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Morgenmagazin vom Freitag, 19. Juni 2020

19.06.2020 | 06:57 Uhr | Peter Müller

Podcast-App runderneuert in iOS 14 und iPadOS 14 +++ Was watchOS 7 und Apple Watch Series 6 bringen sollten +++ Arbeit an Ladematte AirPower geht weiter +++ Samsung liefert Blutdruckmessung für Smartwatch aus +++ Tesla liefert viele Model Y mit schweren Fehlern aus

19. Juni: Grenzenloser Sommer

Macwelt wünscht Guten Morgen! Die erfreuliche Nachricht: Ab Samstag ist zumindest in astronomischer Hinsicht Sommer, kurz vor Mitternacht mitteleuropäischer Zeit steht die Sonne auf 23,3 Grad Nord mittags im Zenit, also mitten im Pazifik. Die Tage werden dann bei uns wieder kürzer, wobei man das lange Zeit noch nicht merkt - und das Leben draußen ohnehin wegen Wetter und Pandemie nicht gerade viel Spaß macht. Immerhin: Das Wetter scheint wieder besser zu werden im Sinne von trockener und wärmer, der Ausbruch von Covid19 ist noch lange nicht im Griff. Auf einer großen Skala sah es zuletzt recht gut aus, doch einzelne schwere Vorfälle trüben die Bilanz.

Die Grenzen sind zumindest im Schengenraum nun wieder offen, wer nach Frankreich oder Österreich will, bitte – sogar Spanien lässt wieder vereinzelt Touristen ins Land. Vor herunter gelassenen Schlagbäumen macht das Virus ja auch nicht halt, wobei diese in den letzten beiden Monaten dabei halfen, die Bewegung der Virenträger einzuschränken. Jetzt hoffen wir mal auf die App und schnelle Reaktionen bei weiteren Ausbrüchen, kann ja gut sein, dass Urlauber wieder Infektionen von der Reise mitbringen, die ja nicht einmal ins Ausland gehen muss, um die Infektionskurve wieder ansteigen zu lassen.

Die Idee mit den offenen Grenzen ist davon abgesehen aber die beste, die Europa je hatte. Heute vor dreißig Jahren unterzeichneten Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg im Dorf Schengen den zweiten Teil jenes Abkommens, auf das man sich schon fünf Jahre zuvor geeinigt hatte. Das Schengener Durchführungseinkommen setzte die Idee endgültig in Kraft, zunächst diese fünf verzichteten seither auf Grenzkontrollen. Fast 30 Jahre lang, wollen wir hoffen, dass die Pandemieeindämmungsmaßnahmen nur ein Intermezzo sind.

Aber noch nicht ganz Europa ist bis heute dem Schengenraum beigetreten, selbst einige EU-Mitglieder haben in den Jahren vor 2020 an ihren Außengrenzen kontrolliert. Ein wenig strenger an der Autobahn, ein wenig laxer an der Landstraße und gar nicht an der grünen Grenze. Denn auch Wald und Flur ist es egal, welche Nation welches Stück Land für sich reklamiert. Grenzen sind von gestern.

Lesetipps für den Freitag

Zeit für die Uhr: Dreimal werden wir noch wach, dann ist auch schon wieder WWDC. Den Hauptteil der Show am Montag werden gewiss iOS, iPadOS und vor allem macOS einnehmen, das den Umstieg des Mac auf ARM-Chips im Gepäck haben dürfte. Doch auch an watchOS7 und die neue Apple Watch Series 6, die im Herbst kommen sollte, stellen wir unsere Ansprüche. Jason Snell hat noch einmal zusammen gefasst was er sich von der neuen Uhrengeneration erwarten würde: Schlaftracking steht da ganz oben auf der Liste und die Möglichkeit, die Fitnessziele anders zu definieren. Zifferblätter sollten flexibler werden und die Uhr auch den Blutsauerstoff messen können, gerade dieser Tage ein wichtiger Parameter. Vor allem aber solle die Uhr unabhängiger werden und sich nicht nur mit einem iPhone koppeln lassen, sondern etwa auch mit einem iPad oder - ganz spektakulär - mit einem Android-Smartphone. Aber einen derartigen Wunsch wird Apple kaum erfüllen wollen, vermutlich wird man lediglich Uhren von Minderjährigen als Zweituhren über das eigene iPhone noch ansteuern können.

Nächster Versuch: Auf der iPhone-Keynote im September angekündigt und für das Jahr 2018 versprochen, musste Apple das Projekt "AirPower" im Jahr 2019 einstellen. Wobei offenbar nur der seinerzeitige Prototyp nicht fertig entwickelt werden konnte, aus Gründen der Überhitzung. An dem Prinzip einer Ladematte, die gleichzeitig drahtlos kompatible iPhones, Apple Watches und AirPods-Ladeschachteln mit elektrischer Energie versorgt, hat Apple laut des Leakers Jon Prosser weiter gearbeitet. Als "Beweis" zeigt er ein Gerät, das ein Protoyp einer neuen Airpower sein soll und in dem Apple einige der Erfahrungen eingebracht hat, die es beim vorläufigen Scheitern erlebte. So solle der C68 genannte Prototyp mit weniger Ladespulen ausgestattet sein, die sich weniger überlappen, ein A11-Chip kümmere sich um das Hitzemanagement. Auch das Lightning-Kabel, mit dem die Matte ihrerseits Strom bekommt, ist an einer anderen Stelle angebracht. Ende diesen Jahres oder Anfang 2021 soll die Matte dann auch tatsächlich marktreif sein.

Alt gegen neu : Apple Stores in den USA und Kanada nehmen offenbar nun auch Macs in Zahlung, wenn man sich ein neues Gerät kauft. Dies ist Bloomberg's Mark Gurman aufgefallen, im Passus auf Appels Trade-in-Website fehle nun die Einschränkung, dass alte Macs von der Inzahlungnahme ausgeschlossen seien.

Mehr Inhalte: In iOS 14 und iPadOS 14 soll die Podcasts-App bedeutende Änderungen erfahren, berichtet 9to5Mac. Wie in der Musik-App werde es einen neuen Reiter "Für dich" geben, in dem die Anwendung Inhalte präsentiert, die sich nach den bisher gehörten Podcasts orientieren. Anbeiter von Podcasts können ihren Abonnenten zudem Bonusfolgen anbieten. Apple reagiere damit auf Spotify, das seitdem es auch Podcasts anbietet mehr Abonnenten gewonnen hat und seinen Vorsprung auf Apple damit vergrößerte. Ob auch die Podcast-App auf dem Mac derart ausgeweitet wird, klärt der Bericht nicht – das werden wir aber am Montag erfahren.

Draußen vor der Tür : Im Streit um die E-Mail-App Hey, die Apple in Version 1.0 in den Store ließ aber keine weiteren Updates mehr annehmen und sogar komplett bannen will, hat sich nun Apples Marketing-Chef Phil Schiller via TechCrunch erklärt. Es sei ein Fehler gewesen, die App überhaupt in den Store zu lassen, da sie nicht dem Regelwerk entspreche. Stand heute sei auch nicht geplant, die Regeln zu lockern. Hey bietet keine In-App-Käufe an, so dass die App erst funktionsfähig wird, wenn man sich über die Website des Services registriert. Man lade die App herunter und sie funktioniere nicht, das wolle man nicht, erklärt Schiller. Gegenüber Hey hatte Apple zuletzt argumentiert, derartige Anwendungen, an denen man sich zwar anmelden, aber nicht (kostenpflichtig) registrieren könne, biete man nur für Businesskunden an, Outlook mit Office 365 funktionierte lange so. Die App-Store-Regeln würden aber nirgendwo den Unterschied zwischen Business- und Consumer-Apps erwähnen, merkt Mac Stories an . Die einzig erwähnte Ausnahme gelte für "Lese-Apps", wie lange Zeit die Kindle-App und immer noch Netflix. Der Entwickler Basecamp habe laut Phil Schiller aber genügend Möglichkeiten, den Bedingungen des App Store gerecht zu werden, entweder unterschiedliche Preise verlangen oder auch eine freie Version für iOS und iPadOS anzubieten, gehören dazu.

Weitere Nachrichten:

Samsung liefert Blutdruckmessung für Smartwatch aus

Samsung hat in dieser Woche seine neue Health Monitor App mit integrierter Blutdruck-Messung für Nutzer in Südkorea veröffentlicht . Das Feature funktioniert vorerst jedoch nur mit einem Smartwatch-Modell des Hersteller - mit der Galaxy Watch Active 2. Mit dem heutigen Release ist Samsung seinem Zeitplan leicht voraus. Bereits im April hatte das Unternehmen die Veröffentlichung der App im dritten Quartal 2020 bestätigt, nachdem die Software vom Südkoreanischen Ministerium für Lebensmittel und Medikamente zugelassen wurde.

Die Blutdruck-Messung der Samsung-Smartwatch ersetzt keine klassische Blutdruck-Messung mit einem Messgerät an Arm oder Handgelenk. Sie wird eher als kombinierte Lösung eingesetzt. Nutzer müssen ihre Blutdruck-Werte, die sie mit einem klassischen Messgerät ermittelt haben, einmal im Monat in der App eintragen. Die optischen Sensoren in der Smartwatch können dann genutzt werden, um Blutdruck-Schwankungen oder -Veränderungen festzustellen. Mit EKG-Support soll die Health Monitor App in Südkorea in den nächsten Monaten ein weiteres Smartwatch-Feature bekommen. Wann EKG und Blutdruck-Messung für die Galaxy Watch Active 2 auch in Europa verfügbar sein werden, ist bislang noch unklar.

Tesla liefert viele Model Y mit schweren Fehlern aus

Tesla liefert laut US-Medienberichten wie zum Beispiel von Elektrek viele fehlerhafte Exemplare des neuen Model Y an Kunden aus. Die frischgebackenen Model-Y-Besitzer klagen ihr Leid zum Beispiel in Internetforen und auf Reddit . Elektrek hat hier einige Fotos von offensichtlichen Mängeln zusammengestellt.

So berichten Model-Y-Besitzer von Lack- und Verarbeitungsproblemen, Beulen und Abdrücken in den Sitzen und sogar von lockeren Sicherheitsgurten. Mindestens ebenso unfassbar wie lockere Sicherheitsgurte ist ein anderer Missstand, den angehende Model-Y-Besitzer zu sehen bekommen: Die Sitzflächen der Rücksitze sind nicht montiert! Das scheint mehrmals schon der Fall gewesen zu sein.

Einige Kunden sollen wegen der vielen offensichtlichen Fehler sogar die Abnahme des Fahrzeugs verweigert haben oder aber die von Tesla freiwillig eingeräumte siebentägige Rückgabemöglichkeit genutzt haben. Sogar Tesla selbst soll einige Auslieferungen von sich aus gestoppt haben, weil es zu viele Fehler gab. Elon Musk hatte sich bereits in einer Mail an die Mitarbeiter bei der Model-Y-Produktion gewandt und darin die Notwendigkeit betont die Zahl der nachträglich zu korrigierenden Fehler beim Model Y zu reduzieren.

Besitzer haben sogar schon Checklisten zusammengestellt, mit deren Hilfe man die häufigsten Mängel bei der Übergabe aufspüren können soll.

Tesla scheint derzeit besonders viele Fahrzeuge ausliefern zu wollen um zum Ende des laufenden Geschäftsquartals noch möglichst gute Geschäftszahlen zu erreichen. Dieses ambitionierte Vorhaben wird durch den Corona-bedingten zwischenzeitlichen Produktionsstopp in der Fabrik in Fremont erschwert. Um diesen Nachteil „auszugleichen“ scheint Tesla besonders rücksichtslos beim Thema Qualitätskontrolle zu sein.

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