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Morgenmagazin vom Freitag, 16. August 2019

16.08.2019 | 07:07 Uhr |

Klage: Apple soll Dualkameratechnik kopiert haben +++ Apple sucht Büroräume in New York +++ Drohung gegen Tracking +++ Flash-Konkurrent unterstützt bald H.264 +++ Facebook arbeitet an Dark Mode für seine App +++ OnePlus baut eigenen Smart TV

16. August: Abschiede

Wir wünschen allseits Guten Morgen! In Oberbayern ist heute Brückentag, wir sind aber trotzdem für Sie aufgestanden. Wie jeden Freitag führt uns einer der ersten Gänge nach dem Aufstehen zum Plattenregal, das seit Jahren ein virtuelles ist. Freitags bekommen wir in Apple Music immer einen Mix neuer Songs, die uns nicht selten dazu inspiriert haben, das gesamte Album anzuhören, von dem dieser eine Song stammt, der uns da besonders aufgefallen ist. Oft landet das Album nach dem ersten Hören auch in unserem privaten Regal, Musikmediathek genannt. Belißen wir es in dem Riesenlager von Apple Music fänden wir es vielleicht nie wieder.

Großes Potential, Teil unserer privaten Sammlung zu werden, hat das heute erscheinende Live-Album "The Last Dance" der schottischen Folk-Rock-Band Runrig. Ziemlich genau vor einem Jahr hatte die Band in Stirling bei Edinburgh ihr letztes Konzert gegeben, Abschluss der letzten Tour, die auf die letzte Platte folgte. Wie es aussieht, meinen das die Schotten ernst - und ihr Farewell Concert war auch wirklich das letzte. Andere Künstler brexiten ja gerne ein wenig herum, auf eine Abschiedstournee folgt ein Best-of-Album oder ein neuer Mix alter Werke und dann noch mal eine Abschiedstournee, gefolgt von.. Wobei wir ja ehrlich gesagt froh sind, dass Leute wie Phil Collins, die Scorpions oder die Stones nicht tatsächlich final und endgültig Sticks und Strats an den sprichwörtlichen Nagel hängen.

Endgültig verabschieden mussten wir uns heute vor einem Jahr von der ungekrönten Queen of Soul Aretha Franklin. Ebenso an einem 16. August, aber dem von vor 32 Jahren, verstarb der King of Rock'n'Roll, Elvis Presley, in Memphis, Tennessee. Bevor Michael Jackson 32 Jahre danach das zeitliche segnete, war Elvis derjenige Musiker, der posthum das meiste Geld einbrachte, durch Neu- und Wiederveröffentlichungen. Klar, seine Musik ist ja auch zeitlos, das kann man dem King nicht vorwerfen. Außerdem, was heißt posthum? Populären Verschwörungstheorien ist er ja gar nicht gestorben, sondern nur nach Hause gefahren, wie es bei den Men in Black heißt. Auch Douglas Adams sah den King noch auf einem anderen Planeten am Leben, in seinem letzten Werk vor dem plötzlichen Tod "Einmal Rupert und zurück" (der Originaltitel ist besser: "Mostly Harmless"), war Elvis als Sandwichmacher irgendwo weit draußen in der Galaxis untergekommen. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Happy Metal : Die Apple Card ist vielleicht nicht disruptiv, wie Jason Cross diese Woche ausgeführt hat, zeigt aber doch ein paar Besonderheiten. Die eine: Lässt man sich neben der virtuellen noch eine physische Karte geben, ist diese nicht aus Plastik, sondern aus Metall, genauer gesagt Titan. Das hat aber bedeutende Folgen, wie Cult of Mac anmerkt, denn Apple kann sich von einem seiner Produkte für iPhones ab dem Jahrgang 2017 verabschieden, dem Wallet Case. Denn steckt man in ein solches die Apple Card, hindert sie iPhone 8, 8 Plus, X, XR, XS und XS Max daran, drahtlos aufzuladen, das Metall in der Karte schirmt den Induktionsstrom ab.

Auf, auf: Schon heute ist die Apple Watch die mit Abstand meistverkaufte Smartwatch. Mit watchOS 6 wird sie in diesem Jahr ein Stück unabhängier vom iPhone, ist aber nach wie vor nur mit einem solchen zu aktivieren. Leif Johnson findet, es sei nun an der Zeit, die Apple Watch noch ein Stück mehr zu öffnen - und ihre Nutzung auch ohne iPhone zu ermöglichen. Das würde zu einer immensen Vergrößerung ihrer Reichweite beitragen und käme ja auch nicht ohne Präzendenzfall: Seit 2003 bietet Apple iTunes für Windows an, damit auch den iPod und später das iPhone, welches bekanntermaßen heute völlig unabhängig von einem Desktop-Computer agieren kann. Die Apple Watch ist aber kein iPhone, weshalb einer völligen Freigabe etliche Probleme im Weg stehen, merkt Johnson an. So sie es kaum denkbar, dass man allein auf dem kleinen Bildschirm eine AppleID einrichten könnte. Hier würde also nur eine Companion App für Android weiter helfen - aber Apple Music gibt es ja auch für das konkurrierende System. Apple könnte in einem ersten Schritt einige Funktionen exklusiv für sich behalten, etwa Health als zentrale App für Gesundheitsdaten. Und eine völlig freie Apple Watch könnte etwa auf die Modelle mit GPS und Mobilfunkchip eingeschränkt sein - so wäre eine Companion-App unter Umständen zu umgehen und eine neue Apple Watch über einen Webservice im Browser konfigurierbar.

If you can make it there: Nach einem Bericht von TheRealDeal will Apple seine Präsenz in New York massiv ausbauen. Mit Hilfe externer Makler suche man am Hudson bis zu sieben Hektar an Bürofläche, mindestens sollen es aber um die zwei Hektar sein. Die Räume sollten  für Neueinstellungen genutzt werden, welcher Art, geht aus dem Bericht nicht hervor. Seit 2011 unterhält Apple bereits Bürso in New York, die etwa 4000 Quadratmeter Fläche einnehmen. Der Big Apple boomt, auch andere Silicon-Valley-Größen wie Facebook und Google aber auch Amazon haben ihre Präsenz an Ostküste zuletzt massiv ausgebaut.

Klage : Das israelische Unternehmen Corephotonics wirft Apple vor, die Technologie für die Dualkameras der iPhones ihm kopiert und damit zahlreiche Patente verletzt zu haben. Corephotonics existiert erst seit 2011, im Jahr 2012 habe man erstmals Gespräche mit Apple als potentiellen Kunden für neue Kameratechnik aufgenommen. Mit Unterbrechungen seien diese bis 2016 gelaufen, zudem habe man intensiv Daten ausgetauscht und gegenseitig Ingenieursteams nach Tele Aviv und Cupertino geschickt. Zu einem Vertragsabschluss sei es nie gekommen, dennoch habe Apple in das iPhone 7 Plus im Jahr 2016 erstmals ein Dual-Kamera-System eingebaut, das nach Ansicht von Corephotonics dessen Technologie kopierte. Eine im November 2017 eingereichte Patentklage gegen iPhone 7 Plus und iPhone 8 Plus hat Corephotonics im April 2018 eine weitere gegen das iPhone X folgen lassen. In der gestern am Bezirk Nordkalifornien eingereichten dritten Klage wirft das israelische Unternehmen Apple vor, die Patente von Corephotonics genau gekannt zu haben, als es eigene Patente für die in iPhones verwendete Kameratechnologie beantragte. Diese würden die Spezifikationen von Corephotonics bis ins Detail kopieren.

Drohung : Apple hat am Mittwoch eine neue Anti-Trackig-Policy veröffentlicht, die eine klare Drohung gegen die Websites ausspricht, die mit Fingerprinting oder anderen Methoden den Trackingschutz von Safari zu umgehen versuchen. Wer die Privatsphäreneinstellungen nicht akzeptiere, werde als Malwareanbieter betrachtet, erweiterte Schutzmaßnahmen in Safari seien schnell implementiert. Legitim sieht Apple die Übergabe von persönlichen Daten von einer Seite zu einer anderen nur an, wenn eine User-Aktion vorliegt, etwa ein Login, das für mehrere Seiten gilt. Mit iOS 13 und macOS 10.15 Catalina führ Apple ein eigenes Login mit der AppleID ein, das die Lösungen von Facebook und Google ergänzen und womöglich ersetzen soll.

Weitere Nachrichten:

Flash-Konkurrent unterstützt bald H.264

Microsoft hatte das Browser-Plugin erstmals im vergangenen Herbst als Konkurrent zu Adobes Flash Player vorgestellt. Silverlight stellt Multimedia-Inhalte direkt im Browser dar und wird durch die H.264-Unterstützung nun offener, denn bislang setzte Microsoft auf das eigene Videoformat VC-1. Auch in puncto Audio zeigt sich der Flash-Konkurrent nun flexibler: Silverlight 3 wird neben MP3 und WMA auch den AAC-Codec unterstützen, der bei Apple iTunes, den iPods und dem iPhone zum Einsatz kommt. Gespeicherte AAC-Musikfiles wird Silverlight allerdings nicht abspielen, da hier Apples Digital-Rights-Management-Lösung Fairplay zum Tragen kommt.

Und auch bei Webvideos gibt es Einschränkungen: Silverlight-Media-Produktmanager Steven Sklepowich erklärte, dass Silverlight H.264-kodierte Videos nur von Webservern abspiele, die das http-Protokoll nutzen. Videos mit Adobes Flash-Media-Server-Software nach dem proprietären RTMP-Protokoll seien zu dem Browser-Plugin nicht kompatibel.

Microsoft betont, dass die H.264-Unterstützung keine Abkehr vom eigenen VC-1-Format sei. Vielmehr wolle man damit den Anbietern von Streaming-Inhalten entgegenkommen. Laut Sklepowich soll Silverlight zum Standard der nächsten Generation werden, mit dem Anbieter wie DirecTV oder Dish Network ihre Inhalte im Internet verbreiten. Da Silverlight nun H.264 unterstützt, sparen sich die Sender die Konvertierung ins VC-1-Format. Auch die Entwicklung spezieller Player auf der Basis von Silverlight nach dem Vorbild von NBCOlympics.com soll so gefördert werden. Neben der reinen Darstellung von HD-Videos bieten diese Player Funktionen wie zum Beispiel die Bild-in-Bild-Darstellung oder verschiedene Perspektiven.

Adobes Flash-Player 9 unterstützt H.264 bereits seit dem Update Nr. 3. Microsoft hatte sich lange geziert, Silverlight kompatibler zum Konkurrenten zu machen. Letztlich hat nun wohl aber die Nachfrage entschieden: Laut Adobe wurden im letzten Jahr 70 Prozent aller Webvideos im Flash-Format verbreitet.

Einen ersten Blick auf Silverlight 3 wird Microsoft auf der International Broadcasting Conference 2008 in Amsterdam Ende dieser Woche gewähren. Eine Beta soll bald nach dem Erscheinen von Silverlight 2 im Herbst dieses Jahres verfügbar sein.

Facebook arbeitet an Dark Mode für seine App

Schon zahlreiche Apps haben in den letzten Monaten einen Dark Mode erhalten. Damit soll die Bedienung in dunklen Umgebungen augenschonender möglich sein. Auch Facebook arbeitet an einem entsprechenden Nachtmodus für die eigene App . Der Blogger Jane Manchun Wong konnte bereits einen Blick auf den Dark Mode der Facebook-App erhaschen . Wie erwartet sind die meisten Bedienelemente der Anwendung eher dunkel gehalten. Final sieht die Funktion aber noch nicht aus. Laut Jane befinde sich das Feature noch in einer frühen Entwicklungsstufe. Aufgrund der vielen Funktionen der App könne sich die Fertigstellung noch etwas verzögern.

Auch für den Messenger plant Facebook einen Nachtmodus. Zu diesem liegen jedoch noch weniger Informationen vor. Dennoch dürften sich viele Anwender auf den Dark Mode freuen. Wer sich abends im Bett noch ein wenig mit dem Smartphone beschäftigen möchte, stört mit dem Nachtmodus seinen Partner deutlich weniger, da die dunklen App-Oberflächen den Raum nicht mehr so stark erhellen. Apple will iOS 13 ebenfalls einen systemweiten Nachtmodus spendieren. Bei Android ist die Funktion sogar schon seit Version 8 enthalten. Wer eine ältere Version nutzt, kann mit der kostenlosen App Night Mode Enabler eine ähnliche Funktionalität auf sein betagtes Smartphone bringen.

 

OnePlus baut eigenen Smart TV

Der chinesische Hersteller OnePlust hatte sich bislang vor allem auf Smartphones fokussiert, will nun aber auch ins TV-Geschäft einsteigen. Erste Details zum eigenen Smart TV hat das Unternehmen jetzt über das eigene OnePlus-Forum veröffentlicht. Bekannt sind jetzt zumindest Name und Logo des Geräts. Der Smart TV wird auf den simplen Namen "OnePlus TV" hören und wahrscheinlich schon im September vorgestellt. OnePlus behält auch bei seinem ersten Fernseher die bekannte Designphilosophie bei, die laut OnePlus-CEO Pete Lau durch eine minimalistische, sehr effiziente Bauweise sowie durch eine cleane und einfach Nutzererfahrung besticht. Technische Daten hat OnePlus noch nicht verraten, bislang gibt es nur Gerüchte.

Dass OnePlus an einem Fernseher arbeitet, ist bereits seit letztem Jahr bestätigt. Seitdem hatte OnePlus auch seine Community um Hilfe bei der Namensfindung gebeten . Denn das sei gar nicht so einfach gewesen, wie OnePlus in seinem Forumsbeitrag schreibt. Auch wenn es scheinbar viele kreative Vorschläge gab, ist der wahrscheinlich schlichteste Name herausgekommen, den OnePlus sich hätte aussuchen können. Auch das neue Logo ist sehr minimalistisch gehalten. Denn die chinesischen Handy-Bauer haben einfach ein "TV" hinter den Markennamen "OnePlus" gepackt.

OnePlus erklärt seine Entscheidung wie folgt: " One steht für "im Moment" und Plus für "unendliche Möglichkeiten für die Zukunft". Wir haben diesem Konzept bei der Gestaltung dieses Logos sozusagen Tribut gezollt - dies ist unsere OnePlus-Methode, um der Welt zu zeigen, dass es unser erster Schritt ist, die endlosen Möglichkeiten in einem breiteren Spektrum zu erforschen."

Über die technische Ausstattung wird derzeit nur spekuliert. Die TV-Geräte durchliefen aber bereits die Bluetooth SIG, wo verschiedene Modelle unter dem Namen "1+ LED TV" gelistet sind. Demnach wird der OnePlus TV mit Android laufen und ein LED-Panel zwischen  43 und 75 Zoll besitzen. OnePlus soll seinen OnePlus TV bereits im September präsentieren.

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