets für das Entwicklerevent bekommen hat oder keine Karten für das Championsleague-Endspiel in München (Mai 2022, wenn alles gut läuft), könnte aber Apple mit NextVR in der Lage sein, das Event für die Daheimgeblieben so auf ihre VR-Brilen zu bringen, als säßen sie bei der Keynote in der ersten Reihe oder beim Fußball direkt am Spielfeldrand.

Dauert noch: Mit dem Championsleague-Endspiel in München könnte es knapp werden, sofern das nicht auf ein Jahr verschoben wird, um es mit einer Apple-AR/VR-Brille anzusehen. Wie der immer gut informierte Analyst von TF Securities, Ming-Chi Kuo, in seiner jüngsten Anlegernotiz schreibt, wird Apple nicht vor 2022 eine Brille anbieten. Dabei werde Apple seiner Ansicht nach auch eher auf AR setzen, also digitale Inhalte der realen Welt hinzufügen. Die Linsen, auf die eine Schicht laminiert werde, die für die Anzeige der Projektionen verantwortlich zeichnet, werde aber recht teuer. Am anderen Ende des Preisspektrum werde Apple aber shin in der zweiten Jahreshälfte einen günstigen iPad mit 10,8 Zoll Bildschirmdiagonale anbieten und in der ersten Jahreshälfte 2021 eine neue Mini-Ausgabe mit einer Größe zwischen 8,5 und 9 Zoll.

Geschlossen: Adobe schließt eine Sicherheitslücke in Acrobat für macOS, die Angreifern hätte Root-Rechte auf dem Rechner gewähren können. Auf die Lücke aufmerksam gemacht hat den Softwarehersteller der Sicherheitsforscher Yuebin Su vom Tencent Security Xuanwu Lab. Die Lücke gehört aber zu den weniger Gefährlichen, da der Angreifer physischen Zugang zum Mac benötigt habe. Die Installation des jüngsten Updates von Adobe Acrobat DC ist dennoch allen Nutzern wärmstens empfohlen. Zumal Adobe einen geschützten Modus einführt, den man über die Einstellungen des Programms aktivieren kann. Hierbei handelt es sich um Sandbox, die alle Workflows innerhalb des Programms schützt, wie der Hersteller erklärt.

Kurzer Engpass: Derzeit scheint kein neuer Homepod bevorzustehen, entsprechenden Gerüchten hat Apple die Grundlage entzogen. In den USA waren Homepods laut Macrumors kurz ausverkauft, gleichzeitig beide Farben. Doch waren sie in anderen Ländern weiter lieferbar, mit unterschiedlich langen Lieferzeitenm die auch bis zu einem Monat reichen konnten. Mittlerweile sind die Homepods aber auch in den USA zurück im Angebot, in Deutschland bekommt man laut Auskunft von Apples Website seinen Lautsprecher in fünf bis zehn Tagen geliefert.

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Apple veröffentlicht Billie-Eilish-Song mit Update auf Logic Pro X

Was braucht man für einen waschechten Welt-Hit à la "Ocean Eyes" von Billie Eilish? Im Prinzip nicht viel: Lediglich ein Macbook, ein Musik-Programm wie Apples Logic Pro X, 22 Tonspuren und eine ordentliche Portion musikalisches Talent. Und schon kann man aus dem alten Kinderzimmer heraus Songs produzieren, die auf der ganzen Welt von einem Millionenpublikum gehört werden. Wie genau das aussieht, zeigt das folgende Video:

Vor über vier Jahren veröffentlichte die zu dem Zeitpunkt erst 14-jährige Billie Eilish auf ihrem YouTube-Kanal den Song "Ocean Eyes", komponiert und produziert von ihrem Bruder Finneas O'Connell. Seitdem (Stand: 14. Mai 2020) haben über 257 Millionen Menschen das Musikvideo gesehen, mehr als 3,6 Millionen Menschen haben dem Video ein Like gegeben.

Mit dem neuesten Update von Logic Pro X dürfen sich Hobby-Musiker sowie Musik-Nerds neben zahlreichen neuen Features auch auf einen besonderen Leckerbissen freuen: Alle Nutzer, die die neuste Version 10.5 auf ihren Mac geladen haben, bekommen nämlich zusätzlich die Projekt-Datei von "Ocean Eyes" von Billie Eilish.

Mit dem Bereitstellen der Projektdatei bekommen Logic-Nutzer einen seltenen Einblick in die professionelle Musik-Produktion. Geleakte Acapella-Ton-Spuren von Sängern und Sängerinnen tauchen immer wieder im Netz auf. Dass man aber eine komplette Projekt-Datei mit Informationen über die Instrumente-Auswahl, Abmischung und Effekt-Palette in die Hände bekommt, geschieht dahingegen recht selten.

Der gesamte Song besteht im Großen und Ganzen aus lediglich 17 Ton-Spuren, elf davon gehören zu Instrumenten, die restlichen Tonspuren stammen von Billie Eilishs Gesang. Auch in diesem Song begleitet den Gesang das charakteristische, mehrstimmige Summen von Billie Eilish. Öffnet man diese Tonspuren, kann man sehen, wie der mehrstimmige Gesang von Billie Eilish entsteht. Jede Stimme wird einzeln aufgenommen, anschließend wird mit dem Stereo-Panorma-Effekt (Panning) gespielt. Das heißt: Das Signal ist mal stärker links und mal stärker rechts zu hören, im gesamten entsteht eine schöne, breite, stereophone Mischung.

Aufmerksame Nutzer können hier aus den einzelnen Tonspuren sogar noch etwas mehr herauslesen. Die Tonspur-Nummerierung lässt vermuten, dass Billie Eilish den Song mindestens 38 Mal eingesungen haben muss. Der gesamte Vers-Gesang wurde nämlich aus 14 einzelnen Tonspuren zusammengeschnitten, wobei eine Tonspur die Kennzeichnung "38. Take" trägt.

Wenn es bei angehenden Künstler und Künstlerinnen bei der nächsten Aufnahme-Session mal nicht so gut läuft, einfach daran denken: Auch Welt-Stars wie Billie Eilish brauchen manchmal ein paar Anläufe mehr, bis daraus ein richtiger Hit wird.

Allen Logic-Nutzern können wir nur empfehlen, selbst mal einen Blick in die Demo zu werfen. Alle anderen können in dem folgenden Video des YouTubers "Eron Constante" einen Einblick in den Song "Ocean Eyes" bekommen.

Corona-Warn-App: Erste Einblicke

Vor knapp einer Woche hat die Bundesregierung auf einer Telefonkonferenz  bekannt gegeben, die kommende Corona-Warn-App soll Open Source werden , die Einblicke in den Code, aber auch in die Entwicklung der App sollen also allen frei zur Verfügung stehen. Die Entwickler, also das Team Platform & Technology von SAP, hat vor Kurzem die ersten Entwürfe der neuen App zur Verfügung gestellt. Der erste Code soll nach Angaben der Entwickler in den nächsten Tagen erscheinen, bislang kann man sich mit einem Konzept der neuen App vertraut machen.

Das Konzept beschreibt im Grunde genommen den dezentralisierten Kontaktaustausch, wie dies bereits Apple & Google in seinen Entwicklungs-Dokumenten getan haben. In der Version auf Github wird jedoch deutlich welche Daten wohin fließen: Grundsätzlich kommunizieren Handies der Nutzer nur untereinander, um die Bluetooth-Kennungen auszutauschen. Ein zentraler Server, in dem Fall von Robert-Koch-Institut zur Verfügung gestellt, schickt in regelmäßigen Abständen die Informationen an die Nutzer, dies geschieht in den meisten Fällen aber nur in eine Richtung, vom Server zum Smartphone und nicht umgekehrt. Man kann sich den App-Einsatz wie eine riesige Messe vorstellen: Die Aussteller und Besucher tauschen untereinander Visitenkarten, jeder hat eine Packung nicht identischer Karten mit dabei, sodass jeder weitere Business-Kontakt eine abwechselnde Karte erhält. Der Messeveranstalter kann jedoch nicht wissen, wer mit wem und welche Visitenkarten ausgetauscht hat.

Server meldet Positivfälle

Falls ein Nutzer positiv getestet wird, kann er seine Ergebnisse auch über die App dem Gesundheitsamt zur Verfügung stellen, diese gelangen dann auf den Server, der einmal pro Tag die registrierten Positivfälle an alle Handys der Nutzer schickt. Erst am Handy findet die Suche unter den gespeicherten Bluetooth-Kennungen statt, wenn die mitgeschickte und die gespeicherte Kennung gleich sind, wird der Nutzer alarmiert, die App hält Ratschläge zu weiteren Vorgehensweisen zur Verfügung. Um bei der Messe-Metapher zu bleiben: Der Messebetreiber schickt nach der Messe eine Mail an alle Anwesenden: Wir haben ein Gewinnspiel veranstaltet. Unser Marketing-Mitarbeiter hat sich unter die Besucher gemischt und ebenfalls seine Karten verteilt. Wer in seiner Visitenkarten-Sammlung die nachfolgende Karten mit Angaben XY oder AB oder OP oder CD oder EF findet, sollte sich bei uns im Kunden-Support melden und seinen Gewinn abholen.

Was neu ist, ist die Test-Abfrage direkt in der App: Wird ein Nutzer getestet, kann er die Ergebnisse mittels einer TAN, die ihm das Gesundheitsamt aushändigt, oder einem QR-Code, die die Test-Stelle an die Getesteten verteilt, direkt in der App auslesen und nach der Verifizierung von dem Arzt an den Server teilen. Die App kann auch nach Wunsch eine Benachrichtigung schicken, wenn ein Test bereit zum Abrufen ist. Wie genau der Schritt der Ergebnis-Anfrage und Verifikation aussehen wird, ist noch nicht bekannt, die Entwickler verweisen auf die frühen Versionen des App-Codes, der diese Fragen beantworten soll.

Alles in allem sieht man an dem Konzept, dass man die Sorgen um Datenschutz der Nutzer ernst nimmt: Die Installation ist freiwillig, jede Zeit kann man in der App Benachrichtigungen oder auch Bluetooth-Zugang ausschalten oder die App ganz löschen. Nach unseren Informationen arbeiten an den Sicherheitsaspekten der App die beiden Behörden, der Bundesdatenschutzbeauftragte und das Bundesinstitut für Sicherheit in der Informationstechnik, mit dabei.

Im Forum des Projekts stellen manche Nutzer berechtigte Fragen zur Zuverlässigkeit der Bluetooth-Messung auf unterschiedlichen Entfernungen. Diesen Punkt hat auch EFF in seiner Stellungnahme kritisiert. Manches löst das API von Google und Apple, das Fraunhofer Institut unterstützt die Entwickler in diesem Aspekt, ist doch das Institut auch bei der Entwicklung unterschiedlicher Codecs für Bluetooth beteiligt. Nach unseren Informationen berät das Fraunhofer Institut die Entwickler bei der Implementierung der Bluetooth-Schnittstelle, sodass die Hardware der einzelnen Handys stromsparend und effizient genutzt wird.

Wie so oft bei den spannenden Projekten gibt es viele nützliche Vorgänge und ganz wenige richtig sinnlose: So wurde von einem Nutzer vorgeschlagen , das App-Projekt auf eine andere Plattform als Github umzuziehen, weil sich ja dabei Entwickler aus Syrien nicht beteiligen können. Hintergrund: Github ist wie sein Mutterunternehmen Microsoft ein Subjekt des US-Amerikanischen Rechts und die USA haben Sanktionen gegen Syrien verhängt.

Polizei warnt: Gezielte Angriffe auf Amazon-Kunden

Angreifer nehmen derzeit gezielt Amazon-Kunden ins Visier. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor aktuell kursierenden Phishingmails, die Amazon-Kunden die Zugangs-, Adress- und Bezahldaten stehen sollen.

Die Cybergangster reagieren mit ihrer aktuellen Phishingkampagne offensichtlich auf die erhöhte Nachfrage nach Bestellungen über Amazon. Das Onlinegeschäft von Amazon boomt und an diesem Boom wollen auch die Verbrecher partizipieren. Hierzu verschicken die Gangster Mails, die vorgeben von Amazon zu stammen. Die Betreffzeile lautet zum Beispiel: "Wichtig - Wir haben Ihr Amazon-Konto überprüft und haben Probleme mit Ihrem Konto. Bitte bestätigen Sie Ihr Konto sofort." oder "[Erinnerung] Erneuerung Ihres Prime-Mitgliedskontos erforderlich - Aktualisieren Sie Ihre Zahlung innerhalb von 24 Stunden...".

In der Mail steht dann zum Beispiel, dass es Probleme mit der Prime-Mitgliedschaft gibt oder dass auf das Amazon-Konto von einem anderen Land zugegriffen wurde. Der Amazon-Kunde müsse jetzt schnell handeln und auf den Button in der Mail klicken, um seine Daten zu bestätigen oder zu aktualisieren oder andere Probleme mit seinem Amazon-Konto zu vermeiden.

Wer auf den Button klickt, landet auf einer gefälschten Webseite. Dort soll das Opfer seine Amazon-Zugangsdaten und nach dem Login sogar seine Adresse und seine Zahlungsdaten (Kreditkarte etc.) eingeben. Damit haben die Angreifer dann alle wichtigen Daten des Amazonkunden erbeutet.

Wer sich den Link anschaut, mit dem der Button hinterlegt ist, erkennt zwar die Fälschung. Doch in der Hektik oder auf einem kleinen Bildschirm übersieht man das leicht.

Die Polizei rät: Sollten Sie auf diese Masche hereingefallen sein, so wenden Sie sich unverzüglich zunächst an den Amazon Kundenservice. Ändern Sie Ihre Zugangsdaten und, wenn noch nicht geschehen, richten Sie die 2-Faktor-Authentifizierung ein!

Als nächstes sollten Sie die Bank informieren, deren Zahlungsdaten Sie auf der Phishingseite eingegeben haben. Die Kreditkarte sollte gesperrt werden. Außerdem sollten Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle Anzeige erstatten.

Ein gefährlicher Folgeschaden: Die Verbrecher kennen nun Ihren Namen samt Adresse. Damit können die Gangster weitere gezielte Angriffe gegen Sie richten. So können die Gangster zum Beispiel bei anderen Onlinediensten ausprobieren, ob Sie sich dort mit der gleichen Kombination aus Mailadresse und Passwort registriert haben. Ändern Sie also Ihre Passwörter bei anderen Diensten.

Vorsicht: Verbrecher greifen DHL-Kunden an

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor Spammails, die sich als Lieferschein von DHL tarnen. Die Mails geben vor von DHL zu stammen. In der Mail steht beispielsweise: „Sehr geehrter Kunde, Ihr Paket ist kürzlich in unserem Zentrum angekommen, aber wir können die Lieferadresse nicht finden. Hier finden Sie das registrierte Kontaktformular, den Lieferschein und die Zahlungsdetails der Fluggesellschaft. Geben Sie die uns gegebene Kontaktnummer ein und senden Sie sie uns. Wir freuen uns von Ihnen zu hören.“

Die angeblichen DHL-Mails enthalten einen gefährlichen Anhang. Dabei handelt es sich um eine Exceltabelle mit einem Makro. Aktiviert der Benutzer dieses Makro, installiert sich eine Schadsoftware auf dem Windows-Rechner. Das Makro ist in einem versteckten Tabellenblatt verborgen, wie die Polizei ergänzt.

Die Schadsoftware wird u.a. von den folgenden Adressen runtergeladen:
hXXp://putin-malwrhunterteams.com/scan.txt
hXXp://paste.ee/r/e49u0
hXXp://paste.ee/r/dlOMz

Die Malware versucht eine Kontaktaufnahme mit der IP-Adresse 185.140.54.48 auf Port 7707. Das System ist laut Polizei allerdings momentan nicht erreichbar, so dass weitere Analysen zur Zeit nicht durchgeführt werden können.

Falls Sie so eine Mail erhalten: Löschen Sie diese sofort und öffnen Sie nicht den Mailanhang. Außerdem sollten Sie Microsoft Office immer so konfiguriert haben, dass Makros nicht automatisch ausgeführt werden. Das ist die Standardkonfiguration von Office und diese sollten Sie nicht ändern.

Aktuell nehmen Cybergangster auch Amazonkunden ins Visier: Polizei warnt - gezielte Angriffe auf Amazon-Kunden

Sony: Kamera-Sensoren mit integriertem KI-Chip

Sony hat mit dem IMX500 und dem IMX501 die weltweit ersten Kamera-Sensoren mit integriertem Prozessor und Speicher entwickelt. Die beiden Sensoren lösen jeweils mit 12,3 Megapixeln auf und könnten etwa in Überwachungskameras zum Einsatz kommen. Die integrierte Prozessor samt Speicher kann laut Sony "leichte" Machine-Learning-Aufgaben übernehmen. Während andere Systeme aufgenommene Bilder zur KI-Analyse in die Cloud schicken müssen, können die beiden Sony Sensoren einfache Analyse-Aufgaben selbst erledigen - ganz ohne Cloud-Verbindung.

Beim Einsatz als Überwachungskamera im Garten könnten die Sensoren so beispielsweise erkennen, wenn ein streunender Hund den Hinterhof betritt und dem Besitzer der Überwachunsgkamera daraufhin einen Alarm schicken. Laut Sony bieten die neuen Sensoren unter anderem einen besseren Schutz für die Privatsphäre, da sie leichte KI-Aufgaben direkt im Gerät erledigen und Daten nicht an die Cloud schicken müssen. Die Datenverarbeitung kann zudem schneller erfolgen, da die Bilder nicht extern ausgewertet werden müssen. Erste Exemplare der Sensoren wurden bereits zu Testzwecken an Sony-Partner verschickt. Erste Hardware mit den neuen Sensoren könnte bereits Ende des Jahres erhältlich sein.

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