2215769

Morgenmagazin vom Freitag, 19. August 2016

19.08.2016 | 08:29 Uhr |

Neuer Name für den Apple Store +++ macOS Sierra womöglich erst im Oktober +++ Uber setzt auf autonime Fahrzeuge +++ Deus Ex Go und mehr: Kleine Flut von neuen iOS-Spielen +++ Nvidia unterstellt Intel geschönte Benchmarks +++ Sky: Sendet ab Herbst Fußball in Ultra-HD +++ Volkswagen: 6000 Hackerangriffe pro Woche +++ Staatstrojaner: CCC warnt vor den hohen Risiken

19. August: Zeit der Ernte

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Die Zeit ist reif, die Ernte in vollem Gang. Etliche Felder liegen schon seit Wochen abgeerntet brach, Beerensträucher bieten ihre süßen Früchte an. In den Weinbergen hofft man noch auf ein bisschen Restsonne, essen könnte man die meisten Trauben aber schon. Sauvignon, Chardonnay und Riesling sind aber eher zum Trinken da...

Und vor allem beginnt nun die Apfelernte. Am heutigen August ist daher im ostslawischen Raum (Russland, Ukraine, Weißrussland) das Apfel-Fest des Erlösers (Яблучний Спас), das zweite und wichtigste der Ernte gewidmeten Erlöser-Feste (Спас). der Honig war schon am 14. August dran und der 29. August wird der Ernte der Nüsse gewidmet sein. Die Feste stammen noch aus vorchristlicher Zeit, was erneut belegt, dass so manche Traditionen Christianisierungen nicht nur überdauern, sondern in neu-definierte Traditionen übergehen.

Anhänger des Glaubens an ein besseres, schnelleres und schickeres iPhone feiern ihr Apple-Fest erst in ein paar Wochen - und wir wissen immer noch nicht, wann genau. Der 7. September ist als Termin im Gespräch, auch der 12. und der 13. des Monats sind plausible Kandidaten. Wie wird die Ernte ausfallen? Das wissen wir auch noch nicht, können aber jetzt schon sagen, dass der eine Teil der iPhone-Jünger von der heurigen Ausbeute enttäuscht sein wird und ein anderer Teil einen edlen Tropfen sich zu Gemüte führen sieht.

Bevor es so weit ist, schnaufen wir aber ein wenig durch. Das Morgenmagazin geht in eine gut dreiwöchige Sommerpause, in der es gewiss auch um reife Früchte und edle Tropfen gehen wird. Wir melden uns an dieser Stelle wieder am 13. September. Dann wissen wir entweder, wie die Apple-Ernte 2016 ausgefallen ist oder fiebern noch einige Stunden lang der Erlösung durch eine Keynote entgegen. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Neuer Name: Apple ändert den Namen seiner Retailkette Apple Store  und verzichtet dabei lediglich auf das Wort "Store". Man soll also nun zu Apple gehen, will man mit einem Genius sprechen, ein Seminar belegen oder auch ein Produkt kaufen. Zur besseren Unterscheidung bekommen die Stores jeweils einen Beinamen, die in München heißen nun Apple Rosenstraße und Apple OEZ. Online ist die Änderung der Nomenklatur bereits wirksam.

Wohin des Weges: Der Beruf des Taxifahrers wird das nächste Opfer der fortschreitenden Digitalisierung. Privatleute, die sich Uber und Konsorten als günstigere Alternative für gewerkschaftlich organisierte und gut ausgebildete Chaffeure andienen, werden davon aber nicht mehr lange profitieren. Denn Uber beginnt nun in Pittsburg, Pennsylvania damit, autonom fahrende Autos für den Transport seiner Kunden auf die Straßen zu schicken. Dort sitzt aber immer noch jemand am Steuer, ein Ingenieur, der jederzeit bei einem fehler in den Algorithmen eingreifen könnte. Ob diese Mitarbeiter des Fahrtenvermittlers in ihrem Studium neben dem Schein für C++ auch den Taxischein gemacht haben, ist unbekannt. Die Fahrzeuge liefert der schwedische Hersteller Volvo.

Workaround: Das iPad ist kein Mac, wenngleich es in immer mehr Büros als vollwertiger Notebookersatz seinen Dienst verrichtet. Mit den meisten Dateiformaten kommt man am iPad mittlerweile zurecht, allein mit ZIPs kann man wenig anfangen. Das hat seine Gründe vor allem im Dateisystem von iOS, in dem keine Ordner vorgesehen waren, in die man die Inhalte eines komprimierten Archivs entpackt. Mit der App PDF Expert muss man aber nicht jedesmal beim Empfang eines ZIP zum Mac zurück wechseln, die App ist in der Lage, Inhalte aus ZIP-Archiven zu extrahieren und sollte daher auf keinem iPad fehlen.

Mit GPS, ohne Mobilfunk: Womöglich schon im September wird Apple die zweite Generation der Apple Watch zeigen. Diese soll ein wenig selbstständiger werden und unter anderem einen eigenen GPS-Chip nutzen. Auf einen Mobilfunkchip müsse Apple indes noch verzichten, berichtet nun Bloomberg. Das Funkmodem verbrauche noch zu viel Energie und sauge den Akku zu schnell leer. Völlig unabhängig vom iPhone kann die Apple Watch also noch nicht werden.

Erst im Oktober: Zwar bekommen in diesem Jahr die öffentlichen Tester mehr Public-Beta-Versionen als in den Jahren zuvor, doch liegen die praktisch zeitgleich veröffentlichten Entwicklerversionen von macOS Sierra hinter dem Zeitplan von El Capitan zurück, bemerken unsere Kollegen der Computerworld - und zwar jeweils zehn bis 15 Tage. Da OS X 10.11 im vergangenen Jahr am 30. September in finaler Fassung herausgekommen ist, dürfte macOS Sierra in diesem Jahr zwischen dem 9. und dem 15. Oktober zu erwarten sein.

Weitere Nachrichten

Deus Ex Go und mehr: Kleine Flut von neuen iOS-Spielen

Gerade hatten wir noch eine ganze Reihe von iOS-Spielen aus deutschen Landen vorgestellt. Doch auch andere Nationen bringen selbstverständlich erstklassige Games hervor. Aktuell gehören dazu vor allem Deus Ex Go von Square Enix, das den hochgradig augmentierten Geheimagenten Adam Jensen zum Helden hat und laut Entwickler 50 herausfordernde Level bietet, in denen man ganz nach gewohnter Deus Ex-Manier als Hacker, Schleicher und Kämpfer unterwegs ist, um einen terroristischen Anschlagsplan sowie eine Verschwörung aufzudecken. Die Go-Reihe von Square Enix mit Titeln wie Hitman Go und Lara Croft Go lässt die Spielfigur zwar nur auf festgelegten Pfaden voranschreiten, dies aber mit einer beeindruckenden Komplexität und nicht zu unterschätzendem Schwierigkeitsgrad. Deus Ex Go läuft ab iOS 7.1 auf iPhone, iPad und iPod Touch und kostet im App Store  5 Euro . Passend dazu erscheint am 23. August die PC-Version von Deus Ex: Mankind Divided . Ob es auch wieder eine Mac-Ausgabe geben wird, ist bislang nicht bekannt.

Serien-Liebhaber von Mr. Robot sollen ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Denn zu der beliebten Hacker-Serie hat Telltale überraschend das iOS-Game Mr. Robot:1.51exfiltrati0n.ipa veröffentlicht, das während der ersten Staffel von Mr. Robot spielt. Nachdem man ein Smartphone gefunden hat, das der Hackerin Darlene gehört, die für das größte Cyber-Verbrechen aller Zeiten mitverantwortlich ist, nimmt man in der Welt von fsociety und E-Corp per Messenger-App virtuellen Kontakt mit Charakteren aus der Serie auf, trifft in den Dialogen Entscheidungen und wird so Teil der Erzählung. Nach dem Download ist dafür keine Internetverbindung erforderlich. Man benötigt für das drei Euro teure Spiel im App Store   mindestens ein iPhone 5 respektive iPad 3 oder neuer ab iOS 6. In Deutschland läuft die Serie übrigens exklusiv bei Amazon Prime.

Neu erschienen ist zudem Warhammer 40k Armageddon - Da Orks als Ableger aus dem Warhammer-Universum. Dieses iOS-Rundenstrategiespiel kostet im App Store   dann schon deutlich mehr – mit 15 Euro ist man ab iOS 7.0 und 521 MB freiem Speicherplatz dabei.

Nvidia unterstellt Intel geschönte Benchmarks

Mit seinen in die CPU integrierten Grafikeinheiten macht Intel den etablierten Grafikkartenherstellern immer mehr Konkurrenz. Dabei wird offenbar nicht nur mit fairen Mitteln gekämpft. Nvidia wirft dem Chiphersteller Intel nun vor, bei Deep-Learning-Benchmarks der neuen Xeon-Phi-Prozessoren getrickst zu haben .

Intel hatte behauptet, dass die CPUs für Superrechner in Lernsystemen mehr als doppelt so schnell wie Grafikchips arbeiten würden. Daneben würden sie um 38 Prozent besser skalieren. Nvidia stellt in einem Blogbeitrag nun klar, dass sich der Vergleich auf ältere Grafikchips und veraltete Software beziehen würde.

Den Vorwurf geschönter Ergebnisse will Intel indes nicht auf sich sitzen lassen. Gegenüber Ars Technica rechtfertigt sich der Chiphersteller: Die Leistungsangaben basieren auf öffentlich verfügbaren Produkten und seien korrekt.

Sky: Sendet ab Herbst Fußball in Ultra-HD

Sky sattelt im Herbst 2016 auf Ultra-HD um. Wie der Pay-TV-Sender in dieser Woche bekannt gibt , wird auf Sky Sport Bundesliga UHD je eine Begegnung pro Spieltag in Ultra-HD-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) gesendet. Der zweite Sender Sport UHD strahlt ebenfalls einige Spiele der Champions Leage in Ultra-HD-Auflösung aus.

Film- und Serienfans müssen sich noch ein wenig gedulden, bis auch ihre Favoriten in hoher Auflösung abrufbar sind. Ultra-HD-Inhalte sind zwar für Sky On Demand geplant, ein konkreter Starttermin für das Angebot steht jedoch noch nicht fest.

Wer bereits ein Premium-HD-Paket bei Sky gebucht hat, bekommt die Ultra-HD-Inhalte zwölf Monate lang gratis. Was Kunden nach Ablauf dieser Probezeit zahlen müssen, ist noch nicht bekannt.

Volkswagen: 6000 Hackerangriffe pro Woche

Wie die FAZ in ihrer Online-Ausgabe berichtet, wird die IT von Volkswagen pro Woche 6000 Mal angegriffen. Die FAZ zitiert Martin Hofmann, den CIO des Wolfsburger Autobauers, folgendermaßen: „Wir haben jede Woche rund 6000 Angriffe aus dem Internet, die wir abwehren“. Die Zahl der Angriff habe deutlich zugenommen, „vor gar nicht allzu langer Zeit waren es gerade mal 6000 im Jahr“, sagt Hofmann.

Hofmann verriet dabei aber nicht, wie genau diese Hackerangriffe aussehen und ob VW das Scannen eines zu Volkswagen gehörenden IP-Adressenbereichs mit einem Portscanner wie Nmap beziehungsweise das gezielte Anpingen von IP-Adressen bereits als Angriff zählt. Viele Angriffe erfolgen aber nach wie vor mit Viren und Trojanern. Der Anteil von Spam würde die Zahl der regulären Mails bereits übertreffen.

Volkswagen, das mit 40.000 Programmieren gegen Apple und Google kämpft, steht mit dem Problem der steigenden Cyberkriminalität nicht allein da, praktisch alle deutschen Konzerne berichten über zunehmende Cyberattacken. Die dabei erbeuteten Daten und Informationen würden dann im Darknet weiterverkauft.

Martin Wülfert, Vorstandschef der 2015 von Allianz, Bayer, BASF und Volkswagen gegründeten Deutschen Cyber-Sicherheitsorganisation (DCSO), spricht in diesem Zusammenhang von einer riesigen Cybercrime-Industrie, deren Umsatz und Gewinn denen der internationalen Drogenkartelle mit ihren jährlich rund 400 Milliarden Dollar in nichts nachstünde. Der volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland soll sich geschätzt auf 45 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Das sind 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Das Problem verschärft sich noch mit dem Internet der Dinge und dem automatisierten Autofahren . Volkswagen arbeite deswegen an Monitoren, die dem Fahrer Angriffsversuche von außen melden sollen.

Staatstrojaner: CCC warnt vor den hohen Risiken

Der Chaos Computer Club (CCC) hat am Donnerstag nach einer Anfrage der thüringischen Linksfraktion eine Stellungnahme zum Einsatz staatlicher Spionagesoftware veröffentlicht. Darin empfiehlt der CCC den Einsatz von Staatstrojanern nicht auszuweiten. Sie seien eine mit hohen Risiken behaftete Schadsoftware.

Politisch werde derzeit die Ausweitung der Nutzung von Staatstrojanern diskutiert, so der CCC. Die Justizministerkonferenz habe hierfür im Juni die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für die sogenannte "Quellen-TKÜ" (Quellen-Telekommunikationsüberwachung) gefordert.

Allerdings teilt der CCC nicht die Meinung der Justizministerkonferenz, dass Staatstrojaner ein "unverzichtbares Instrument der Strafverfolgung" seien. Vielmehr entstehen nach Ansicht des CCC durch die Nutzung von Staatstrojanern staatliche Interessenskonflikte. "Sicherheitslücken in informationstechnischen Systemen sind schnellstmöglich zu schließen und nicht von Staats wegen noch auszunutzen", erklärt der CCC.

Sollten dennoch Staatstrojaner eingesetzt werden, dann fordert der CCC deren rechtliche Gleichstellung mit einer "Online-Durchsuchung". Außerdem sollte klar geregelt werden, auf welchen Geräten derartige Software überhaupt zur Überwachung eingesetzt werden dürfe. "Durch diesen aktiven Eingriff in ein überwachtes Gerät wird die Integrität des Systems zwangsläufig verletzt. Welche Seiteneffekte die Installation einer Schadsoftware im Zielsystem anrichten kann, ist aber nicht mit Sicherheit vorhersehbar", heißt es in der CCC-Stellungnahme. Dabei müsse beispielsweise sichergestellt werden, dass das Leben und die Gesunderheit von Menschen nicht gefährdet werden, also keine Systeme mit medizinischen Funktionen überwacht werden.

In der Stellungnahme weist der CCC auch auf ein weiteres Problem bei der Überwachung durch Staatstrojaner hin. Beim Abgreifen von Informationen von einem Gerät könne nicht sicher gestellt werden, dass es sich dabei um laufende Kommunikationsinhalte handelt. Sollten auch beispielsweise noch nicht verschickte Mails gesammelt werden, dann handele es sich rechtlich um eine Online-Durchsuchung. "Verschriftlichte Gedankengänge oder private Notizen, die keine laufende Kommunikation sind, dürfen im Rahmen einer Quellen-TKÜ nicht erhoben werden", betont der CCC.

Der Chaos Computer Club hatte bereits im Jahr 2011 einen Staatstrojaner analysiert und dabei grobe Fehler der Software aufgedeckt.

2215769