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Morgenmagazin vom Freitag, 18. November

18.11.2016 | 07:04 Uhr |

Apple plant angeblich iPhone-Produktion in den USA +++ Telefonverlauf in iCloud gespeichert +++ OLED: Samsung kann nicht genug liefern +++ Hour of Code 2016: Programmieren lernen mit Playgrounds +++ Apple-Script-Guru Sal Soghoian von Apple gekündigt +++ Black Friday: Chinesische Firma mahnt deutsche Händler ab +++ Studie: WLAN wichtiger als Sex und Alkohol +++ SpaceX: Plant den Start von 4425 Internet-Satelliten +++ Raubkopierer verhaftet: Polizei stellt 2 Millionen Raubkopien sicher

18. November: Volksaktie und Erfolgsaktie

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wir erinnern uns an den Montag, 18. November 1996. Die Wähler in den USA hatten gut zwei Wochen zuvor entscheiden, dass der Präsident, der das Land in das 21ste Jahrhundert führen würde, Clinton heißen sollte. Bill gewann seine Wiederwahl deutlich gegen den republikanischen Kandidaten Bob Dole. In Deutschland mag es dem Regierungschef damals schon gedämmert haben, dass es für eine (erneute) Wiederwahl nicht reichen würde. Das Ereignis des Tages hatte zwar nur bedingt damit zu tun, wirft aber ein Schlaglicht auf die Pläne der späten Regierung Kohl, die nicht so wirklich im Sinne des Erfinders aufgingen.

An jenem Montag ging die aus dem ehemaligen Staatskonzern Bundespost hervorgegangene Telekom AG an die Börse, dahinter steckten mehrere Absichten. Die Privatisierung sollte einerseits zu mehr Wettbewerb und damit besserem Service und größerem Wachstum führen, wofür die Telekom auch jede Menge frisches Geld benötigte, andererseits sollten die Menschen in Deutschland die Sache mit den Aktien besser kennen lernen und als Alternative zum Sparbuch ansehen. Vor allem war der demographische Wandel längst im Gange, da half es nichts, dass der Arbeitsminister ständig davon sprach, die Rente sei sicher und man müsse für die Altersversorgung eigentlich nichts anderes tun, als seine Beiträge zu bezahlen.

Mit einem Wort: Von denen als "Volksaktie" ausgegeben Anteilsscheinen sollen deren Käufer auch noch am Ende ihres Erwerbslebens etwas haben, dank satter Renditen und Dividenden sind Fonds attraktiver als niedrig verzinste Staatsanleihen oder Sparverträge. Die Aktie war dann auch mehrfach überzeichnet, das heißt, es bekam nur ein Bruchteil der Interessenten überhaupt das Recht, T-Aktien zu erwerben. Die ärgerten sich auch erst einmal, als das zu einem Kurs von 14,57 Euro ausgegebene Wertpapier an der Börse in die Höhe schoss, Richtung 100 Euro und sogar knapp darüber. Wenige Monate später indes waren sie froh, beim Hype zu kurz gekommen zu sein, das Papier rauschte wieder in den Keller und dümpelt seither zu Werten knapp unter dem Ausgabekurs herum. Hätte man seinerzeit 1000 Euro in T-Aktien angelegt, wären die heute etwa 970 Euro wert, hätte man den Tausender auf ein Sparkonto gelegt, das mit 3 Prozent verzinst wird, lägen da jetzt etwas mehr als 1.800 Euro. Wenn man damals aber 1000 Euro in Apple-Aktien investiert hätte, wäre das Portfolio heute in etwa 200.000 Euro wert. So viel also zum Unterschied einer Volksaktie zu einer Erfolgsaktie.

Der historische Vergleich ist jedoch nicht ganz fair, wenn jeder den immensen Wertzuwachs von Apple vorhergesehen hätte, das zu der Zeit gerade mit Steve Jobs und seiner Firma NeXT in Verhandlungen über Übernahme und Rückkehr steckte, wäre der Erfolg vermutlich ausgeblieben. Seriöse, engagierte und nicht gierige Wertpapiermanager holen aus ihren Fonds fünf, sieben oder zehn Prozent Rendite im Jahr heraus, das ist immer noch deutlich höher als der Leitzins und die Inflationsrate. Nur ist es eben nicht ganz leicht, den richtigen Riecher für die Wertentwicklung zu haben, weshalb Finanzanalysten ein einträgliches Geschäft daraus machen, ihren Kunden - Privatleuten wie auch öffentlichen Einrichtungen - zu raten, welche Papiere sie kaufen, halten oder verkaufen sollen und wenn ja, bei welchem Kurs. Rückblickend ist es immer leicht, die Prognosen aus der Vergangenheit zu verspotten, dass das Versprechen der "Volksaktie" von der Telekom aber besser klingt als die Realität hätte eigentlich damals vielen potentiellen Käufern klar sein müssen. Aber fragen Sie nicht, welche Aktien heute vielversprechend sind. Die von Apple ist gewiss noch nicht an ihrem Ende angekommen, aber einen 200fachen Wertzuwachs halten wir für die nächsten 20 Jahre nicht unbedingt wahrscheinlich. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Geschenktipps: Man sagt ja, der Apple-Nutzer hat einen etwas größeren Geldbeutel, weswegen ein Buch wie das Design-Kompendium Apples mit seinem Preis von 300 Euro einen prima Geschenktipp ergibt - aber nicht jedes Geschenk muss wirklich so viel kosten. Es geht auch für deutlich weniger. Unsere Kollegen der Macworld haben wunderbare Technikgeschenke gefunden, die alle unter 25 Dollar kosten.

Am Torwächter vorbei: Der Gatekeeper in OS X respektive macOS will verhindern, dass Schadsoftware auf dem Mac ausgeführt wird. In der aktuellen Version macOS 10.12 Sierra ist der Hüter des Systems noch restriktiver geworden und lässt nur noch Apps aus dem Mac App Store zu oder solche, die von bei Apple registrierten Entwicklern stammen und die dafür ein verschlüsseltes Zertifikat erhalten haben. Die bis einschließlich El Capitan in den Systemeinstellungen enthaltene Option, jedwedes Software auszuführen, entfällt. Nun ist aber nicht jeder Entwickler ohne ADC-Mitgliedschaft des Vertrauens der Anwender unwürdig, manche wollen sich die (überschaubaren) Kosten dafür einfach sparen. Derartige Tools lassen sich nach wie vor am Gatekeeper vorbei öffnen, indem man im Finder auf das Symbol des Programms einen Sekundärklick (Rechtsklick oder ctrl-Klick) ausführt und in der anschließend erscheinenden Dialogbox bestätigt, dass man das Programm wirklich ausführen will. Machen Sie das aber bitte wirklich nur bei vertrauenswürdigen Programmen!

Gespeichert: Apple speichert auch den Telefonverlauf jedes iPhones in der iCloud, hat das Moskauer Softwareunternehmen Elcomsoft festgestellt. Sinn und Zweck der Übung ist es, beim Umstieg auf ein neues Gerät auf diese Weise bequem auch wieder die Liste der letzten Anrufe zu erhalten, sie reicht bis zu vier Monate zurück. Doch auf diese Weise könnten auch Strafverfolgunsbehörden Einblick erhalten, wer wann mit wem wie lange telefoniert hat. Elcomsoft behauptet, sein Tool iPhone Breaker könne den Verlauf aus iCloud herunterladen, um darin Einblick zu erlangen, benötige man jedoch die Apple ID oder einen Login-Token von einem der damit verbundenen Geräte. Selbst die Daten von VoIP-Software, die auf Apples CallKit zurückgreifen, sind in der iCloud gespeichert. Gegenüber iMore betont Apple, das geschehe zur Bequemlichkeit seiner Kunden, die somit von all ihren Geräten Zugriff auf ihre zuletzt geführten Telefonate hätten. Problematisch ist jedoch, dass bisher kaum jemand wusste, dass die Log-Dateien gespeichert würden und es offenbar auch keine Möglichkeit gibt, diese Synchronisation zu unterbinden. Vier Monate sind auch eine doppelt so lange Zeit wie die, in denen Mobilfunkprovider Verbindungsdaten speichern.

Displaymangel: Warum Apple im kommenden Jahr nur eines von drei neuen iPhone-Modellen mit OLED-Bildschirm ausstatten kann, ist auf ein Kapazitätsproblem zurückzuführen, berichtet Macworld. Apple sei auf den einzigen Zulieferer Samsung angewiesen und habe bei dem bereits für den Herbst 2017 100 Millionen Displays mit organischen Leuchtdioden bestellt. Samsung könne aber allenfalls die halbe Menge liefern, viel zu wenig, da Apple im Weihnachtsgeschäft mehr als 75 Millionen iPhones verkaufen will. So komme es eben nur zu einem OLED-Modell ohne Rahmen und mit im 5,2-Zoll-Bildschirm integrierten "Home-Button", der schon jetzt kein echter Knopf mehr ist. Und dazu zwei Modelle mit den gewohnten Größen in 4,7 und 5,5 Zoll.

Back in the USA: Apple reagiert anscheinend auf die kruden Forderungen der Politik und überlegt tatsächlich, die iPhone-Produktion zumindest in Teilen in die USA zu verlegen, berichtet Nikkei Asian Review. Während sich Foxconn ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftige, habe der zweite große Fertiger Pegatron aus Kostengründen indes bereits abgelehnt, sich weiter mit dem Thema auseinander zu setzen. Foxconn und Pegatron haben beide ihren Firmensitz in Taiwan und unterhalten Fabriken in Festlandschina, in der Industrieregion im Süden des Landes entlang des Perlflusses. Laut einer Pegatron nahen Quelle befürchte das Unternehmen mehr als eine Verdoppelung der Produktionskosten. Diese beträgt laut IHS Markit beim iPhone 7 mit 64 GB 225 US-Dollar. Apple, Foxconnn und Pegatron haben einen Kommentar zu dem Bericht verweigert.

Weitere Nachrichten

Hour of Code 2016: Programmieren lernen mit Playgrounds

Wie auch im letzten Jahr lädt Apple Kinder und Jugendliche zu der sogenannten "Hour of Code" ein. Die Jungs und Mädchen können bei einem einstündigen Seminar die ersten Grundlagen von Programmieren erlernen und sogar selbst eine Art des "Programms" schreiben. Neu dabei ist dieses Jahr Apples eigene Lern-Software "Playgrounds", eine Art Einführung in die Swift-Programmierung. Laut Pressemitteilung will Apple die App zusätzlich zu den zwei vorhandenen Lern-Blöcken "Basics" und "Beyond the Basics" um eine weitere Sammlung an Themen und Aufgaben "Learn to Code 3" erweitern.

Sämtliche "Hours of Code" finden in den Einzelhandels-Geschäften von Apple statt. Sie beginnen in der Woche ab dem 5. Dezember und dauern bis zum 10. Dezember an. Die Veranstaltung ist für Kinder ab 6 Jahren empfohlen, für die Teilnahme muss sich selbstverständlich ein Erwachsener mit der Apple ID anmelden. Die Anmelde-Seite für das Seminar ist bereits freigeschaltet und unter diesem Link ( https://concierge.apple.com/workshops/R045/de_DE ) zu finden, man muss sich jedoch bis zu der Woche ab dem 5. Dezember durchklicken.

Apple-Script-Guru Sal Soghoian von Apple gekündigt

Bei Apple genießen offensichtlich auch langjährige Mitarbeiter keinen Kündigungsschutz. Wie Sal Soghoian über seine Webseite berichtet, wurde der in Fachkreisen gut bekannte Ingenieur nach neunzehn Jahren Apple-Mitarbeit überraschend gekündigt. Bekannt ist Sal Soghoian vor allem Apple-Script-Fans, bei Apple war er als Product Manager of Automation Technologies unter anderem für Automator, Apple Script, Services, Terminal und Apple Configurator zuständig. Auch die für iTunes wichtigen Master-for-iTunes-Tools stammten von Soghoian. Grund für die Entlassung waren „geschäftliche Gründe“, es wird etwa bei Reddit deshalb spekuliert, dass Skripte und Automatisierung bei Apple wohl keine große Zukunft mehr haben. Die Produktivitätsumgebung Automator wurde mit 10.4 eingeführt, seit 2012 aber nicht mehr aktualisiert. In gewisser Weise könnten viele Skript-Aufgaben von Siri übernommen werden. Zufällig handeln die letzten Beiträge auf seiner Seite Dictationcommands von den großen Unterschieden zwischen Siri und den auf Skripten basierenden Dictation Commands.

Black Friday: Chinesische Firma mahnt deutsche Händler ab

Der aus den USA stammende Begriff „Black Friday“ hat sich auch in Deutschland allmählich zum Synonym für Schnäppchen-Angebote oder Schlussverkauf entwickelt. Vor allem dank den entsprechenden Schnäppchen-Aktionen von Amazon. Doch die nächste große Schnäppchen-Aktion des Online-Shop-Riesen, die am 21. November 2016 startet und deren Technik-Schnäppchen wir hier ausführlich vorstellen, trägt nur die Bezeichnung Cyber-Monday (der Black Friday fällt 2016 auf den 25. November). Händlern, die den Begriff Black Friday verwenden, drohen ohnehin teure Abmahnungen.

Laut dem Eintrag beim Deutschen Patent- und Markenamt hat sich das chinesische Unternehmen Super Union Holdings Ltd. die Wortmarke Black Friday gesichert. Die Eintragung erfolgt am 20. Dezember 2013. Seitdem darf nur noch die Super Union Holdings Ltd. den Begriff Black Friday in Deutschland verwenden. Sie kann dieses Recht natürlich lizenzieren, was sie offensichtlich an das deutsche Unternehmen Black Friday GmbH gemacht hat.

Trotz des  Ende 2013 erfolgten Eintrags der Markenrechte gab es bisher keine Probleme, wenn jemand den Begriff Black Friday verwendete. Das ist aber jetzt anders. Die IT-Recht-Kanzlei berichtet, dass ihr „eine markenrechtliche Abmahnung der Super Union Holdings Ltd. wegen angeblicher Markenrechtsverletzungen durch die Verwendung der Marke Black Friday vorliegt“. Diese Abmahnung hat es in sich, wie die Kanzlei weiter ausführt: „In der Abmahnung wird der Adressat aufgefordert die Benutzung der Marke umgehend zu unterlassen und eine entsprechend strafbewehrte Unterlassungserklärung (Vertragsstrafe 10.000 EUR!) abzugeben - zudem sind die Kosten der Abmahnung aus einem Gegenstandswert von 100.000 EUR zu tragen.“ Einen kleinen Händler kann das in den Ruin treiben. Zudem lässt der Markeninhaber offensichtlich die entsprechenden Facebook-Seiten und Android- sowie iOS-Apps sperren oder entfernen, wie Onlinemarketingrockstars schreibt. Die Berliner Kanzlei Hogertz LLP setzt offensichtlich diese Maßnahmen für ihren Kunden Super Union Holdings Ltd. durch und verschickt auch die Abmahnungen.

Es drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass die Black Friday GmbH mit den Abmahnungen alle Konkurrenten beim Black Friday verdrängen möchte. Doch Onlinemarketingrockstar zitiert den Geschäftsführer der Black Friday GmbH folgendermaßen: Die Black Friday GmbH steht in keinem Zusammenhang mit Abmahnungen und mir sind diese auch nicht bekannt. Abmahnungen sind eine Angelegenheit der Markeninhaberin.“ Kritiker unterstellen jedoch, dass es sich bei der Super Union Holdings Ltd. um eine Art Briefkastenfirma der Black Friday GmbH handeln könnte.

Da es bei Black Friday definitiv um eine eingetragene Marke handelt, sollte jeder Händler auf die Verwendung dieses Begriffs verzichten. Zwar erscheinen Details der Eintragung dubios, doch grundsätzlich gehört die Marke nun einmal der Super Union Holdings Ltd. und nur die Black Friday GmbH darf sie verwenden.

„Dubios“ deshalb, weil der wilde und zusammenhanglose Mix aus den beim Patentamt eingetragenen Waren und Dienstleistungen, für die diese Marke registriert wird, den Eindruck erweckt, dass es mir darum gehe, möglichst viele Abmahnopfer zu erwischen. Die Liste der Waren- / Dienstleistungsverzeichnis, für die Black Friday geschützt wurde, ist nämlich sehr lang und lässt keinen inhaltlichen Zusammenhang erkennen.

Außerdem scheint es einen personellen Zusammenhang zwischen der Super Union Holdings Ltd. mit Sitz in Hongkong und der Münchner Black Friday GmbH zu geben. So berichtet t3n, dass Hartmut Krenslehner Geschäftsführer von Super Union Holdings Ltd. sei. Im Jahr 2013 war Krenslehner laut t3n aber Chief Marketing Officer und Gründer der Black Friday GmbH.

Streitlustige Online-Händler können aber auch zum Gegenangriff übergehen und beim Patent- und Markenamt einen Antrag auf Löschung der eingetragenen Marke Black Friday stellen. Auf diese Möglichkeit weist Onlinemarketingrockstars hin. Denn bei Black Friday kann man durchaus unterstellen, dass es sich dabei um einen geläufigen Begriff beziehungsweise um eine allgemein gebräuchliche Bezeichnung mit fehlender Unterscheidungskraft handelt. So etwas könne man sich nicht als Marke schützen lassen. Erste Löschanträge gibt es bereits.

Der harte Kampf um Markenrechte ist ein Dauerbrenner in der Geschichte der Abmahn-„Industrie“, an der zahlreiche Rechtsanwälte gut verdienen und ahnungslose Unternehmen oft teuer bezahlen mussten und müssen. So musste der bekannte Computerbücher-Verlag Galileo Press mit seiner Marke Galileo Computing zu Rheinwerk umfirmieren, um einer Markenrechtsklage auszuweichen. Und lange Zeit durfte man in Deutschland Gmail nicht Gmail nennen, sondern musste stattdessen von Googlemail sprechen.

Studie: WLAN wichtiger als Sex und Alkohol

Im iPass Mobile Professional Report 2016 wurden Trends rund um das Internet untersucht. Hierfür wurden Nutzer in Europa und den USA zu ihren Gewohnheiten und Vorlieben befragt. Dabei stellte sich heraus, dass der Zugang zum Netz für viele Menschen extrem wichtig geworden ist. 40 Prozent der Befragten sehen eine WLAN-Verbindung sogar als wichtiger an als Sex, Schokolade oder Alkohol.

Drei Viertel der Befragten gaben an, dass WLAN ihr Leben verbessert hätte. Hauptgrund hierfür wäre die Möglichkeit, von überall aus arbeiten zu können. Das Streamen von Inhalten landet auf Platz 2 der Gründe. Danach folgen Erleichterungen auf Reisen, der engere Kontakt mit Freunden und Familie sowie Kostenersparnisse gegenüber Mobilfunkverbindungen.

Mobilfunkverträge waren ebenfalls Teil der Studie. Bei diesen steht für drei Viertel der Befragten das inkludierte Datenvolumen im Vordergrund, die Inklusivminuten sind zweitrangig. Alle Ergebnisse der Studie können Sie hier abrufen .

SpaceX: Plant den Start von 4425 Internet-Satelliten

Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk will mit 4425 Satelliten die Internetversorgung auch in entlegenen Gegenden ermöglichen. Pro Satellit müssen hierfür 386 Kilogramm in den Weltraum transportiert werden. Die Kommunikationssatelliten kreisen dann in einer Höhe zwischen 1150 und 1275 Kilometern über der Erde.

Das Ausmaß der Mission macht ein Vergleich deutlich: Derzeit befinden sich 1419 aktive Satelliten in der Umlaufbahn. Die über 4000 Satelliten von SpaceX sollen in einer späteren Ausbaustufe pro Nutzer Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglichen.

Die Versorgung mit Internetzugängen durch Satelliten hat auch einen weiteren Vorteil: Aktuell sind noch 4,2 Milliarden Menschen vom Internet abgeschnitten. Die 4425 Satelliten könnten diese Bevölkerungsgruppe ins Netz bringen.

Raubkopierer verhaftet: Polizei stellt 2 Millionen Raubkopien sicher

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat bereits Anfang des Jahres 2016 zwischen 1,5 und 2 Millionen illegal hergestellte Tonträger sichergestellt. Die Polizei nahm zudem einen 60 Jahre alten Mann aus dem Raum Esslingen fest. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ging damit jetzt an die Öffentlichkeit.

Der Verhaftete steht im Verdacht die Raubkopien angefertigt zu haben. Auf den illegalen Tonträgern befanden sich Raubkopien von Liedern zahlreicher namhafter Künstler und Musik-Bands. Darunter beispielsweise LED Zeppelin, die Rolling Stones und die Beatles.
Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt die Polizei nach dem bisherigen Ermittlungsverfahren „wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke und anderen Delikte nach dem Urhebergesetz.“ Der Fall wäre damit die „größte derartige Sicherstellung seit Jahrzehnten“.

Die entscheidenden Hinweise bekam die Polizei von einer Rechtsanwaltskanzlei, die die Rechteinhaber vertritt. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Ende 2015 ein Ermittlungsverfahren ein. Im Januar 2016 durchsuchte die Polizei die Räumlichkeiten des Beschuldigten und stellte dabei zirka 3.000 Kartons mit illegal hergestellten CDs, DVDs und Vinyl-Schallplatten samt passenden Cover und Booklets sicher. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg übernahm im Februar 2016 in Absprache mit dem Polizei-Präsidum Reutlingen, das die Ermittlungen zuvor geführt hatte, und der Staatsanwaltschaft Stuttgart die weiteren Ermittlungen.

Bei weiteren Durchsuchungen von Lagerhallen im Bereich Schwäbisch Hall und Göppingen und Presswerken in Deutschland und Polen stellten Beamte mit Unterstützung der polnischen Strafverfolgungsbehörden weitere große Mengen an Raubkopien sicher. Insgesamt wurden zirka 8.000 Kartons im Gewicht von mehreren Tonnen mit ca. 1,5 bis 2 Millionen illegalen Tonträgern (Schallplatten, CDs, DVDs) und Cover in den durchsuchten Lagerhallen beschlagnahmt. Beim LKA BW wurde zwischenzeitlich eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Nach den bisherigen Ermittlungen ließ der Beschuldigte die Vinyl-Schallplatten und die CDs und DVDs in Presswerken in Deutschland und Polen pressen. Er soll die Tonträger auf CD- und Schallplattenmessen und über das Internet in Deutschland und in den europäischen Nachbarländern vertrieben haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anfang September 2016 einen Haftbefehl gegen den 60-jährigen Beschuldigten erwirkt, der sich seitdem in Untersuchungshaft befindet.

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