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Morgenmagazin vom Freitag, 15. Oktober 2021

15.10.2021 | 07:25 Uhr | Peter Müller

Macbook Pro M1X wird nur schwer lieferbar +++ Wie ein Airtag ein gestohlenes Auto fand +++ Nanoleaf Lines: Indirektes Licht mit Thread +++ Safari 15.1: Favoriten wieder oben +++ Playmobil: James Bond Aston Martin DB5 mit Schleudersitz +++ Playstation VR: Drei Gratis-Spiele zum fünften Geburtstag +++ Microsoft Kinect kehrt in Sky-TV-Geräten zurück

15. Oktober: Kostet teuer

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Es ist Freitag und damit sind es nur noch drei Tage bis zum Montag. Was für diejenigen, die nichts sehnlicher als das Wochenende herbei wünschen, wie ein Fluch klingt, säuselt in unsere Ohren wie eine süße Verheißung. In drei Tagen ist also schon wieder Keynote, die Überschall-Macs erwarten lässt. das supersonnige Wochen dazwischen bekommen wir auch noch rum.

In der Zwischenzeit machen wir einen Kassensturz, ob wir uns einen neuen Mac leisten sollten und wenn ja, wie viele. Vermutlich wird man für die neuen Macbooks Pro M1X recht tief in die Tasche greifen müssen. Und doch können auch 2.500 Euro oder so preiswert sein.

Apple legt auf das Preisleistungsverhältnis Wert und verkauft nicht "billig", Apple ist immer wertig, Apple kann aber durchaus auch Low Cost, wie man etwa an iPhone SE oder dem Macbook Air sieht.  Der erste explizite Low-Cost-Mac kam am 15. Oktober 1990 heraus, so hieß der Rechner auch: LC, was für "Low Cost" stand. Das ist aber alles relativ und mit heutigen Niveaus nicht zu vergleichen, denn ohne Display kostete der im Pizzaschachtel-Design gestaltete Mac auch schon stolze 2.400 US-Dollar. Mit einem Farbmonitor für weitere 600 US-Dollar zusammen waren das aber immer noch 3500 US-Dollar weniger, als der Macintosh II kostete - so gesehen erscheint einem der Mac Pro von heute beinahe wie ein Schnäppchen, denn 31 Jahre meist mäßiger Inflation machen aus den 6.500 US-Dollar von damals fast den doppelten Wert.

Der LC des Jahres 1990 verzichtete auf NuBus-Slots und kam ersatzweise mit einem Processor Direct Slot (PDS), der Motorola 68020 rechnete mit einer Taktrate von 16 MHz, der RAM war auf 10 MB beschränkt, während der Video-RAM erst einmal nur 256 kB umfasste. Zur damaligen Zeit gewiss keine Höllenmaschine, aber eine mit durchaus soliden Leistungswerten.

Die Pizzaschachtel sollte bei Apple noch lange der Formfaktor für eine Klasse von günstigeren Desktop-Macs sein, selbst in der PowerPC-Ära noch. Zeitgleich mit dem LC kam noch der nicht ganz so günstige (2.999 US-Dollar) Macintosh IIsi und der Macintosh Classic auf den Markt, der mit seinem Preis von 999 US-Dollar der echte Low-Cost-Mac seiner Zeit war, als Neuauflage des Ur-Macintosh aber in Sachen Hardware deutlich hinter seinen großen Brüdern hinterher hinkte.

Die Macs jener Jahre aber markieren den Weg zur Beinahepleite Apples, dabei hatte der Aufsichtsrat des Unternehmens zwei Jahre zuvor, am 15. Oktober 1993 die Reißleine gezogen und den CEO John Sculley vor die Tür gesetzt. Jenen Sculley, den der Gründer Steve Jobs von Pepsi zu Apple lockte mit den legendären Worten: „Willst du für den Rest deines Lebens Zuckerwasser verkaufen oder die Welt verändern?“ Jenen als Manager erfahrenen Sculley, der das junge, chaotische Unternehmen strukturierte und bald als einziger Erwachsener in Cupertino galt. Jenen Sculley, der 1985 als Sieger aus einem Machtkampf mit Steve Jobs hervorging und diesen aus seinem Unternehmen drängte. Jenen Sculley, der den Laden am Laufen hielt und vor allem aus dem Apple II noch so lange Umsatz herausholte, bis der Mac wirklich nennenswert Geld abwarf. Jenen Sculley, der sich aber verzettelte, das Produktangebot unnötig aufblähte und mit dem Newton auf das falsche Pferd setzte. Der Abstieg Apples, der erst mit der Wiederkehr von Steve Jobs endete, hatte auch John Sculley eingeleitet.

Dabei sollten die finanziell schlimmsten Zeiten erst nach Sculley kommen, unter seinen Nachfolgern Spindler und Amelio. Das letzte Sculley-Quartal brachte sogar noch einen Gewinn. Dieser lag jedoch um 97 Prozent niedriger als im Jahr davor, war also praktisch auf null gesunken. Immerhin fiel der CEO weich, das Abfindungspaket hatte einen Gesamtwert von zehn Millionen US-Dollar. Das ist ja der Vorteil eines jeden angestellten Managers: Man kann zwar von heute auf morgen den Job verlieren, aber nicht den Kopf, da man für die angerichteten Verluste nur höchst selten persönlich haftet.

Sculley anzulasten ist aber vor allem ein schlechter Deal mit Microsoft, der dem Konkurrenten den PC-Markt für Jahre praktisch überließ. Denn die Überlassung des Look and Feel des Mac-Betriebssystems gab Seattle die Möglichkeit, Windows praktisch gratis zum beherrschenden System auszubauen und den Mac in eine Nische zu drängen, in der er an sich heute noch steckt - trotz der Erfolge der letzten Dutzend Jahre.

Lesetipps für den Freitag

Große Erwartungen: Wir können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Apple kommenden Montag neue Macbooks Pro vorstellen wird. Immer noch hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Apple den SoC M1X nennt, eine Erweiterung des seit letzten Herbst bekannten M1, aber immer noch auf dem A14-Design basierend. Gut möglich, dass Apple einen Erstverkaufstag nennt, der noch im Oktober liegen könnte. Aber so gut wie ausgeschlossen, dass es sich dabei um den Freitag nächster Woche handelt und sehr unwahrscheinlich, dass man im Fall des Falles wirklich auch eines bekommt - schon kurz nach Beginn oder sogar schon davor wird der Apple Store einen Liefertermin nennen, der nach November oder Dezember riecht - Spekulatius statt Kürbiskuchen. Die Gründe dafür analysiert unser Macworld-Kollege Roman Loyola: Es hat natürlich mit dem globalen Halbleitermangel zu tun, unter dem auch Apple leidet. Nun setzt Cupertino immer mehr auf eigene Entwicklungen in iPhone, iPad und Mac und TSMC dürfte seinen besten Kunden gegenüber den weniger guten auch ein wenig priorisieren, doch stecken in Macbooks nicht nur M1(X)-Chips, sondern auch andere Bauteile. Denn schon die Beschaffung der grundlegenden Siliziumwafer ist derzeit herausfordernd, an der Schraube kann auch Apple nicht drehen.

Mit Haken: Recht viele mehr Ladung passt nicht in den Akku am Handgelenk, aber die Apple Watch Series 7 soll immerhin weit schneller laden - von null bis 80 Prozent etwa in 45 Minuten. Das dient ebenso dem Ziel, die Uhr ständig tragen zu können, von mehreren kurzen Ladepausen am Tag ausgenommen. Das schnelle Laden geht aber nur mit dem neuen Ladekabel, das Apple beilegt. Auf einen Ladeadapter verzichtet der Konzern seit letztem Jahr, nennt in einem Supportdokument nun aber die Voraussetzungen für das schnelle Laden: Der Adapter soll Power Delivery per USB-C unterstützen und mindestens 5 Watt leisten. Apples eigene Ladegeräte mit USB-C sind alle dafür geeignet, auch die von Dritten. Den alten Stecker, der seit jeher iPod und iPhone beilag, muss man nicht wieder aus dem Elektroschrott ziehen, der leistete zwar auch 5 Watt, bot aber kein Power Delivery.

Rückkehr: Apples Abteilung für Homepod Software hat eine neue Leitung, durch einen alten Bekannten. Afrooz Family kehrt nach Cupertino zurück, wo er bereits von 2012 bis 2018 für Audio-Anwendungen verantwortlich war. In der Zwischenzeit hatte er das Startup Sync gegründet, das mit dem Cell Alpha den ersten "triphonischen" Lautsprecher der Welt entwickelt hatte. Family hatet an der Stanford Universität seinen Master in Musik, Wissenschaften und Technologie erworben und zuvor in Berkley ein BA-Studium abgeschlossen.

Zurück auf den gewohnten  Platz: Apple entwickelt Safari immer mehr zu dem Browser zurück, der er vor den radikalen Änderungen in macOS 12 Monterey, iOS 15 und iPadOS 15 war. Die Beta-Version von Safari 15 für Monterey und Big Sur bringt nun die Favoritenleiste wieder zurück an den gewohnten Platz oberhalb der Tab-Leiste. Man darf gespannt sein, ob Apple macOS 12 Monterey mit Safari 15, das es bereits für Big Sur gibt oder dem neuen Safari 15.1 ausliefern wird.

Zurück beim Besitzer: Ein Reddit-Nutzer aus Chicago erzählt auf der Plattform die Geschichte, wie er mit Hilfe eines Airtags sein gestohlenes Auto wiederfand. Ein im Fahrzeug, einem Subaru, verbliebenes Airtag setzte er in den "Verloren"-Modus und bekam keine zehn Minuten später einen Standort auf einem Supermarktparktplatz gemeldet. Dort fand sich zwar nicht das Auto, sondern der Airtag, den der Dieb offenbar aufspürten und unter ein anderes geparktes Auto warfen. Der Autodieb begingen jedoch den Fehler, just in diesem Moment mit dem gestohlenen Subaru auf den Parkplatz zurückzukehren, der rechtmäßige Besitzer alarmierte daraufhin wieder die Polizei, die das Fahrzeug sicherstellte und den Dieb verhaftete. Airtags legen viel Wert auf Sicherheit und Privatsphäre, wegen der Anti-Stalking-Funktionen konnte es nun bedingt als Tracker für das gestohlene Fahrzeug dienen. Offenbar hatte der Dieb das auf "Verloren" gesetzte Airtag sein akustisches Signal aussenden hören und es als Tracker erkannt. Beim Entsorgen des Airtags war er dann aber zu sorglos.

Linien gezogen: Der Beleuchtungsspezialist Nanoleaf stellt mit Lines eine neue Lösung vor. Die Beleuchtung besteht aus neun unterschiedlich arrangierbaren LED-Leuchtstäben, die ihr Licht gegen die Wand abstrahlen, an denen sie befestigt sind und somit indirektes Licht spenden. Das Basispaket kostet 200 US-Dollar, je drei weitere kosten 80 US-Dollar. 16 Millionen Farben können die Lines darstellen und sind dabei von Stab zu Stab flexibel, jeder Stab verfügt über zwei Lichtzonen. Diverse Pattern bietet die App als voreingestellte Szenen an. Lines sind kompatibel zum Homekit und unterstützen die Thread-Technologie, werden also ab dem kommenden Jahr auch mit dem neuen Standard Matter sprechen.

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Playmobil: James Bond Aston Martin DB5 mit Schleudersitz

Playmobil setzt seine Marketingstrategie fort, berühmte Fahrzeuge in seinem Spielkosmos einzuführen. Nach Volkswagen T1 Camper und Käfer und Raumschiff Enterprise bringt das Zirndorfer Unternehmen jetzt das James-Bond-Auto schlechthin: Den Aston Martin DB5. Der Agent mit der Lizenz zum Töten ist damit unter anderem in den Klassikern „Goldfinger“ und „Feuerball“ unterwegs.

Das Original wird von einem Sechszylindermotor mit rund 4 Liter Hubraum und 286 PS angetrieben. In den Filmen ist der Aston Martin DB5 silberfarben lackiert - dementsprechend ist auch das Playmobil-Auto silberfarben. Und natürlich ist das auch die Playmobil-Interpretation ein Rechtslenker.

Das Playmobilmodell besitzt die prägnanten Rundscheinwerfer und den auffälligen Kühlergrill des Originals. Hersteller Playmobil betont die Chrom-Optik bei den Stoßstangen und den Seitenspiegel, die das Herz des Betrachters erfreuen sollen. Doch das Auto kommt nicht allein: James Bond, Auric Goldfinger und Oddjob sowie ein weitere „Handlanger“ von Goldfinger liegen bei - also als Playmobilfiguren.

Der Aston Martin DB5, den James Bond in dem Film fährt, wurde von "Q" natürlich an die besonderen Bedürfnisse eines 007-Agenten angepasst. Beispielsweise mit dem Schleudersitz, der durch Herunterdrücken der Auspuffrohre ausgelöst wird. Weitere „Zusatzausstattung Agent“ sind die Dreifach-Wechselkennzeichen, das ausfahrbare, kugelsichere Panzerschott hinter der Heckscheibe sowie die ausziehbaren Rammhörner an den Stoßstangen.

Playmobil bringt den Aston Martin DB5 mit James Bond, Auric Goldfinger, Oddjob und Handlager sowie diversen Kleinteilen ab 15. Oktober 2021 unter der Artikelnummer 70578 in den Verkauf. Auf Amazon bietet Playmobil das Auto für 79,99 Euro an.

Playstation VR: Drei Gratis-Spiele zum fünften Geburtstag

Seit nunmehr fünf Jahren ist Sonys VR-Lösung Playstation VR im Handel. Zu Beginn standen eher kleine VR-Erfahrungen im Fokus, mittlerweile gibt es aber zahlreiche Perlen, die sich vor großen Spielen nicht verstecken müssen. So lässt sich beispielsweise die komplette Hitman-Trilogy in VR spielen. Auch bei „The Walking Dead: Saints & Sinners“ handelt es sich um ein ausgewachsenes Spiel, welches nur mit der VR-Brille spielbar ist. Sony will Spielern zum fünften Geburtstag von PSVR ein Geschenk machen : Abonnenten von Playstation Plus erhalten im November drei Spiele kostenlos. Um welche Spiele es sich dabei konkret handelt, bleibt vorerst geheim.

Die drei VR-Spiele für die Playstation sollen Teil des November-Lineups sein. Mit einer Vorstellung ist daher wohl erst gegen Ende Oktober zu rechnen. Normalerweise werden die neuen Plus-Spiele immer am letzten Mittwoch eines Monats enthüllt. Entsprechend sollten die drei Gratis-Spiele am 27. Oktober bekannt gegeben werden. Neben den drei VR-Spielen werde es aber auch im November noch drei weitere Gratis-Spiele für Plus-Mitglieder geben.

Passend zum Geburtstag hat Sony zudem einige Statistiken zur Playstation VR bekannt gegeben. Demnach wurden weltweit die Spiele „Rec Room“, „Beat Saber“, „Playstation VR Worlds“, „The Elder Scrolls V: Skyrim VR“ und „Resident Evil 7 Biohazard“ am häufigsten gespielt. Darüber hinaus würden sich noch zahlreiche Hits in der Pipeline befinden. So erscheinen demnächst „Moss: Book II“, Wanderer“, „After the Fall“ oder „Humanity“.

Für das kommende Jahr hat Sony aber bereits die Wachablösung von Playstation VR angekündigt. Der Nachfolger soll über eine deutlich höhere Auflösung verfügen und die Blickrichtung des Spielers überwachen können. Auch vollwertige Controller wird es dann endlich geben. Bislang müssen Entwickler auf die über 10 Jahre alten Move-Controller ohne Analogsticks zurückgreifen oder ihre Spiele für den Einsatz mit Controller entwickeln. Dann entfällt jedoch die Präsenz der Hände in der Spielwelt. Für Ego-Shooter bietet sich zudem Sonys Aim-Controller an, der einem Gewehr nachempfunden ist und auch über Sticks verfügt.

Microsoft Kinect kehrt in Sky-TV-Geräten zurück

Der britische Satelliten-TV-Sender Sky hat eine Partnerschaft mit Microsoft angekündigt . Für seine neuen TV-Modelle Sky Glass bekommen eine zusätzliche 4K-Kamera, in der die Technik von Microsofts Bewegungssteuerung Kinect steckt und die 2022 erscheint. Dadurch sollen bei der Bedienung der Fernsehgeräte Bewegungs- und Gestensteuerung möglich werden. Das Feature soll zudem in Spielen funktionieren und beim Social-TV-Sharing zum Einsatz kommen.

„In Zusammenarbeit mit Microsoft entwickeln wir eine fantastische Funktion, mit der wir gemeinsam fernsehen können, auch wenn wir meilenweit voneinander entfernt sind“ , erklärt Fraser Stirling, Chief Product Officer bei Sky. „Es synchronisiert Ihren Fernseher mit anderen Haushalten, mit integriertem Video und Chat auf dem Bildschirm.“ Auf diese Weise können Glass-TV-Besitzer gemeinsam Filme, Serien oder Sport-Übertragungen anschauen.

Genau diesen Plan verfolgte Microsoft bereits 2013 zum Release der Xbox One. Die Konsole war damals im Bundle mit Kinect erhältlich und verfügte über einen HDMI-Eingang, der Zugriff auf Satelliten-Sender wie Sky sowie Kabel-Boxen ermöglichen sollte. Experimente mit Social-Features zum gemeinsamen Anschauen von TV-Inhalten führte Microsoft damals bereits durch. Die Idee floppte jedoch und das Kinect-Xbox-One-Bundle wurde schließlich vom Markt genommen .

Auch an den Gaming-Funktionen der Kinect-Technik will sich Sky mit seinen neuen TV-Geräten erneut versuchen. Zu den ersten Titeln sollen ein „Paw Patrol“-Spiel und „Fruit Ninja“ gehören. Neben Einzelspieler-Games, soll Sky Glass auch Mehrspieler-Matches unterstützen. Sprachbefehle sind bei Sky Glass über die zugehörige Kamera ebenfalls an Bord. „Hello, Sky“ aktiviert die Steuerung, ähnlich wie bei einem digitalen Assistenten. Stimmeingaben können sogar dazu benutzt werden, die HDMI-Ports zu wechseln. Es bleibt abzuwarten, ob Sky mit der Kinect-Technik erfolgreicher ist als Microsoft seinerzeit.

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